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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 21

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Der Abend ging weiter, und der Alkohol zeigte langsam, aber deutlich Wirkung.

Die Stimmen wurden lallender, die Schritte, wenn jemand aufstand, um nachzuschütten, wackliger und die Stimmung immer lockerer und ausgelassener. Das Licht im Quartier war gedimmt, die Flaschen auf dem Tisch standen inzwischen in schiefer Formation, und überall lagen leere Gläser herum.

Elbrun saß dicht an Aljoscha gekuschelt, fast schon halb auf ihm liegend. Sein Kopf ruhte an Aljoschas Schulter, ein Arm war fest um dessen Taille geschlungen. Er hatte diesen süßen, leicht glasigen, betrunkenen Gesichtsausdruck – die Wangen gerötet, die Augen ein bisschen zu glänzend, das Lächeln weich und ein bisschen schief. Aljoschas eigene Wangen waren ebenfalls leicht gerötet, seine Hand strich immer wieder träge über Elbruns Rücken.

Sam lehnte sich vor, das Glas in der Hand, und grinste in die Runde.

„Wollen wir was spielen?“

Jan stöhnte theatralisch auf und wedelte mit der Hand.

„Ohne mich. Elbrun schummelt immer.“

„Ich schummel nicht!“, protestierte Elbrun sofort, erbost, aber lachend. Seine Stimme war schon ein bisschen schwer vom Alkohol.

„Tust du wohl!“, konterte Jan. „Du liest unsere Gedanken und weißt dann genau, wie du agieren musst.“

Carsten nickte langsam, mit einem breiten, trockenen Grinsen.

„Ja, das stimmt. Du bist ein wandelnder Gedanken-Scanner.“

Aljoscha und TOP brachen gleichzeitig in lautes Gelächter aus.

„Ja, das stimmt, Elbrun“, meinte TOP lächelnd und prostete ihm zu.

„Das mache ich doch nicht absichtlich!“, schmollte Elbrun und drückte sein Gesicht noch tiefer in Aljoschas Hals, als könnte er sich dort verstecken.

Aljoscha lachte leise und küsste ihn auf den Scheitel.

„Doch, tust du. Aber wir lieben dich trotzdem.“

Jan hob plötzlich die fast leere Wodkaflasche hoch und schüttelte sie demonstrativ.

„Leute ... die hier hat’s gleich hinter sich. Wer macht den Rest?“

Elbrun hob sofort den Kopf, ein breites, leicht betrunkenes Grinsen im Gesicht.

„Ich!“, sagte er entschlossen, nahm Jan die Flasche aus der Hand und setzte sie an die Lippen.

Mit einem einzigen, langen Zug kippte er den Rest hinunter – ohne abzusetzen, ohne zu zögern. Sein Kehlkopf bewegte sich sichtbar, die anderen schauten fasziniert zu. Als die Flasche leer war, setzte er sie mit einem zufriedenen „Plopp“ auf den Tisch und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund.

„Erledigt“, verkündete er stolz, wobei seine Stimme schon ein ganz kleines bisschen lallte.

Die Runde brach in herzliches Gelächter aus.

„Mein Gott, Elbrun“, lachte Jan und klatschte ihm auf die Schulter. „Du bist ein echter Champion.“

Sam schüttelte grinsend den Kopf. „Und das, obwohl du vorhin schon so süß geschmollt hast, weil wir dich einen Gedanken-Scanner genannt haben.“

Elbrun lehnte sich wieder an Aljoscha, das Gesicht an dessen Hals vergraben, und murmelte zufrieden: „Ich schummel nicht ... ich bin nur ... talentiert.“

Aljoscha lachte leise und drückte ihn fester an sich. „Ja, mein talentiertes, betrunkenes Genie.“

TOP grinste in die Runde. „Also ... jetzt, wo die Flasche leer ist – was ist mit dem Spiel? Flaschendrehen? Wahrheit oder Pflicht?“

Jan hob begeistert die leere Flasche hoch. „Genau! Und diesmal keine Ausreden, Elbrun. Du darfst nicht schummeln.“

Aljoscha zog eine Augenbraue hoch. „Wir sind doch keine Teenies mehr.“

„Das stimmt“, gab Jan zu und grinste breit. „Aber zum einen kann Elbrun da nicht schummeln, und zum anderen sind wir besoffen – und das ist lustig.“

Die Runde lachte wieder. Elbrun hob den Kopf, schaute in die Runde und grinste dann ebenfalls, obwohl er immer noch ein bisschen schmollte. „Na gut ... aber wenn ich dran bin und die Flasche auf jemanden zeigt, der nicht mitspielen will, dann ... dann ...“

Er verlor den Faden, lachte über sich selbst und kuschelte sich wieder an Aljoscha.

Sam klatschte einmal in die Hände. „Perfekt. Flaschendrehen. Mit Wahrheit oder Pflicht. Wer ist dabei?“

Alle hoben die Hand – sogar Aljoscha, der nur mit den Schultern zuckte und grinsend sagte: „Warum eigentlich nicht ... heute ist eh schon alles egal.“

Elbrun drückte sich noch enger an ihn, die Augen schon halb geschlossen vor Müdigkeit und Alkohol, aber das Lächeln auf seinem Gesicht war breit und glücklich.

Die Stimmung war perfekt – warm, leicht beschwipst, voller Zuneigung und dem leisen Klirren von Gläsern. Niemand wollte, dass der Abend endete. Die leere Flasche wurde in die Mitte des niedrigen Tisches gestellt, die Lichter noch ein bisschen weiter gedimmt.

Elbrun kuschelte sich noch einmal richtig eng an Aljoscha, lächelte ihn von unten an und flüsterte leise: „Das ist schön ... mit euch allen.“

Aljoscha küsste ihn auf die Stirn und nickte. „Ja. Das ist wirklich schön.“

Jan drehte die Flasche spielerisch zwischen den Fingern.

„Also ... wer fängt an?“

Carsten grinste breit und nickte Jan zu. „Wie wäre es mit dir? Du hast die Flasche doch schon in der Hand – also dreh sie auch.“

Jan lachte, hob die Flasche hoch und drehte sie mit Schwung auf dem Tisch. Alle schauten gebannt zu, wie sie sich drehte, langsamer wurde ... und schließlich mit dem Hals auf TOP zeigte.

„TOP!“, rief Jan triumphierend. „Wahrheit oder Pflicht?“

TOP überlegte kurz, dann lächelte er. „Hmmm ... ich nehme Wahrheit.“

Jan rieb sich die Hände, als hätte er genau darauf gehofft. „Okay, mal überlegen ... Hattest du schon mal Sex mit einer Frau?“

Die Runde hielt kurz den Atem an. TOP antwortete kurz und knapp, ohne zu zögern: „Nein.“

Ein kurzes, überraschtes Lachen ging durch die Gruppe. Elbrun kicherte leise an Aljoschas Hals, Aljoscha grinste nur.

TOP nahm die Flasche, drehte sie selbst und alle schauten wieder gebannt zu. Diesmal blieb sie bei Carsten stehen.

„Carsten!“, sagte TOP mit einem schelmischen Grinsen. „Wahrheit oder Pflicht?“

Carsten lehnte sich selbstbewusst zurück, hob sein Glas und prostete TOP zu. „Ich nehme Pflicht.“

TOPs Grinsen wurde noch breiter. „Dann geh auf den Korridor und rufe laut: ›Ich bin besoffen und das ist auch gut so!‹“

Die anderen prusteten los. Carsten lachte tief, nahm noch einen großen Schluck aus seinem Glas, stand auf und verließ mit leicht schwankenden Schritten das Quartier.

Draußen auf dem Gang hörte man kurz Stille – dann hallte Carstens tiefe, etwas lallende Stimme durch den Korridor:

„Iiiich bin besoffen ... und das ist auch gut soooo!“

Die Rufe waren so laut, dass sie sogar durch die geschlossene Tür drangen. Die Gruppe im Quartier brach in lautes Gelächter aus. Jan klatschte begeistert in die Hände, Sam hielt sich den Bauch, Elbrun lachte so sehr, dass er fast von Aljoschas Schoß rutschte.

Wenige Sekunden später kam Carsten wieder herein, das Gesicht gerötet, aber mit einem stolzen Grinsen. Er schloss die Tür hinter sich und setzte sich wieder hin, als wäre nichts gewesen.

„Zufrieden?“, fragte er in die Runde und hob herausfordernd die Augenbrauen.

Die anderen johlten und prosteten ihm zu.

Elbrun wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel und kuschelte sich noch enger an Aljoscha.

„Der Abend wird immer besser ...“, murmelte er glücklich.

Die Runde lachte noch immer, als Carsten zurück ins Quartier kam. Er schloss die Tür hinter sich, setzte sich wieder hin und hob sein Glas, als wäre nichts gewesen.

„Nächster!“, rief er gut gelaunt.

Carsten drehte die Flasche. Sie kreiselte eine Weile und blieb schließlich bei Sam stehen.

„Sam!“, rief Carsten begeistert. „Wahrheit oder Pflicht?“

Sam grinste breit, die Wangen schon deutlich gerötet vom Alkohol.

„Pflicht. Ich bin mutig heute.“

Die anderen johlten. Carsten überlegte kurz, dann grinste er verschmitzt.

„Okay ... du gehst jetzt raus auf den Korridor, klingelst an der Tür des Nachbarquartiers und sagst mit ernster Miene: ‚Entschuldigung, haben Sie vielleicht meinen Hamster gesehen? Er heißt Elbrun und ist ein bisschen betrunken.‘“

Die ganze Runde brach in lautes Gelächter aus. Elbrun prustete los und versteckte sein Gesicht an Aljoschas Hals.

Sam stand schwankend auf, salutierte theatralisch und verließ das Quartier. Man hörte ihn draußen klingeln, dann seine absolut ernste Stimme:

„Entschuldigung ... haben Sie vielleicht meinen Hamster gesehen? Er heißt Elbrun und ist ein bisschen betrunken.“

Die Gruppe im Quartier konnte sich vor Lachen kaum halten. Selbst Elbrun lachte so sehr, dass ihm Tränen in den Augen standen.

Kurz darauf hörte man eine besorgte Stimme aus dem Korridor: „Captain Avila, sind Sie in Ordnung?“ – es war Commander Telev.

Sam kam zurück ins Quartier, schloss die Tür hinter sich und setzte sich wieder hin. Er prostete in die Runde und sagte trocken:

„Ich glaube, ich habe Commander Telev verstört.“

Die Runde explodierte erneut vor Lachen. Elbrun hielt sich den Bauch und Aljoscha strich ihm beruhigend über den Rücken, während er selbst grinste.

Die Flasche wurde erneut gedreht.

Diesmal zeigte sie auf Carsten.

„Carsten!“, rief Sam. „Wahrheit oder Pflicht?“

Carsten lehnte sich zurück, nahm einen großen Schluck und grinste selbstbewusst.

„Wahrheit. Ich hab heute schon genug gelitten.“

Sam überlegte einen Moment, dann fragte er mit einem schelmischen Grinsen:

„Was war dir mal so richtig peinlich? Nicht unbedingt sexuell, irgendwas, was dir mal passiert ist.“

Carsten schwieg kurz, dann lachte er leise und schüttelte den Kopf.

„Also gut ... Vor ein paar Jahren auf einer diplomatischen Mission auf Betazed. Ich sollte eine Rede halten. Alles war perfekt vorbereitet. Ich stehe da, fange an zu sprechen – und merke plötzlich, dass ich die ganze Zeit die falsche Hose anhatte. Die Hose mit dem großen Fleck von dem Kaffee, den ich vorher verschüttet hatte. Und weil Betazoiden Gedanken lesen können, haben alle im Saal genau gewusst, was ich dachte. Das ganze Publikum hat versucht, nicht zu lachen. Ich hab die Rede trotzdem zu Ende gebracht ... aber danach haben sie mich drei Tage lang ‚Commander Kaffeefleck‘ genannt.“

Die Runde brach wieder in schallendes Gelächter aus. Elbrun lachte so sehr, dass er sich an Aljoscha festhalten musste. Jan klatschte begeistert, TOP schüttelte nur den Kopf und Sam prostete Carsten zu.

„Respekt“, sagte Sam lachend. „Das ist eine richtig gute Peinlichkeits-Geschichte.“

Carsten hob sein Glas und grinste.

„Jetzt seid ihr dran.“

Carsten drehte die Flasche. Sie kreiselte eine Weile und blieb schließlich bei Elbrun stehen.

„Elbrun!“, sagte Carsten mit einem breiten Grinsen. „Wahrheit oder Pflicht, mein Lieber?“

Elbrun hob den Kopf von Aljoschas Schulter, grinste schief und antwortete mit schon leicht schwerer Zunge: „Ich nehme Wahrheit ... vorerst.“

Die Männer lehnten sich neugierig vor. Carsten wartete einen Moment, dann fragte er direkt: „Hattest du mit jemand anderem Sex, außer mit den hier Anwesenden?“

Es wurde schlagartig still. Alle Augen waren auf Elbrun gerichtet.

Elbrun schüttelte den Kopf und antwortete vollkommen ehrlich: „Nein. Ihr fünf seid die einzigen gewesen.“

Sam hob sofort eine Augenbraue und grinste. „Ach, und was war mit dem Andorianer, mit dem du dir mal das Zimmer geteilt hast?“

Elbrun blinzelte, dann lachte er leise. „Du meinst Teral? Da war nichts ... Gut, wir haben mal zusammen gewichst, das ist ja aber kein Sex.“

Aljoscha drehte den Kopf und sah ihn überrascht an. „Das hattest du mir nie erzählt.“

Elbrun zuckte mit den Schultern und kuschelte sich wieder enger an ihn. „Das hatte ich auch schon vergessen.“

Die Runde lachte leise, aber niemand bohrte weiter nach. Elbrun nahm die Flasche, drehte sie selbst – und diesmal zeigte sie auf Aljoscha.

„Aljoscha!“, sagte Elbrun mit einem plötzlich sehr fiesen Grinsen. „Wahrheit oder Pflicht?“

Aljoscha schaute ihn einen Moment an, dann antwortete er mutig: „Ich nehme Pflicht.“

Elbruns Grinsen wurde noch breiter, fast schon anzüglich. „Ich möchte, dass du Sam küsst. Aber nicht oberflächlich. Ein richtiger Zungenkuss ... unter Freunden versteht sich.“

Die anderen stießen leise Pfiffe und Lachen aus.

Aljoscha zögerte keine Sekunde. Er stand auf, ging direkt auf Sam zu, setzte sich breitbeinig auf dessen Schoß und schob ihm ohne Umschweife die Zunge tief in den Mund. Die beiden knutschten richtig miteinander – intensiv, feucht und ohne Scheu. Sams Hände legten sich automatisch auf Aljoschas Hüften, Aljoschas Finger fuhren durch Sams dunkle Haare. Der Kuss dauerte ein paar Sekunden, bevor sie sich schwer atmend voneinander lösten.

Sam grinste Aljoscha an, die Lippen noch feucht. „Nicht schlecht, Captain.“

Aljoscha lachte leise, die Wangen gerötet, und ging zurück zu Elbrun, der ihn sofort wieder an sich zog und ihm einen schnellen, besitzergreifenden Kuss auf die Lippen drückte.

Die Stimmung im Raum war jetzt elektrisch, aber immer noch herzlich und betrunken – genau die richtige Mischung für einen Abend, der noch lange nicht zu Ende war.

„Spielen wir weiter?“

Elbrun lachte leise, griff nach der leeren Flasche und drehte sie mit Schwung auf dem Tisch.

„Ich drehe dann mal.“

Die Flasche kreiselte eine Weile, wurde langsamer und blieb schließlich mit dem Hals genau auf Carsten zeigend liegen.

„Carsten!“, sagte Elbrun mit einem breiten Grinsen. „Wahrheit oder Pflicht?“

Carsten lehnte sich zurück, nahm noch einen Schluck und antwortete selbstbewusst: „Pflicht.“

Elbruns Grinsen wurde noch ein bisschen fieser. „Du musst gegen mich armdrücken. Wenn du gewinnst, darfst du dir etwas wünschen.“

Carsten hob eine Augenbraue, dann grinste er ebenfalls. „Okay.“

Die beiden rutschten vom Sofa auf den Boden und setzten sich einander gegenüber an den niedrigen Sofatisch. Sie stützten die Ellbogen auf, legten die Hände ineinander und brachten sich in Position. Elbruns Armmuskeln spannten sich sichtbar unter dem schwarzen Unterhemd.

„Bereit?“, fragte Elbrun.

„Ja“, antwortete Carsten.

„Auf drei ... eins ... zwei ... drei!“

Beide drückten los. Die Arme zitterten sofort vor Anstrengung. Schweißperlen bildeten sich auf Elbruns Stirn, sein Unterhemd spannte sich über der Brust. Carsten gab ein tiefes Knurren von sich, die Adern an seinem Unterarm traten hervor. Die beiden Männer starrten sich in die Augen, schwer atmend, die Gesichter nur Zentimeter voneinander entfernt.

Aljoscha beobachtete die Szene mit klopfendem Herzen. „Das ist unfair, Elbrun hat mehr Kraft. Er hat in letzter Zeit auch viel mehr trainiert.“

„Ach deswegen dachte ich, Elbruns Schultern wären noch breiter geworden ... dann hatte ich mir das nicht nur eingebildet“, meinte Sam mit einem anerkennenden Pfiff.

Die Runde lachte auf. Elbrun grinste nur, ohne den Blick von Carsten zu nehmen, und drückte langsam, aber unaufhaltsam dessen Hand nach unten.

Carsten gab ein gequältes, aber erregtes Lachen von sich.

„Verdammt ... du bist ein Monster ...“

Mit einem letzten, ruhigen Druck drückte Elbrun Carstens Hand flach auf den Tisch.

„Gewonnen“, sagte er zufrieden und lehnte sich zurück, die Brust hob und senkte sich schnell.

Carsten rieb sich das Handgelenk und lachte.

„Na gut ... du hast gewonnen. Also kein Wunsch für mich.“

Er nahm die Flasche und wollte wieder drehen.

„Wir machen das jetzt so“, meinte er dann mit einem breiten Grinsen. „Auf wen die Flasche zeigt, muss auch gegen Elbrun Armdrücken.“

Die anderen johlten zustimmend. Carsten drehte die Flasche. Sie kreiselte und blieb bei Jan stehen.

Jan brachte sich sofort in Position, stemmte den Ellbogen auf den Tisch und grinste Elbrun provokant an.

„Los, zeig mir, was du kannst.“

Elbrun grinste nur zurück, setzte sich ihm gegenüber und hielt seinen Arm in Position. Ihre Unterarme berührten sich wieder, die Haut war schon warm und leicht feucht vom Schweiß. Beide drückten die Hände fest zusammen.

„Bereit?“, fragte Elbrun.

„Ja“, antwortete Jan.

„Dann auf drei ... eins ... zwei ... drei!“

Beide drückten los. Jan hielt sich überraschend gut – sein Arm zitterte, aber er gab nicht sofort nach. Mit einem frechen Grinsen versuchte er, Elbrun abzulenken: Er zog mit der freien Hand sein T-Shirt etwas hoch und zeigte seine definierten Bauchmuskeln.

„Na? Gefällt dir das?“

Elbrun lachte leise, blieb aber völlig unbeeindruckt. Stattdessen zog er mit der freien Hand sein eigenes schwarzes Unterhemd ebenfalls ein Stück hoch und entblößte seine deutlich breiter und kräftiger gewordene Brust und den trainierten Bauch.

„Gefällt dir das?“, konterte er mit einem frechen Grinsen.

Jan starrte einen winzigen Moment zu lange hin – und das war sein Fehler.

Zack! Mit einem ruhigen, aber kraftvollen Druck drückte Elbrun Jans Hand flach auf den Tisch.

„Gewonnen“, sagte Elbrun zufrieden.

Jan ließ sich lachend nach hinten fallen.

„Verdammt ... du bist echt unfair. Erst die Muskeln zeigen und dann auch noch gewinnen.“

Die Runde brach wieder in herzliches Gelächter aus. Elbrun lehnte sich zurück, immer noch grinsend, und kuschelte sich sofort wieder an Aljoscha.

Die Flasche stand schon wieder in der Mitte, bereit für die nächste Runde.

Jan drehte die Flasche mit einem schwungvollen Handgelenk. Sie kreiselte eine Weile über den Tisch, wurde langsamer und blieb schließlich mit dem Hals genau auf Aljoscha zeigen.

„Aljoscha!“, rief Jan begeistert.

Aljoscha hob sofort beide Hände und schüttelte den Kopf.

„Nein, ohne mich“, sagte er lachend, aber bestimmt. „Ich werde nicht mit Elbrun armdrücken. Ich weiß genau, dass ich abloose.“

Die Runde lachte auf. Elbrun grinste nur breit und schaute seinen Mann mit einem herausfordernden Funkeln in den Augen an.

Jan lehnte sich vor und versuchte ihn zu überreden.

„Komm schon, Aljoscha, das ist doch nur aus Spaß!“

Aljoscha schüttelte wieder den Kopf, aber dann huschte ein freches Lächeln über sein Gesicht.

„Wir machen das anders“, meinte er. „Ich trete gegen dich an, Jan.“

Jan blinzelte überrascht, dann grinste er breit.

„Das könnte lustig werden. Da mach ich mit.“

Elbrun setzte sich aufs Sofa zurück, lehnte sich entspannt zurück und beobachtete die beiden mit einem amüsierten Lächeln. Er drückte Aljoscha noch einmal kurz die Daumen und rief ihm zu:

„Los, Imzadi, gib alles!“

Jan und Aljoscha brachten sich am Sofatisch gegenüber in Position. Beide stützten die Ellbogen auf, legten die Hände ineinander und schauten sich in die Augen. Die Runde war plötzlich wieder hellwach, alle lehnten sich vor.

„Bereit?“, fragte Aljoscha.

„Immer“, antwortete Jan.

„Auf drei ... eins ... zwei ... drei!“

Beide drückten los. Das Match war erstaunlich ausgeglichen. Jan war kräftig und motiviert, Aljoscha kämpfte mit vollem Einsatz. Ihre Arme zitterten, die Gesichter waren angespannt, Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn.

Elbrun saß auf dem Sofa, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, und feuerte seinen Mann lautstark an:

„Los, Imzadi! Gib alles! Drück ihn runter!“

Seine Stimme war voller Stolz und Aufregung, er grinste von einem Ohr zum anderen und konnte kaum stillsitzen.

Die anderen feuerten ebenfalls mit:

„Mach ihn fertig, Aljoscha!“, kam von TOP

„Zeig’s ihm!“, rief Sam

„Nicht nachlassen!“, feuerte Carsten beide an.

Das Armdrücken wurde immer intensiver. Die Muskeln an Aljoschas und Jans Armen waren deutlich angespannt, ihre Gesichter rot vor Anstrengung und Lachen. Aljoscha kämpfte mit allem, was er hatte, während Elbrun ihn vom Sofa aus weiter anfeuerte.

„Du schaffst das, Imzadi! Ich glaub an dich!“

Die Stimmung war wieder herrlich ausgelassen, laut und voller Spaß – genau so, wie ein betrunkener Abend unter Freunden sein sollte.

Das Armdrücken wurde immer intensiver. Beide Männer kämpften mit voller Kraft, die Arme zitterten, die Gesichter waren rot vor Anstrengung und Lachen. Jan gab alles, aber Aljoscha war plötzlich wie besessen – vielleicht weil Elbrun ihn so laut anfeuerte, vielleicht weil er einfach nicht verlieren wollte.

Mit einem letzten, kräftigen Ruck drückte Aljoscha Jans Hand langsam, aber unaufhaltsam nach unten. Jan versuchte noch einmal gegenzuhalten, doch es half nichts. Mit einem dumpfen „Plopp“ landete Jans Hand flach auf dem Tisch.

Aljoscha hatte gewonnen.

Die Runde brach in lautes Jubeln aus. Jan lachte auf und ließ sich zurückfallen, während er sich das Handgelenk rieb.

„Verdammt ... du hast mich gerade richtig fertiggemacht“, keuchte er anerkennend.

Elbrun sprang fast vom Sofa auf. Sein Gesicht strahlte vor Stolz. Die Augen leuchteten, das breite, glückliche Grinsen war nicht mehr zu bremsen.

„Mein Mann!“, rief er begeistert, zog Aljoscha sofort zu sich heran und küsste ihn leidenschaftlich.

Der Kuss war tief, hungrig und voller Stolz. Elbrun hielt Aljoschas Gesicht mit beiden Händen, die Zunge glitt sofort in seinen Mund, als wollte er ihn vor allen anderen noch einmal für sich beanspruchen. Aljoscha erwiderte den Kuss genauso intensiv, eine Hand vergrub sich in Elbruns Haaren, die andere lag auf dessen Brust. Für ein paar lange Sekunden war der Kuss so leidenschaftlich, dass die anderen nur noch leise pfiffen und grinsten.

Als sie sich schließlich voneinander lösten, waren beide leicht außer Atem. Elbrun lehnte seine Stirn gegen Aljoschas und flüsterte leise, nur für ihn hörbar:

„Ich bin so verdammt stolz auf dich, Imzadi.“

Aljoscha lächelte, die Wangen gerötet, und küsste ihn noch einmal kurz auf die Lippen.

Die anderen johlten und klatschten.

Jan hob sein Glas. „Na, das war mal ein Sieg mit Stil!“

Sam grinste breit. „Elbrun sieht aus, als würde er gleich platzen vor Stolz.“

Carsten lachte tief. „Und Aljoscha sieht aus, als hätte er gerade den ganzen Abend gewonnen.“

Elbrun zog Aljoscha wieder eng an sich, ließ ihn nicht mehr los und strahlte über das ganze Gesicht. Er war eindeutig der glücklichste Mann im Raum.

Die Flasche stand noch immer in der Mitte des Tisches, bereit für die nächste Runde – aber im Moment genoss einfach jeder den warmen, betrunkenen, liebevollen Moment.

Elbrun hob den Kopf von Aljoschas Schulter und schaute in die Runde. Seine Augen waren glasig, nicht nur vom Alkohol. Er schaute einen nach dem anderen an – TOP, Sam, Carsten und Jan – und atmete tief durch, bevor er sprach.

„Wisst ihr ...“, begann er leise, die Stimme ein bisschen brüchig, aber voller Wärme. „Dieser Moment bedeutet mir echt viel. Mehr, als ich wahrscheinlich sagen kann.“

Er schluckte schwer und lächelte ein kleines, verletzliches Lächeln.

„Ihr seid meine Freunde. Meine Familie. Ihr seid gekommen, als Aljoscha euch gerufen hat – nur wegen mir. Ihr habt alles stehen und liegen gelassen, seid hergeflogen, obwohl ihr wisst, wie beschissen es mir geht. Das ... das ist nicht selbstverständlich.“

Seine Finger krallten sich leicht in Aljoschas T-Shirt, als brauchte er Halt.

„Ich bin so froh, dass ich euch habe. Ihr seid immer da. Auch wenn ich manchmal ein Arsch bin. Auch wenn ich mich zurückziehe und nicht weiß, wie ich das alles sagen soll. Ihr seid einfach ... da. Ohne Fragen. Ohne Bedingungen.“

Er machte eine kleine Pause, die Stimme wurde noch leiser, aber noch inniger.

„Ich hätte auch Tamek und Tovan so gerne hier gehabt. Und Tharil. Und Jasminka und Piroel. Und auch alle anderen. Ich weiß, dass sie alles stehen und liegen gelassen hätten, nur für mich. Genau so, wie ich es auch für sie tun würde. Aber sie sind zu weit weg auf Missionen ... und trotzdem fühlt es sich an, als wären sie irgendwie mit dabei. Weil ihr hier seid.“

Elbrun schaute wieder in die Runde, die Augen glänzten.

„Danke. Wirklich. Dass ihr gekommen seid. Dass ihr mich so seht, wie ich bin – mit all dem Mist im Kopf. Und dass ihr trotzdem bleibt. Das ... das bedeutet mir die Welt.“

Für einen Moment war es ganz still im Quartier.

Dann stand TOP auf, ging zu Elbrun und zog ihn in eine feste Umarmung. Er drückte ihn lange, ohne ein Wort zu sagen.

Sam folgte sofort, schlang von der anderen Seite die Arme um beide und murmelte: „Immer, Mann. Immer.“

Carsten stand ebenfalls auf, legte seine großen Hände auf Elbruns Schultern und drückte sie fest.

„Du bist nicht allein. Nie. Das weißt du.“

Jan, der sonst immer der Lauteste war, stand auf und umarmte die Gruppe einfach von hinten. Seine Stimme war ungewöhnlich leise und warm.

„Wir sind wegen dir gekommen. Und wir bleiben auch wegen dir.“

Aljoscha saß noch auf dem Sofa und schaute die Szene mit feuchten Augen an. Er lächelte, ein bisschen überwältigt, und streckte die Hand aus, um Elbruns Finger zu drücken.

Elbrun stand mitten in der Umarmung seiner Freunde, die Augen geschlossen, und ließ sich einfach halten. Sein Körper entspannte sich merklich. Die Anspannung der letzten Tage schien für einen kurzen, kostbaren Moment von ihm abzufallen.

„Danke ...“, flüsterte er leise in die Umarmung hinein. „Danke, dass ihr da seid.“

Die Männer blieben noch einen langen Moment so stehen – eine warme, etwas chaotische, aber unglaublich feste Gruppe. Keiner sagte etwas. Es war nicht nötig.

Schließlich lösten sie sich langsam voneinander. Elbrun setzte sich wieder zu Aljoscha, kuschelte sich sofort eng an ihn und vergrub das Gesicht an dessen Hals. Aljoscha schlang beide Arme um ihn und hielt ihn fest.

Nach einem Moment hob Elbrun den Kopf wieder ein wenig. Er schaute in die Runde, die Stimme nun noch leiser, fast schon verlegen.

„Ich habe Bilder gesehen ... Dinge erlebt ... Bilder, die mich verstören, die ich nicht aus meinem Kopf bekomme. Gedanken, die da sind, die ich nicht haben will. Es fühlt sich manchmal an, als wäre etwas in mir kaputt gegangen, das ich nicht so leicht reparieren kann.“

Er lächelte müde.

„Aber ihr seid hier. Und das macht es ein bisschen leichter.“

Die Runde blieb still, aber die Stille war warm und voller Verständnis. Niemand drängte nach mehr. Niemand stellte Fragen.

Es reichte, dass er es gesagt hatte.

Die Flasche stand immer noch unberührt in der Mitte des Tisches.

Niemand wollte mehr spielen.

Es reichte vollkommen, einfach nur hier zu sein.

Der Abend klang langsam und sanft aus.

Das laute Lachen war leiser geworden, die Gläser wurden seltener nachgefüllt. Die Männer saßen entspannt da, die Stimmen waren warm und etwas müde. Elbrun blieb eng an Aljoscha gekuschelt, ein Bein über dessen Schoß gelegt, die Hand locker auf dessen Brust. Ab und zu strich Aljoscha ihm zärtlich über den Rücken oder küsste ihn auf die Schläfe.

Sie redeten noch eine Weile – über nichts Wichtiges mehr, nur über schöne Erinnerungen, kleine Anekdoten und Zukunftspläne. Das Licht im Quartier war jetzt sehr gedimmt, fast nur noch die Sterne draußen und ein paar leise Lampen erhellten den Raum.

Irgendwann schaute TOP auf die Uhr und seufzte leise.

„Ich muss leider los“, sagte er bedauernd. „Die Sojourner bricht in ein paar Stunden wieder auf. Wir haben einen engen Zeitplan.“

Elbrun hob den Kopf, die Enttäuschung war ihm deutlich anzusehen.

„Wir hatten gehofft, du könntest die Nacht hierbleiben ...“, murmelte er leise, aber mit einem verschmitzten Lächeln.

TOP lächelte traurig und strich Elbrun über die Wange.

„Ich auch. Glaubt mir, ich wäre gerne geblieben. Aber ... Pflicht.“

Er stand auf, und einer nach dem anderen erhoben sich auch die anderen. Die Verabschiedung war herzlich, aber nicht übertrieben lang. Jeder umarmte Elbrun noch einmal fest.

Jan drückte ihn besonders innig. „Pass auf dich auf, ja? Und wenn es wieder scheiße wird, rufst du einfach.“

Sam gab ihm einen Kuss auf die Schläfe. „Wir sind nur einen Ruf entfernt.“

Carsten legte seine großen Hände auf Elbruns Schultern und schaute ihm ernst in die Augen. „Du bist nicht allein. Nie. Das weißt du.“

TOP war der Letzte. Er zog Elbrun in eine lange, warme Umarmung und hielt ihn fest.

„Du schaffst das“, flüsterte er ihm ins Ohr. „Und wenn nicht, dann sind wir da. Immer.“

Elbrun nickte nur, die Stimme zu belegt zum Sprechen. Er hielt TOP einen Moment länger fest als die anderen und küsste ihn zärtlich, aber intensiv. Dann verabschiedeten sich alle von Aljoscha – mit Umarmungen, Schulterklopfen und leisen Dankesworten. Auch TOP und Aljoscha küssten sich kurz.

Die Tür schloss sich hinter ihnen.

Plötzlich war es sehr still im Quartier.

Elbrun stand noch einen Moment da, schaute auf die geschlossene Tür und atmete tief durch. Dann drehte er sich zu Aljoscha um. Sein Lächeln war müde, aber echt.

„Sie sind wirklich gekommen ... nur für mich.“

Aljoscha zog ihn sanft in seine Arme und hielt ihn fest.

„Ja. Und sie kommen wieder. Immer.“

Elbrun nickte, vergrub das Gesicht an Aljoschas Hals und ließ sich einfach halten. Die Anspannung der letzten Tage war noch da, aber sie fühlte sich jetzt leichter an – als hätten die Freunde einen Teil davon mitgenommen.

Der Abend war zu Ende. Und er war genau richtig gewesen.

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