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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
Teil 19
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Informationen
- Story: Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
- Autor: KAY
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Science Fiction
Am nächsten Morgen lag Elbrun wach im Bett. Er hatte mehr schlecht als recht geschlafen. Immer wieder waren die Bilder der letzten Stunden in seinem Kopf aufgeflammt und hatten ihn hochschrecken lassen: der verletzte Andorianer, der sich voller Panik in die Ecke seiner Zelle verkrochen hatte, die Todesangst in den Augen der Crew, wenn er nur an ihnen vorbeigegangen war, und vor allem das kalte Messer des terranischen Aljoscha, das nur Zentimeter von seinem Herzen entfernt an seiner Brust gelegen hatte.
Jedes Mal, wenn er die Augen schloss, sah er es wieder. Jedes Mal wachte er auf, das Herz hämmernd, Schweiß auf der Haut.
Doch neben ihm lag Aljoscha – friedlich schlummernd, als wäre die Welt draußen vollkommen in Ordnung.
Aljoscha lag auf dem Bauch, das Gesicht halb im Kissen vergraben, die blonden Haare wild zerzaust. Die Decke war ihm bis zur Hüfte heruntergerutscht, sodass sein nackter Rücken und die sanfte Rundung seines Pos zu sehen waren. Er atmete tief und gleichmäßig, vollkommen entspannt. Ab und zu entkam ihm ein leises, zufriedenes Seufzen im Schlaf, als würde er von etwas Schönem träumen.
Elbrun stützte sich auf den Ellenbogen und schaute ihn einfach nur an.
So friedlich, dachte er. So süß. So schön.
In diesem Moment, im weichen Licht der Sternenbasis, das durch das Fenster fiel, sah Aljoscha aus wie das pure Gegenteil von allem, was Elbrun in den letzten Tagen erlebt hatte. Keine Angst. Keine Gewalt. Keine Dunkelheit. Nur Wärme. Nur Liebe. Nur sein Mann. Elbrun spürte, wie sich etwas in seiner Brust löste – nur ein kleines Stück, aber es reichte, um ihm für einen Augenblick den Atem zu nehmen. Er fühlte, wie die Anspannung der Nacht ein wenig nachließ, nur weil er ihn ansah.
Er beschloss, dass es Zeit war, das Bett zu verlassen. Ganz leise, um Aljoscha nicht zu wecken, schlüpfte er unter der Decke hervor, zog sich eine lockere graue Jogginghose über und setzte sich direkt an den Schreibtisch im Wohnbereich.
Die gesammelten Daten, die Sendak ihm von den PADDs überspielt hatte, lagen bereits auf dem Monitor. Elbrun aktivierte das Display und begann zu lesen.
Es waren viele Daten. Sehr viele.
Er zoomte in die Sternenkarten hinein. Das Territorium des Terranischen Imperiums war deutlich größer als das der Föderation – ein riesiges, aggressiv ausgedehntes Reich, das sich weit in den Quadranten hineingefressen hatte. Aber Elbrun bemerkte auch sofort die gefährliche Nähe zum Borg-Raum. Die Tzenkethi-Heimatwelt war vollständig assimiliert worden, ein ganzer Sektor war bereits dunkelrot markiert.
Technologisch waren die Terraner ähnlich weit entwickelt wie die Föderation, doch in manchen Bereichen klar voraus: ihre Waffen und Panzerungen waren deutlich fortschrittlicher. Dafür lag die Föderation in Medizin und wissenschaftlichen Entdeckungen weit vorne.
Elbrun scrollte weiter zu den Schiffspezifikationen. Er notierte sich einige einfache, aber wirkungsvolle Verbesserungen – kleine Anpassungen an den Schildemittern, eine optimierte Energieverteilung der Phaserbänke, eine leichte Modifikation der Torpedorampen. Dinge, die man relativ schnell auf die eigenen Schiffe übertragen konnte. Besonders gegen die Borg könnten diese Veränderungen einen entscheidenden Vorteil bringen.
Er beschloss, einen ausführlichen Bericht zu schreiben – einen für das Sternenflottenkommando und einen persönlichen an seine Tante Cordelia, die bei Utopia Planitia arbeitete. Vielleicht konnte sie die technischen Vorschläge direkt in die Werftplanung einfließen lassen.
Aber zuerst musste er seinen eigenen Missionsbericht schreiben. Den offiziellen. Den, in dem er alles festhalten musste, was er gesehen und erlebt hatte.
Elbrun stand auf, ging zum Replikator und bestellte sich einen großen Becher Kaffee – obwohl er Kaffee eigentlich nicht mochte. Er brauchte einfach etwas Starkes, etwas, das ihn wach hielt. Der bittere Duft breitete sich im Quartier aus, als er den Becher nahm und sich wieder an den Schreibtisch setzte.
Mit einem tiefen Atemzug begann er zu schreiben.
Hinter ihm, im Bett, regte sich Aljoscha leicht im Schlaf, drehte sich auf die andere Seite und zog die Decke etwas höher. Elbrun schaute kurz zu ihm hinüber, ein sanftes, liebevolles Lächeln huschte über sein Gesicht.
Dann wandte er sich wieder dem Monitor zu und tippte weiter – ruhig, konzentriert, aber mit dem schweren Wissen, dass dieser Bericht vielleicht über das Schicksal ganzer Welten entscheiden könnte.
Aljoscha wachte langsam auf. Das Bett neben ihm fühlte sich leer und kühl an. Er blinzelte verschlafen, tastete mit der Hand über die Matratze, wo Elbrun eigentlich liegen sollte, und fand nur das zerwühlte Laken. Ein leises, unzufriedenes Brummen entkam ihm.
Er drehte den Kopf und sah ihn dann.
Elbrun saß am Schreibtisch, vollkommen konzentriert. Nur in der lockeren grauen Jogginghose gekleidet, der Oberkörper nackt, die Muskeln unter der Haut deutlich sichtbar, während er sich leicht nach vorne beugte. Das Licht der Sternenbasis fiel sanft durch das Fenster und zeichnete weiche Schatten auf seinen breiten Rücken und die Schultern. Er tippte ruhig, aber entschlossen, die Augen fest auf den Monitor gerichtet, eine Tasse Kaffee neben sich, von der nur noch wenig übrig war.
Aljoscha blieb einen Moment einfach liegen und schaute ihn an.
Gott, wie schön er ist, dachte er. So stark. So fokussiert. Und trotzdem so ... mein.
Der Anblick war unglaublich attraktiv – Elbrun in diesem halb-unbekleideten, völlig unbewussten Zustand, völlig in seiner Arbeit versunken. Die Art, wie sich seine Rückenmuskeln bei jeder kleinen Bewegung anspannten, wie seine Finger über die Tasten glitten, wie ernst und entschlossen sein Gesichtsausdruck war. Aljoscha spürte ein warmes, tiefes Ziehen in der Brust. Er wusste, dass es jetzt besser war, ihn nicht zu stören. Elbrun brauchte diesen Moment der Konzentration, um die Erlebnisse der letzten Tage irgendwie zu verarbeiten.
Also blieb er noch eine Weile liegen, beobachtete ihn einfach nur still und bewunderte die Schönheit seines Mannes. Die ruhige Kraft, die von ihm ausging, die Entschlossenheit in jeder kleinen Geste.
Irgendwann konnte er jedoch nicht mehr liegen bleiben. Er schlug die Decke zurück, stand leise auf und ging barfuß zum Schreibtisch hinüber.
Von hinten schlang er die Arme um Elbrun, drückte sich sanft gegen seinen nackten Rücken und küsste ihn zärtlich auf die Stirn.
„Guten Morgen“, flüsterte er leise, die Stimme noch rau vom Schlaf.
Elbrun antwortete nicht mit Worten. Er gab nur ein tiefes, konzentriertes Brummen von sich – ein leises, fast schon abwesendes Geräusch, das zeigte, wie tief er noch in seinen Gedanken und den Daten steckte. Aber er lehnte sich für einen winzigen Moment zurück, drückte sich kurz gegen Aljoschas Umarmung, als wollte er sagen: Ich bin hier. Ich spüre dich.
Das reichte Aljoscha erstmal vollkommen.
Er lächelte sanft, küsste ihn noch einmal auf die Schläfe und löste sich dann wieder. Barfuß und nur in seiner Schlafanzughose ging er Richtung Bad, warf aber noch einen letzten, liebevollen Blick über die Schulter zurück zu seinem Mann.
Elbrun saß bereits wieder kerzengerade am Schreibtisch, die Finger flogen über die Tasten, als hätte er die kurze Unterbrechung kaum wahrgenommen.
Und genau das liebte Aljoscha so sehr an ihm.
Aljoscha betrat das Bad und machte sich für den Tag fertig. Er erledigte die üblichen Morgenrituale – Toilette, Zähne putzen, eine schnelle Schalldusche und ein rasches Rasieren an allen wichtigen Stellen. Danach schlüpfte er wieder in seine bequeme Schlafanzughose, weil er noch nicht bereit war, sich komplett in die Uniform zu zwängen.
Als er zurück in den Wohnbereich kam, fiel sein Blick sofort auf den Boden. Dort lag noch immer die terranische Uniform – die ärmellose, figurbetonte Jacke und die Hose, die Elbrun gestern getragen hatte. Aljoscha hob sie auf und hielt sie einen Moment in den Händen.
Entsorgen oder aufbewahren? dachte er. Vielleicht braucht er sie ja nochmal ...
Der Stoff fühlte sich fremd und schwer an. Dann kam ihm ein kleiner, schmutziger Gedanke: Wie verdammt sexy Elbrun darin ausgesehen hatte. Die enge Passform, die bloßen Arme, die muskulöse Brust, die durch den Ausschnitt betont wurde ... Aljoscha spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen schoss. Er wurde knallrot.
Nein. Nein, das ist nicht der richtige Moment für so etwas.
Mit einem entschlossenen Ruck warf er die Uniform in den Recycler. Das Gerät summte kurz und löste sie in ihre Atome auf. Aljoscha schüttelte den Kopf, als könnte er den Gedanken damit auch gleich mit entsorgen.
Dann machte er sich an die Arbeit und bereitete das Frühstück vor. Er replizierte frische Brötchen, Käse, Butter, eine Schale mit Obst und eine kleine Portion Schokocreme – genau die Dinge, die sie beide gerne mochten. Der Duft von warmem Brot und Kaffee breitete sich langsam im Quartier aus.
Als alles fertig war, ging er leise zu Elbrun hinüber. Er stellte sich hinter ihn, legte beide Hände auf dessen nackte Schultern und begann, sie sanft zu massieren. Seine Daumen kreisten über die verspannten Muskeln, drückten die Knoten weg, die sich dort gebildet hatten.
„Was hältst du von einer Pause?“, fragte er leise und liebevoll. „Frühstück ist fast fertig vorbereitet. Du könntest schon mal ins Bad gehen, und in der Zeit repliziere ich dir Tee oder Kakao.“
Elbrun bewegte seinen Nacken leicht nach links und rechts, weil er doch etwas zu steif vom langen Sitzen geworden war. Er gab ein leises, zustimmendes Brummen von sich, ohne den Blick vom Monitor zu nehmen.
„Ja ... ich schreibe diesen Absatz nur zu Ende, dann komm ich“, antwortete er, immer noch hochkonzentriert.
Aljoscha lächelte nachsichtig und wagte einen kleinen, verstohlenen Blick auf den Bildschirm. Was er dort las, war der offizielle Missionsbericht. Der sachliche, technische Teil – genau das, was Elbrun ihm gestern Abend schon erzählt hatte. Fakten an Fakten, nüchtern und präzise, ohne große Ausschmückungen. Aber am Ende des Berichts begann bereits der persönliche Abschnitt – Eindrücke, Meinungen, Vorschläge. Genau dort war Elbrun gerade angekommen.
Aljoscha erkannte den Stil sofort. Er kannte Elbruns Berichte nur zu gut.
Er drückte noch einmal sanft Elbruns Schultern, küsste ihn leicht auf den Hinterkopf und ging dann zurück in die Küche, um den Kakao zu replizieren. Dabei warf er immer wieder kurze, besorgte Blicke zu seinem Mann hinüber.
Elbrun tippte weiter, ruhig und fokussiert – doch Aljoscha sah die leichte Anspannung in seinen Schultern, die er gerade noch versucht hatte wegzumassieren.
Er war froh, dass Elbrun wenigstens nicht allein mit all dem war.
Aljoscha saß schon eine ganze Weile am Frühstückstisch und wartete. Und wartete. Und wartete.
Die Brötchen waren längst kalt, der kalte Kakao für Elbrun bekam Zimmertemperatur, und die Schokocreme begann langsam an den Rändern zu trocknen. Er hatte bereits zweimal den Tisch umgeräumt, dreimal den Saft umgeschüttet und viermal auf die Uhr geschaut.
Elbrun saß immer noch am Schreibtisch. Reglos. Konzentriert. Nur in der grauen Jogginghose, den nackten Rücken leicht vorgebeugt, die Finger flogen über die Tasten, als gäbe es kein Morgen.
Aljoscha wurde langsam richtig genervt. Er kannte diesen Modus bei seinem Mann – wenn Elbrun einmal in einem Bericht oder einer Analyse steckte, dann existierte die Welt um ihn herum nicht mehr. Aber heute, nach allem, was gestern passiert war, nach der kurzen Nacht und der emotionalen Achterbahn, hätte er wenigstens einmal eine Pause machen können.
Nach fast einer Stunde platzte ihm endgültig der Kragen.
„Elbrun Tiran, du verdammter Workaholic!“, rief er laut und deutlich durch den Raum. Seine Stimme war streng, aber darunter schwang auch ein Hauch von Zuneigung mit. „Du stehst jetzt sofort auf, gehst ins Bad und kommst dann frühstücken! Und zwar pronto!“
Elbrun zuckte leicht zusammen, als wäre er aus einer tiefen Trance gerissen worden. Er drehte sich langsam auf dem Stuhl um, schaute Aljoscha an – und ein kleines, schuldbewusstes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Okay ... okay, ich geh ja schon“, sagte er mit einem leisen Lachen in der Stimme und hob entschuldigend die Hände.
„Los, Abmarsch!“, setzte Aljoscha hinterher, diesmal mit einem strengen Zeigefinger, aber auch mit einem deutlich sichtbaren Schmunzeln.
Elbrun stand auf, streckte sich kurz und verschwand mit schnellen Schritten im Bad. Aljoscha hörte, wie die Tür zuging, und schüttelte grinsend den Kopf.
Doch Elbrun hatte offenbar beschlossen, ihn ein kleines bisschen zu ärgern.
Als er wenige Minuten später wieder aus dem Bad kam, trug er ... nichts. Keine Jogginghose. Kein Shirt. Nicht einmal Unterwäsche. Er war splitterfasernackt, die Haut noch leicht feucht von der Schalldusche, die Haare ein bisschen zerzaust. Mit einem völlig unschuldigen Gesichtsausdruck schlenderte er zum Frühstückstisch, zog sich einen Stuhl heraus und setzte sich direkt gegenüber von Aljoscha.
Aljoscha starrte ihn an. Seine Augen weiteten sich, und er spürte, wie ihm die Hitze explosionsartig in die Wangen schoss.
Der Anblick war einfach zu viel. Elbruns breite Schultern, die definierten Brustmuskeln, alles war perfekt beleuchtet vom Licht der Sternenbasis. Und dann dieser entspannte, fast schon provozierende Ausdruck in seinem Gesicht, als wäre es das Normalste der Welt, nackt zum Frühstück zu erscheinen.
„Elbrun ...“, begann er, halb empört, halb lachend.
Elbrun griff seelenruhig nach einem Brötchen, schnitt es auf und begann es zu buttern, als wäre es das Normalste der Welt.
„Was denn?“, fragte er mit großen, unschuldigen Augen. „Du hast gesagt, ich soll ins Bad gehen und dann frühstücken kommen. Das hab ich gemacht.“
Aljoscha lachte auf, schüttelte den Kopf und vergrub das Gesicht kurz in den Händen. Seine Ohren glühten förmlich.
Nach all dem gestrigen Mist, nach den Albträumen, nach den Bildern, die ihn fast kaputt gemacht haben ... sitzt er hier nackt am Tisch und flirtet mit mir, als wäre nichts gewesen. Und verdammt, es funktioniert.
Er linste zwischen den Fingern hindurch. Elbruns nackter Oberkörper, die Art, wie er sich leicht zurücklehnte, die entspannte Haltung – es war einfach zu attraktiv. Aljoscha spürte, wie sich ein verräterisches Kribbeln in seinem Unterleib ausbreitete.
„Du bist unmöglich“, murmelte er zwischen den Fingern hindurch, doch sein Grinsen war breit und verräterisch. „Und du weißt genau, was du da tust.“
Elbrun biss genüsslich in sein Brötchen und schaute ihn über den Tisch hinweg mit diesem typischen, frechen Funkeln in den Augen an.
„Vielleicht ein ganz kleines bisschen“, gab er zu und zwinkerte ihm zu. „Aber du hast doch gesagt, ich soll eine Pause machen.“
Aljoscha nahm die Hände vom Gesicht und lehnte sich zurück. Er konnte nicht anders – er grinste breit, auch wenn seine Wangen immer noch brannten.
„Du bist ein Teufel“, sagte er kopfschüttelnd, aber seine Augen verrieten, wie sehr ihm der Anblick gefiel. „Ein sehr attraktiver, sehr nackter Teufel.“
Elbrun lachte leise, tief und warm, und schob ihm das Brötchenbrettchen zu.
„Iss was, Imzadi. Sonst werde ich noch nervös, weil du mich so anstarrst.“
Aljoscha griff nach einem Brötchen, ohne den Blick von Elbrun zu nehmen. Er wusste genau, dass Elbrun ihn gerade bewusst provozierte – und er liebte es. Nach all dem Schweren gestern war dieser spielerische, freche Elbrun genau das, was er jetzt brauchte.
„Du bist unmöglich“, wiederholte er leise, diesmal mit einem zärtlichen Unterton. „Und ich liebe dich dafür.“
Die beiden frühstückten entspannt zusammen.
Es war ein ruhiges, fast schon wortloses Frühstück – genau das, was sie beide in diesem Moment brauchten. Aljoscha saß Elbrun gegenüber und genoss einfach die Stille, das leise Klappern von Besteck und das sanfte Summen der Enterprise im Hintergrund.
Elbrun redete nicht viel. Stattdessen flirtete er mit den Augen.
Immer wieder trafen sich ihre Blicke über den Tisch hinweg. Elbrun schaute ihn dann mit diesem ruhigen, intensiven Blick an – ein wenig herausfordernd, ein wenig liebevoll, ein kleines bisschen frech. Manchmal hob er eine Augenbraue, manchmal ließ er seinen Blick ganz bewusst langsam über Aljoschas Gesicht wandern, als würde er ihn gerade zum ersten Mal richtig sehen. Ab und zu, wenn Aljoscha nach dem Brötchen griff, streifte Elbruns nackter Fuß unter dem Tisch ganz bewusst sein Bein, nur eine sanfte, neckende Berührung.
Aljoscha schüttelte jedes Mal leicht den Kopf, aber er konnte das Lächeln nicht unterdrücken.
„Du bist unmöglich“, murmelte er irgendwann leise, während er in sein Brötchen biss.
Elbrun grinste nur, kaute langsam und schaute ihn weiter an. Kein Wort. Nur dieser Blick.
Es war kein lautes Flirten, keine großen Sprüche – nur kleine, intime Neckereien, die nur sie beide verstanden. Und genau das machte es so schön.
Nachdem sie fertig gegessen hatten, stand Elbrun auf, küsste Aljoscha im Vorbeigehen kurz auf die Schläfe und setzte sich direkt wieder an den Schreibtisch. Er wollte den Bericht unbedingt fertig bekommen, bevor die Besprechung mit Sendak und Nechayev am Mittag stattfand. Es war ihm wichtig, diesen Punkt von seiner gedanklichen Liste abhaken zu können.
Aljoscha räumte den Frühstückstisch ab, wischte die Krümel weg und stellte die leere Kanne in den Recycler. Dann warf er noch einen letzten Blick zu Elbrun hinüber, der bereits wieder tief in seiner Arbeit versunken war – nackt, konzentriert, den Rücken leicht vorgebeugt. Der Anblick ließ ihn kurz innehalten. Ein kleines, liebevolles Lächeln huschte über sein Gesicht, bevor er sich umdrehte und ins Schlafzimmer ging.
Dort zog er sich in Ruhe um.
Er ließ die Schlafanzughose zu Boden gleiten und stand einen Moment nackt vor dem großen Spiegel. Die Haut war noch warm vom Bett, die Muskeln leicht entspannt nach dem Frühstück. Er strich sich kurz mit der Hand über den Bauch, dann griff er nach der frischen Uniform.
Zuerst das schwarze Unterhemd und die passende Unterhose. Danach die Uniformhose. Er stieg hinein, zog den Reißverschluss hoch und schloss den Gürtel. Der Stoff saß perfekt, eng genug, um seine Figur zu betonen, aber bequem genug für einen langen Tag auf der Brücke.
Als Nächstes kam die Jacke. Aljoscha schlüpfte hinein, zog sie über die Schultern und schloss die Magnetverschlüsse einen nach dem anderen. Mit geübten Fingern glättete er den Kragen, strich die Brust glatt und richtete die Rangabzeichen am Kragen. Er drehte sich leicht vor dem Spiegel, prüfte, ob alles saß.
Im Spiegel sah er einen Captain der Sternenflotte – aufrecht, professionell, bereit. Aber in seinen Augen lag noch etwas Weiches, etwas Persönliches. Er dachte an Elbrun, der nur ein paar Meter weiter nackt am Schreibtisch saß und arbeitete, als gäbe es kein Morgen.
Wie kann ein Mann gleichzeitig so stark und so verletzlich sein?, dachte er. Und wie schafft er es, dass ich ihn nach all den Jahren immer noch so sehr will?
Er zog die Stiefel an, schloss sie sorgfältig und richtete sich auf. Ein letzter prüfender Blick in den Spiegel, dann strich er die Jacke glatt.
Bevor er den Raum verließ, warf er noch einen Blick zurück zum Bett – zerwühlt, warm, voller Erinnerungen an die letzte Nacht. Ein leises Lächeln huschte über sein Gesicht.
Dann ging er zurück in den Wohnbereich.
Elbrun saß immer noch am Schreibtisch, unverändert, hochkonzentriert. Aljoscha blieb kurz in der Tür stehen und betrachtete ihn noch einmal – die nackten Schultern, die Art, wie sich seine Muskeln bei jeder Tastenbewegung bewegten.
Er sagte nichts. Er wollte ihn nicht stören.
Stattdessen setzte er sich leise auf das Sofa, griff nach seinem PADD und begann, die aktuellen Schiffsberichte durchzugehen – während er immer wieder kurze, liebevolle Blicke zu seinem Mann hinüberwarf.
Etwas später ging Aljoscha leise zu Elbrun hinüber. Er blieb hinter ihm stehen, legte beide Hände sanft auf dessen nackte Schultern und drückte sie leicht.
„Du solltest dich langsam anziehen“, sagte er leise und liebevoll. „Wir müssen gleich los.“
Elbrun tippte noch den letzten Satz zu Ende, dann lehnte er sich zurück und schaute Aljoscha über die Schulter hinweg an. Ein kleines, warmes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.
„Fertig“, sagte er zufrieden.
Aljoscha hob eine Augenbraue und sah ihn streng, aber mit einem Schmunzeln an.
„Hast du gehört, was ich gesagt habe?“
Elbrun grinste frech, streckte sich genüsslich auf dem Stuhl und antwortete langgezogen und lachend:
„Jaaaaa ... ich geh mich ja schon anziehen.“
Er stand auf, drehte sich zu Aljoscha um und gab ihm im Vorbeigehen einen schnellen, zärtlichen Kuss auf die Wange. Dann schlenderte er vollkommen nackt zum Schrank, öffnete ihn und holte seine frische Uniform heraus.
Aljoscha blieb stehen und schaute ihm nach. Er konnte nicht anders.
Verdammt ... selbst wenn er nur zum Schrank geht, sieht er aus, als würde er eine Show für mich machen.
Elbrun spürte den Blick auf sich. Er grinste in sich hinein, während er langsam in die Uniformhose stieg. Absichtlich ließ er sich Zeit, zog den Stoff betont langsam über seine Hüften und seinen Hintern, drehte sich dabei ein kleines Stück zur Seite, sodass Aljoscha alles sehen konnte.
Ich weiß genau, dass er gerade auf meinen Arsch starrt, dachte Elbrun amüsiert. Und ich liebe es, wie er versucht, cool zu bleiben, obwohl er schon wieder rot wird.
Er schloss den Reißverschluss betont langsam und schaute über die Schulter zurück zu Aljoscha.
„Gefällt dir die Aussicht, Imzadi?“, fragte er mit tiefer, neckender Stimme.
Aljoscha lachte leise, aber seine Wangen wurden tatsächlich ein bisschen röter.
„Du bist unmöglich“, murmelte er. „Und ja ... die Aussicht ist hervorragend.“
Elbrun lachte leise, drehte sich ganz zu ihm um und zog sich das schwarze Unterhemd über den Kopf. Dabei spannte sich sein ganzer Oberkörper an, die Muskeln auf Brust und Bauch wurden deutlich sichtbar. Er ließ sich extra Zeit, strich das Hemd langsam glatt, fuhr mit den Händen über seinen Bauch und schaute Aljoscha dabei direkt in die Augen.
Er sieht so verdammt gut in Uniform aus, dachte Elbrun. Aber ich liebe es, dass er gerade versucht, nicht auf meinen nackten Oberkörper zu starren ... obwohl er es eindeutig tut.
„Du weißt, dass du mich gerade quälst, oder?“, sagte Aljoscha, die Stimme ein wenig heiser.
Elbrun grinste breit, nahm die Uniformjacke und schlüpfte hinein. Er schloss die Magnetverschlüsse einen nach dem anderen, ließ aber die obersten beiden Knöpfe offen – genau so, wie Aljoscha es am liebsten mochte.
„Quälen? Ich ziehe mich nur an“, antwortete er unschuldig, trat aber einen Schritt näher an Aljoscha heran. „Oder ... möchtest du, dass ich noch ein bisschen länger nackt bleibe?“
Aljoscha atmete tief ein, seine Hände zuckten kurz, als wollte er Elbrun am liebsten sofort wieder ausziehen.
„Du bist wirklich der Teufel“, flüsterte er, aber sein Blick war voller Zuneigung und Verlangen. „Und ja ... ein kleiner Teil von mir möchte das sehr gerne.“
Elbrun lachte leise, trat ganz nah an ihn heran und küsste ihn sanft, aber mit einem deutlichen Versprechen auf mehr.
„Später“, murmelte er gegen Aljoschas Lippen. „Wenn wir wieder zurück sind ... ziehe ich mich wieder aus. Nur für dich.“
Er zwinkerte ihm zu, schloss dann die letzten Knöpfe der Jacke und strich die Uniform glatt.
Aljoscha schüttelte den Kopf, grinste aber breit.
„Los jetzt, Admiral. Sonst kommen wir noch zu spät.“
Elbrun nahm seine Hand, drückte sie einmal fest und lächelte ihn liebevoll an.
Sie gingen gemeinsam zur Tür. Kaum hatte sich die Tür zu den Korridoren mit einem leisen Zischen geöffnet, blieb Elbrun plötzlich stehen.
Mit einer schnellen, bestimmten Bewegung zog er Aljoscha an sich und küsste ihn – kurz, aber heiß und innig. Der Kuss war tief, fordernd, voller Verlangen. Elbruns Hand lag fest in Aljoschas Nacken, die andere drückte ihn an der Taille eng an seinen Körper. Für einen Moment war da nur Hitze, nur Atem, nur das hungrige Spiel ihrer Zungen.
Aljoscha wurde leicht schwindelig. Der Kuss kam so unerwartet, so intensiv, dass er für einen Sekundenbruchteil die Orientierung verlor. Er war überrumpelt, verwirrt und gleichzeitig sofort leicht erregt. Sein Herz schlug schneller, ein warmes Kribbeln schoss durch seinen Körper.
Als Elbrun sich von ihm löste, grinste er breit und zufrieden.
„Sorry, Imzadi ... aber mir war danach“, sagte er lachend, zwinkerte ihm zu und trat dann einfach durch die offene Tür in den Korridor hinaus.
Aljoscha stand noch einen Moment verdattert in der Tür, die Lippen leicht geöffnet, die Wangen warm. Er blinzelte, als müsste er erst wieder in die Realität zurückfinden.
Dieser Mistkerl ..., dachte er, doch das Lächeln, das sich auf seinem Gesicht ausbreitete, verriet alles. Er weiß genau, wie er mich aus der Fassung bringen kann. Und verdammt ... es funktioniert jedes Mal.
Trotzdem wurde ihm warm ums Herz. Diese kleine, spontane Geste, dieser hungrige Kuss mitten im Alltag – das war so typisch Elbrun. Stark, selbstbewusst und gleichzeitig so liebevoll.
„Kommst du?“, rief Elbrun von draußen, schon ein paar Schritte den Korridor hinunter. „Wir sind sonst zu spät.“
Aljoscha lachte leise, schüttelte den Kopf und setzte sich in Bewegung.
„Ja, ja ... ich komm schon.“
Sie gingen nebeneinander durch die Korridore der Enterprise. Ihre Schultern berührten sich ab und zu, eine kleine, selbstverständliche Nähe. Elbrun warf ihm zwischendurch immer wieder kurze, freche Blicke zu, während Aljoscha versuchte, seine Uniformjacke zu richten und die Röte aus seinem Gesicht zu vertreiben.
Sie erreichten die Luftschleuse, betraten die Sternenbasis und machten sich auf den Weg zum Transporterraum. Dort angekommen, stellten sie sich auf die Plattform.
Elbrun schaute Aljoscha noch einmal an, diesmal sanfter, fast schon entschuldigend.
„Bereit?“, fragte er leise.
Aljoscha nickte, griff kurz nach Elbruns Hand und drückte sie einmal fest.
„Mit dir immer.“
Der Transporteroffizier aktivierte die Konsole.
„Energie.“
Ein helles Summen erfüllte den Raum, und beide materialisierten einen Wimpernschlag später direkt im Transporterraum des Sternenflottenkommandos.
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