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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 31

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Am nächsten Morgen wachten beide relativ zeitig auf. Das Licht der künstlichen Morgendämmerung drang sanft durch die Fenster der Kabine der Enterprise. Aljoscha regte sich zuerst, gähnte leise und drückte noch einmal einen zärtlichen Kuss auf Elbruns nackte Schulter, bevor er sich widerwillig aus den warmen Armen löste.

„Ich geh zuerst duschen“, murmelte er verschlafen und lächelte, als er sah, wie verschwitzt und klebrig das Bett tatsächlich war.

Elbrun brummte zustimmend, gab ihm noch einen schläfrigen Kuss und stand ebenfalls auf. Während Aljoscha unter der Dusche verschwand, zog Elbrun das komplette Bett ab, entsorgte die stark verschmutzten Laken im Recycler und bezog alles frisch – saubere, kühle Bettwäsche, die nach dem typischen leichten Ozongeruch der Schiffsreiniger duftete.

Als Aljoscha frisch geduscht und nur mit einem Handtuch um die Hüften zurückkam, verschwand Elbrun nun selbst im Badezimmer. Aljoscha nutzte die Zeit, um den Replikator anzuschmeißen. Er bestellte heißen Kaffee und Tee, frische Croissants und etwas Obst – nichts Aufwändiges, aber genau das, was sie nach so einer Nacht brauchten.

Kurz darauf kamen beide in ihren frischen Uniformen aus dem Bad und Schlafzimmer. Elbrun sah in der rot/schwarzen Uniform wie immer beeindruckend aus, während Aljoscha seine schwarz/weiße Captainsuniform trug. Sie setzten sich an den kleinen Tisch und frühstückten zusammen, die Beine unter dem Tisch leicht aneinander gedrückt. Elbrun schaute Aljoscha über den Rand seiner Kaffeetasse hinweg an und lächelte warm. „Du siehst immer noch ein bisschen arg geliebt aus“, neckte er leise. „Die Röte auf deinen Wangen will gar nicht richtig weggehen.“ Aljoscha wurde prompt wieder rot und trat ihm sanft gegen das Schienbein unter dem Tisch. „Halt die Klappe und trink deinen Tee. Ich muss gleich auf die Brücke.“ „Und ich werde gleich zur Krankenstation“, sagte Elbrun dann. „Ich muss mich nochmal untersuchen lassen, ob alles gut verheilt ist.“

Sie aßen und tranken relativ schweigsam, aber die Stimmung zwischen ihnen war innig und vertraut. Immer wieder berührten sich ihre Hände kurz, oder sie tauschten ein kleines, warmes Lächeln. Nach dem Frühstück standen sie auf. Aljoscha zog seine Jacke zurecht und gab Elbrun einen kurzen, aber zärtlichen Kuss. Aljoscha zog seine Jacke zurecht und erwiderte Elbruns Kuss. „Ich liebe dich“, murmelte er leise gegen dessen Lippen. Elbrun hielt ihn einen Moment länger fest, eine Hand in Aljoschas Rücken, und erwiderte den Kuss sanft. „Ich liebe dich auch.“ Aljoscha lächelte noch einmal, nickte und verließ die Kabine Richtung Brücke. Die Tür zischte leise hinter ihm zu.

Elbrun blieb noch kurz stehen, trank den letzten Schluck Tee und atmete tief durch. Dann machte er sich auf den Weg zur Krankenstation. Die Gänge der Enterprise waren bereits belebt – Crewmitglieder auf dem Weg zu ihren Stationen, das leise Summen der Schiffssysteme im Hintergrund. Wenige Minuten später betrat er die Krankenstation. Commander Suvak stand wie gewohnt ruhig und aufrecht an einer der medizinischen Konsolen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Er drehte sich sofort zu ihm um. „Ah, Admiral Tiran. Da sind Sie ja. Dann können wir beginnen“, begrüßte ihn der Vulkanier mit seiner typisch sachlichen, aber nicht unfreundlichen Stimme. „Folgen Sie mir bitte.“

Elbrun folgte ihm in einen der ruhigen Behandlungsräume. Er setzte sich auf eines der Biobetten, während Suvak einen Tricorder nahm und ihn langsam von oben bis unten komplett scannte. „Das sieht sehr gut aus“, sagte Suvak nach einem Moment. „Alle Wunden sind vollständig verheilt. Ihre Vitalwerte sehen ausgezeichnet aus.“ „Das freut mich“, antwortete Elbrun. Suvak packte den Tricorder weg, doch Elbrun blieb auf dem Biobett sitzen. Der Vulkanier hob leicht eine Augenbraue.„Kann ich noch etwas für Sie tun, Sir?“

„Ja…, also…,“ Elbrun stammelte kurz, wurde sogar ein wenig rot, fing sich dann aber wieder und sprach sachlich weiter. „Es geht vor allem um meine reproduktive Funktion. Seit ein paar Tagen ist mein Ejakulatvolumen deutlich erhöht. Mehr als das Doppelte der normalen Menge, teilweise sogar mehr. Es hält über mehrere Tage an und tritt auch bei mehrfachen Entladungen auf. Das hat erst nach meiner Entführung begonnen. Ist das eine Nebenwirkung eines der Medikamente? Oder kommt es vom regenerativen Plasma?“

Suvak scannte ihn ein zweites Mal mit dem Tricorder, sein Gesicht blieb vollkommen neutral. „Faszinierend. Fahren Sie fort.“ Suvak scannte ihn ein zweites Mal mit dem Tricorder, sein Gesicht blieb vollkommen neutral. Nach einigen Sekunden senkte er das Gerät und schaute Elbrun direkt an.

„Ihre physiologischen Werte sind insgesamt hervorragend, Admiral Tiran. Die regenerativen Plasmabehandlungen haben ihre Aufgabe erfüllt. Ihre Geweberegeneration liegt deutlich über dem erwarteten Durchschnitt. Dennoch…“ Suvak machte eine kurze Pause, als würde er die Daten in seinem Kopf noch einmal ordnen. „Die von Ihnen beschriebene Hyperproduktion der Samenflüssigkeit lassen sich nicht eindeutig auf eine einzelne Ursache zurückführen. Es gibt keine Anzeichen einer pathologischen Überfunktion der Prostata oder der Samenblasen. Auch die Hormonwerte liegen zwar im oberen Normbereich, aber nicht im kritischen Bereich.“ Er legte den Tricorder beiseite und verschränkte die Hände hinter dem Rücken. „Es ist möglich, dass die Kombination aus dem regenerativen Plasma, den hochdosierten neuralen Stimulanzien und dem extremen Stressabbau nach Ihrer Entführung eine vorübergehende Überregulierung des reproduktiven Systems ausgelöst hat. Der Körper versucht manchmal, nach schweren Traumata ‚aufzuholen‘. Allerdings habe ich eine solche ausgeprägte und anhaltende Reaktion bisher selten beobachtet.“

Suvak hob eine Augenbraue leicht. „Ehrlich gesagt kann ich es mir derzeit nicht vollständig erklären. Es könnte sich um eine individuelle, bisher unbekannte Reaktion Ihres Körpers handeln. Ich werde eine detailliertere Analyse Ihrer endokrinen und reproduktiven Parameter veranlassen und die genaue Zusammensetzung der Plasmabehandlung, die Sie erhalten haben, noch einmal prüfen.“ Elbrun nickte langsam. Suvak drehte sich um, ging zu einem der Schränke und suchte kurz darin. „Wo habe ich sie denn…“, murmelte er leise. Dann fand er, wonach er gesucht hatte. Er drückte Elbrun einen durchsichtigen Plastikbecher in die Hand. „Den machen Sie bitte einmal voll.“ Elbrun starrte einen Moment auf den Becher und fragte verwirrt: „Womit?“

Dank moderner Tricorder-Technologie waren Untersuchungen von Körperflüssigkeiten außer Blut, welches mit einem Hypospray aus dem Körper extrahiert wird, extrem selten geworden. Fast alles ließ sich schmerzlos und berührungsfrei analysieren. Deshalb wusste er im ersten Augenblick wirklich nicht, was Suvak von ihm wollte. Suvak schaute ihn vollkommen sachlich an und sagte ohne Umschweife: „Ich will Ihr Sperma untersuchen.“ Elbrun wurde schlagartig rot. Die Hitze schoss ihm ins Gesicht. „Sie gehen nun in Ihr Quartier, tun was Sie tun müssen und sammeln Ihr Sperma in diesem Becher. Anschließend kommen Sie damit zurück“, erklärte Suvak ruhig und direkt. „Okay…“, brachte Elbrun nur heraus, die Ohren glühend rot. Er räusperte sich. „Dann gehe ich mal.“ Er stand etwas unsicher vom Biobett auf, den Becher fest in der Hand, und wollte sich zur Tür wenden. Die Vorstellung, jetzt in sein Quartier zu gehen und auf Kommando eine Spermaprobe zu produzieren, um sie danach dem vulkanischen Schiffsarzt zu bringen, war ihm sichtlich unangenehm. Suvak neigte leicht den Kopf, als würde er Elbruns Verlegenheit wahrnehmen, kommentierte sie aber nicht. „Je frischer die Probe, desto aussagekräftiger die Analyse, Admiral.“

Elbrun verließ die Krankenstation mit schnellen Schritten. Sein Gesicht glühte feuerrot, und er kam sich vor, als würde jeder auf dem Gang genau wissen, was der Becher in seiner Hand zu bedeuten hatte. Er hielt ihn so unauffällig wie möglich an seiner Seite, doch das half wenig. Der transparente Plastikbecher schien ihm plötzlich riesig und viel zu auffällig.

Verdammt…, alle starren mich an, dachte er, obwohl die meisten Crewmitglieder einfach nur an ihm vorbeigingen und ihn höflich grüßten. Trotzdem fühlte er sich nackt. Er, Admiral Tiran, sonst alles andere als prüde und durchaus offen mit seiner Sexualität, spürte plötzlich eine unerwartete Welle von Scham. Er beschleunigte seine Schritte, nickte nur knapp zurück, wenn ihn jemand ansprach, und hielt den Blick stur geradeaus. In seinem Kopf spielte sich ein absurdes Szenario ab: „Guten Morgen, Admiral. Schöner Tag heute. Ach, gehen Sie gerade eine Spermaprobe abgeben?“ Als er endlich sein Quartier erreichte, atmete er hörbar auf. Die Tür zischte hinter ihm zu und er lehnte sich kurz mit dem Rücken dagegen.

„Bei allen Sternen…“, murmelte er und schaute den unschuldigen Becher in seiner Hand an. „Das ist lächerlich. Ich habe schon ganz andere Dinge gemacht.“ Trotzdem blieb die leichte Röte auf seinen Wangen. Er stellte den Becher auf den Tisch und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. Die Vorstellung, sich jetzt hier hinzusetzen und auf Kommando zu masturbieren, nur um dann mit einer warmen Probe zurück zu Suvak zu marschieren, war ihm plötzlich deutlich unangenehmer, als er gedacht hatte. Er setzte sich auf die Bettkante und atmete tief durch. „Reiß dich zusammen, Elbrun“, sagte er leise zu sich selbst. „Es ist nur eine medizinische Probe.“

Elbrun zog sich rasch die Uniformjacke und das Unterhemd aus, setzte sich aufs Sofa und öffnete die Hose. Er lehnte sich zurück, schloss die Augen und versuchte, sich in Stimmung zu bringen. Der Becher stand griffbereit auf dem kleinen Tisch neben ihm. Doch nichts passierte. Sein Schwanz blieb vollkommen entspannt in seiner Hand liegen. Kein Zucken, keine Regung. Elbrun seufzte frustriert und begann, sich langsam zu streicheln, erst sanft, dann etwas fester. Er dachte an Aljoscha und an letzte Nacht, an dessen Stöhnen, an das enge, heiße Gefühl…, aber irgendwie wollte es einfach nicht funktionieren. Nach ein paar Minuten schaute er frustriert an sich herunter. „Jetzt, wo es mal drauf ankommt, lässt du mich hängen?“, murmelte er vorwurfsvoll zu seinem eigenen, schlaffen Glied. „Ernsthaft? Sonst bist du kaum zu bremsen und jetzt…?“

Er fuhr sich genervt mit der Hand übers Gesicht. Die Situation war absurd. Hier saß er, Admiral der Sternenflotte, halb nackt auf dem Sofa, mit einem Plastikbecher in Reichweite, und konnte nicht mal eine simple Probe produzieren. Die Scham von vorhin mischte sich jetzt mit leichter Verärgerung. Elbrun versuchte es weiter, dachte intensiver an Aljoscha…, aber sein Körper blieb stur. Der Druck, es „auf Kommando“ tun zu müssen, schien genau das Gegenteil zu bewirken. „Verdammt nochmal…“, knurrte er leise und ließ den Kopf nach hinten gegen die Lehne sinken. Ein paar Minuten später stand Elbrun frustriert auf, ging zur Kommunikationskonsole im Quartier und drückte die Taste.

„Tiran an Cornellus“, sagte er, wobei seine Stimme etwas unsicher klang. Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis Aljoschas Stimme aus dem Lautsprecher kam. „Ja, was gibt es?“ Elbrun räusperte sich leicht. „Könntest du vielleicht einmal in unser Quartier kommen, ich könnte kurz deine Hilfe gebrauchen.“ Man hörte die leichte Verlegenheit in seiner Stimme deutlich heraus. Aljoscha antwortete sofort, ohne zu zögern: „Ja klar, bin auf dem Weg.“

Elbrun schloss die Verbindung und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Er schaute noch einmal auf den unschuldigen Plastikbecher auf dem Tisch und schüttelte den Kopf. „Das ist so verdammt peinlich…“, murmelte er leise. Elbrun zog sich die Uniformhose nun komplett aus und wartete. Es dauerte nicht lange, bis die Tür zischend aufging und Aljoscha eintrat. Er sah zunächst besorgt aus. „Hey, was ist los? Du klangst so komisch. Ist alles in Ordnung?“ Elbrun stand etwas verloren mitten im Raum, immer noch mit leicht geröteten Wangen, und hielt den Becher hoch. „Suvak will eine Spermaprobe…, und mein Körper spielt gerade nicht mit. Ich sitze hier seit zehn Minuten und… nichts. Gar nichts.“

Aljoscha starrte ihn einen Moment an, dann huschte ein amüsiertes, aber auch verständnisvolles Grinsen über sein Gesicht. „Ah…, daher weht der Wind.“ Dann lachte er einmal kurz auf. „Dass ich das einmal erleben darf.“ „Das ist nicht witzig, Imzadi“, knurrte Elbrun, doch seine Mundwinkel zuckten verräterisch. Er war sichtlich genervt und verlegen zugleich. Aljoscha trat näher, und musterte Elbruns nackten Unterkörper mit einem deutlich anzüglichen Blick. „Doch, ein bisschen schon“, gab er zu, während er langsam auf ihn zuging. „Der große, unermüdliche Admiral Tiran. Und plötzlich streikt der Kleine, wenn er mal eine klare Aufgabe hat.“ Er blieb direkt vor Elbrun stehen, legte eine Hand auf dessen Brust und schaute ihm in die Augen. „Brauchst du also Hilfe von deinem Captain, hm?“ Elbrun brummte etwas Unverständliches, nickte aber schließlich. Aljoscha grinste breiter und küsste ihn kurz auf den Mund. „Na dann…, setzen wir uns aufs Sofa. Ich helfe dir gerne, Elbrun. Und ich verspreche, ich mache es so, dass du den Becher ordentlich voll bekommst.“ Er schob Elbrun sanft zurück zum Sofa, drückte ihn hinunter und kniete sich zwischen dessen Beine. Mit einem schelmischen Funkeln in den Augen schaute er zu ihm hoch. „Und jetzt entspann dich einfach, ich kümmere mich um den Rest.“

Ein paar Minuten später: Aljoscha stand auf, wischte sich kurz den Mund ab und gab Elbrun einen kurzen, aber zärtlichen Kuss auf die Lippen. Dann verließ er das Quartier und machte sich zurück auf die Brücke. Elbrun zog sich wieder vollständig an, schloss die Uniformjacke und starrte einen Moment auf den gut gefüllten Becher in seiner Hand. Mit einem tiefen Seufzer machte er sich auf den Weg zur Krankenstation. Schon auf dem Gang kehrte die Scham mit voller Wucht zurück. Er hielt den Becher so unauffällig wie möglich, doch jeder Blick eines vorbeikommenden Crewmitglieds fühlte sich wie ein Scheinwerfer an. Die wissen bestimmt alle, was in diesem Becher ist… Die wissen genau, was ich eben gemacht habe, dachte er und spürte, wie seine Ohren wieder heiß wurden.

Als er die Krankenstation betrat, wurde er von Commander Tikkem in Empfang genommen, einer stämmigen Tellaritin mit typisch borstigem graubraunem Haar und einer direkten, etwas ruppigen Art. „Ah, Admiral Tiran. Haben Sie den Becher dabei?“, fragte sie ohne jede Umschweife und streckte die Hand aus. „Wo ist Commander Suvak?“, fragte Elbrun. „In der Pause. Ich bin im Bilde. Geben Sie schon her“, brummte sie und nahm ihm den Becher aus der Hand. Sie stellte ihn sofort auf die Konsole und warf einen Blick auf die Volumenanzeige. „17,2 Milliliter. Nicht schlecht, Admiral. Das ist eine ordentliche Ladung, die Sie da produziert haben.“ Elbrun wurde wieder rot.

Tikkem öffnete den Becher, entnahm mit einer Pipette eine Probe und gab sie in ein anderes Gefäß, das sie in ein Analysegerät stellte. Nur wenige Sekunden später kamen die ersten Ergebnisse.

„Bei den Gruben von Tellar, das ist ja wirklich außergewöhnlich.“ Sie tippte auf dem Display herum und las laut vor: „Spermienkonzentration bei 312 Millionen pro Milliliter, weit über dem Normalwert. Motilität bei 94 Prozent. Morphologie fast perfekt. Und die Viskosität, erstklassig. Dickflüssig eine hervorragende Konsistenz. Wirklich ausgezeichnet.“

Sie drehte sich zu Elbrun um, die Hände in die Hüften gestemmt, und grinste breit. „Admiral, ich muss das wirklich sagen: Das ist eines der besten Proben, die ich seit Langem gesehen habe. Nicht nur die Menge von 17,2 ml ist beeindruckend, sondern vor allem die Qualität. Starke, extrem bewegliche Spermien, hervorragende DNA-Integrität, extrem hoher Fruchtbarkeitsindex. Das ist Spitzensperma auf allerhöchstem Niveau. Potent, vital und geradezu perfekt.“ Tikkem schüttelte anerkennend den Kopf. „Was für eine Verschwendung. Da könnten schöne, starke Kinder bei rauskommen.“

Elbrun wurde immer röter. Sein Gesicht glühte förmlich, er konnte Tikkem kaum noch in die Augen schauen. Er rieb sich verlegen den Nacken, starrte auf den Boden und murmelte kaum hörbar: „Commander, bitte, das ist…, das ist wirklich nicht nötig.“ Seine Ohren waren knallrot, und er trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Die sonst so selbstsichere Haltung des Admirals war komplett verschwunden. Er sah aus, als würde er am liebsten im Boden versinken. „Ich bin kein Zuchtbulle, Commander“, brachte er leise und deutlich peinlich berührt hervor.

Tikkem lachte rau und amüsiert, schien aber zumindest ein wenig Mitleid mit seiner Verlegenheit zu haben. „Schon gut, schon gut, Admiral. Ich wollte nur die Qualität Ihrer Probe würdigen.“ Sie nahm die Probe aus dem Gerät und entsorgte sie fachgerecht. „Wissen Sie, sowas ist wirklich ungewöhnlich. Proben mit einem solch hohen Volumen sind meistens eher von schlechterer Qualität. Durch das hohe Flüssigkeitsvolumen wird die Spermienkonzentration oft stark verdünnt, sodass die Zeugungsfähigkeit sinkt. Eine Hyperspermie hat meistens nur Nachteile. Daher bin ich von Ihrer Probe so begeistert.“ Sie schaute ihn direkt an. „Durchschnittlich liegt eine Ejakulatmenge bei 2 bis 6 ml. Ihre 17,2 ml sind vom Volumen her bereits extrem. Und, wie ich in der Akte gelesen habe, waren Sie schon vorher leicht über diesem Wert. Sie sagten ja zu Commander Suvak, dass sich die Menge verdoppelt habe.“

Elbrun nickte leicht. „Verstehe…, wird das bei mir jetzt so bleiben? Oder wird die Menge auch wieder zurückgehen?“

Tikkem verschränkte die Arme vor der Brust und zuckte mit den Schultern. „Das kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da wir nicht genau wissen, was das bei Ihnen ausgelöst hat. Medizinisch haben wir derzeit keinen klaren Anhaltspunkt. Es könnte vorübergehend sein, es könnte aber auch länger anhalten. Wir werden das beobachten müssen.“

In diesem Moment glitt die Tür zur Krankenstation auf und Commander Suvak kehrte von seiner Pause zurück. Er bemerkte sofort die Szene und trat mit gemessenen Schritten näher. „Commander Tikkem. Admiral Tiran. Gibt es neue Erkenntnisse?“ Tikkem drehte sich schwungvoll zu ihm um, immer noch sichtlich begeistert. Sie hielt das PADD mit den Analyseergebnissen hoch. „Allerdings, Commander! Die Probe des Admirals ist wirklich außergewöhnlich. Schauen Sie sich das an!“

Sie reichte Suvak das PADD. Während dieser die Ergebnisse durchlas, stand Elbrun etwas abseits. Sein Gesicht war tiefrot, er starrte angestrengt auf einen Punkt an der Wand und wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als dass die Enterprise plötzlich in einen Notfall geraten würde, oder am besten gleich explodiert. Alles wäre besser als das hier. Suvak überflog die Daten mit vollkommen neutraler Miene, eine Augenbraue leicht gehoben. „Faszinierend“, sagte er sachlich. „Die Werte bestätigen eine signifikante Hyperproduktion ohne erkennbare pathologische Ursache. Die Qualität der Probe ist tatsächlich überdurchschnittlich hoch.“

Er wandte sich ruhig an Elbrun. „Admiral, es gibt derzeit keine gesundheitlichen Bedenken. Dennoch empfehle ich, die Entwicklung in den nächsten Wochen zu beobachten. Sollte die Produktion weiter zunehmen oder Begleiterscheinungen auftreten, melden Sie sich umgehend.“ Tikkem grinste immer noch breit und fügte enthusiastisch hinzu: „Falls Sie noch eine weitere Probe untersuchen lassen wollen, Admiral…, ich stehe gerne zur Verfügung.“

Elbrun räusperte sich verlegen, das Gesicht weiterhin glühend rot. „Danke, ich hoffe, das wird so schnell nicht wieder nötig sein.“ Suvak neigte leicht den Kopf. „Wir können den Becher dann jetzt entsorgen. Wir haben alle notwendigen Daten. Haben Sie sonst noch Fragen, Admiral?“

Elbrun schüttelte leicht den Kopf und vermied es weiterhin, Tikkem direkt anzusehen. „Nein, Commander. Vielen Dank für die schnelle Untersuchung. Ich melde mich, falls sich etwas ändern sollte.“

Suvak nickte sachlich. „Sehr gut.“ Tikkem grinste immer noch breit und winkte ihm zum Abschied zu. „War mir eine Freude, Admiral. Und, falls doch mal wieder, Sie wissen ja, wo Sie uns finden.“

Elbrun murmelte nur ein leises „Danke“ und verließ die Krankenstation so schnell, wie es noch halbwegs würdevoll möglich war. Kaum war die Tür hinter ihm zu, atmete er tief durch und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, als könnte er so die Röte wegwischen. Der große, sonst so selbstbewusste Admiral Tiran fühlte sich in diesem Moment wie ein verlegener Kadett. Die Vorstellung, dass Tikkem jetzt wahrscheinlich immer noch begeistert über seine Probe sprach, machte es nicht besser. „Bei allen Sternen… das war schlimmer als eine cardassianische Vernehmung“, murmelte er leise vor sich hin, während er den Gang entlangging. Seine Wangen brannten immer noch.

Er machte sich auf den Weg zur Brücke damit auch zu Aljoscha. Er brauchte jetzt dringend jemanden, der ihn einfach nur liebevoll auslachte und nicht wie einen preisgekrönten Zuchtbullen bewunderte. Elbrun betrat die Brücke und versuchte, möglichst normal und souverän zu wirken. Aljoscha saß im Kommandosessel und drehte sich sofort zu ihm um, als er ihn bemerkte. Ein kurzes, warmes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Da bist du ja. Alles gut gelaufen?“

Elbrun trat neben den Sessel und beugte sich leicht zu Aljoscha herunter, damit die anderen Brückenoffiziere nichts mitbekamen. „Können wir kurz in den Bereitschaftsraum?“, murmelte er leise. Aljoscha hob eine Augenbraue, nickte aber sofort. „Commander Mamaav, Sie haben die Brücke.“

Wenige Augenblicke später waren sie allein im Bereitschaftsraum. Kaum hatte sich die Tür geschlossen, fuhr sich Elbrun mit beiden Händen übers Gesicht und stöhnte gequält. Aljoscha lehnte sich gegen den Schreibtisch und verschränkte die Arme, ein amüsiertes Funkeln in den Augen. „So schlimm? Erzähl.“ Elbrun lehnte sich neben ihn und begann zu berichten, von dem Becher, seiner anfänglichen Unfähigkeit, der Hilfe von Aljoscha, und schließlich von Tikkem. „ …und dann kam Tikkem. Und die hat angefangen, von meiner Probe zu schwärmen, als wäre es der beste Wein, den sie je probiert hat. 17,2 ml, Spitzensperma, genetischer Jackpot, was für tolle Kinder man damit machen könnte. Ich bin fast gestorben vor Scham. Und ich stand da, wie ein Zuchtbulle auf dem Viehmarkt.“ Aljoscha versuchte wirklich, ernst zu bleiben. Er presste die Lippen zusammen, aber nach wenigen Sekunden brach er in leises, aber herzliches Lachen aus. Er hielt sich eine Hand vor den Mund, doch seine Schultern bebten. „Oh nein…“, prustete er. „Tikkem hat dich gelobt? Richtig gelobt?“ „Sie war begeistert. Hat ständig gesagt, wie ‚außergewöhnlich‘ und ‚perfekt‘ es ist. Ich wollte nur noch, dass das Schiff explodiert.“ Aljoscha lachte noch lauter, trat dann aber näher und zog Elbrun in seine Arme. Er küsste ihn auf die gerötete Wange und grinste breit.

„Armer Admiral… mein stolzer, großer Hengst wird von einer Tellaritin als Zuchtbulle gefeiert.“ Er strich ihm zärtlich über den Rücken. „Das ist tatsächlich ziemlich lustig. Aber hey, immerhin hat sie recht. Dein Sperma ist wirklich verdammt gut.“ Elbrun brummte verlegen und vergrub sein Gesicht an Aljoschas Hals. „Nicht du auch noch, ich sterbe hier.“ Aljoscha lachte leise und drückte ihn fester. „Tut mir leid, Elbrun. Aber ein bisschen süß ist es schon. Du bist sonst immer so selbstsicher…, und dann bringt dich eine Ärztin mit ein paar Komplimenten über dein Sperma aus der Fassung. Das werde ich nie vergessen.“ Er küsste ihn sanft auf den Mund. „Aber keine Sorge. Für mich bleibst du einfach nur mein unglaublich geiler und liebevoller Mann. Zuchtbulle hin oder her.“ Elbrun seufzte tief, lächelte aber endlich leicht gequält. „Du bist unmöglich.“ „Und du bist rot wie ein junger Kadett. Das ist neu und irgendwie niedlich.“ „Du genießt das viel zu sehr…“, kam Elbruns gedämpfte Stimme, während er sein Gesicht an Aljoschas Hals vergrub. „Ein bisschen schon“, gab Aljoscha zu und küsste ihn auf die Schläfe. „Aber im Ernst: Es tut mir leid, dass es so unangenehm für dich war. Tikkem meint es nicht böse, sie ist einfach sehr tellaritisch direkt. Und medizinisch gesehen hat sie ja recht. Du bist momentan wirklich extrem potent.“ Er lehnte sich etwas zurück, nahm Elbruns Gesicht in beide Hände und schaute ihm in die Augen. Sein Grinsen wurde weicher, liebevoller. „Aber für mich ändert das gar nichts. Ob wenig, viel oder absurd viel – ich liebe es, weil es von dir kommt.“

Elbrun seufzte tief, die Röte in seinem Gesicht ließ langsam etwas nach. Er legte seine Stirn gegen Aljoschas. „Du bist unmöglich…, aber danke. Ich brauche jetzt wirklich jemanden, der mich nicht wie einen preisgekrönten Zuchtbullen behandelt.“ Aljoscha grinste frech und küsste ihn zärtlich auf den Mund. „Versprochen. Für mich bist du einfach nur mein Elbrun. Auch wenn ich dich ab jetzt heimlich ‚den Hengst‘ nennen werde.“ „Wag es ja nicht Champ“, knurrte Elbrun und musste selbst leicht lachen. Beim Wort „Champ“ wurde Aljoscha prompt ein wenig rot. Er schlug Elbrun spielerisch gegen die Brust. „Hey! Das ist unfair…“ Sie blieben noch einen Moment eng umschlungen im Bereitschaftsraum stehen, genossen die Nähe und die Wärme des anderen. Aljoscha strich ihm beruhigend über den Rücken, bis Elbrun sich sichtlich entspannt hatte. Schließlich gab Aljoscha ihm einen letzten, sanften Kuss. „Komm, lass uns zurück auf die Brücke gehen, bevor die anderen denken, wir hätten hier einen Notfall.“

Elbrun nickte, richtete seine Uniform und lächelte schief. „Nach dir…, Imzadi.“ Aljoscha warf ihm einen warmen, liebevollen Blick zu. Das vertraute Kosewort klang aus Elbruns Mund besonders zärtlich und beruhigte die leichte Verlegenheit, die noch in der Luft hing. „Besser so“, murmelte Aljoscha leise und lächelte. Er strich im Vorbeigehen kurz mit den Fingern über Elbruns Hand, eine verstohlene, zärtliche Berührung.

Beide traten zurück auf die Brücke. Aljoscha setzte sich wieder in den Kommandosessel, während Elbrun etwas seitlich von ihm Position bezog. Die Brückenbesatzung arbeitete konzentriert weiter, nur Commander Mamaav warf ihnen einen kurzen, neutralen Blick zu, bevor er sich wieder seiner Konsole widmete.

Aljoscha lehnte sich entspannt zurück, schlug die Beine übereinander und warf Elbrun einen letzten, sanften Seitenblick zu. In seinen Augen lag eine Mischung aus tiefer Zuneigung und leichter Belustigung über das, was gerade im Bereitschaftsraum passiert war. Immer wieder grinste Aljoscha in sich hinein, kaum merklich, aber für Elbrun deutlich sichtbar. Er ist wirklich süß, wenn er verlegen ist, dachte Aljoscha. Elbruns sonst so souveräne und dominante Art machte diese seltenen, weichen Momente besonders kostbar. Er genoss es mehr, als er zugeben wollte.

Elbrun hingegen versuchte, sich voll auf seine Arbeit zu konzentrieren. Er schritt langsam über die Brücke, inspizierte die einzelnen Stationen, warf prüfende Blicke auf die Displays und zeigte einfach Präsenz, wie es sich für einen Admiral gehörte. Nichts Dringendes, keine besonderen Vorkommnisse. Er war einfach da, falls jemand etwas mit ihm besprechen wollte. Doch auch er spürte Aljoschas Blicke immer wieder auf sich. Jedes Mal, wenn sich ihre Augen kurz trafen, sah er dieses verräterische, schelmische Funkeln bei seinem Mann. Elbrun räusperte sich leise und warf ihm einen warnenden, aber gleichzeitig amüsierten Blick zu.

Aljoscha biss sich leicht auf die Unterlippe, um nicht laut zu grinsen, und schaute demonstrativ auf seinen Bildschirm, doch das leichte Zucken seiner Mundwinkel verriet ihn. Die entspannte und leicht neckische Atmosphäre auf der Brücke veränderte sich schlagartig.

„Sir, eingehende Transmission vom Kommando der Sternenflotte“, meldete Lieutenant Codga von der Kommunikationsstation. „Es ist Admiral Gromek.“ Elbrun straffte sofort die Schultern, alle Verlegenheit von eben war wie weggeblasen. „Auf den Schirm.“ Auf dem großen Hauptschirm erschien das Gesicht von Admiral Samantha Gromek. Sie sah ungewöhnlich angespannt und besorgt aus, tiefe Falten lagen auf ihrer Stirn.

„Admiral Tiran, Captain Cornellus“, begann sie ohne Umschweife. „Wie ist der Status der Enterprise? Sind Sie startbereit?“

„Ja, Admiral“, antwortete Elbrun ruhig und klar. „Wir sind voll einsatzbereit.“

„Sehr gut.“ Gromek nickte knapp. „Ich möchte, dass Sie umgehend in den Otha-Sektor fliegen. Die genauen Koordinaten sende ich Ihnen direkt nach diesem Gespräch.“

Elbrun runzelte leicht die Stirn. „Verstanden. Unser Auftrag?“

Gromek zögerte einen kurzen Moment. In ihren Augen lag eine deutliche Unsicherheit. Fast etwas Beängstigendes. „Das…, das müssen Sie sich selbst ansehen. Ich möchte keine voreiligen Schlussfolgerungen über Subraum übermitteln.“

Elbrun und Aljoscha wechselten einen kurzen, ernsten Blick. „Verstanden“, sagte Elbrun. „Wir starten sofort.“

„Sehr gut. Die USS V’Ryugenn ist bereits vor Ort. Ich schicke weitere Schiffe hin. Die USS Igraine und die USS Khyzon werden Sie jetzt begleiten.“

„Verstanden, Admiral.“

„Viel Glück. Gromek Ende.“ Der Bildschirm wurde schwarz.

Für einen Sekundenbruchteil herrschte Stille auf der Brücke. Dann übernahm Elbrun mit fester, klarer Kommandostimme: „Commander Niwan, lösen Sie die Andockklammern. Lieutenant Codga, erbitten Sie bei der Dockkontrolle Startfreigabe. Kurs auf den Otha-Sektor vorbereiten, maximale Warpgeschwindigkeit, sobald wir frei sind.“ „Aye, Sir!“, kam es gleichzeitig von mehreren Stationen. Aljoscha saß aufrecht im Kommandosessel, sein Blick war jetzt scharf und konzentriert. Er warf Elbrun einen kurzen Seitenblick zu und murmelte leise, sodass nur dieser es hören konnte: „Sieht aus, als wäre unser ruhiger Morgen vorbei.“ Elbrun nickte ernst, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. „Scheint so. Und wenn Gromek so klingt…, dann ist es nichts Gutes.“

Die Enterprise erzitterte leicht, als die Andockklammern gelöst wurden. Die großen Warptriebwerke begannen hochzufahren. Elbrun drehte sich zu Aljoscha um und sah ihn mit einem ernsten, aber vielsagenden Blick an. Sein Gesichtsausdruck sprach Bände: Du sitzt auf meinem Platz. Aljoscha lächelte leicht, erhob sich sofort aus dem Kommandosessel und machte Elbrun Platz. Während Elbrun sich in den zentralen Sessel setzte, nahm Aljoscha den Sitz links von ihm ein. Commander Mamaav saß bereits rechts von Elbrun auf dem Posten des Ersten Offiziers. „Andockklammern gelöst“, meldete Commander Niwan von der Steuerkonsole. „Startfreigabe wurde erteilt“, bestätigte Lieutenant Codga. „Fliegen Sie uns raus, Niwan“, befahl Elbrun mit ruhiger, autoritärer Stimme. „Aye, Sir.“

Mit einem leisen Vibrieren löste sich die Enterprise vollständig von der Sternenbasis. Niwan manövrierte das große Schiff elegant aus dem Dockbereich hinaus in den offenen Raum. „Die USS Igraine und die USS Khyzon warten bereits außerhalb der Sternenbasis auf uns“, meldete Commander Telev von der Operationsstation. Elbrun nickte zufrieden und lehnte sich leicht im Sessel zurück. „Formation einnehmen. Kurs auf den Otha-Sektor, maximale Warpgeschwindigkeit, sobald die Begleitschiffe bereit sind, und wir das Sonnensystem verlassen haben.“ „Aye, Sir.“

Aljoscha warf Elbrun von der Seite einen kurzen Blick zu. Die entspannte, neckische Stimmung von vorhin war komplett verschwunden. Beide wirkten nun hochkonzentriert und professionell. „Was denkst du?“, fragte Aljoscha leise, sodass nur Elbrun es hören konnte.

Elbrun starrte auf den Hauptschirm, wo die Sterne langsam vorbeizogen. „Ich denke, wenn Gromek so kryptisch und besorgt ist…, dann erwartet uns nichts Gutes. Sie schickt gleich drei Schiffe. Das ist keine Routineuntersuchung.“ Aljoscha nickte ernst und schaute ebenfalls auf den Schirm. „Dann sollten wir vorbereitet sein.“

Die drei Schiffe formierten sich und sprangen kurz darauf gemeinsam auf Warp. Die Enterprise beschleunigte mit ihren Begleitern in Richtung Otha-Sektor. Einem Gebiet, das plötzlich deutlich zu viel Aufmerksamkeit der Sternenflotte erregte. „Gelber Alarm“, befahl Elbrun mit fester Stimme.

Die Brückenbeleuchtung wechselte augenblicklich zu dem charakteristischen gelben Schein. Die Alarmtöne erklangen kurz, bevor sie auf einen gedämpften, pulsierenden Warnton reduziert wurden.

„Ich möchte auf alles vorbereitet sein. Volle Energie auf die Schutzschilde, Waffen laden und bereithalten“, befahl Elbrun in Richtung der taktischen Station. „Aye, Sir“, bestätigte Commander Shras, seine blauen Finger flogen über die Konsole. „Schilde bei 100 %. Phaserbanken und Quantentorpedos sind geladen und einsatzbereit. Neutronen- und Tranphasentorpedos sind ebenfalls bereit, falls benötigt.“

Elbrun nickte zufrieden und drehte seinen Sessel leicht nach rechts. „Commander Loraan, was wissen wir über den Otha-Sektor?“ Der junge bajoranische Wissenschaftsoffizier hob den Kopf von seiner Konsole und antwortete mit ruhiger, klarer Stimme: „Der Otha-Sektor liegt am Rand des Föderationsraums und war früher klingonisches Gebiet. Er ist relativ dünn besiedelt und enthält nur wenige bewohnte Systeme. Die meisten Planeten sind unbewohnt oder werden lediglich für Bergbauzwecke genutzt. In den letzten Monaten gab es jedoch mehrere Berichte über ungewöhnliche tachyonische Anomalien in diesem Gebiet. Vor zwei Wochen hat die Sternenflotte eine automatische Sonde verloren, die den Sektor kartographieren sollte. Kein Notruf, keine Trümmer. Sie ist einfach verschwunden.“

Loraan machte eine kurze Pause, bevor er hinzufügte: „Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein natürliches Phänomen handelt, liegt bei unter 23 Prozent.“

Aljoscha beugte sich leicht vor, die Hände auf den Armlehnen. „Und die USS V’Ryugenn ist schon vor Ort?“

„Ja, Captain“, meldete sich Commander Telev von der Operationsstation. „Sie hat vor sechs Stunden ihre letzte planmäßige Meldung abgesetzt. Seitdem herrscht Funkstille. Die V’Ryugenn ist ein Wissenschaftsschiff der Grissom-Klasse.“

Elbrun starrte auf den Hauptschirm, wo die Sterne bei Warpgeschwindigkeit zu langen Streifen verschwammen. „Dann fliegen wir also blind in etwas hinein, das Admiral Gromek nicht einmal über Subraum beschreiben wollte…“, murmelte er leise. Er warf Aljoscha einen kurzen, ernsten Blick zu, dann wandte er sich wieder an den Wissenschaftsoffizier:

„Commander Loraan, seien Sie wachsam. Sollte auch nur ein einziges Atom ungewöhnlich sein, möchte ich es sofort wissen.“ „Verstanden, Admiral“, antwortete Loraan ruhig.

Die Enterprise und ihre beiden Begleitschiffe rasten mit hoher Warpgeschwindigkeit durch den Raum. Die gelbe Alarmbeleuchtung tauchte die Brücke in ein angespanntes Licht. Die lockere Stimmung von vorhin war vollständig verschwunden. Jetzt herrschte konzentrierte, professionelle Wachsamkeit.

Wenige Stunden später erreichten die drei Schiffe den Rand des Otha-Sektors. „Gehen Sie unter Warp, Commander Niwan“, befahl Elbrun ruhig. „Aye, Sir.“

Mit einem charakteristischen Geräusch fiel die Enterprise aus dem Warpraum. Die langen Sternenstreifen auf dem Hauptschirm wurden wieder zu einzelnen Punkten, als das Schiff auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamte. Die USS Igraine und die USS Khyzon taten es ihr gleich und nahmen Positionen in enger Formation ein.

Elbrun saß angespannt im Kommandosessel und betrachtete den Sektor auf dem Schirm. Die Sterne hier wirkten ungewöhnlich düster, fast als würde etwas das Licht schlucken. „Rotalarm“, befahl er dann mit klarer, autoritärer Stimme. Sofort wechselte die Brückenbeleuchtung auf tiefes Rot. Der Alarmton erklang für drei Sekunden und verstummte dann wieder, nur das rote Licht blieb. Die Anspannung auf der Brücke stieg spürbar. „Schilde auf Maximum. Alle Waffensysteme scharf“, ergänzte Elbrun. „Shras, suchen Sie nach der V’Ryugenn.“

Commander Shras bestätigte sofort: „Schilde oben. Waffensysteme bereit. Kein Kontakt zur V’Ryugenn bisher, Admiral.“ Aljoscha saß aufrecht neben Elbrun, die Hände fest auf den Armlehnen. Er warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. „Keine Trümmer. Keine Energiesignaturen. Es ist viel zu still hier…“

Elbrun nickte langsam, die Augen verengt. „Genau das gefällt mir nicht. Commander Loraan, scannen Sie den gesamten Sektor nach tachyonischen Anomalien, ungewöhnlichen Partikeln oder Verzerrungen im Subraum. Ich will wissen, was hier nicht stimmt.“

„Scans laufen, Admiral“, antwortete Loraan konzentriert. Die drei Schiffe bewegten sich vorsichtig mit Impulskraft tiefer in den Sektor hinein. Die rote Beleuchtung tauchte die Gesichter der Brückenbesatzung in ein unheilvolles Licht. Alle waren hochkonzentriert.

Plötzlich erschien ein Schiff direkt vor ihnen auf dem Hauptschirm. Die USS V’Ryugenn enttarnte sich. „Sir, die V’Ryugenn ruft uns!“, meldete Lieutenant Codga. „Auf den Schirm.“

Das Bild wechselte. Eine menschliche Frau mittleren Alters mit dunklen, zu einem strengen Knoten gebundenen Haaren erschien. Sie sah sichtlich erleichtert aus.

„Admiral Tiran, Captain Cornellus, ich bin Captain Magdalena Grzeskowiak. Es ist gut, Sie zu sehen.“ „Wir haben nach Ihnen gesucht“, erwiderte Elbrun. „Was ist hier los, Captain?“ Grzeskowiak atmete tief durch, ihre Miene wurde wieder ernst. „Wir haben uns beim Sternenflottenkommando gemeldet, mussten uns danach aber sofort tarnen und Funkstille halten, damit wir nicht entdeckt werden.“

Aljoscha beugte sich vor. „Wollen Sie uns sagen, um was es hier eigentlich geht?“ Die Frau auf dem Schirm zögerte sichtlich. Ihr Blick wirkte gehetzt. „Das würde ich gerne…, aber ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Sie sollten sich das besser selbst ansehen.“ Sie machte eine kurze Pause. „Ich schlage vor, wir tarnen uns wieder und dringen gemeinsam tiefer in den Sektor ein. Alleine ist es hier nicht sicher.“

Elbrun warf Aljoscha einen kurzen Blick zu, dann nickte er entschlossen. „Einverstanden, Captain. Wir folgen Ihnen.“ Mit einem knappen Handzeichen zu Commander Telev gab er den Befehl. Dieser aktivierte sofort die Tarnvorrichtung der Enterprise. Ein leises Summen ging durch das Schiff, als die Deflektorschilde ihre Tarnung aufbauten. „Tarnung aktiv und stabil“, meldete Telev.

Die V’Ryugenn tarnte sich ebenfalls. Kurz darauf aktivierten auch die Igraine und die Khyzon ihre Tarnvorrichtungen. Nun bewegte sich eine unsichtbare, stille Gruppe aus vier Schiffen tiefer in den dunklen Otha-Sektor hinein.

Elbrun lehnte sich im Kommandosessel nach vorne, die Hände gefaltet. „Also gut…, zeigen Sie uns, was hier los ist, Captain.“ Die Schiffe flogen mehrere Minuten lang in Formation durch das sternenarme Gebiet. Die Atmosphäre auf der Brücke war zum Zerreißen gespannt. Niemand sprach ein unnötiges Wort. Nur das leise Summen der Konsolen und das schwere Atmen einiger Offiziere war zu hören.

Dann tauchte plötzlich etwas auf den Langstreckenscannern auf. Auf dem Hauptschirm wurde ein riesiger, leuchtender tachyonischer Nebel sichtbar. Ein wirbelndes, unheimlich grün-bläuliches Gebilde, das den Raum selbst zu verzerren schien. Blitze aus purer Tachyonen-Energie zuckten durch den Nebel. Und inmitten dieses chaotischen Infernos schwebte eine massive Struktur. Gigantisch. Schwarz-grün, geometrisch perfekt, größer als alles, was die Borg je zuvor in diesem Quadranten gezeigt hatten. Daneben schwebten mehrere Sphären und Kuben wie stille Wächter. Das gesamte Gebilde pulsierte langsam, fast wie ein lebendiges Herz.

Aljoscha richtete sich ruckartig im Sessel auf, seine Augen weiteten sich vor Schreck. „Das kann nicht sein…!“, entfuhr es ihm heiser. „Das…, das ist unmöglich!“ Ein eisiges Schweigen legte sich über die Brücke. Commander Loraans Hände erstarrten über seiner Konsole. Commander Shras’ blaue Haut wurde noch eine Nuance blasser. Sogar der sonst so ruhige vulkanische Ersteoffizier wirkte sichtlich erschüttert.

Elbrun starrte regungslos auf den Schirm. Sein Gesicht wurde hart wie Stein, die Kiefermuskeln traten deutlich hervor. Langsam lehnte er sich zurück, die Hände krallten sich um die Armlehnen des Kommandosessels. „Es geht also los…“, murmelte er dunkel.

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