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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 22

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Nachdem die anderen Männer gegangen waren, wurde es still im Quartier.

Elbrun und Aljoscha räumten noch ein wenig auf – langsam, fast schon träge. Sie stellten Gläser in den Recycler, falteten die Decke zusammen, die jemand auf dem Boden hatte liegen lassen, und wischten ein paar verschüttete Tropfen vom Tisch. Keiner von beiden sagte viel. Es war ein angenehmes, erschöpftes Schweigen, das nach einem langen, intensiven Abend lag.

Irgendwann hörte Aljoscha auf zu arbeiten. Er stand am Replikator und wollte gerade die letzten Flaschen wegräumen, als er spürte, wie Elbrun von hinten an ihn herantrat.

Elbrun schmiegte sich eng an seinen Rücken, schlang beide Arme um Aljoschas Taille und drückte sein Gesicht zwischen dessen Schulterblätter. Die Umarmung war warm, fest und ein bisschen müde.

„Ich habe den besten Ehemann des Universums“, murmelte er leise, die Stimme rau vom vielen Lachen und dem Alkohol. „Vielen Dank für alles.“

Aljoscha hielt inne, legte seine Hände auf Elbruns Unterarme und lehnte sich leicht gegen ihn.

„Du musst mir nicht danken“, antwortete er sanft. „Ich wollte, dass du einen Abend hast, an dem du einfach nur du sein kannst. Mit Menschen, die dich wirklich lieben.“

Elbrun drückte ihn noch fester, atmete tief seinen Duft ein und blieb einfach so stehen, das Gesicht an Aljoschas Rücken geschmiegt.

„Trotzdem ...“, flüsterte er. „Du hast gesehen, wie schlecht es mir ging, und statt mich zu drängen oder zu schonen, hast du genau das Richtige getan. Du hast mich nicht allein gelassen und gleichzeitig nicht versucht, alles zu reparieren. Du hast einfach ... meine Leute zu mir gebracht.“

Aljoscha drehte sich langsam in der Umarmung um, bis sie sich gegenüberstanden. Er legte beide Hände an Elbruns Wangen und schaute ihm in die Augen.

„Weil du es wert bist“, sagte er leise. „Weil ich dich liebe. Und weil ich weiß, dass du für mich dasselbe tun würdest.“

Elbrun lächelte müde, aber echt. Er ließ Aljoscha los, und die beiden räumten weiter auf – langsam, fast schon träge.

Währenddessen zog Elbrun sein schwarzes Unterhemd aus. Zum einen war ihm warm vom Alkohol und der vielen Nähe, zum anderen ... nun ja. Er wollte seinen Mann ein bisschen reizen. Mit nacktem Oberkörper stand er da, die breiten Schultern und der kräftige Rücken im gedimmten Licht gut sichtbar.

Aljoscha starrte.

Er tat gar nicht mehr so, als würde er aufräumen. Sein Blick hing regelrecht an Elbruns Rücken, folgte den Linien der Muskeln, dem sanften Spiel der Schulterblätter, dem leichten Schweißfilm, der noch auf der Haut lag.

Elbrun spürte Aljoschas Gedanken sofort in seinem Kopf – heiß, bewundernd, ein bisschen hilflos. Er lächelte still vor sich hin, drehte sich aber nicht um.

Aljoscha starrte weiter, die Hände reglos an den Seiten. Schließlich brach es aus ihm heraus, etwas lauter als beabsichtigt:

„Man Scheiße ... warum bist du nur so sexy? Und warum reagiere ich immer noch so auf dich, nach so vielen Jahren? Schau dich an ... diese Schultern, dieser Rücken, diese ganze verdammte Präsenz. Du stehst da halb nackt und räumst Gläser weg, und ich kann nicht aufhören, dich anzustarren. Du bist so stark, so männlich, so ... einfach du. Und jedes Mal, wenn ich dich so sehe, wird mir wieder klar, warum ich dir so verfallen bin.“

Er lachte leise, fast schon verzweifelt.

„Es nervt mich, dass ich dir so verfallen bin. Es nervt mich, dass ein einziger Blick von dir, ein einziger nackter Rücken reicht und ich schon wieder weiche Knie bekomme. Nach all den Jahren. Nach all dem, was wir schon zusammen erlebt haben. Und trotzdem ... stehst du da und machst das mit Absicht. Du weißt genau, was du tust. Und es gefällt dir. Und mir auch. Und das nervt mich noch mehr.“

Aljoscha atmete tief aus, die Stimme wurde etwas weicher.

„Aber ich liebe es. Ich liebe es, dir so verfallen zu sein. Ich liebe es, dass du mich nach all der Zeit noch immer so verrückt machen kannst. Dass du immer noch der Mann bist, bei dem mir das Herz schneller schlägt, wenn du nur den Raum betrittst. Du bist mein Ehemann ... und du bist immer noch der schönste, anziehendste Mann, den ich je gesehen habe.“

Elbrun lächelte nur, drehte sich langsam zu seinem Mann um. Sein nackter Oberkörper war jetzt voll im Blickfeld – die breite Brust, der leichte Haarflaum, die definierten Bauchmuskeln.

„Und ich bin betrunken“, schob Aljoscha noch hinterher, als müsste er sich selbst eine Ausrede geben.

Elbrun trat einen Schritt näher, die Augen dunkel und zärtlich zugleich. Er blieb dicht vor Aljoscha stehen, legte eine Hand an dessen Wange und strich mit dem Daumen über die gerötete Haut.

„Gut“, flüsterte er rau. „Dann sind wir wenigstens beide betrunken ... und beide verfallen.“

Er beugte sich vor und küsste Aljoscha langsam, tief und voller Zuneigung – nicht fordernd, sondern einfach nur innig.

Als er sich wieder löste, ruhte seine Stirn gegen Aljoschas.

„Du darfst mir gerne verfallen sein, Imzadi“, murmelte er leise. „Ich bin dir nämlich schon lange verfallen. Und ich habe nicht vor, das jemals zu ändern.“

Aljoscha lachte leise, legte die Hände auf Elbruns nackte Hüften und zog ihn noch näher.

„Du bist unmöglich.“

„Und du liebst es“, antwortete Elbrun mit einem kleinen, zufriedenen Lächeln.

Die Aufräumarbeiten waren vergessen. Stattdessen standen sie einfach nur da, eng umschlungen, Haut an Haut, und genossen die ruhige, intime Wärme, die nach einem langen, bewegten Abend übrig geblieben war.

Am nächsten Morgen wachte Aljoscha als Erster auf.

Er blinzelte müde gegen das sanfte Licht der Sternenbasis, das durch das Fenster fiel. Sofort verzog er das Gesicht. Sein Kopf dröhnte dumpf, ein leichter, aber hartnäckiger Kater pochte hinter seinen Schläfen. Er fühlte sich erledigt – richtig erledigt. Jeder Muskel in seinem Körper schien zu protestieren, besonders seine Beine und sein unterer Rücken.

Das Schlimmste jedoch war das Gefühl, überall zu kleben.

Die Laken unter ihm waren feucht und kalt an manchen Stellen, warm und klebrig an anderen. Sperma, Schweiß und die Reste der langen Nacht hatten das Bett in ein Schlachtfeld verwandelt. Er selbst klebte am Bauch, an den Schenkeln und zwischen den Beinen. Sein Hintern fühlte sich wund und benutzt an.

Das Schlafzimmer roch intensiv – eine schwere, intime Mischung aus Schweiß, Sex und einer deutlichen Alkoholfahne, die noch in der Luft hing.

Aljoscha verzog das Gesicht und atmete vorsichtig durch den Mund.

„Mein Gott ...“, murmelte er leise.

Neben ihm lag Elbrun auf dem Bauch, ein Arm unter dem Kissen, das Gesicht halb ins Laken gedrückt. Er schnarchte leise und gleichmäßig vor sich hin – tief und entspannt, als hätte er die anstrengendste Nacht seines Lebens hinter sich und würde jetzt einfach nur selig schlummern.

Aljoscha betrachtete ihn einen Moment. Trotz des Chaos, trotz des Geruchs und trotz seiner eigenen Erschöpfung musste er leicht schmunzeln. Elbrun sah so friedlich aus, die Haare zerzaust, die Schultern breit und entspannt, ein leichter Speichelfaden im Mundwinkel.

„Du Penner ...“, flüsterte Aljoscha liebevoll und strich ihm vorsichtig eine Strähne aus der Stirn.

Er selbst fühlte sich jedoch alles andere als frisch. Er wollte duschen. Dringend. Und das Bett musste dringend neu bezogen werden. Die Laken waren ruiniert.

Vorsichtig versuchte er, sich aufzusetzen, doch sofort protestierte sein Körper. Ein leises Stöhnen entkam ihm.

Aljoscha seufzte resigniert und ließ sich wieder zurücksinken, drehte sich auf die Seite und schaute Elbrun an.

„Na los ... wach auf, du Schnarchnase“, murmelte er leise und stupste ihn sanft mit dem Finger gegen die Schulter. „Dein Mann klebt und stinkt und braucht dringend eine Dusche ... und du bist schuld.“

Elbrun brummte nur im Schlaf, drehte sich schwerfällig zu ihm um und schlang einen Arm um Aljoschas Taille, zog ihn ohne aufzuwachen eng an sich.

Aljoscha lachte leise, trotz allem.

„Du bist unmöglich ...“, flüsterte er und küsste ihn sanft auf die Stirn.

Er blieb noch einen Moment liegen, genoss die Wärme von Elbruns Körper und das ruhige Schnarchen, auch wenn das Zimmer wirklich roch wie ein Schlachtfeld nach einer sehr langen, sehr guten Nacht.

Aljoscha entschied sich, Elbrun noch ein paar Minuten schlafen zu lassen. Er stand leise auf, verzog kurz das Gesicht, als seine Beine und sein unterer Rücken protestierten, und ging alleine ins Bad.

Als Erstes spritzte er sich kaltes Wasser ins Gesicht. Das eisige Nass half ein wenig gegen die Benommenheit. Er schaute in den Spiegel und schüttelte den Kopf über sein eigenes Spiegelbild – zerzauste Haare, rote Wangen, deutliche Spuren der Nacht.

Dann stieg er in die Schalldusche. Die vibrierenden Ultraschallwellen und der sanfte Reinigungsschaum machten gründliche Arbeit. Innerhalb weniger Minuten fühlte er sich deutlich sauberer. Der klebrige Film aus Schweiß und Sperma verschwand, nur ein leichter Muskelkater und die Wärme in seinem Unterleib blieben als Erinnerung.

Danach putzte er sich gründlich die Zähne und spülte zweimal intensiv mit Mundwasser nach. Der abgestandene, bittere Alkoholgeschmack wollte nur langsam weichen, aber nach dem zweiten Spülen schmeckte er endlich wieder halbwegs menschlich.

Als Aljoscha ins Schlafzimmer zurückkam, war Elbrun inzwischen wach.

Er saß auf der Bettkante, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, das Gesicht in den Händen vergraben. Seine Haare standen wild in alle Richtungen, die Augen waren nur halb geöffnet, und er sah wirklich nicht gut aus – blass, mit dunklen Ringen unter den Augen und einem deutlich leidenden Ausdruck.

Aljoscha blieb im Türrahmen stehen und runzelte besorgt die Stirn.

„Hey ... alles gut bei dir?“

Elbrun brummte nur gequält, ohne den Kopf zu heben.

„Kater des Todes ...“, murmelte er mit rauer, heiserer Stimme. „Ich hab noch nie einen Kater gehabt. Nicht nach dem Saufen. Nie.“

Aljoscha ging langsam zu ihm und setzte sich neben ihn aufs Bett. Er strich ihm sanft über den nackten Rücken.

„Du hast gestern auch ordentlich zugelangt“, sagte er leise, halb mitfühlend, halb amüsiert. „Und wir waren ... ziemlich aktiv danach.“

Elbrun stöhnte nur leise und rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht.

„Mein Kopf fühlt sich an, als hätte jemand mit einem Phaser auf Betäubung draufgehalten ... und dann nochmal mit voller Energie. Und mein Mund schmeckt wie ein alter Replikator-Filter.“

Aljoscha lächelte mitfühlend und küsste ihn sanft auf die Schulter.

„Soll ich dir einen starken Tee machen? Oder willst du erstmal unter die Dusche?“

Elbrun nickte langsam, verzog aber sofort das Gesicht, weil die Bewegung offenbar wehtat.

„Dusche ... bitte. Und danach etwas, das mich nicht umbringt. Ich fühl mich, als wäre ich von einem Klingonen mit einem Bat’leth durch die Gegend geprügelt worden.“

Aljoscha lachte leise und half ihm vorsichtig auf die Beine.

„Komm, du armer Krieger. Ich halte dich, falls du umfällst.“

Elbrun lehnte sich leicht gegen ihn und murmelte im Gehen:

„Nächstes Mal ... weniger Whiskey. Und weniger Runden. Oder ... na ja. Vielleicht nicht weniger Runden. Aber definitiv weniger Whiskey.“

Aljoscha grinste nur und führte ihn vorsichtig ins Bad.

„Okay. Nächstes Mal nur noch eine Flasche.“

Elbrun lachte gequält auf und stützte sich noch schwerer auf Aljoscha.

„Aber wie geht es dir?“, fragte er sofort, die Stimme rau und besorgt. „Hast du Schmerzen ... oder bist du wund? Wir waren ja ziemlich wild gestern.“

Selbst jetzt, wo es ihm selbst dreckig ging, kam sofort der fürsorgliche Elbrun durch. Er musterte Aljoscha mit zusammengekniffenen Augen, als wollte er jede kleine Regung in dessen Gesicht ablesen.

Aljoscha schüttelte leicht den Kopf und lächelte.

„Mir geht’s eigentlich ganz okay. Ein bisschen wund, ja ... und meine Beine fühlen sich an wie nach einem Marathon. Aber es ist erträglich. Mach dir nicht zu viele Sorgen um mich, du siehst aus, als würdest du gleich umkippen.“

Er dimmte das Licht im Bad auf die niedrigste Stufe, weil er wusste, wie lichtempfindlich Elbrun gerade war. Dann half er ihm, sich am Waschbecken abzustützen.

Elbrun putzte sich langsam die Zähne, wusch sich das Gesicht mit kaltem Wasser und stöhnte leise auf, als das kalte Nass seine Haut traf. Danach stieg er in die Schalldusche. Aljoscha blieb noch einen Moment in der Tür stehen, schaute ihm zu und ging dann zurück ins Schlafzimmer.

Während Elbrun duschte, zog Aljoscha sich etwas Lockeres an – eine graue Jogginghose und ein weites, weiches Shirt. Dann machte er sich ans Werk: Er zog die völlig verdreckten Laken ab, stopfte sie in den Recycler für die Reinigung und bezog das Bett frisch. Danach stellte er die Lüftungsanlage auf höchste Stufe, damit der schwere Geruch nach Schweiß, Sex und Alkohol schneller aus dem Raum verschwand.

Als Elbrun aus dem Bad kam, trug er nur eine schwarze Boxershort und ein einfaches graues T-Shirt. Er sah immer noch mitgenommen aus – blass, mit zerzausten Haaren und einem leidenden Gesichtsausdruck.

„Ich geh kurz zur Krankenstation“, murmelte er und schlurfte schon Richtung Tür. „Ich brauch was gegen diese verdammten Kopfschmerzen ... fühlt sich an, als würde mir jemand den Schädel spalten.“

Aljoscha nickte verständnisvoll.

„Nimm dir Zeit. Ich mach uns in der Zwischenzeit einen starken Tee und etwas zu essen. Und wenn du wieder da bist, legst du dich nochmal hin, okay?“

Elbrun blieb kurz in der Tür stehen, drehte sich um und lächelte schwach.

„Danke, Imzadi. Du bist der Beste.“

Dann schlurfte er aus dem Quartier.

Elbrun schlurfte den Korridor entlang Richtung Krankenstation. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde jemand mit einem Phaser auf Betäubung gegen seine Schläfen klopfen. Er trug nur die schwarze Boxershort und ein graues T-Shirt, die Haare standen ihm wirr vom Kopf ab, und sein Gesicht war blass mit deutlichen Schatten unter den Augen.

Ein paar Crewmitglieder, die ihm entgegenkamen, warfen ihm verstohlene Blicke zu. Ein junger Fähnrich flüsterte seiner Kollegin zu: „Mann, der Admiral sieht ja richtig scheiße aus ...“

Andere grinsten nur wissend. Die Nachricht, dass Elbrun und Aljoscha gestern Abend Besuch von einigen alten Freunden gehabt hatten, hatte sich wie ein Lauffeuer auf dem Schiff verbreitet – besonders nachdem Sam Avila betrunken bei Commander Telev geklingelt und laut „Entschuldigung, haben Sie vielleicht meinen Hamster gesehen? Er heißt Elbrun und ist ein bisschen betrunken“ gerufen hatte. Und Commander Telev war bekanntlich eine der größten Plaudertaschen an Bord. Innerhalb weniger Stunden wusste fast das halbe Schiff, dass die „alte Garde“ ordentlich getankt und gefeiert hatte.

Elbrun erreichte schließlich die Krankenstation. Kaum trat er ein, kam Commander Suvak ihm schon entgegen. Der erfahrene Arzt musterte ihn mit hochgezogener Augenbraue.

„Sie sehen ja furchtbar aus, Admiral“, stellte Suvak trocken fest.

Elbrun ließ sich auf eines der Biobetten sinken und rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht.

„Kater ... ich habe einen furchtbaren Kater“, brummte er. „Ich hatte doch noch nie einen richtigen Kater. Ich werde alt.“

Suvak trat näher, zog seinen medizinischen Tricorder hervor und scannte Elbrun einmal gründlich von Kopf bis Fuß. Das leise Summen des Geräts erfüllte den Raum.

„Blutalkoholspiegel noch deutlich erhöht, starke Dehydration, leichte Elektrolytverschiebung und ... nun ja, ausgeprägte Muskelverspannungen im unteren Rücken- und Beckenbereich“, fasste Suvak sachlich zusammen. Ein winziges, fast unsichtbares Schmunzeln zuckte um seine Mundwinkel. „Die Feier war wohl sehr ... intensiv.“

Elbrun stöhnte nur leise und legte sich vorsichtig zurück auf die Liege.

„Sagen Sie nichts. Ich weiß selbst, wie das aussieht. Geben Sie mir einfach irgendwas, das diesen Hammer aus meinem Kopf vertreibt. Und vielleicht etwas gegen die Übelkeit.“

Suvak nickte und holte bereits einen Hypospray.

„Ein Kombipräparat gegen Kater-Symptome und ein starkes Hydratationsmittel. In ein paar Minuten sollte es Ihnen deutlich besser gehen. Aber Sie sollten heute wirklich nichts Schweres tun und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Salzig und fettig essen kann auch helfen.“

Elbrun schloss die Augen und murmelte:

„Heute tue ich gar nichts mehr ... außer vielleicht liegen und sterben.“

Suvak verabreichte ihm die Injektion mit einem leisen Zischen. Dann schaute er Elbrun einen Moment lang an und sagte mit einem Hauch trockenen Humors:

„Admiral ... wenn Sie das nächste Mal mit Ihren Freunden feiern, vielleicht etwas weniger ... enthusiastisch. Die Enterprise braucht Sie in einem Stück. Und vielleicht weniger laut – der arme Commander Telev konnte die Nacht kaum schlafen, und von Captain Avila war er auch ein bisschen verstört.“

Elbrun lachte gequält auf, verzog aber sofort das Gesicht, weil das Lachen in seinem Kopf schmerzte.

„Ich dachte, das Quartier ist schalldicht.“

„Ist es ja auch, eigentlich“, antwortete Suvak trocken. „Aber ich weiß ja nicht, was sich da drin veranstaltet hat ... Brauchen Sie vielleicht noch etwas?“

Elbrun überlegte kurz, dann nickte er leicht.

„Salbe gegen Rötungen vielleicht.“

Suvak ging zu einem Schrank, holte eine kleine Tube und reichte sie Elbrun.

„Hier. Tragen Sie sie dünn auf, das sollte die Reizung schnell lindern. Und ruhen Sie sich wirklich aus. Keine Brücke, kein Sport, kein ... nichts Anstrengendes heute.“

Elbrun nahm die Tube entgegen und lächelte schief.

„Danke, Suvak. Sie sind ein Lebensretter.“

Er setzte sich langsam auf, wartete einen Moment, bis der leichte Schwindel nachließ, und stand dann vorsichtig auf.

„Ich geh dann mal zurück. Bevor mein Mann noch denkt, ich bin auf der Krankenstation eingeschlafen.“

Suvak nickte nur mit einem leichten Schmunzeln.

„Gute Besserung, Admiral. Und ... grüßen Sie Captain Cornellus von mir.“

Elbrun hob nur müde die Hand zum Abschied und schlurfte aus der Krankenstation.

Elbrun fühlte sich nach der Injektion schon etwas besser, aber noch lange nicht gut. Der Kopf dröhnte zwar nicht mehr ganz so brutal, doch jeder Schritt hallte noch unangenehm nach. Er schlurfte den Korridor entlang zurück zum Quartier, die Tube mit der Salbe in der Hand.

Schon nach wenigen Metern kam ihm eine Gruppe junger Crewmitglieder entgegen. Als sie ihn erkannten, verstummten die Gespräche abrupt. Ein Fähnrich starrte ihn mit großen Augen an, ein anderer versuchte krampfhaft, nicht zu grinsen. Elbrun sah aus, als hätte er eine Woche durchgefeiert – zerzauste Haare, blasses Gesicht, leicht schwankender Gang.

„Guten Morgen, Admiral ...“, murmelte einer höflich, während die anderen nur stumm nickten.

Elbrun brummte nur ein „Morgen“ und ging weiter. Er spürte die Blicke förmlich im Rücken.

Kurz darauf bog Commander Niwan um die Ecke. Der Pilot der Enterprise trug bereits seine Uniform und hielt ein PADD in der Hand. Als er Elbrun sah, blieb er stehen und konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen.

„Admiral ... Sie sehen aus, als hätte die letzte Nacht Sie persönlich angegriffen. War der Besuch Ihrer Freunde so ... intensiv?“

Elbrun blieb stehen, schaute Niwan einen langen Moment an und hob langsam eine Augenbraue. Obwohl er noch immer einen Kater hatte, kam sofort der alte Elbrun durch.

„Noch ein Spruch, Commander, und Sie schrubben die Plasmaverteiler. Mit einer Zahnbürste. Persönlich. Und zwar die auf Deck 23 bis 28.“

Niwan wurde schlagartig ernst, hob abwehrend die Hände und grinste trotzdem noch ein bisschen.

„Verstanden, Sir. Kein weiterer Kommentar. Gute Besserung.“

Elbrun nickte nur knapp und schlurfte weiter. Hinter sich hörte er, wie Niwan leise lachte, sich aber sofort zusammenriss.

Kaum war er um die nächste Ecke, kam ihm eine kleine Gruppe aus der Technikabteilung entgegen. Unter ihnen war auch Fähnrich Ramirez, die gestern Abend noch Dienst gehabt hatte. Als sie Elbrun sah, blieb sie fast stehen. Ihre Wangen färbten sich rot.

„Admiral ... guten Morgen“, stammelte sie und schaute schnell weg. Die anderen Techniker grinsten verstohlen. Einer flüsterte leise: „Der hat gestern wohl richtig gefeiert ...“

Elbrun tat so, als hätte er es nicht gehört, murmelte nur ein „Morgen“ und ging weiter. Innerlich stöhnte er auf. Das ganze Schiff schien bereits Bescheid zu wissen.

Wenige Minuten später erreichte er endlich das Quartier.

Als die Tür aufglitt, schlug ihm schon der Duft von frischem Toast, Rührei und Räucherlachs entgegen. Aljoscha hatte den kleinen Esstisch gedeckt – zwei Teller, eine Kanne Kamillentee, dazu Schinken, frisches Obst und etwas Butter. Er selbst saß bereits am Tisch und schaute auf, als Elbrun eintrat.

„Da bist du ja“, sagte Aljoscha mit einem mitfühlenden Lächeln. „Setz dich. Ich hab dir Tee gemacht. Und etwas Leichtes, damit dein Magen nicht rebelliert.“

Elbrun ließ sich mit einem erleichterten Seufzer auf den Stuhl sinken und rieb sich die Schläfen. Er warf die kleine Tube mit der Salbe auf den Tisch – sie war eindeutig für Aljoscha gedacht.

„Du bist ein Engel. Ich dachte schon, ich sterbe unterwegs.“

Aljoscha goss ihm eine Tasse Kamillentee ein und schob sie ihm hin.

„Wie war’s bei Suvak?“

„Hat mir was gegen den Kater gegeben und mich ausgelacht – gut, Vulkanier lachen nicht, aber du weißt, was ich meine. Und Niwan hat auch noch einen Spruch gebracht. Ich hab ihm mit Plasmaverteilern gedroht.“ Elbrun nahm einen Schluck Tee und schloss kurz die Augen. „Aber es wird langsam besser. Nur der Kopf ... und ich fühle mich, als hätte mich jemand durch einen Warpkern gezogen.“

Aljoscha lächelte und legte ihm eine Scheibe Toast mit Rührei und ein Stück Räucherlachs auf den Teller.

„Dann iss erstmal was. Langsam. Und danach legst du dich nochmal hin. Heute machst du gar nichts mehr.“

Elbrun schaute ihn dankbar an, griff nach der Gabel und begann vorsichtig zu essen. Nach dem ersten Bissen seufzte er leise.

„Schmeckt gut ... danke. Ich hab wirklich gedacht, mein Schädel platzt gleich.“

Aljoscha beobachtete ihn einen Moment, dann fragte er leise:

„Und wie fühlst du dich sonst? Nicht nur der Kater ... auch wegen gestern Nacht?“

Elbrun kaute langsam und schaute ihn dann offen an.

„Erledigt. Ein bisschen. Aber es ist ein gutes Erledigtsein. Der Rest ...“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Der Kater ist schlimmer als alles andere. Aber es geht schon. Hauptsache, du bist nicht zu sehr lädiert.“

Aljoscha grinste schief und nahm selbst einen Schluck Tee.

„Ich bin wund, ja. Aber es fühlt sich gut an. Erinnerungen an eine sehr schöne Nacht.“

Elbrun lächelte müde zurück und aß weiter. Zwischen zwei Bissen sagte er leise:

„Ich kann dich ja gleich eincremen.“

Aljoscha lächelte nur und nickte.

Für einen Moment herrschte einvernehmliches Schweigen am Tisch – nur das leise Klappern von Besteck und das ferne Summen der Enterprise waren zu hören.

Nach einer Weile schob Elbrun den halb leer gegessenen Teller ein Stück von sich und lehnte sich zurück.

„Ich leg mich gleich nochmal hin. Und du ... ruh dich auch aus. Keine Brücke heute für dich. Das ist ein Befehl, Captain.“

Aljoscha lachte leise.

„Aye, Admiral. Aber nur, wenn du dich auch wirklich hinlegst und nicht heimlich weiter arbeitest.“

Elbrun hob die Hand zum Schwur, auch wenn die Bewegung etwas ungelenk aussah.

„Versprochen. Nur liegen und sterben. Und vielleicht ein bisschen kuscheln, wenn du mitkommst.“

„Ich komm gerne mit dir mit“, meinte Aljoscha sofort.

Sie ließen das Geschirr einfach auf dem Tisch stehen. Elbrun ging ins Schlafzimmer, zog sich komplett aus und ließ sich mit einem erleichterten Seufzer ins frisch bezogene Bett fallen.

Aljoscha war etwas verwundert, warum er sich so vollständig auszog, sagte aber nichts. Er tat es ihm gleich, schlüpfte ebenfalls aus seiner lockeren Kleidung und legte sich zu seinem Mann.

Sofort kuschelte er sich dicht an Elbrun ran, legte den Kopf auf dessen Brust und schlang ein Bein über dessen Hüfte. Elbrun zog ihn mit einem Arm eng an sich und küsste ihn auf die Stirn.

Ohne dass Aljoscha es gleich mitbekam, hatte Elbrun sich unauffällig etwas von der Salbe auf den Zeigefinger getan. Seine Hand wanderte langsam und zärtlich über Aljoschas Rücken, tiefer, bis zu dessen wunder, noch leicht geröteter Öffnung. Mit sanften, kreisenden Bewegungen cremte er die empfindliche Stelle ein – ganz liebevoll, fast schon ehrfürchtig.

Aljoscha zuckte leicht zusammen, dann seufzte er leise und entspannte sich unter der Berührung.

„Du bist so gut zu mir ...“, murmelte er leise, die Stimme schon schwer vor Müdigkeit. „Auch wenn du selbst einen Kater hast.“

Elbrun lächelte müde und küsste ihn auf den Scheitel, seine Lippen blieben einen Moment dort liegen.

„Weil ich dich liebe“, flüsterte er zurück, die Stimme rau und warm. „Und weil ich es hasse, wenn du Schmerzen hast ... besonders, wenn ich der Grund dafür bin.“

Seine freie Hand strich langsam über Aljoschas Rücken, zeichnete sanfte Linien entlang der Wirbelsäule, während die andere Hand weiter die Salbe behutsam einmassierte.

Aljoscha hob den Kopf ein kleines Stück, schaute ihm in die Augen und gab ihm einen ganz zarten, langen Kuss auf den Mund – nicht fordernd, nur voller Zuneigung.

„Ich liebe dich auch“, flüsterte er gegen Elbruns Lippen. „Und es war eine wunderschöne Nacht ... auch wenn ich morgen wahrscheinlich nicht richtig sitzen kann.“

Elbrun lachte leise, das Geräusch vibrierte warm in seiner Brust.

„Dann bleibst du einfach im Bett. Ich kümmere mich um dich.“

Er zog Aljoscha wieder eng an sich, beide Beine ineinander verschlungen, die Körper warm und vertraut aneinandergeschmiegt.

Aljoscha schloss die Augen, atmete Elbruns Duft ein und murmelte schläfrig:

„Bleib einfach so liegen ... genau so ...“

Elbrun nickte nur, küsste ihn noch einmal sanft auf die Stirn und hielt ihn fest.

„Ich geh nirgendwo hin“, flüsterte er. „Schlaf, Imzadi. Ich bin hier.“

Beide lagen eng umschlungen da, die Körper warm und nackt, das Licht gedimmt. Die Erschöpfung der Nacht und der Kater machten sich bemerkbar, und innerhalb weniger Minuten wurden ihre Atemzüge ruhiger und tiefer.

Beide waren schon halb im Schlaf, die Stimmen leise, träge und etwas verwaschen.

Aljoscha murmelte schläfrig gegen Elbruns Haut:

„ ...war wirklich schön gestern ... auch wenn wir jetzt beide kaputt sind ...“

Elbrun brummte zustimmend, die Augen geschlossen, die Stimme tief und rau vom Kater.

„Mhm ... sehr schön. Du warst ... unglaublich ... hab dich so sehr gewollt ...“

Er strich mit den Fingerspitzen ganz langsam über Aljoschas Rücken, eine träge, liebevolle Bewegung.

Aljoscha lächelte schwach, ohne die Augen zu öffnen.

„Du auch ... hast mich fast umgebracht ... auf die gute Art ...“

Elbrun lachte leise, das Geräusch vibrierte warm in seiner Brust.

„Tut mir leid ... und tut mir nicht leid ...“

Eine kurze Pause entstand, nur ihr ruhiges Atmen war zu hören.

Dann flüsterte Aljoscha noch leiser:

„Bleibst du heute wirklich im Bett? ... kein Arbeiten ... kein Bericht ...?“

Elbrun drückte ihn ein kleines bisschen fester an sich und küsste ihn müde auf die Schläfe.

„Die Arbeit kann mich mal. Und wenn die Borg jetzt angreifen ... dann sollen sie das tun. Ich verlasse dieses Bett nicht. Ich will jetzt nur das hier ... nur wir zwei ... und vielleicht noch ein bisschen kuscheln ... wenn ich nicht vorher sterbe ...“

Aljoscha lächelte schläfrig und schmiegte sich noch enger an ihn.

„Gut ... ich pass auf dich auf ... du bleibst bei mir ...“

Elbrun murmelte etwas Unverständliches, das wie „Immer ...“ klang, und zog die Decke höher über sie beide.

Beide fielen langsam, eng umschlungen und mit einem zufriedenen Seufzen in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

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