zur Desktop-Ansicht wechseln. zur mobilen Ansicht wechseln.

Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 30

Lesemodus deaktivieren (?)

Informationen

 

Irgendwann in der Nacht wurde Aljoscha wach. Das Bett neben ihm war leer. Die Laken waren kalt.

Er blinzelte verschlafen und tastete mit der Hand über die Stelle, wo Elbrun eigentlich liegen sollte. Nichts. Nur kühler Stoff. Ein unangenehmes Gefühl breitete sich sofort in seiner Brust aus.

Schon wieder… Verdammt, nicht schon wieder. Dachte Aljoscha

Er setzte sich auf, fuhr sich mit der Hand durch die zerzausten Haare und schaute sich im dunklen Schlafzimmer um. Kein Geräusch. Kein Licht. Nur das leise, vertraute Summen der Enterprise im Hintergrund.

„Elbrun…?“, fragte er leise in die Dunkelheit. Keine Antwort.

Aljoscha stand auf, zog sich schnell eine leichte Hose und ein Shirt über und verließ das Schlafzimmer. Das Wohnzimmer des Quartiers war nur schwach beleuchtet. Auf dem Sofa lag eine Decke, aber niemand saß dort. Auch in der kleinen Küche war niemand.

Sein Herz schlug schneller.

„Computer, Admiral Tiran lokalisieren.“

„Admiral Tiran befindet sich im Torpedoraum“, antwortete die ruhige Stimme des Schiffscomputers.

Aljoscha seufzte leise und verließ das Quartier. Barfuß und nur notdürftig angezogen schlurfte er durch die stillen Korridore zum Turbolift.

„Torpedoraum“, murmelte er.

Der Lift setzte sich lautlos in Bewegung. Die Korridore waren nur sehr schwach beleuchtet, die Nachtbeleuchtung tauchte alles in ein sanftes, bläuliches Licht. Er traf keine einzigen Mannschaftsmitglieder. Die Enterprise schlief.

Aljoscha hing in seinen Gedanken: Was macht er jetzt schon wieder? Nach diesem Tag… nach allem, was wir besprochen haben und passiert ist. Kann er denn nicht einmal einfach nur schlafen?

Der Turbolift hielt. Aljoscha trat hinaus und ging den kurzen Gang entlang zum Torpedoraum. Die großen Schiebetüren glitten leise auf.

Das riesige, hallende Depot war nur notdürftig beleuchtet. In einer Ecke, zwischen zwei Torpedohülsen, saß Elbrun auf einer der Wartungskisten. Es war schon fast absurd — er trug nur seine schwarze Unterhose. In der einen Hand hielt er ein PADD, in der anderen einen Becher Tee, der offensichtlich schon lange kalt war. Sein Blick war nachdenklich, fast abwesend auf das Display gerichtet.

Aljoscha blieb einen Moment im Eingang stehen und beobachtete ihn schweigend. Sein Herz zog sich zusammen.

„Elbrun“, sagte er leise, aber deutlich.

Elbrun zuckte leicht zusammen und drehte sich zu ihm um. Als er Aljoscha sah, erschien ein schuldbewusster Ausdruck auf seinem Gesicht.

„Aljoscha… ich wollte dich nicht wecken.“

Aljoscha trat näher, die Arme vor der Brust verschränkt, die Stimme noch rau vom Schlaf.

„Was machst du hier?“

Elbrun stellte den kalten Teebecher zur Seite und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht.

„Ich habe an meinem Torpedo gearbeitet“, antwortete er leise. „Ich hatte im Traum eine Idee bekommen, wie die Fusion von Chroniton-Torpedos und Transphasentorpedos funktionieren könnte. Die mathematischen Modelle… sie haben plötzlich Sinn ergeben. Ich wollte es nur schnell aufschreiben, bevor ich es wieder vergesse.“

Er lächelte schwach, aber es erreichte seine Augen nicht.

Aljoscha seufzte tief und trat noch näher. Er blieb direkt vor Elbrun stehen und schaute auf ihn herunter.

„Mitten in der Nacht, in Unterhose, mit kaltem Tee… und du bastelst an Torpedos.“ Seine Stimme wurde sanfter, aber deutlich besorgt. „Elbrun… das Bett war leer. Schon wieder. Nach allem, was in den letzten Tagen passiert ist… da wache ich auf und du bist nicht da.“

Er machte eine kurze Pause, dann setzte er sich neben ihn auf die Kiste und legte eine Hand auf Elbruns nackten Oberschenkel.

„Rede mit mir. Was geht wirklich in dir vor? Ist es nur die Idee mit den Torpedos… oder kannst du einfach nicht abschalten?“

Elbrun lehnte sich leicht gegen ihn und starrte einen Moment auf das PADD in seiner Hand.

„Es ist beides“, gab er zu. „Ich hatte wirklich gerade eine geniale Idee wegen des Torpedos. Aber ich bin auch innerlich leicht unruhig. In den letzten Tagen ist einfach viel passiert.“

Er drehte den Kopf und schaute Aljoscha müde, aber ehrlich an.

„Ich wollte dich nicht wecken. Du hast in letzter Zeit schon genug durchgemacht wegen mir.“

Dann stand Elbrun plötzlich auf, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Seine Augen begannen zu leuchten. Er hielt das PADD hoch wie ein Kind, das gerade ein neues Spielzeug bekommen hat.

„Aber schau mal, ich glaube, ich habe es diesmal wirklich hinbekommen!“

Er deutete begeistert auf die Schemata.

„Die Energieleitungen sind diesmal nicht durchgeschmort! Das war das Problem bei den letzten Versuchen — die Chroniton- und Transphasen-Resonanz hat sich gegenseitig überladen. Aber wenn man die Phasenverschiebung um exakt 0,037 Millisekunden versetzt und gleichzeitig die Quantenfluss-Regulatoren um 12 % drosselt… dann stabilisiert sich das Feld! Es funktioniert tatsächlich!“

Elbrun gestikulierte wild mit dem PADD, vollkommen in seinem Element.

„Ich hab’s dreimal simuliert. Kein Überlast, kein Energieverlust, keine Explosion — also… zumindest nicht in der Simulation. In echt wird’s wahrscheinlich trotzdem irgendwo knallen, aber immerhin kontrolliert.“

Aljoscha konnte nicht anders — er schmunzelte breit und schüttelte amüsiert den Kopf.

„Du stehst hier mitten in der Nacht, nur in Unterhose, mit kaltem Tee und einem PADD, und hältst mir einen technischen Vortrag über Torpedo-Fusion… Ich liebe dich wirklich, aber manchmal frage ich mich, ob du eigentlich ein Admiral oder ein verrückter Waffeningenieur bist.“

Elbrun grinste schief und schaute an sich herunter.

„Na ja… die Unterhose war praktisch. Weniger Stoff, der sich in den Wartungsklappen verheddern kann.“

Aljoscha lachte leise.

„Wenn dich jetzt jemand von der Nachtschicht sieht, hast du morgen einen neuen Spitznamen. ‚Der halbnackte Torpedo-Admiral‘ oder so.“

Aljoscha schmunzelte innerlich: Gott, er ist so verdammt süß, wenn er so begeistert ist. Selbst nach allem, was passiert ist, kann er sich noch wie ein Kind über eine technische Verbesserung freuen. Das ist einer der Gründe, warum ich ihn so sehr liebe.

Elbrun lachte leise und zog Aljoscha mit einem Arm an sich.

„Dann müssen wir eben dafür sorgen, dass niemand außer dir mich so sieht.“ Er küsste ihn kurz auf die Schläfe. „Komm schon, schau es dir an. Das könnte wirklich ein Gamechanger sein.“

Aljoscha schaute sich im Raum um und musste trotz seiner Müdigkeit schmunzeln. Elbrun hatte offenbar schon richtig losgelegt: Ein Torpedo war halb zerlegt, Komponenten lagen ordentlich sortiert auf einer Arbeitsmatte, während er Teile aus dem einen in den anderen einbaute. Es sah aus sehr gefährliches Puzzle.

Elbrun schnappte sich wieder ein Werkzeug und wollte gerade weitermachen.

„Nein, Elbrun. Das machst du jetzt nicht“, sagte Aljoscha bestimmt. „Du kommst wieder ins Bett.“

„Nur ganz kurz, Imzadi“, murmelte Elbrun schon halb abgelenkt und schraubte weiter im offenen Torpedo herum.

Aljoscha ließ ihn tatsächlich ganze fünf Minuten gewähren, lehnte mit verschränkten Armen an einer Kiste und beobachtete ihn. Dann wurde seine Stimme strenger:

„So. Komm jetzt.“

Er trat hinter Elbrun, griff mit zwei Fingern in den Bund seiner Unterhose am Hintern und zog kräftig, um ihn wegzuzerren.

Ratsch.

Ein lautes, reißendes Geräusch hallte durch den stillen Torpedoraum.

Aljoscha stand plötzlich mit einem großen Fetzen schwarzer Unterhose in der Hand da. Elbrun war mit einem Mal komplett nackt — nur noch mit dem Werkzeug in der Hand und einem verdutzten Gesichtsausdruck.

Für einen Moment war es totenstill.

„Na du gehst aber ran“, grinste Elbrun schließlich breit und drehte sich langsam zu ihm um. Er stand völlig ungeniert nackt vor ihm, nur das Werkzeug noch in der Hand.

Aljoscha starrte auf den Stofffetzen in seiner Hand, dann auf Elbrun, dann wieder auf den Fetzen.

„Das ist doch jetzt nicht wirklich passiert, oder?“, stammelte er, die Augen groß. „Ich wollte dich nur wegziehen… nicht… nicht entkleiden!“

Elbrun begann zu lachen — erst leise, dann immer lauter, bis er sich mit einer Hand auf die Wartungskiste stützen musste.

„Doch. Das ist wirklich passiert. Du hast mir gerade die Unterhose vom Leib gerissen. Mitten im Torpedoraum. Um 03:47 Uhr morgens.“

Er schüttelte amüsiert den Kopf, sein nackter Körper wurde vom schwachen Licht der Notbeleuchtung angestrahlt.

„Wenn uns jetzt jemand sieht, bin ich nicht nur der verrückteste, sondern auch der nackteste Admiral der Sternenflotte.“

Aljoscha wurde knallrot im Gesicht.

„Ich schwöre, das war keine Absicht! Ich hab nur… zu fest gezogen.“

Elbrun trat einen Schritt auf ihn zu, immer noch breit grinsend, und zog ihn mit einer Hand an der Hüfte zu sich heran. Seine nackte Haut fühlte sich warm an.

„Tja. Jetzt stehe ich hier nackt. Und du bist schuld.“ Er beugte sich vor und flüsterte ihm frech ins Ohr: „Also… was machst du jetzt mit mir, Captain?“

Aljoscha stieß ein ersticktes Lachen aus, das Gesicht immer noch feuerrot. Er versuchte, streng zu gucken, scheiterte aber kläglich.

„Du bist unmöglich“, murmelte er und legte eine Hand auf Elbruns nackte Brust. „Wir stehen mitten im Torpedoraum, du bist splitterfasernackt, und du flirtest mit mir, als wären wir in unserem Quartier.“

Verdammt… warum muss er ausgerechnet jetzt so heiß aussehen? Nackt, mit diesem frechen Grinsen und dem Werkzeug noch in der Hand. Ich sollte ihn eigentlich zurück ins Bett schleifen, aber…

Elbrun grinste nur noch breiter und drückte sich enger an ihn.

„Na ja, du hast mir die Hose kaputt gemacht. Jetzt bist du verantwortlich für den Schaden.

Ein paar Minuten Später

Kaum hatte sich die Tür ihres Quartiers hinter ihnen geschlossen, lehnten beide einen Moment schwer atmend dagegen. Aljoscha sah aus, als hätte er gerade einen Marathon hinter sich, während Elbrun immer noch splitterfasernackt war sein Körper glänzte leicht vom Schweiß, und war leicht geröter vor der Aufregung.

„Nie wieder“, murmelte Aljoscha kopfschüttelnd, konnte sich ein erschöpftes Grinsen aber nicht verkneifen. „Nie wieder laufe ich mit meinem nackten Mann durch die Enterprise.“

Elbrun lachte leise, trat an den Recycler und warf die zerrissene Unterhose hinein. Mit einem leisen Summen wurde sie entsorgt.

„War deine Schuld“, erwiderte er frech und drehte sich zu Aljoscha um. „Du hast sie mir ja vom Leib gerissen.“

Er ging zu ihm, zog ihn in eine kurze, feste Umarmung und küsste ihn auf die Stirn.

„Komm. Wenigstens noch ein paar Stunden schlafen.“

Sie zogen sich nicht mehr richtig aus Aljoscha behielt nur seine Hose an. Elbrun blieb nackt. Sie schlüpften schnell unter die Decke, und Elbrun zog Aljoscha sofort eng an sich.

Aljoscha kuschelte sich mit dem Rücken an Elbruns Brust, spürte dessen Wärme und den kräftigen Arm, der sich um ihn legte.

Elbrun vergrub sein Gesicht in Aljoschas Nacken und atmete tief ein.

„Du riechst nach mir“, murmelte er zufrieden. „Das gefällt mir.“

Aljoscha lachte leise und drückte sich noch enger an ihn.

„Du riechst nach Wahnsinn. Und ich bin viel zu müde, um mich darüber zu beschweren.“

Elbrun küsste seinen Nacken, seine Hand strich langsam und beruhigend über Aljoschas Bauch.

„Schlaf, Imzadi. Ich bleibe hier. Versprochen.“

Sie lagen eng verschlungen da. Die Aufregung der letzten Stunden wich langsam einer tiefen, warmen Erschöpfung. Innerhalb weniger Minuten waren beide eingeschlafen, Aljoscha sicher und geborgen in den Armen seines Mannes.

Am nächsten Morgen drang sanftes, gedämpftes Licht der Sternenbasis durch die Fenster der Kabine.

Aljoscha wurde langsam wach. Er lag halb auf Elbrun, das Gesicht an dessen nackter Brust vergraben. Einer von Elbruns Armen war fest um ihn geschlungen, die andere Hand ruhte besitzergreifend auf seinem Hintern. Ihre Beine waren ineinander verschlungen.

Aljoscha blinzelte verschlafen und lächelte leicht, als er spürte, wie Elbruns Brust sich ruhig hob und senkte. Er hob den Kopf ein wenig und schaute Elbrun an. Dieser schlief noch tief und fest, das Gesicht entspannt, die Haare zerzaust. Aljoscha strich ihm sanft eine Strähne aus der Stirn.

Elbrun brummte leise und zog ihn im Halbschlaf noch enger an sich. Seine Hand knetete automatisch Aljoschas Hintern.

„Morgen…“, murmelte er mit rauer, verschlafener Stimme, ohne die Augen zu öffnen.

„Morgen“, flüsterte Aljoscha zurück und küsste ihn zärtlich auf die Brust. „Du hast tatsächlich durchgeschlafen. Kein heimliches Verschwinden diesmal.“

Elbrun lächelte müde und drehte sich ein wenig, sodass sie einander in die Augen schauen konnten.

„Ich hatte ja keine Unterhose mehr“, grinste er verschmitzt. „Die hast du mir ja zerrissen. Ich wollte nicht nochmal nackt durchs Schiff laufen… zumindest nicht alleine.“

Aljoscha lachte leise und stupste ihm gegen die Brust.

„Du hast ja aber nicht nur eine Unterhose.“

„Das war aber meine Lieblingsunterhose“, sagte Elbrun mit gespielter Traurigkeit und einem breiten Grinsen. „Die mit dem kleinen Sternenflotten-Logo am Bund. Die war bequem und hatte genau die richtige… Passform.“

Aljoscha schüttelte amüsiert den Kopf und kuschelte sich wieder enger an ihn, ein Bein über Elbruns Hüfte gelegt.

„Du bist wirklich unmöglich“, murmelte er mit einem leisen Lachen. „Wenn dich jemand gesehen hätte, dann wäre das ganze Schiff in Aufruhr versetzt worden, weil der Admiral splitterfasernackt durch die Gänge läuft… und du jammerst mir jetzt wegen einer Unterhose die Ohren voll?“

Elbrun lachte leise, das tiefe Vibrieren übertrug sich angenehm auf Aljoschas Körper. Er strich mit der Hand langsam und zärtlich über Aljoschas Rücken und drückte ihn noch fester an sich.

Einen Moment herrschte wohliges Schweigen. Beide genossen einfach die Wärme und die Nähe des anderen.

„Arbeitest du nachher wieder an deinem Torpedo?“, fragte Aljoscha schließlich leise, während er mit den Fingern kleine Kreise auf Elbruns Brust zeichnete.

„Ja, natürlich“, antwortete Elbrun sofort, und man hörte die Begeisterung in seiner Stimme. „Ich will wissen, ob das Ding jetzt wirklich funktioniert. Die Simulationen sehen vielversprechend aus. Wenn die Fusion stabil bleibt, könnten wir die Wirkung der Transphasentorpedos deutlich steigern.“

Aljoscha lächelte sanft. Er liebte diese Seite an Elbrun — diese fast kindliche Begeisterung, wenn er sich in ein technisches Problem verbiss.

„Versprich mir nur, dass du nicht wieder mitten in der Nacht aufstehst und halbnackt durchs Schiff schleichst“, murmelte er und küsste Elbruns Brust. „Oder zumindest nimmst du mich das nächste Mal mit.“

Elbrun grinste und drehte sich ein wenig, sodass er Aljoscha besser ansehen konnte.

„Abgemacht. Nächstes Mal nehme ich dich mit. Dann kannst du mir wieder die Unterhose zerreißen.“

Aljoscha lachte leise und schüttelte den Kopf.

„Du bist unverbesserlich.“

Er kuschelte sich wieder eng an ihn, beide noch nicht bereit, das warme Bett schon zu verlassen.

Ein paar Minuten später standen die beiden dann doch auf. Nachdem Elbrun kurz im Bad gewesen war, stand er nur in Uniformhose und engem schwarzen Unterhemd am Replikator und bereitete das Frühstück vor. Der Duft von frischem Kaffee und warmen Brötchen zog durch das Quartier.

Aljoscha war derweil im Bad, hatte sich frisch geduscht und stand nun nachdenklich vor dem Spiegel.

Wage ich es mal? Elbrun macht es ja auch häufiger. Das bringt mich jedes Mal aus dem Konzept… Ob es ihn auch aus dem Konzept bringen würde? Ich werde bestimmt rot… aber ich mache es.

Er atmete einmal tief durch, grinste kurz seinem Spiegelbild zu und verließ das Bad — komplett nackt.

Aljoscha setzte sich direkt an den Esstisch, leicht nervös, die Wangen schon ein kleines bisschen gerötet. Er fühlte sich ungewohnt ausgeliefert, aber auch auf eine seltsame Weise aufregend.

Elbrun drehte sich mit zwei Tellern in der Hand um, warf einen kurzen Blick auf den nackten Aljoscha und nickte nur leicht. Er stellte die Teller ab, holte den Kaffee und setzte sich gegenüber.

Aljoscha wartete. Und wartete.

Elbrun nahm einfach einen Schluck Tee, schmierte sich in aller Ruhe ein Brötchen und biss hinein. Kein Grinsen, kein anzüglicher Kommentar, keine hochgezogene Augenbraue. Er wirkte vollkommen normal.

Aljoscha rutschte etwas unruhig auf dem Stuhl hin und her, seine Frustration wuchs mit jeder Sekunde.

„Und?“, fragte er schließlich, ein wenig gereizt. „Kein Kommentar?“

Elbrun schaute auf, kaute fertig und schluckte.

„Worüber? Das Brötchen ist gut. Willst du auch eins?“

Aljoscha starrte ihn an. Seine Wangen wurden noch röter — diesmal vor Frust.

„Ich sitze hier nackt am Frühstückstisch, Elbrun. Nackt. Und du reagierst nicht mal?“

Elbrun zuckte mit den Schultern, nahm einen weiteren Schluck Tee und blieb vollkommen entspannt.

„Du bist mein Mann. Ich sehe dich öffters nackt. Warum sollte mich das jetzt aus dem Konzept bringen?“ Er schob Aljoscha ein frisches Brötchen hinüber. „Hier. Iss was.“

Aljoscha nahm das Brötchen, aber seine Frustration war deutlich spürbar. Er hatte erwartet, Elbrun wenigstens ein bisschen aus der Fassung zu bringen — stattdessen saß dieser da wie immer.

Elbrun bemerkte Aljoschas gereizten Blick und lächelte leicht.

„Was ist los? Bist du enttäuscht, dass ich nicht sofort über den Tisch springe?“

Aljoscha brummte nur und biss in sein Brötchen.

„Ein bisschen vielleicht.“

Elbrun lachte leise, streckte unter dem Tisch ein Bein aus und strich mit dem Fuß langsam über Aljoschas Wade. Dann drehte er den Spieß plötzlich und meisterhaft um.

„Weißt du…“, sagte er ruhig und nahm einen Schluck Tee, „es ist eigentlich ganz niedlich, wie du versuchst, mich aus der Fassung zu bringen.“ Sein Blick wanderte ganz offen und langsam über Aljoschas nackten Oberkörper. „Du sitzt hier mit rotem Kopf, die Brust ein bisschen angespannt, die Beine leicht zusammengepresst… und denkst, du könntest mich damit schocken.“

Elbrun lehnte sich zurück, sein Lächeln wurde breiter und etwas dunkler.

„Aber im Gegensatz zu dir bin ich es gewohnt, dich nackt zu sehen. Und ehrlich gesagt… gefällt mir der Anblick sehr. Besonders, wie deine Ohren gerade leuchten. Und wie du versuchst, so lässig zu tun, obwohl du eigentlich am liebsten im Boden versinken würdest.“

Aljoscha wurde noch röter und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Hör auf, mich so anzustarren!“

„Warum denn?“, fragte Elbrun unschuldig und biss in sein Brötchen. „Du wolltest doch, dass ich reagiere. Jetzt reagiere ich. Und ich genieße es sehr, meinen nackten, etwas verlegenen Ehemann beim Frühstück zu betrachten.“

Er ließ seinen Blick bewusst langsam nach unten wandern.

„Besonders die Art, wie du die Beine zusammendrückst, als würdest du versuchen, dich vor mir zu verstecken. Dabei weiß ich genau, wie du aussiehst, wenn du erregt bist. Und gerade… bist du es ein bisschen, oder?“

Aljoscha stieß ein frustriertes Geräusch aus und rutschte unruhig auf dem Stuhl herum.

„Du bist furchtbar.“

Elbrun grinste nur und nahm einen weiteren Schluck Tee.

„Und du bist gerade sehr süß. Rot, nackt und leicht überfordert. Das ist eine Kombination, die mir ausgesprochen gut gefällt.“ Er beugte sich leicht vor und flüsterte: „Wenn du willst, dass ich aus dem Konzept gerate, musst du schon etwas mehr tun, als nur nackt am Tisch zu sitzen, Imzadi.“

Aljoscha starrte ihn an, halb frustriert, halb amüsiert, und murmelte:

„Ich hasse dich gerade ein bisschen.“

Elbrun lachte leise und schob ihm ein frisches Brötchen hinüber.

„Iss was. Nackte Captains brauchen Energie.“

Die beiden aßen eine Weile in angenehmer Ruhe weiter. Das Klappern von Besteck und das leise Summen der Enterprise waren die einzigen Geräusche im Quartier. Aljoscha entspannte sich langsam. Die anfängliche Nervosität und Frustration verflogen allmählich.

Im Stillen bewunderte er Elbrun. Zum einen dafür, wie souverän und cool er gerade blieb, obwohl sein Mann nackt vor ihm am Tisch saß. Zum anderen für die selbstverständliche Selbstsicherheit, mit der Elbrun mit seiner eigenen Nacktheit umging. Es war keine Show — es war einfach Elbrun.

Nach einer Weile streckte Elbrun unter dem Tisch ein Bein aus, griff nach Aljoschas Fuß und legte ihn sich ohne Umschweife in den Schritt. Aljoscha spürte sofort die deutliche Wölbung und Wärme unter der Uniformhose.

„Es lässt dich ja doch nicht kalt“, sagte Aljoscha überrascht, die Augen leicht geweitet.

„Natürlich nicht“, antwortete Elbrun ruhig und nahm einen Schluck Tee, als wäre nichts Besonderes. Ein kleines, wissendes Lächeln umspielte seine Lippen. „Denkst du wirklich, ich kann dir stundenlang beim Nackt-Frühstücken zusehen, ohne dass es mich anmacht?“

Aljoscha wurde wieder etwas röter, bewegte aber seinen Fuß nicht weg. Stattdessen strich er vorsichtig mit den Zehen über die Beule.

„Du bist echt unmöglich“, murmelte er, halb genervt, halb amüsiert. „Ich versuche hier, dich aus der Reserve zu locken, und am Ende bist du derjenige, der mich wieder aus dem Konzept bringt.“

Elbrun grinste leicht und drückte Aljoschas Fuß ein bisschen fester gegen seinen Schritt.

„Wer sagt denn, dass ich nicht aus der Reserve gelockt bin?“ Sein Blick wanderte langsam und genüsslich über Aljoschas nackten Oberkörper. „Du bist gerade sehr süß, weißt du das? Die leichte Röte auf deiner Brust, wie deine Nippel hart werden, obwohl es warm ist… und wie du versuchst, cool zu bleiben, obwohl dein Puls gerade rast.“

Aljoscha schluckte und bewegte seinen Fuß nun bewusster, massierte die harte Beule unter dem Stoff.

„Und du sitzt da, als würde ich in voller Uniform vor dir sitzen“, beschwerte er sich leise. „Das ist unfair.“

Elbrun grinste breit und nahm einen Bissen von seinem Brötchen.

„Unfair wäre es, wenn ich jetzt aufstehen und dich über den Tisch legen würde. Aber ich bin ja ein Gentleman.“ Er zwinkerte. „Zumindest noch.“

Er strich mit der Hand unter dem Tisch über Aljoschas Wade, fuhr langsam höher bis zum Knie und drückte leicht zu.

„Weißt du, was mich gerade wirklich anmacht?“, fragte er mit ruhiger, tiefer Stimme. „Dass du es tatsächlich gemacht hast. Dass du dich getraut hast, nackt hier rauszukommen. Das ist viel mutiger, als du denkst.“

Aljoscha wurde noch röter und versuchte, seine Verlegenheit mit einem kleinen Lachen zu überspielen.

„Und jetzt sitze ich hier wie ein Idiot und werde von meinem eigenen Mann fertiggemacht.“

Elbrun lachte leise und drückte Aljoschas Fuß fester gegen seinen harten Schwanz.

„Nicht wie ein Idiot. Wie mein wunderschöner, nackter Ehemann, der gerade versucht, mich zu verführen.“

Er nahm einen Schluck Kaffee und schaute Aljoscha über den Rand der Tasse hinweg mit einem dunklen, spielerischen Blick an.

„Noch etwas Kaffee?“

Aljoscha stöhnte leise und vergrub kurz das Gesicht in einer Hand.

Ebrun stand auf, streckte sich kurz und begann, sich in aller Ruhe die restliche Uniform anzuziehen. Aljoscha blieb sitzen, immer noch nackt, und beobachtete ihn mit einer Mischung aus Frustration und Zuneigung.

Nachdem Elbrun seine Jacke geschlossen hatte, trat er zu Aljoscha, beugte sich herunter und gab ihm einen langen, zärtlichen Kuss auf die Lippen.

„Ich gehe jetzt in den Torpedoraum“, murmelte er gegen Aljoschas Mund. „Werde mit Zohla und Shras weiter an dem Torpedo arbeiten. Die Simulationen sehen vielversprechend aus, ich will das heute unbedingt testen.“

Aljoscha seufzte leise, die Enttäuschung war ihm deutlich anzusehen.

„Jetzt schon? Ich dachte, wir hätten noch ein bisschen Zeit…“

Elbrun lächelte und strich ihm sanft über die Wange.

„Je schneller wir fertig sind, desto eher habe ich Zeit für dich heute Abend.“ Er küsste ihn noch einmal.

Er richtete sich auf, warf Aljoscha noch einen letzten, hungrigen Blick auf dessen nackten Körper zu und ging zur Tür.

„Iss noch was.“

Mit diesen Worten verließ Elbrun das Quartier und ließ einen etwas frustrierten Aljoscha am Frühstückstisch zurück.

Elbrun betrat den Torpedoraum mit klarer, konzentrierter Miene. Die hell beleuchteten Hallen waren bereits in vollem Betrieb. In der abgeschirmten hinteren Sektion warteten bereits seine beiden wichtigsten Mitarbeiter.

Commander Zohla, ein kräftiger Bolianer mit charakteristischer blauer Haut und einem meist gut gelaunten Wesen, stand über einem taktischen Display gebeugt.

Lieutenant Commander Shras, ein hochgewachsener Andorianer mit weißen Haaren und der typischen kühlen Präzision seines Charakters, überprüfte gerade die Energiekopplungen.

„Admiral Tiran“, begrüßte Zohal ihn mit einem respektvollen Nicken und einem leichten Lächeln. „Wir haben die Nachtsimulationen noch dreimal durchlaufen lassen. Die Werte sind stabiler geworden.“

Shras drehte sich um, die Antennen leicht nach vorne gerichtet. „Die Phasenverschiebung bei 0,037 Millisekunden zeigt vielversprechende Ergebnisse. Dennoch bleibt die Energieabgabe im kritischen Bereich weiterhin die größte Herausforderung.“

Elbrun nickte knapp und trat sofort an die zentrale Konsole. Er war voll konzentriert — die Ereignisse der Nacht und des Morgens hatte er für den Moment bewusst zur Seite geschoben.

„Zeigen Sie mir die neuesten Daten“, sagte er ruhig und übernahm die Steuerung des holografischen Interfaces.

Die nächsten Minuten verbrachten die drei in intensiver, hochkonzentrierter Arbeit. Elbrun war ganz in seinem Element. Seine Stimme war klar und präzise, als er Vorschläge machte:

„Zohla, reduzieren Sie die Quantenfluss-Regulatoren um weitere 4 %. Shras, ich will eine parallele Simulation mit verstärkter Chroniton-Stabilisierung. Wir dürfen keinen Energie-Peak mehr riskieren.“

Zohla arbeitete schnell und effizient, seine blauen Hände flogen über die Konsole.

„Verstanden, Sir. Simulation läuft.“

Shras blieb kühl und analytisch, seine Antennen zuckten leicht, während er die Werte überwachte.

„Die Stabilität hat sich um 12 % verbessert. Das ist… beeindruckend.“

Elbrun nickte nur, die Augen fest auf die holografischen Modelle gerichtet. Er war hochkonzentriert, keine Spur mehr von der morgendlichen Neckerei oder der nächtlichen Leidenschaft. Hier war er wieder ganz der Admiral — fokussiert, kompetent und fordernd.

„Noch einmal von vorn“, sagte er ruhig. „Ich will diesen Test so sauber wie möglich haben, bevor wir einen realen Prototyp zünden.“

Zohla grinste leicht. „Sie lassen nicht locker, oder Sir?“

Elbrun lächelte schmal, ohne den Blick vom Display zu nehmen.

„Nicht, wenn es um Waffensysteme geht, die uns einen Vorteil verschaffen könnten.“

Shras nickte zustimmend. „Eine vernünftige Haltung.“

Eine Stunde später herrschte angespannte Stille im abgeschirmten Bereich des Torpedoraums.

Der neue Prototyp-Torpedo stand fertig montiert auf der Testvorrichtung — ein beeindruckendes, mattschwarzes Geschoss mit den neu integrierten Chroniton- und Transphasen-Komponenten. Elbrun hatte in der Nacht tatsächlich hervorragende Vorarbeit geleistet.

Commander Zohla starrte auf die Diagnoseanzeigen, seine blauen Wangen zeigten deutliche Überraschung.

„Die Leitungen sind nicht durchgeschmort“, sagte Zohla ungläubig, fast schon ehrfürchtig. „Kein einziger Überlastwert. Die Energiefluss-Regulatoren halten stabil.“

Lieutenant Commander Shras stand mit verschränkten Armen daneben und nickte langsam, seine blauen Antennen zuckten leicht.

„Und um die Ohren geflogen ist uns das Ding auch nicht“, fügte er trocken hinzu. „Die Phasenverschiebung liegt innerhalb der berechneten Toleranz. Eine bemerkenswerte Leistung, Admiral.“

Elbrun stand mit verschränkten Armen vor dem Torpedo, ein zufriedenes, aber konzentriertes Lächeln auf den Lippen. Er hatte die letzten Feinjustierungen selbst vorgenommen und war nun sichtlich erleichtert über das Ergebnis.

„Gut“, sagte er ruhig. „Sehr gut sogar. Zohla, führen Sie eine vollständige diagnostische Sequenz durch. Shras, ich will die Abschuss-Simulation mit maximaler Ladung sehen. Wir testen das Ding heute noch nicht scharf, aber ich will wissen, wo die Grenzen wirklich liegen.“

Zohla grinste breit, seine blauen Zähne blitzten.

„Aye Sir. Wenn das so weiterläuft, haben wir in ein paar Wochen einen Torpedo, der selbst einen Borg-Kubus ernsthaft ins Schwitzen bringt.“

Shras nickte zustimmend.

„Die Effizienzsteigerung ist signifikant. Eine kluge Modifikation.“

Elbrun blieb noch einen Moment stehen und betrachtete den fertigen Prototyp. Für einen kurzen Augenblick drifteten seine Gedanken wieder zu Aljoscha — zu dem nackten Frühstück.

Er schüttelte den Gedanken ab und wandte sich wieder seinem Team zu.

„Weiter machen. Ich will bis 1600 Uhr einen vollständigen Belastungstest der Energiekopplung haben.“

Um 16:00 Uhr befanden sich Elbrun, Commander Zohla und Lieutenant Commander Shras auf Holodeck 3.

Das Holodeck war bereits für eine hochkomplexe taktische Simulation vorbereitet. Zohla stand an der zentralen Konsole und gab die detaillierten Spezifikationen des neuen Torpedo-Prototyps ein, damit das Holodeck ihn exakt simulieren konnte.

„Spezifikationen vollständig geladen“, meldete Zohla. „Chroniton-Transphasen-Fusion aktiv. Sicherheitsprotokolle auf Stufe 4.“

Shras nickte knapp, seine weißen Antennen aufgerichtet. „Simulation bereit.“

Elbrun stand mit verschränkten Armen in der Mitte des Raumes, die Miene konzentriert und entschlossen.

„Computer, Simulation starten.“

Sofort materialisierte sich die Brücke der Enterprise um sie herum. Die vertrauten Konsolen, der große Hauptbildschirm und das leise Summen der Systeme wirkten absolut real. Durch die Fenster sahen sie die Schwärze des Alls — und direkt vor ihnen einen gewaltigen, taktischen Borg-Kubus, der bedrohlich grün leuchtete.

„Dann wollen wir mal sehen, ob der Torpedo wirklich funktioniert“, sagte Elbrun mit ruhiger, aber angespannter Stimme. Er ging direkt zum Steuerpult und nahm Platz. „Shras, Sie übernehmen die Taktik. Zohla, Sie bleiben an der Wissenschaftsstation und überwachen die Torpedo-Daten in Echtzeit.“

„Verstanden“, antworteten beide gleichzeitig.

Auf dem Hauptbildschirm leuchtete der Borg-Kubus auf. Grüne Zielerfassungsstrahlen richteten sich auf die Enterprise.

„Simulation beginnt“, verkündete der Computer.

Sofort eröffneten die Borg das Feuer. Plasmastrahlen schlugen in die Schilde der Enterprise ein. Das Schiff erzitterte.

„Schilde bei 87 %“, meldete Shras kühl. „Sie haben uns bereits erfasst.“

Elbrun steuerte das Schiff mit ruhiger Hand, wich einem weiteren schweren Treffer aus und brachte die Enterprise in eine günstige Angriffsposition.

„Zohla, Torpedo bereit machen. Shras, Zielerfassung auf die zentrale Energieverteilung des Kubus. Wir feuern auf meinen Befehl.“

Zohla arbeitete schnell an seiner Station.

„Torpedo geladen und scharf. Alle Systeme bereit.“

Elbrun schaute konzentriert auf den Hauptbildschirm, die Hände fest auf den Steuerkontrollen.

„Feuer!“

Shras löste den Torpedo aus.

Der neue Prototyp schoss aus dem Rohr, leuchtete in einem ungewöhnlichen blau-grünen Schimmer und raste auf den Borg-Kubus zu. Die Simulation zeigte in Echtzeit, wie der Torpedo die adaptiven Schilde des Kubus durchdrang — die Chroniton-Transphasen-Fusion schien tatsächlich zu funktionieren.

Zohla starrte auf seine Anzeigen.

„Einschlag in drei… zwei… eins…“

Der Torpedo traf.

Eine gewaltige, kontrollierte Explosion breitete sich im Inneren des Kubus aus. Teile der äußeren Struktur brachen weg, Energieadern platzten. Innerhalb von Sekunden brach der gesamte Kubus auseinander und explodierte in einem grellen Feuerball.

Die Brücke wurde kurz von der Lichtflut erhellt, dann herrschte Stille.

Shras’ Antennen zuckten deutlich. Selbst der sonst so beherrschte Andorianer wirkte beeindruckt.

Elbrun schaute überrascht auf den Hauptbildschirm, wo nur noch Trümmer des ehemaligen Kubus durch das All trieben.

„Das war besser als erwartet“, murmelte er. „Normalerweise wären zwei oder drei Transphasentorpedos nötig gewesen, um so ein Schiff auszuschalten. Und wenn sich die Borg an diesen hier nicht mehr anpassen können… wow.“

Zohla stieß einen beeindruckten Pfiff aus.

„Admiral, das war… brutal effizient. Die Fusion hat die adaptiven Schilde nicht nur durchdrungen, sie hat sie regelrecht überladen. Die Energie-Rückkopplung hat den gesamten Kubus von innen zerfetzt.“

Shras nickte langsam, seine Stimme analytisch, aber mit einem Hauch von Anerkennung.

„Die Simulationsdaten sind außergewöhnlich. Bei voller Auslastung könnte ein einzelner dieser Torpedos einen taktischen Kubus in unter acht Sekunden neutralisieren. Das ändert die taktische Situation gegen die Borg erheblich.“

Elbrun lehnte sich zurück, die Finger noch immer auf den Steuerkontrollen. Ein zufriedenes, aber auch nachdenkliches Lächeln lag auf seinen Lippen.

„Dann haben wir gerade etwas entwickelt, das die Borg wirklich hassen werden.“

Er machte eine kurze Pause, bevor er hinzufügte:

„Noch einmal. Diesmal mit zwei Torpedos im Salvenfeuer. Ich will sehen, wie schnell wir einen zweiten Kubus erledigen können. Am besten einen Kubus der Borg aus dem Spiegeluniversum und einen Kubus der Control-Borg. Dann wissen wir auch, ob der Torpedo gegen beide Varianten wirkt.“

Zohla nickte eifrig und gab die neuen Parameter ein.

„Verstanden, Admiral. Zwei separate Kubus-Typen. Spiegeluniversum-Borg und Control-Borg. Simulation wird angepasst.“

Shras’ Antennen zuckten leicht, während er die taktischen Einstellungen optimierte.

„Die Unterschiede in den adaptiven Schilden und der Energiematrix sind erheblich. Das wird aufschlussreich.“

„Simulation starten“, befahl Elbrun.

Die Umgebung flackerte kurz, dann materialisierten sich zwei gewaltige Borg-Kuben gleichzeitig vor der Enterprise. Der linke Kubus strahlte in dem bedrohlichen, aggressiven rot der Spiegeluniversum-Borg, der rechte zeigte die kälteren, silbrig-blauen Farbtöne der Control-Borg.

„Beide Ziele erfasst“, meldete Shras. „Schilde hochgefahren. Sie haben uns bereits im Visier.“

Elbrun steuerte das Schiff mit ruhiger Präzision, wich den ersten Salven aus und brachte die Enterprise in eine optimale Angriffsposition zwischen den beiden Kubussen.

„Zohla, Torpedos scharf machen. Salvenfeuer auf meinen Befehl. Zielpriorität: Zentrale Energieverteilung bei beiden.“

„Torpedos bereit“, bestätigte Zohla.

Elbrun wartete einen Sekundenbruchteil, bis das Schiff perfekt ausgerichtet war.

„Feuer!“

Zwei der neuen Prototyp-Torpedos schossen gleichzeitig aus den vorderen Rohren. Sie leuchteten in einem intensiven blau-grünen Schimmer und rasten auf ihre Ziele zu.

Der erste Torpedo durchschlug die adaptiven Schilde des Spiegeluniversum-Kubus fast mühelos. Eine massive Explosion breitete sich im Inneren aus. Der Kubus verlor sofort große Teile seiner äußeren Struktur und begann, unkontrolliert zu trudeln.

Der zweite Torpedo traf den Control-Borg-Kubus. Auch hier drang er durch die Schilde — allerdings etwas langsamer. Die Control-Borg schienen eine etwas bessere Anpassungsfähigkeit zu besitzen, doch auch dieser Kubus wurde schwer getroffen. Energieadern platzten, und ein großer Teil der Oberfläche brach weg.

Shras meldete mit leicht erhobener Stimme:

„Spiegeluniversum-Kubus: 68 % Strukturschaden. Kampfkraft reduziert auf 21 %. Control-Borg-Kubus: 51 % Strukturschaden. Kampfkraft bei 39 %. Beide Ziele sind schwer angeschlagen.“

Zohla grinste breit, seine blauen Wangen leuchteten vor Aufregung.

„Admiral… das ist unglaublich. Gegen die Spiegel-Borg war der Effekt fast doppelt so stark wie bei unseren bisherigen Transphasentorpedos. Selbst gegen die Control-Borg war er deutlich effektiver.“

Elbrun lehnte sich zurück, die Hände noch auf den Kontrollen, und nickte langsam. Ein zufriedenes Lächeln lag auf seinem Gesicht.

„Gut. Sehr gut sogar. Aber noch nicht gut genug. Wir brauchen eine höhere Durchschlagskraft gegen die Control-Variante. Shras, passen Sie die Phasenmodulation an. Zohla, wir machen einen weiteren Lauf mit drei Torpedos im Salvenfeuer.“

Die Simulation lief weiter. Elbrun war hochkonzentriert und fordernd, doch man sah ihm an, dass er mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden war.

Zohla arbeitete schnell und begeistert.

„Drei Torpedos geladen. Salvenfeuer bereit.“

„Feuer!“, befahl Elbrun.

Drei leuchtende Torpedos jagten gleichzeitig los. Die Wirkung war verheerend. Der Spiegeluniversum-Kubus wurde innerhalb von Sekunden in Stücke gerissen. Der Control-Borg-Kubus hielt etwas länger stand, doch auch er brach schließlich unter der kombinierten Wucht zusammen.

Shras nickte anerkennend.

„Beeindruckend. Die Control-Borg brauchen deutlich mehr Treffer, aber der Effekt ist trotzdem überlegen zu allem, was wir bisher hatten.“

Elbrun lehnte sich zurück und atmete tief durch.

„Damit haben wir etwas in der Hand, das die Machtbalance verschieben könnte. Gute Arbeit, alle beide.“

Die Simulation endete. Die Brücke der Enterprise und die beiden zerstörten Borg-Kuben lösten sich auf, und das Holodeck kehrte in seinen neutralen, gelb-schwarzen Gittermodus zurück.

Elbrun blieb noch einen Moment stehen atmete tief durch und nickte zufrieden.

„Gute Arbeit, meine Herren.“

Er strich seine Uniform glatt und wandte sich an Zohla und Shras.

„Ich werde den Bericht fürs Sternenflottenkommando fertigstellen. Sichern Sie bitte den Prototypen. Ich möchte ihn so bald wie möglich in echt testen. Und wenn die Ergebnisse auch nur annähernd so gut sind wie in der Simulation… dann kann die Produktion hoffentlich bald beginnen.“

Zohla grinste breit, seine blauen Wangen leuchteten vor Stolz. „Verstanden, Admiral. Der Prototyp wird sofort in die Hochsicherheitssektion gebracht und doppelt gesichert. Ich kümmere mich persönlich darum.“

Shras nickte präzise, seine Antennen standen ruhig. „Die Daten werden ebenfalls gesichert und verschlüsselt. Die Ergebnisse sind… vielversprechend. Sehr vielversprechend.“

Elbrun nickte beiden noch einmal zu. „Danke für Ihre Arbeit heute. Sie war hervorragend. Machen Sie Feierabend — aber halten Sie sich morgen früh bereit. Ich will den realen Test so schnell wie möglich durchführen.“

„Aye, Sir“, antworteten beide fast gleichzeitig.

Elbrun verließ das Holodeck mit gemessenen Schritten. Kaum war die Tür hinter ihm zugefallen, atmete er tief durch und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

Elbrun dachte: Endlich ein echter Fortschritt. Wenn dieser Torpedo hält, was er verspricht… könnte das die Wende gegen die Borg-Allianz bedeuten. Aber zuerst… muss ich nach Hause. Zu Aljoscha.

Er lächelte leicht bei dem Gedanken und machte sich auf den Weg zurück zum Quartier. Der Weg durch die Korridore kam ihm länger vor als sonst – die Vorfreude und die Erschöpfung des Tages mischten sich zu einer seltsamen, kribbelnden Unruhe.

Als er endlich die Tür ihres Quartiers erreichte, tippte er den Code ein und trat ein.

Das Licht war gedämpft. Aljoscha saß auf dem Sofa, bereits in einer lockeren Freizeithose und einem dünnen Shirt. Er hatte offenbar auf ihn gewartet. Als er Elbrun sah, stand er sofort auf, ein erleichtertes, aber auch leicht vorwurfsvolles Lächeln auf den Lippen.

„Da bist du ja endlich“, sagte Aljoscha und kam auf ihn zu. „Ich dachte schon, du willst den ganzen Tag im Torpedoraum verbringen.“

Elbrun zog ihn ohne ein Wort in eine feste, innige Umarmung. Er vergrub sein Gesicht an Aljoschas Hals und atmete tief dessen vertrauten Duft ein, als wollte er sich wieder erden.

„Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat“, murmelte er leise. „Die Simulationen waren… sehr vielversprechend. Besser als erwartet.“

Aljoscha schlang die Arme fest um ihn und hielt ihn einen langen Moment einfach nur fest.

„Und? Funktioniert er?“

Elbrun nickte, ohne ihn loszulassen.

„Er funktioniert. Gegen alle drei Borg-Varianten. Der Durchschlag ist deutlich stärker als bei allem, was wir bisher hatten. Wenn der reale Test morgen genauso gut läuft… dann haben wir etwas im Rückhalt, falls die Borg sich an die Transphasentorpedos anpassen.“

Aljoscha lehnte sich etwas zurück und schaute ihm in die Augen. Ein stolzes, warmes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

„Das ist großartig, Elbrun. Wirklich.“ Dann wurde sein Blick weicher, fast schon neckend. „Aber jetzt bist du erstmal hier. Kein Torpedo mehr, kein Holodeck, kein Sternenflottenkommando. Nur wir.“

Elbrun lächelte müde, aber glücklich und küsste ihn sanft auf die Lippen.

„Sorry Imzadi, ich muss noch erst den Bericht schreiben. Gib mir eine Stunde. Dann hast du meine volle Aufmerksamkeit.“

Aljoscha nickte verständnisvoll und strich ihm noch einmal sanft über die Brust.

„Eine Stunde. Ich warte.“

Während Elbrun sich an den Schreibtisch setzte und das Terminal aktivierte, ging Aljoscha in die kleine Küche. Er replizierte zwei leichte, aber wohltuende Mahlzeiten: Gegrillten Fisch mit Gemüse dazu eine leichte Kräutersoße und warme, knusprige Brötchen. Der Duft von gedünstetem Gemüse und frischem Brötchen breitete sich angenehm im Quartier aus. Er stellte die Teller auf den niedrigen Tisch vor dem Sofa, dazu zwei Gläser mit kühlem Wasser und einen kleinen Teller mit geschnittenem Obst.

Dann setzte er sich aufs Sofa und wartete geduldig. Sein Blick wanderte immer wieder zu Elbrun hinüber.

Er sieht so konzentriert aus… die Stirn leicht gerunzelt, die Schultern angespannt, aber aufrecht. Selbst nach diesem langen Tag strahlt er noch diese ruhige Stärke aus. Ich liebe es, ihn so zu sehen — ganz in seiner Arbeit versunken. Und gleichzeitig weiß ich, dass ein Teil von ihm schon bei mir ist.

Nach etwas mehr als einer Stunde schloss Elbrun das Terminal, stand auf und streckte sich ausgiebig. Er drehte sich zu Aljoscha um, das Lächeln auf seinen Lippen war müde, aber warm und echt.

„Fertig“, sagte er leise und kam zum Sofa.

Aljoscha lächelte und kuschelte sich sofort eng an ihn, sobald Elbrun sich gesetzt hatte. Sie aßen zusammen, langsam und ohne Eile. Der Fisch war zart und würzig, das Gemüse knackig und frisch. Zwischendurch sprachen sie leise über den Tag — über die erfolgreichen Simulationen, über kleine Anekdoten aus dem Torpedoraum und über belanglose Dinge, die sie beide zum Schmunzeln brachten.

Elbrun fütterte Aljoscha zwischendurch mit einem Stück Obst, und Aljoscha revanchierte sich, indem er ihm ein Stück Brot mit Soße anbot. Es war ein ruhiges, vertrautes Essen — voller kleiner Berührungen, warmer Blicke und dem Gefühl, endlich wieder ganz füreinander da zu sein.

Danach legten sie sich auf das Sofa. Aljoscha kuschelte sich halb auf Elbrun, legte den Kopf auf dessen Brust und schlang ein Bein um dessen Hüfte. Elbrun strich ihm langsam und zärtlich mit den Fingern über den Rücken, malte sanfte Kreise und Linien auf den Stoff des Shirts.

„Schön, dass du wieder da bist“, murmelte Aljoscha leise, die Augen halb geschlossen.

Elbrun lächelte und hielt ihn fester, küsste ihn auf den Scheitel.

„Ich bin auch froh, dass ich wieder hier bin.“

Sie blieben lange so liegen, genossen einfach die Nähe und die Ruhe, ohne Druck und ohne Eile.

Lesemodus deaktivieren (?)