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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
Teil 26
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Informationen
- Story: Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
- Autor: KAY
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Science Fiction
Die drei genossen ihr Essen in angenehmer Ruhe. Ab und zu schweifte ein Blick aus dem großen Panoramafenster, wo die beeindruckenden Werftkomplexe von Utopia Planitia in all ihrer Pracht zu sehen waren. Hunderte von Lichtern und Energiesignaturen leuchteten in der Dunkelheit, halbfertige Raumschiffe schwebten wie stille Giganten in ihren Gerüsten, und dazwischen bewegten sich unzählige Arbeitsdrohnen und Shuttles wie emsige Insekten. Aljoscha ließ seine Gabel sinken und schaute eine Weile hinaus. „Es ist jedes Mal wieder beeindruckend“, murmelte er. „Man vergisst fast, wie gewaltig das alles hier ist. So viele Schiffe…, so viel Zukunft wird hier gebaut.“
Cordelia nickte, während sie einen Bissen nahm. „Obwohl ich hier schon so lange arbeite, ist es für mich auch jedes Mal etwas Besonderes, wenn ein Schiff fertiggestellt wurde und zu seiner Jungfernfahrt aufbricht. Dieses kurze Moment, wenn die neuen Triebwerke zum ersten Mal hochfahren, die Lichter angehen und das Schiff langsam aus dem Dock gleitet…, das Gefühl bekomme ich nie satt.“ Sie schaute hinaus zu den leuchtenden Werften, ein leises, stolzes Lächeln auf den Lippen.
„Die Noble wird in ein paar Wochen soweit sein. Ich habe mir schon einen Platz für die Jungfernfahrt reserviert. Nur eine kleine Testfahrt im Sonnensystem, aber ich will dabei sein, wenn sie zum ersten Mal Warp erreicht.“
Elbrun lächelte warm. „Du klingst wie eine stolze Mutter.“
„Bin ich auch“, erwiderte Cordelia ohne Zögern. „Ich habe bei vielen Schiffen mitgearbeitet, aber die Noble…, die fühlt sich besonders an. Vielleicht weil ich weiß, wofür sie gebaut wird.“
Aljoscha nickte langsam, sein Blick noch immer auf die leuchtenden Strukturen gerichtet. „Es ist seltsam. Von hier aus sieht alles so friedlich und hoffnungsvoll aus. Als könnte nichts schiefgehen. Aber wir wissen alle, warum ein Teil dieser Schiffe wirklich gebaut werden.“
Für einen Moment herrschte nachdenkliches Schweigen am Tisch. Die drei genossen weiter ihr Essen, während draußen die Werften von Utopia Planitia weiterhin in ständiger, ruhiger Betriebsamkeit leuchteten.
Elbrun legte seine Gabel zur Seite und lehnte sich zurück. „Ich habe in letzter Zeit mit Shras und Zohla an einem neuen Torpedo gearbeitet“, begann er. „Einer Kombination aus Transphasen- und Chroniton-Technologie. Wir wollten etwas schaffen, das die Borg nicht so schnell adaptieren können.“
Cordelia schaute ihn interessiert an. „Und? Wie laufen die Tests?“ Elbrun lachte humorlos und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Bescheiden. Sehr bescheiden. Versuch 1 bis 18 waren eine Katastrophe. Leitungen sind durchgeschmort, Matrizen kollabiert, einmal war es so knapp, dass wir fast eine Chroniton-Explosion im Torpedoraum hatten. Shras war kurz davor, das ganze Projekt aus der Luftschleuse zu werfen, und Zohla hat nur noch geflucht.“ Er schüttelte den Kopf. „Aber wir geben nicht auf. Es muss einfach funktionieren. Wenn wir die Interferenzen zwischen den beiden Systemen in den Griff bekommen, haben wir eine Waffe, gegen die sich die Borg deutlich schwerer anpassen können.“
Cordelia nickte langsam. „Schick mir die Daten, wenn du magst. Vielleicht kann ich den Fehler finden. Ich bin zwar keine Waffenspezialistin, aber ein frischer Blick kann nicht schaden.“
Elbrun lächelte dankbar. „Das wäre wirklich gut. Shras und Zohla sind beide extrem kompetent, aber wir starren uns an denselben Problemen blind. Vielleicht siehst du etwas, das wir übersehen haben.“
Aljoscha legte seine Gabel weg und schaute seinen Mann aufmerksam an. „Und wie gefährlich ist dieses Ding wirklich? Chroniton-Technologie und Transphasen zusammen…, das klingt nach etwas, das schnell außer Kontrolle geraten kann.“
Elbrun nickte ernst. „Ist es auch. Beim achtzehnten Versuch kam es beinahe zu einem Chroniton-Brand.“
Aljoscha bekam Schnappatmung. Er starrte seinen Mann mit großen Augen an. „Das war also der Energieanstieg, den wir auf der Brücke registriert haben… und du hast es als ‚durchgeschmorte Leitung‘ abgetan?!“ Seine Stimme wurde lauter, eine Mischung aus Schrecken und aufkommender Wut. „Elbrun! Ich habe auf der Brücke gesessen und plötzlich einen massiven Energiepeak im Torpedobereich gesehen! Ich habe dich gefragt, ob alles in Ordnung ist, und du hast geantwortet, es wäre ‚nichts Dramatisches‘!“
Elbrun zuckte leicht zusammen und hob beschwichtigend die Hände. „Imzadi, es war wirklich… fast unter Kontrolle. Wir haben die Notabschaltung noch rechtzeitig hinbekommen. Niemand wurde verletzt und das Schiff hat keinen Schaden genommen.“
Aljoscha starrte ihn fassungslos an. „‚Fast unter Kontrolle‘? Ein beinahe Chroniton-Brand ist nicht ‚nichts Dramatisches‘! Das hätte das halbe Deck wegreißen können!“
Cordelia schaute zwischen den beiden hin und her, ihre Miene war ernst geworden. „Ein Chroniton-Brand im Torpedoraum wäre… katastrophal gewesen. Nicht nur für Deck 35.“
Elbrun seufzte schwer und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Ich wollte dich nicht beunruhigen. Du hattest schon genug um die Ohren mit den Startvorbereitungen und den Berichten. Ich wollte nicht, dass du dir zusätzlich Sorgen machst.“
Aljoscha schüttelte den Kopf, seine Stimme war jetzt leiser, aber immer noch angespannt. „Genau das hasse ich. Du stehst da unten und riskierst dein Leben, und ich sitze auf der Brücke und bekomme die geschönte Version. Wir sind verheiratet, Elbrun. Ich will nicht die geschönte Version. Ich will die Wahrheit.“
Elbrun schaute ihn schuldbewusst an und griff nach seiner Hand. „Du hast Recht. Es tut mir leid. Es war wirklich knapp. Shras und Zohla waren auch ziemlich blass danach.“ Er machte eine kleine Pause und grinste dann schief. „Aber ich wollte es halt nicht so dramatisieren.“ Dann fügte er mit ironischem Unterton hinzu: „Du weißt doch, was in keinem Bericht steht, ist nie passiert.“
Aljoscha starrte ihn einen Moment lang an, dann schnaubte er empört und schlug ihm leicht gegen die Schulter. „Du bist unmöglich! Du hättest beinahe das Deck in die Luft gejagt und machst Witze darüber?“
Elbrun zuckte mit den Schultern, das Grinsen blieb jedoch auf seinen Lippen. „Wenn ich jedes Mal panisch werde, wenn etwas schiefgeht, würde ich nie etwas Neues entwickeln. Und du würdest nur noch mehr graue Haare bekommen.“
Cordelia beobachtete die beiden mit einer Mischung aus Belustigung und leichter Sorge. Sie schüttelte den Kopf. „Ihr zwei seid wirklich ein besonderes Paar. Der eine jagt fast das Schiff in die Luft und macht Witze, der andere wird dafür fast wahnsinnig vor Sorge.“
Sie schaute Elbrun streng, aber liebevoll an. „Trotzdem, Elbrun — Aljoscha hat recht. Schöne die Wahrheit. Doch nicht bei ihm. Nicht bei mir. Und schon gar nicht, wenn es um Chroniton-Technologie geht.“
Elbrun wurde etwas ernster und nickte. „Ich hab’s verstanden. Nächstes Mal sage ich die Wahrheit. Auch wenn sie unangenehm ist.“
Aljoscha seufzte tief, drückte aber Elbruns Hand fester und lehnte sich leicht gegen ihn. „Gut. Denn ich will nicht jedes Mal auf der Brücke sitzen und denken müssen ‚hoffentlich ist mein Mann nicht gerade dabei, sich selbst in die Luft zu sprengen‘.“
Elbrun küsste ihn sanft auf die Schläfe. „Versprochen, Imzadi.“
Die Stimmung am Tisch entspannte sich langsam wieder, auch wenn Aljoscha noch einen leicht vorwurfsvollen Blick auf seinen Mann warf. Das sanfte Licht der Werften draußen spiegelte sich in den Gläsern und auf ihren Gesichtern.
Die Zeit war wie im Flug vergangen. Cordelia schaute auf die Uhr und seufzte leise. „Es ist schon spät geworden“, sagte sie bedauernd. „Ich hätte euch gerne noch länger hier behalten, aber ihr müsst sicher bald zurück zur Enterprise.“
Aljoscha nickte und schaute noch einmal hinaus zu den leuchtenden Werften. „Ja…, wir sollten langsam aufbrechen. Der Rückflug dauert ein bisschen, und wir wollen nicht zu spät ankommen.“
Elbrun drückte noch einmal Aljoschas Hand, bevor er sich an seine Tante wandte. „Danke für den schönen Tag, Tante Cordelia. Für das Essen, die Geschichten…, und, dass du mir zugehört hast. Das hat wirklich gut getan.“
Cordelia stand auf und zog beide nacheinander in eine feste Umarmung. „Kommt gut nach Hause, ihr zwei. Und Elbrun, schick mir die Torpedo-Daten. Ich schaue sie mir an, sobald ich kann.“ Sie hielt ihn einen Moment länger fest und flüsterte: „Und pass auf dich auf. Nicht nur für die Föderation. Sondern vor allem für ihn.“
Elbrun nickte stumm.
Als sie sich voneinander lösten, lächelte Cordelia warm. „Und das nächste Mal bleibt ihr länger. “Aljoscha lächelte. „Versprochen.“ Die drei gingen gemeinsam zur Tür. Cordelia begleitete sie noch ein Stück durch den Korridor, bis sie die Andockbucht erreichten. Dort umarmte sie beide ein letztes Mal. „Fliegt vorsichtig. Und grüßt die Enterprise von mir.“
Elbrun und Aljoscha betraten ihr Shuttle. Bevor die Luke sich schloss, drehte sich Elbrun noch einmal um und winkte seiner Tante zu. Als das Shuttle sich vom Dock löste und langsam in den offenen Raum glitt, lehnte Aljoscha sich im Pilotensitz zurück und schaute zu Elbrun hinüber.
„Das war ein schöner Tag“. Elbrun nickte und lächelte müde. „Fand ich auch.“
Das Shuttle drehte ab und nahm Kurs auf die Enterprise, während hinter ihnen die leuchtenden Werften von Utopia Planitia immer kleiner wurden. Für einen Moment herrschte Stille im Cockpit, nur das leise Summen der Triebwerke und die sanfte Beleuchtung der Instrumente waren zu hören. Aljoscha saß am Steuer, Elbrun im Co-Pilotensitz, die Beine ausgestreckt.
„Wir werden in 22 Minuten die Enterprise erreichen“, meinte Aljoscha. Elbrun grinste dreckig. „Das kommt mir irgendwie bekannt vor.“ Aljoscha warf ihm einen schnellen Seitenblick zu und musste trotz allem schmunzeln, als er den anzüglichen Unterton in Elbruns Stimme hörte.
„Ach ja? Willst du jetzt etwa den Flug zurück genauso interessant gestalten wie den Hinflug?“
Elbrun lehnte sich lässig in seinem Sitz zurück, das teuflische Grinsen wurde breiter. Seine Hand wanderte langsam zu Aljoschas Oberschenkel und strich mit deutlichem Druck darüber. „Warum nicht? Der Raum vor uns ist leer. Kein Verkehr. Keine Hindernisse, nur du und ich.“ Er senkte die Stimme zu einem tiefen, verführerischen Raunen. „Und diesmal brauchst du nicht einmal so zu tun, als würdest du fliegen.“
Aljoscha atmete etwas schneller, seine Hände blieben jedoch fest auf der Konsole. „Du bist unmöglich“, murmelte er, doch seine Stimme verriet bereits, dass er nicht wirklich abgeneigt war.
Elbrun lachte leise und dunkel, seine Finger glitten höher, massierten die Innenseite von Aljoschas Oberschenkel. "Ach bin ich das? Das sagst du zwar immer, aber wenn du ehrlich zu dir selber bist willst du das doch genau so."
Aljoscha biss sich auf die Unterlippe, sein Atem ging merklich schneller. „Elbrun…“, warnte er halbherzig, doch seine Beine öffneten sich schon ein kleines Stück. Elbrun grinste triumphierend. „22 Minuten, Imzadi. Das reicht für vieles…“.
Ein paar Minuten später saß Aljoscha wieder auf seinem Platz im Pilotensitz und tat so, als wäre nichts gewesen. Zumindest versuchte er es. Sein Gesicht war rot wie eine reife Tomate, die Ohren glühten förmlich. Er saß etwas steif da, die Hände fest auf der Konsole, und starrte konzentriert auf die Navigationsanzeigen. Dabei spürte er bei jeder kleinen Bewegung deutlich, wie nass und benutzt er noch war. Er konnte es nicht fassen, dass er sich schon wieder so hatte mitreißen lassen. Zum zweiten Mal an diesem Tag.
Elbrun hingegen saß entspannt im Co-Pilotensitz, die Beine lässig ausgestreckt, und grinste vor sich hin. „Du bist süß, wenn du versuchst, professionell zu wirken“, murmelte er amüsiert.
Aljoscha warf ihm einen kurzen, vorwurfsvollen Seitenblick zu, das Gesicht wurde noch eine Spur röter. „Halt die Klappe“, murmelte er leise. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich mich schon wieder von dir habe rumkriegen lassen…, mitten im Shuttle…, auf dem Rückweg.“
Elbrun lachte leise und dunkel, seine Hand legte sich wieder auf Aljoschas Oberschenkel und streichelte ihn langsam. „Du hast Ziemlich deutlich gesagt was du wolltest.“ Er grinste breiter. „Und du hast es genossen. Sehr sogar.“
Aljoscha biss sich auf die Unterlippe und rutschte unruhig auf dem Sitz herum. „Du bist unmöglich“, flüsterte er, klang aber eher verlegen als wirklich wütend. „Ich sitze hier und tropfe…, und du grinst wie ein Idiot.“
Elbrun lehnte sich zu ihm rüber, hauchte ihm einen Kuss auf die glühende Wange und flüsterte ihm ins Ohr: „Gut so. Dann erinnerst du dich die nächste Zeit bei jedem Schritt daran, wem du gehörst.“
Aljoscha stöhnte leise und vergrub kurz das Gesicht in einer Hand. „Noch 12 Minuten Rückflug. Und ich werde die ganze Zeit daran denken müssen, wie du mich gerade durchgenommen hast.“
Elbrun grinste nur zufrieden und drückte seinen Oberschenkel fester. „Genau das war der Plan.“
Das Shuttle flog ruhig weiter durch den leeren Raum, während Aljoscha mit hochrotem Kopf versuchte, sich auf die Steuerung zu konzentrieren, was ihm nur mäßig gelang.
Nach wenigen Minuten schaute Elbrun stirnrunzelnd auf die Anzeigen seiner Konsole. „Hmm…, eigenartig.“
„Was ist?“, fragte Aljoscha, noch immer leicht abgelenkt und mit gerötetem Gesicht.
„Ein anderes Shuttle nähert sich unserer Position“, antwortete Elbrun, die Augen auf dem Display.
Aljoscha runzelte die Stirn. „Das ist doch nichts Ungewöhnliches hier in der Nähe von Utopia Planitia. Wahrscheinlich nur ein Routineflug.“ Elbrun schüttelte den Kopf, seine Miene wurde ernst.
„Das Shuttle ist auf einem direkten Abfangkurs. Und es beschleunigt.“ Aljoscha warf einen Blick auf seine eigenen Kontrollen. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig.
„Du hast Recht. Ein Runaboat der Föderation. Der Computer identifiziert es als die Zambesi.“
Plötzlich piepte eine Warnung auf Elbruns Konsole. „Es lädt die Waffen“, sagte er scharf, die Stimme sofort angespannt.
„Was?!“ Aljoscha schaute ungläubig auf seine Anzeigen.
„Ich aktiviere die Schilde. Zur Sicherheit.“ Elbrun tippte schnell auf seine Konsole. Ein tiefes Summen ging durch das Shuttle, als die Schilde hochfuhren. „Irgendwas stimmt hier ganz und gar nicht.“
Aljoscha wurde schlagartig professionell. Die Röte in seinem Gesicht verschwand fast vollständig, ersetzt durch konzentrierte Anspannung.
„Zambesi, hier Shuttle Cochrane“, sprach Elbrun über die offene Frequenz. „Sie sind auf Abfangkurs und haben Ihre Waffensysteme aktiviert. Identifizieren Sie sich und nennen Sie Ihre Absichten.“
Es kam keine Antwort.
Stattdessen leuchtete auf beiden Konsolen eine Warnmeldung auf: Das andere Shuttle hatte seine Phaser auf sie ausgerichtet.
Elbrun fluchte leise. „Keine Antwort. Die Zambesi hält weiter auf uns zu. Waffen sind voll geladen.“
Aljoscha griff fester um den Steuerknüppel. „Ausweichkurs einleiten. Elbrun, versuch weiter, sie zu rufen. Und halte die Schilde bereit.“
Das kleine Shuttle beschleunigte plötzlich, flog einen scharfen Ausweichbogen, während das andere Runaboat weiter auf sie zukam. Die entspannte Stimmung von eben war schlagartig verschwunden.
„Sie sind in Waffenreichweite“, sagte Aljoscha angespannt. Im selben Moment wurde das Shuttle von einem grellen Phaserstrahl getroffen. Das kleine Schiff erzitterte heftig, die Beleuchtung flackerte kurz.
„Ausweichmanöver!“, rief Elbrun.
„Ich versuche ihnen zu entkommen!“, antwortete Aljoscha, die Hände fest am Steuerknüppel. Er riss das Shuttle in eine harte Rolle und flog einen engen Ausweichkurs. „Der Phaserstrahl hat unsere Impulstriebwerke erwischt! Wir sind jetzt deutlich langsamer als die.“
Elbrun fluchte leise und aktivierte die Waffensysteme.
„Ich lade unsere Phaser. Wende das Shuttle, damit ich das Feuer erwidern kann!“
Während Aljoscha das Shuttle in eine enge Kurve zwang, öffnete Elbrun die Kommunikationskanäle und sprach mit klarer, autoritärer Stimme:
„Sternenflottenkommando, hier ist Admiral Elbrun Tiran an Bord des Shuttles Cochrane. Wir werden angegriffen und benötigen dringende Unterstützung! Ich wiederhole: Hier Shuttle Cochrane. Wir werden von einem Föderations-Runaboat mit der Kennung Zambesi angegriffen und benötigen sofortige Unterstützung!“
Aljoscha biss die Zähne zusammen und flog eine weitere Ausweichkurve, das Shuttle reagierte jedoch spürbar träger. „Wer zur Hölle sind die? Das ist ein Föderations-Schiff! Warum greifen die uns an?“
Elbrun lud die Phaser voll durch und zielte. „Ich habe keine Ahnung. Aber das war kein Zufall.“ Seine Stimme wurde hart. „Feuerbereit. Bring uns in Schussposition.“
Aljoscha nickte angespannt und drehte das Shuttle so, dass Elbrun freies Schussfeld hatte.
Elbrun drückte ab. Die Phaser des Shuttles feuerten zwei rote Strahlen auf die Zambesi ab. Einer traf die Schilde des Runaboauts, der andere verfehlte knapp.
Die Zambesi antwortete sofort mit deutlich stärkerem Gegenfeuer. Das Shuttle wurde erneut heftig durchgeschüttelt.
„Schilde bei 64 %“, meldete Elbrun grimmig. „Die haben deutlich mehr Feuerkraft als ein normaler Runaboat. Das Ding ist aufgerüstet.“
Aljoscha atmete angespannt. „Noch 10 Minuten bis zur Enterprise…, aber bei unserer aktuellen Geschwindigkeit schaffen wir das nicht, bevor die uns auseinandernehmen.“
Elbrun lud erneut die Phaser. „Dann müssen wir sie uns vom Leib halten, bis Verstärkung kommt.“ Er schaute zu Aljoscha, seine Stimme jetzt ruhig, aber entschlossen: „Imzadi…, das wird hässlich. Bist du bereit?“
Aljoscha nickte, die Hände fest am Steuer. „Bereit.“
Das Shuttle drehte sich erneut, bereit für den nächsten Angriff, während die Zambesi unerbittlich näher kam.
Elbrun feuerte eine weitere Salve Phaser ab. Die roten Strahlen schlugen in die Schilde der Zambesi ein, doch das Runaboat antwortete sofort.
„Torpedo!“, rief Elbrun.
Ein einzelner, hell leuchtender Torpedo raste auf sie zu. Aljoscha versuchte noch auszuweichen, doch das angeschlagene Shuttle war zu langsam. Der Treffer war hart. Das Shuttle wurde brutal durchgeschüttelt. Funken sprühten aus einer Konsole, die Beleuchtung flackerte. Aljoscha wurde zur Seite gerissen und schlug mit der Schläfe gegen die Kante der Konsole.
„Die Waffen sind ausgefallen!“, rief Elbrun, während er hektisch auf seiner Konsole tippte. Dann sah er Aljoscha und erstarrte. „Imzadi!“
Aljoscha blutete leicht am Kopf, ein dünnes Rinnsal lief ihm über die Schläfe. Er wischte es mit dem Handrücken weg. „Es geht mir gut“, sagte er schnell, obwohl seine Stimme etwas zittrig klang. „Habe mich nur gestoßen.“
Elbrun sah ihn besorgt an, doch dann sackte seine Miene zusammen. „Das war’s wohl…, Schilde bei 23 %, Waffen offline, Antrieb beschädigt.“
Aljoscha schaute auf seine Anzeigen und schüttelte den Kopf. „Vielleicht nicht.“
Im nächsten Moment erschien ein neues Signal auf dem Schirm. „Ein Schiff kommt auf uns zu. Die Interceptor-Klasse. USS Cosmos.“
Die Cosmos raste mit hoher Geschwindigkeit auf die beiden Shuttles zu und eröffnete sofort das Feuer auf die Zambesi. Mehrere präzise Phaser-Salven trafen den angreifenden Runaboat. Die Zambesi antwortete nur kurz, drehte dann abrupt ab und sprang auf Warp.
„Innerhalb eines Sonnensystems…, die sind wahnsinnig“, murmelte Aljoscha.
Die Cosmos bremste neben ihnen ab. Eine männliche Stimme erklang über die Kommunikation: „Cosmos an Shuttle Cochrane. Benötigen Sie Unterstützung?“
Elbrun aktivierte die Antwort. „USS Cosmos, hier Admiral Tiran. Danke für Ihr Eingreifen.“
Er schaute Aljoscha fragend an, doch dieser schüttelte nur den Kopf.
„Wir benötigen keine medizinische Unterstützung, aber würden Sie uns bitte bis zum Raumdock eskortieren? Und haben Sie eine Ahnung, was das gerade war?“
„Tut uns leid, Admiral“, antwortete der Captain der Cosmos. „Wir haben ebenfalls keine Ahnung. Das Runaboat hat keinerlei Identifikationssignale gesendet und ist nach dem Angriff sofort geflohen. Wir haben bereits eine Warnung an alle Einheiten in der Nähe geschickt.“
Elbrun nickte grimmig. „Verstanden. Danke.“
„Wir bleiben an Ihrer Seite, Admiral.“
Elbrun lehnte sich zurück und atmete tief durch. Dann wandte er sich Aljoscha zu, seine Hand legte sich vorsichtig auf dessen blutende Schläfe. „Lass mich das wenigstens kurz versorgen, wenn wir angedockt haben.“
Aljoscha nickte nur, noch immer etwas benommen. „Das war kein Zufall, oder?“
Elbrun schüttelte langsam den Kopf, sein Blick wurde hart. „Nein. Das war gezielt.“
Ein paar Minuten später landete das Shuttle sanft in der Shuttlerampe der Enterprise. Elbrun hatte nun tierisch schlechte Laune, versuchte aber gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Aljoscha und Elbrun verließen das Shuttle und dann auch die Shuttlerampe. Sie gingen durch die Korridore zum Turbolift. Sie betraten den Lift. „Deck 10“, sagte Aljoscha. „Befehl zurück“, unterbrach Elbrun sofort mit fester Stimme. „Krankenstation.“ Aljoscha lachte leise und winkte ab. „Das ist doch nur ein Kratzer…“
Elbrun drehte sich zu ihm und schaute ihn so eindringlich und ernst an, dass Aljoscha sofort verstummte. Der Blick ließ keinen Widerspruch zu, hart, besorgt und absolut unnachgiebig. Aljoscha schluckte und nickte schließlich kleinlaut. „…Krankenstation.“
Der Turbolift setzte sich in Bewegung. Elbrun stand dicht neben ihm, eine Hand lag schützend auf Aljoschas Rücken. Obwohl er versuchte, ruhig zu wirken, sah man ihm die Anspannung deutlich an. Die zusammengepressten Kiefer, die steifen Schultern.
Nach einem Moment murmelte er leise: „Ich hätte dich nicht so hart rannehmen sollen…, vor dem Angriff. Dann wärst du vielleicht schneller ausgewichen.“ Aljoscha lächelte schwach und lehnte sich leicht gegen ihn., „Hey…, das war nicht deine Schuld. Und ich habe es genossen. Sehr sogar.“ Elbrun seufzte nur und drückte ihn etwas fester an sich, ohne etwas zu erwidern.
Der Turbolift hielt auf Deck 12 vor der Krankenstation. In der Krankenstation wurde Aljoscha kurz von Commander Suvak untersucht. Es war wirklich nur ein Kratzer, der mit einem Hautregenerator schnell und spurlos behandelt wurde.
Daraufhin verließen die beiden wieder die Krankenstation und machten sich auf den Weg ins Quartier. Kaum hatten sie die Tür hinter sich geschlossen, meldete sich die Brücke. „Brücke an Admiral Tiran“, erklang Commander Mamaavs Stimme. „Was gibt es?“, fragte Elbrun. „Sir, eine Nachricht von Utopia Planitia…, es ist Ihre Tante.“
„Stellen Sie sie durch“, meinte Elbrun und ging zum Terminal an der Wand nahe des Schlafzimmers. Cordelias Gesicht erschien sofort auf dem Bildschirm. Sie sah besorgt aus. „Ich habe gehört, ihr wurdet angegriffen. Geht es euch gut?“ „Ja, uns geht es gut. Scheint sich ja schnell rumgesprochen zu haben“, antwortete Elbrun. „Der ganze Sektor ist jetzt in Aufruhr. Wer waren sie?“ „Das weiß ich nicht, aber ich werde es herausfinden.“ „Ich wollte nur eben sehen, ob es euch gut geht. Ich wünsche euch eine gute Nacht“, verabschiedete sich Cordelia mit einem erleichterten Lächeln. Aljoscha war in der Zwischenzeit bereits dabei, sich umzuziehen. Er wählte etwas Bequemes, eine lockere Hose und ein dünnes Shirt.
Kaum war das Gespräch mit Cordelia beendet, meldete sich erneut die Brücke. „Flottenadmiral Gromek möchte Sie sprechen, Sir.“ Elbrun nickte. Das Gesicht von Flottenadmiral Gromek erschien auf dem Schirm. Auch sie wirkte besorgt. „Elbrun, ich habe gerade vom Angriff auf Ihr Shuttle gehört. Geht es Ihnen und Captain Cornellus gut?“ „Ja, uns geht es gut. Nur ein kleiner Kratzer bei Aljoscha, nichts Ernstes.“ Gromek nickte erleichtert.
„Gut. Die USS Lexington, die USS Drexler und die USS Sarajevo sind bereits auf der Suche nach dem Runaboat. Bisher haben sie allerdings keine Spur.“ Währenddessen hatte Aljoscha schnell einen kurzen Bericht über den Angriff geschrieben. Nur ein paar Stichworte, nichts Ausführliches. Er reichte das PADD an Elbrun weiter. Elbrun setzte seinen Daumenabdruck darunter, ohne den Bericht zu lesen, und schaute zurück zum Schirm. „Ich sende Ihnen den Bericht gerade zu, Admiral.“ „Danke. Ruhen Sie sich aus. Wir kümmern uns um die weitere Untersuchung.“
Nachdem das Gespräch beendet war, setzte sich Elbrun mit einem schweren Seufzer aufs Sofa. Er fuhr sich mit beiden Händen übers Gesicht, die Anspannung des Tages war ihm deutlich anzusehen. Aljoscha kam zu ihm, setzte sich neben ihn und legte eine Hand auf seinen Oberschenkel. „Hey, wir sind zu Hause. Und wir sind in Ordnung.“ Elbrun nickte langsam, lehnte sich zurück und schloss kurz die Augen. „Ja… das sind wir.“ Die beiden kuschelten noch ein wenig auf dem Sofa, jeder hatte ein PADD in der Hand. Sie lasen ein bisschen, hin und wieder strich einer dem anderen sanft über den Arm oder den Rücken.
Nach einiger Zeit legte Aljoscha sein PADD beiseite, küsste Elbrun zärtlich auf die Wange und murmelte leise: „Es war ein langer Tag. Lass uns ins Bett gehen.“ Aljoscha stand auf und ging ins Schlafzimmer. Elbrun folgte ihm. Sie zogen sich bis auf die Unterhose aus, legten sich ins Bett und dimmten das Licht. Aljoscha kuschelte sich sofort eng an Elbrun, legte den Kopf auf dessen Brust und einen Arm um ihn. Wenige Minuten später war sein Atem tief und gleichmäßig. Er war eingeschlafen.
Elbrun jedoch blieb wach liegen. Er starrte an die Decke, eine Hand ruhte auf Aljoschas Rücken, die andere lag hinter seinem eigenen Kopf. Seine Gedanken kreisten unablässig. Der Angriff. Die Zambesi. Die gezielte Vorgehensweise. Jemand hatte gewusst, dass sie auf dem Rückweg waren. Jemand hatte ein Föderations-Shuttle benutzt, um sie anzugreifen. Seine Kiefermuskeln spannten sich an. Die Anspannung wollte nicht weichen. Er dachte an den Torpedo, an die Borg, an das, was Cordelia gesagt hatte, und an die Möglichkeit, dass jemand aus den eigenen Reihen beteiligt sein könnte.
Leise seufzte er und küsste Aljoscha sanft auf den Scheitel, ohne ihn zu wecken. Er blieb noch lange wach, die Augen offen in der Dunkelheit, während sein Mann ruhig und vertrauensvoll in seinen Armen schlief.
Ein paar Stunden später wachte Aljoscha auf. Die Bettseite neben ihm war leer und kalt. Als hätte dort nie jemand gelegen. „Elbrun…?“, murmelte er verschlafen in die Dunkelheit. Seine Stimme klang bereits besorgt. Keine Antwort. Ein ungutes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus. Er stand auf, zog sich hastig ein lockeres T-Shirt über und durchsuchte das Quartier. „Elbrun? Wo bist du?“
Stille.
„Computer, Admiral Tiran lokalisieren.“ „Admiral Tiran befindet sich auf Holodeck 3.“ Aljoscha seufzte schwer. Er zog sich eine kurze Hose an und verließ das Quartier. Die Korridore der Enterprise waren im Nachtmodus nur schwach beleuchtet, die Luft kühl und fast unheimlich still. Seine nackten Füße machten kaum Geräusche auf dem Boden, während er eilig durch die Gänge lief. Als er Holodeck 3 erreichte und eintrat, schlug ihm warme, schwere Luft entgegen — vermischt mit dem Geruch von Schweiß, Adrenalin und Anstrengung.
Er sah ihn sofort. Elbrun stand mit dem Rücken zu ihm in einem klassischen Boxring. Er trug nur eine schwarze Unterhose. Sein muskulöser Rücken und die Schultern glänzten vor Schweiß. Mit langsamen, fast aggressiven Bewegungen wickelte er die blutigen Bandagen von seinen Händen. Elbrun war nie ein großer Kampfsportler, hatte aber immer mal wieder in letzter Zeit mit Lieutenant Commander Shras trainiert und an Kickboxen ein bisschen Spaß gefunden.
Aljoschas Blick fiel auf den holografischen Gegner. Der Mann hing schlaff und gebrochen in den Seilen, das Gesicht stark geschwollen, die Lippe aufgeplatzt, Blut lief ihm übers Kinn und tropfte auf den Ringboden. Elbrun musste ihn brutal verdroschen haben.
Elbrun drehte sich um. Als er Aljoscha sah, erschien ein erschöpftes, aber echtes Lächeln auf seinem Gesicht. „Imzadi. Was machst du hier?“ „Ich habe meinen Mann vermisst…“, antwortete Aljoscha leise und trat näher. „Was machst du hier?“ Elbrun wickelte die letzte Bandage ab und warf sie zur Seite. „Ich musste etwas Dampf ablassen.“ Er stieg aus dem Ring und kam zu Aljoscha. Sein Körper war warm und feucht vom Training. Aljoscha musterte ihn einen Moment, dann strich er sanft mit den Fingern über Elbruns schweißnasse Brust. „Du konntest nicht schlafen?“ Elbrun nickte langsam, seine Stimme war rau und dunkel. „Der Angriff, ich bin so verdammt wütend. Auf alles. Ich wusste, dass das Konsequenzen haben würde. Ich war zu kurzsichtig. Ich bin mir sicher, der Angriff galt mir. Das waren Terraner. Sie müssen herausgefunden haben, dass ich bei ihnen im Spiegeluniversum war. Wahrscheinlich wollten sie mich entführen, um herauszufinden, welche Daten ich ihnen gestohlen habe.“ „Wie kommst du darauf?“, fragte Aljoscha. „Weil es einfach logisch ist. Bestimmt hat der terranische Elbrun durch seinen Aljoscha herausgefunden, dass ich drüben war. Er ist nicht dumm. Er war hier und wurde sediert. Er wird eins und eins zusammengezählt haben.“ „Ist das eine Theorie oder weißt du das?“, fragte Aljoscha. „Eine Theorie, von der ich absolut überzeugt bin“, meinte Elbrun. „Aber warum jetzt? Dass wir zu deiner Tante wollten, war doch relativ spontan. Woher wussten sie, dass sie uns auf dem Shuttle finden?“, fragte Aljoscha. Elbrun lachte bitter. „Na, weil sie Spitzel hier haben…, und wir vermutlich bei denen auch. Sektion 31 ist überall.“ Aljoscha nickte langsam. „Ich musste einfach nur den Kopf frei bekommen…, aber weißt du, was ich noch viel mehr brauche?“, fragte Elbrun leise. Aljoscha schaute ihn fragend an. „Eine Umarmung von meinem Mann“, sagte Elbrun, und seine Stimme brach leicht. Aljoscha trat ohne Zögern näher und umarmte ihn fest, ohne auf den Schweiß zu achten. Er drückte sein Gesicht gegen Elbruns Hals, spürte das schnelle Pochen seines Herzens. „Die bekommst du. So viele du willst.“
„Das tut gut…“, murmelte Elbrun und schloss die Augen, seine Arme schlossen sich fest um Aljoscha. Aljoscha hielt ihn einen langen Moment, dann lehnte er sich etwas zurück und schaute ihm tief in die Augen. „Komm zurück ins Bett mit mir.“ Elbrun nickte müde und küsste ihn sanft auf die Stirn. „Ja, lass uns gehen.“ „Computer, Programm beenden“, sagte Elbrun leise, fast erschöpft.
Der Boxring, die Seile und der brutal zusammengeschlagene holografische Gegner lösten sich in einem sanften, goldenen Schimmer aus Licht auf. Zurück blieb nur das leere, gelbe Hologitter des Holodeck, kalt und still.
Elbrun stand einen Moment regungslos da, atmete tief durch und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Dann griff er nach Aljoschas Hand. Seine Finger waren noch warm, feucht und leicht zitternd vom Adrenalin. Sie verließen das Holodeck und gingen langsam durch die schwach beleuchteten Korridore der Enterprise. Die Stille der Nachtschicht lag schwer über dem Schiff, als würde das ganze Deck den Atem anhalten.
„Ich hoffe, ich habe dich nicht erschreckt“, murmelte Elbrun leise, ohne ihn anzusehen. Seine Stimme klang rau und schuldbewusst. „Nein, hast du nicht“, antwortete Aljoscha sanft. „Wobei…, du deinen Gegner ziemlich verprügelt haben musst.“ Elbrun wurde ein bisschen rot. Er hasste Gewalt. Tief in sich verabscheute er sie sogar. Aber die Wut, die seit dem Angriff in ihm brodelte, hatte ein Ventil gebraucht. Jetzt, wo Aljoscha es gesehen hatte, schämte er sich plötzlich dafür. Ich wollte nicht, dass er das sieht, dachte er. Ich wollte nicht, dass er sieht, wie sehr ich gerade die Kontrolle verliere… Aljoscha spürte die Scham seines Mannes und drückte seine Hand fester. „Hey“, sagte er leise. „Es ist okay. Ich verstehe das.“ Elbrun blieb stehen, drehte sich zu ihm und schaute ihn mit müden, aber offenen Augen an. In seinem Blick lag eine Mischung aus Erschöpfung, Wut und tiefer Verletzlichkeit. „Heute war einfach alles zu viel. Der Angriff, die Ungewissheit, die Angst um dich, ich konnte nicht mehr.“ flüsterte er. Aljoscha trat noch näher, legte eine Hand an Elbruns Wange und streichelte sanft mit dem Daumen über seine erhitzte Haut. „Du musst das nicht allein tragen. Nicht mehr. Ich bin da. Auch für die wütende, chaotische, dunkle Seite von dir. Ich liebe dich mit allem, was du bist.“ Elbrun schloss kurz die Augen und lehnte seine Stirn gegen Aljoschas. Ein leises, zittriges Ausatmen entkam ihm. „Danke…“, murmelte er kaum hörbar, die Stimme brüchig. „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun würde.“
Sie gingen weiter ins Quartier. Kaum hatte sich die Tür hinter ihnen geschlossen, zog Elbrun seinen Mann zu sich heran und küsste ihn heiß und innig. Der Kuss war tief, verzweifelt und voller unterdrückter Emotionen. Elbruns Hände legten sich um Aljoschas Gesicht, als wollte er ihn nie wieder loslassen. Seine Zunge suchte die von Aljoscha, fordernd, hungrig und gleichzeitig zärtlich. Aljoscha erwiderte den Kuss mit derselben Intensität, schlang die Arme um Elbruns nackten, noch schweißfeuchten Oberkörper und zog ihn eng an sich. Für einen langen Moment standen sie einfach so da — eng umschlungen, die Lippen nicht voneinander lösend, als würde die Welt draußen nicht mehr existieren. Als sie sich schließlich schwer atmend voneinander lösten, lehnte Aljoscha seine Stirn gegen Elbruns und flüsterte: „Ich bin hier. Immer.“ Elbrun nickte nur, die Augen noch geschlossen, und hielt ihn weiter fest. In diesem Moment brauchte er keine Worte mehr — nur Aljoscha. „Komm, lass uns ins Bett gehen“, sagte Aljoscha sanft und nahm Elbruns Hand. Er führte ihn zum Bett. Sie legten sich hin. Aljoscha kuschelte sich sofort eng an ihn, legte den Kopf auf Elbruns Brust und schlang ein Bein um ihn. Elbrun zog ihn fest in seine Arme, eine Hand strich langsam und zärtlich über Aljoschas Rücken, als wollte er sich vergewissern, dass er wirklich da war. Sie küssten sich weiter — mal sanft und liebevoll, mal tiefer und leidenschaftlicher. Kleine, zärtliche Küsse auf die Lippen, die Schläfe, den Hals. Aljoscha strich mit den Fingern über Elbruns Brust, spürte das allmählich ruhiger werdende Schlagen seines Herzens. „Ich liebe dich“, flüsterte Elbrun zwischen zwei Küssen, die Stimme rau und leise, fast schon gebrochen. „Ich liebe dich auch“, antwortete Aljoscha und küsste ihn erneut, langsam und innig. „Mit allem, was du bist.“ „Ich sollte vielleicht nochmal schnell duschen gehen“, meinte Elbrun dann leise, während er Aljoscha weiter im Arm hielt.
„Nein, brauchst du nicht“, antwortete Aljoscha sofort und wurde ein bisschen rot. Er mochte es, wenn Elbrun frisch vom Training ein bisschen schwitzig war. Der warme, herbe Duft von Anstrengung an seiner Haut hatte etwas sehr Anziehendes für ihn. Elbrun grinste, da ihm das natürlich bewusst war. „Ich bin verdorben, oder?“, fragte Aljoscha verlegen und vergrub sein Gesicht etwas an Elbruns Hals. „Ja, bist du…“, antwortete Elbrun mit einem dunklen, amüsierten Unterton. „Aber das mag ich.“ Er drehte den Kopf und küsste Aljoscha erneut, diesmal langsamer und zärtlicher, aber immer noch mit dieser tiefen, besitzergreifenden Wärme. Seine Hand strich über Aljoschas Rücken, zog ihn noch enger an seinen schweißfeuchten Körper. Aljoscha seufzte zufrieden in den Kuss hinein und kuschelte sich noch fester an ihn. Er genoss die Wärme, den Geruch und das Gefühl von Elbruns Haut an seiner. Elbrun lachte leise, ein tiefes, vibrierendes Geräusch in seiner Brust.
„Du bist wirklich verdorben, Imzadi.“ „Deinetwegen“, flüsterte Aljoscha und küsste ihn wieder.
Sie blieben eng umschlungen liegen, küssten und streichelten sich weiter — mal sanft und liebevoll, mal etwas tiefer und leidenschaftlicher. Kleine, zärtliche Küsse auf die Lippen, die Schläfe, den Hals. Aljoscha strich mit den Fingern über Elbruns Brust, spürte das allmählich ruhiger werdende Schlagen seines Herzens.
„Ich liebe dich“, flüsterte Elbrun zwischen zwei Küssen, die Stimme rau und leise.
„Ich liebe dich auch“, antwortete Aljoscha und küsste ihn erneut, langsam und innig. „Mit allem, was du bist.“
Elbrun grinste, als er Aljoschas Härte deutlich an seiner Hüfte spürte. „Dein Schwanz liebt mich auch“, sagte er leise und mit einem neckenden Unterton. Aljoscha wurde wieder etwas rot und vergrub kurz das Gesicht an Elbruns Hals. „Ja, das mag sein…, Du bist halt so sexy, so wie du hier daliegst. Und auch auf dem Holodeck eben im dem Boxring sahst du schon sehr heiß aus.“ „Soso, heiß war das für dich?“, fragte Elbrun amüsiert und strich mit den Fingern über Aljoschas Rücken.. So stark…, so männlich“, gab Aljoscha zu, die Stimme etwas verlegen. Elbrun lachte leise, ein tiefes, warmes Geräusch. „Weißt du, was ich heiß finde?“ Aljoscha schüttelte den Kopf. „Dass du mich so ansiehst, als sei ich das Schönste, das du kennst. Diesen Blick, den du dabei immer hast…, den finde ich heiß.“
Aljoscha wusste nicht, was er sagen sollte. Er wurde noch röter und lächelte schüchtern. Elbrun lachte dann leise und fügte mit einem dreckigen Grinsen hinzu: „Ja, okay…, und deinen Arsch finde ich mega heiß.“
Aljoscha lachte auf und schlug ihm spielerisch gegen die Brust. „Du bist unmöglich!“ „Aber du liebst es“, murmelte Elbrun, zog ihn enger an sich und küsste ihn wieder, diesmal langsam und zärtlich. Sie blieben eng umschlungen liegen, küssten und streichelten sich weiter, während die Nacht um sie herum still und ruhig blieb.
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