zur Desktop-Ansicht wechseln. zur mobilen Ansicht wechseln.

Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 15

Lesemodus deaktivieren (?)

Informationen

 

Einige Tage später war die Enterprise auf dem Rückflug zur Erde.

Die Lyraner hatten keine weiteren Angriffe auf die Hydraner gestartet, deshalb wurde die Enterprise schließlich abkommandiert. Die anderen Schiffe blieben vorerst noch an der Grenze.

Elbrun dagegen erhielt den direkten Befehl, so schnell wie möglich zur Erde zurückzukehren. Warum genau, wusste er nicht. Der Befehl kam persönlich von Flottenadmiral Sendak. Elbrun kannte ihn gut – sie mochten sich und arbeiteten eigentlich sehr gut zusammen. Trotzdem war ihm klar: Wenn der Chef des Geheimdienstes jemanden so dringend zu sich rief, bedeutete das meist nichts Gutes.

Trotzdem konnte er ein leises, erwartungsvolles Lächeln nicht ganz unterdrücken. Es könnte auch spannend werden.

Die Enterprise war noch zwei Tage von der Erde entfernt.Dadurch hatte Elbrun plötzlich unerwartet viel Freizeit. Er konnte sich schließlich nicht auf das Treffen mit Sendak vorbereiten – er wusste ja nicht einmal, worum es überhaupt ging.

Elbrun und Aljoscha verbrachten den Nachmittag im Fitnessraum.

Zuerst liefen sie nebeneinander auf den Laufbändern – ein lockeres, aber zügiges Tempo. Die Luft war warm und roch leicht nach Schweiß und Metall. Elbrun lief ohne Shirt, nur in einer engen Sporthose, und Aljoscha konnte kaum die Augen von ihm lassen. Jedes Mal, wenn Elbrun schneller wurde, spannten sich seine Schultern und der Rücken deutlich an, und Schweiß lief in feinen Rinnsalen über seine Haut.

Nach dem Laufen wechselten sie zu den Gewichten. Elbrun übernahm die Bankdrücken-Station und legte sich hin. Aljoscha stand hinter ihm, um zu sichern.

„Komm schon, ein bisschen näher“, sagte Elbrun mit einem leichten Grinsen, als Aljoscha etwas Abstand hielt. „Ich beiße nicht … zumindest nicht hier.“

Aljoscha trat näher, die Hände bereit über der Stange. Jedes Mal, wenn Elbrun die Hantel nach oben drückte, spannte sich sein ganzer Oberkörper an. Die Brustmuskeln traten deutlich hervor, die Arme zitterten leicht unter der Last. Und jedes Mal, wenn er die Stange ablegte, schaute er Aljoscha direkt in die Augen – dieser intensive, wissende Blick, den Aljoscha nur zu gut kannte.

Bei der dritten Serie beugte Elbrun sich nach dem letzten Wiederholen etwas vor, griff mit einer Hand nach Aljoschas Hüfte und zog ihn spielerisch ein Stück näher, bis Aljoscha fast über ihm stand.

„Du bist heute ziemlich abgelenkt, Imzadi“, murmelte er leise, sodass nur Aljoscha es hören konnte. Seine Finger strichen dabei ganz leicht über die empfindliche Stelle oberhalb von Aljoschas Hüftknochen. „Oder liegt das nur daran, dass ich kein Shirt anhabe?“

Aljoscha spürte, wie ihm heiß wurde. Er schluckte hart und versuchte, cool zu bleiben, aber sein Körper verriet ihn bereits. Elbrun bemerkte es natürlich sofort und grinste zufrieden.

„Siehst du?“, flüsterte er und ließ seine Hand einen Moment länger liegen. „Genau das meinte ich mit ‚wuschig machen‘.“

Aljoscha stieß ein leises, genervtes Lachen aus und schüttelte den Kopf.

„Du bist unmöglich“, murmelte er, doch seine Stimme klang schon ein bisschen belegt.

Elbrun setzte sich auf, wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn und schaute zu ihm hoch – dieser eine Blick war schon fast zu viel.

„Und du bist süß, wenn du versuchst, nicht rot zu werden“, antwortete Elbrun leise und schaute zu ihm hoch, während er immer noch auf der Bank lag. „Noch eine Runde?“

„Ja, eine Runde noch“, sagte Aljoscha und versuchte, möglichst gelassen zu klingen, „dann muss ich auf die Brücke.“

Elbrun grinste kurz, legte die Hände wieder an die Stange und drückte die Gewichte mit kontrollierten, kräftigen Bewegungen nach oben. Seine Brust- und Armmuskeln spannten sich deutlich an, Schweiß glänzte auf seiner Haut. Aljoscha stand hinter ihm, die Hände bereit, um zu sichern, und konnte den Blick kaum abwenden.

Während Elbrun die nächste Wiederholung machte, fragte Aljoscha leise: „Was wirst du machen, während ich weg bin?“

Elbrun atmete gleichmäßig aus, als er die Stange wieder absenkte, und antwortete ohne zu zögern: „Ich werde etwas lesen … und mit Fussel spielen. Unser Karakal ist in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen.“

Er drückte die Gewichte ein letztes Mal nach oben, hielt sie kurz oben und legte sie dann vorsichtig zurück in die Halterung. Mit einem zufriedenen Ausatmen setzte er sich auf und wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn.

„Der Kleine hat sich in den letzten Tagen ziemlich vernachlässigt gefühlt“, fügte er mit einem kleinen Lächeln hinzu. „Und ich auch ein bisschen. Also werde ich ihm heute mal richtig viel Aufmerksamkeit schenken.“

Aljoscha lachte leise und schüttelte den Kopf. „Du und dein Karakal … Manchmal bin ich fast ein bisschen eifersüchtig auf Fussel.“

Elbrun stand auf, trat dicht vor ihn und strich ihm mit dem Daumen kurz über die Hüfte.

„Keine Sorge“, murmelte er mit diesem tiefen, warmen Ton, den er nur bei Aljoscha anschlug. „Für dich habe ich später noch genug Aufmerksamkeit übrig.“

Nach dem Training gingen die beiden zurück ins Quartier.

Aljoscha duschte als Erster. Er kam frisch aus dem Bad, zog sich schnell seine Uniform an und gab Elbrun einen kurzen Kuss auf die Wange.

„Ich muss auf die Brücke“, sagte er leise. „Bis später.“

Dann verschwand er.

Elbrun duschte danach in Ruhe. Er zog sich nur ein lockeres schwarzes T-Shirt und eine graue Boxershorts an, ließ die Füße barfuß und ließ sich mit einem zufriedenen Seufzer aufs Sofa fallen. Er griff nach seinem PADD, öffnete das Buch, in dem er gerade las, und lehnte sich entspannt zurück.

Kaum hatte er ein paar Seiten gelesen, sprang Fussel mit einem eleganten Satz aufs Sofa. Der Karakal kuschelte sich sofort eng an Elbruns Seite, schnurrte leise und drückte seinen Kopf gegen dessen Brust.

Elbrun lächelte, legte das PADD kurz zur Seite und streichelte sanft über Fussels weiches Köpfchen. Seine Finger kraulten genau die Stelle hinter den Ohren, die der Kleine besonders mochte.

„Na du?“, murmelte er leise. „Hast du mich vermisst?“

Fussel schnurrte nur noch lauter und machte es sich richtig gemütlich.

Elbrun grinste zufrieden, nahm das PADD wieder auf und las weiter, während seine andere Hand ruhig und gleichmäßig über das weiche Fell des Karakals strich.

Etwa eine Stunde später waren Elbrun und Fussel tief eingeschlafen.

Der Karakal hatte sich zusammengerollt und lag halb auf Elbruns Brust, das Köpfchen unter dessen Kinn gekuschelt. Elbrun selbst war auf dem Sofa zur Seite gerutscht, ein Arm locker um Fussel gelegt, das PADD war ihm längst aus der Hand geglitten und lag auf dem Boden.

Währenddessen verlief Aljoschas Dienst auf der Brücke vollkommen ereignislos. Die Enterprise flog ruhig und gleichmäßig Richtung Erde. Keine Notrufe, keine ungewöhnlichen Scans, nur das sanfte Summen der Triebwerke und das leise Murmeln der Crew. Aljoscha saß im Kommandosessel, behielt alles im Blick und ließ sich von der ruhigen Routine ein wenig entspannen.

Nach einiger Zeit wachte Elbrun auf.

Er blinzelte langsam, brauchte einen Moment, bis er begriff, wo er war. Das Tageslicht im Quartier fühlte sich falsch an, zu hell für einen richtigen Schlaf. Sein Kopf war schwer, die Gedanken noch vernebelt. Wenn er tagsüber auf dem Sofa einschlief, zerschlug es ihn jedes Mal richtig – für ein paar Sekunden wusste er nicht einmal mehr genau, wer oder was er war. Er starrte an die Decke, versuchte, sich zu orientieren, und atmete ein paarmal tief durch.

Fussel hob verschlafen den Kopf, blinzelte ihn an und gab ein leises, fragendes Schnurren von sich, als wollte er sagen: „Alles gut bei dir?“

Elbrun lächelte müde, strich dem Karakal übers Köpfchen und murmelte heiser:

„Ja … alles gut, Kleiner. Ich bin nur gerade wieder da.“

Als Elbrun langsam wieder klar wurde, blieb er noch einen Moment sitzen und rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht. Der kurze, tiefe Mittagsschlaf hatte ihn wie immer etwas aus der Bahn geworfen. Er brauchte ein paar Sekunden, bis er richtig da war.

Dann stand er auf, ging zum Replikator und bestellte sich einen starken schwarzen Tee. Der heiße Becher materialisierte mit einem leisen Summen. Elbrun nahm ihn in beide Hände, atmete den würzigen Duft ein und trank den ersten Schluck noch im Stehen.

Während er den Tee trank, schaute er sich im Quartier um. Es war nicht wirklich unordentlich, aber es lag doch hier und da etwas herum – eine Uniformjacke über dem Stuhl, Fussels Spielzeug auf dem Boden, das PADD auf dem Sofa. Elbrun stellte den Becher ab und begann aufzuräumen. Er schüttelte die Kissen auf, faltete die Decke ordentlich zusammen, räumte die herumliegenden Sachen weg und wischte schnell über den Esstisch.

Er wollte, dass Aljoscha nach seinem Dienst in ein aufgeräumtes, einladendes Zuhause kam.

Während er arbeitete, formte sich in seinem Kopf ein Plan. Er wollte Aljoscha heute Abend überraschen. Ein richtig schöner, romantischer Abend – genau so, wie Aljoscha ihn liebte. Ein gutes Essen, sanfte Musik im Hintergrund, ein oder zwei Gläser Wein, Kerzenlicht. Elbrun selbst stand nicht besonders auf dieses „ganze Gedöns“, wie er es insgeheim nannte, aber er wusste genau, wie sehr Aljoscha sich darüber freuen würde. Und genau deswegen machte er es.

Er lächelte leise vor sich hin, während er Fussels Spielzeug in die Ecke räumte.

„Heute Abend wirst du staunen, Imzadi“, murmelte er halblaut.

Elbrun lächelte noch einmal leise vor sich hin, während er das letzte Spielzeug von Fussel in die Ecke räumte. Das Quartier sah jetzt wieder ordentlich und einladend aus – genau so, wie Aljoscha es mochte.

Er trank den Rest seines Tees aus, stellte den Becher in den Recycler und ging zum Replikator. Mit ruhigen Bewegungen begann er, den Abend zu planen. Er rief das Menü auf und wählte sorgfältig aus: gegrilltes Hühnchen in Kräuterbutter mit frischem Gemüse und einer leichten Soße, dazu Aljoschas Lieblingskartoffeln und einen knackigen Salat. Zum Nachtisch bestellte er eine kleine Schokoladenmousse – nichts Übertriebenes, aber genau das, was Aljoscha immer ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

„Computer, spiele sanfte Betazoidische Abendmusik.‘“, sagte er leise.

Die ersten zarten Töne einer Harfe und eines leichten Streichens erfüllten das Quartier. Elbrun dimmte das Licht ein wenig und holte zwei Kerzen aus dem Schrank. Er stellte sie auf den Esstisch und zündete sie an. Das warme, flackernde Licht tauchte den Raum in ein sanftes Gold.

Fussel beobachtete ihn neugierig vom Sofa aus, den Kopf schief gelegt.

„Du darfst heute auch ein bisschen mitfeiern“, murmelte Elbrun und warf dem Karakal ein kleines Stückchen getrocknetes Fleisch zu, das er extra für ihn repliziert hatte. „Aber nicht auf den Tisch, klar?“

Fussel schnappte sich den Snack und rollte sich zufrieden wieder zusammen.

Elbrun trat einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. Es war nicht übertrieben romantisch – keine Rosen oder kitschigen Dekorationen –, aber es war genau die Art von Aufmerksamkeit, die Aljoscha immer berührte. Er selbst fühlte sich dabei ein bisschen fremd, aber das war ihm egal. Für Aljoscha lohnte es sich.

Er warf einen Blick auf die Uhr. Aljoscha müsste in etwa einer Stunde von der Brücke kommen.

Elbrun setzte sich wieder aufs Sofa, zog Fussel zu sich heran und streichelte ihn gedankenverloren, während die leise Musik weiterspielte.

„Heute Abend machen wir es ihm schön“, flüsterte er dem Karakal zu. „Er hat es verdient.“

Ein wenig später zog Elbrun sich um.

Er wählte eine dunkelblaue Hose, die eng an seinen kräftigen Oberschenkeln und dem festen Hintern saß, und ein schwarzes Hemd, das er bewusst eine Nummer kleiner genommen hatte. Der Stoff spannte leicht über seiner breiten Brust und den deutlich ausgeprägten Armmuskeln – gerade genug, um seine Figur zu betonen, ohne aufdringlich zu wirken. Es sah elegant aus, aber gleichzeitig unverkennbar männlich und sexy.

Die obersten beiden Knöpfe ließ er offen. Ein kleiner, bewusster Hauch von Verführung. Er wusste genau, wie sehr Aljoscha diesen Anblick mochte – den dezenten Einblick auf seine Brust, die leichte Andeutung von Haut und Muskeln.

Elbrun warf einen prüfenden Blick in den Spiegel, strich das Hemd glatt und nickte zufrieden. Dann ging er zum Replikator.

„Eine Flasche Rotwein, Jahrgang 2361, Château Picard Reserve.“

Die Flasche materialisierte. Er entkorkte sie sorgfältig und goss den tiefroten Wein in eine elegante Karaffe um, damit er atmen konnte. Der Duft von dunklen Beeren und einem Hauch von Eiche breitete sich angenehm im Quartier aus.

Er stellte die Karaffe zusammen mit zwei Gläsern auf den bereits gedeckten Tisch, zündete die Kerzen an und dimmte das Licht noch ein wenig weiter. Die sanfte Betazoidische Musik spielte leise im Hintergrund.

Elbrun trat einen Schritt zurück und betrachtete das Gesamtbild. Alles war genau so, wie er es sich vorgestellt hatte – romantisch, aber nicht übertrieben. Genau richtig für Aljoscha.

Jetzt fehlte nur noch sein Mann.

Ein paar Minuten später glitt die Tür zum Quartier auf und Aljoscha trat ein.

Er blieb abrupt stehen. Für einen kurzen Moment dachte er wirklich, er hätte sich in der Tür geirrt. Das Licht war warm und gedimmt, sanfte Musik spielte leise im Hintergrund, auf dem Esstisch brannten zwei Kerzen und tauchten den Raum in ein goldenes, einladendes Licht. Der Duft von gutem Rotwein hing in der Luft.

Dann sah er Elbrun.

Sein Mann stand nur wenige Schritte entfernt, die Hände locker in den Hosentaschen, und schaute ihn einfach nur an – voller Liebe, voller Wärme, mit diesem ruhigen, tiefen Blick, der Aljoscha jedes Mal wieder den Atem nahm. Das schwarze Hemd spannte leicht über seiner Brust, die offenen Knöpfe gaben einen verführerischen Einblick auf die Haut darunter.

„Willkommen zu Hause, Imzadi“, sagte Elbrun leise, die Stimme dunkel und warm. Er kam langsam auf ihn zu, ohne den Blick abzuwenden.

Er blieb dicht vor Aljoscha stehen, so nah, dass dieser seinen Duft nach frischer Dusche und dem leichten Aftershave riechen konnte. Elbrun legte eine Hand an Aljoschas Wange, strich mit dem Daumen zärtlich über dessen Unterlippe und küsste ihn.

Der Kuss begann sanft, fast zärtlich, wurde aber schnell tiefer und leidenschaftlicher. Elbruns andere Hand legte sich auf Aljoschas Hüfte und zog ihn ein Stück näher, bis ihre Körper sich berührten. Er küsste ihn, als hätte er den ganzen Tag darauf gewartet – langsam, intensiv, mit einem leichten Knabbern an der Unterlippe.

Als sie sich voneinander lösten, war Aljoscha leicht atemlos und sichtlich verwirrt.

„Elbrun … was soll das?“, fragte er leise, die Stimme ein wenig rau.

Elbrun lächelte, ließ seine Hand noch einen Moment auf Aljoschas Hüfte liegen und strich mit dem Daumen über die Stelle, an der das Hemd in die Hose verschwand.

„Ein romantischer Abend“, antwortete er leise, fast schon ein wenig heiser. „Nur für uns zwei. Keine Brücke, keine Berichte … nur du und ich.“

Er beugte sich noch einmal vor, küsste Aljoscha kurz unter das Ohr und flüsterte:

„Und ich habe vor, dich heute Abend sehr, sehr langsam zu verwöhnen.“

Sie setzten sich an den Esstisch.

Elbrun goss den tiefroten Wein in die Gläser, reichte Aljoscha eines und schaute ihm dabei tief in die Augen. Die Gläser klirrten leise, als sie anstießen. Aljoscha nahm einen etwas größeren Schluck als Elbrun und stellte das Glas ein wenig zu schnell wieder ab.

Elbrun lächelte zufrieden, nahm sein Besteck und begann zu essen. Die ersten Bissen waren noch ruhig, fast andächtig. Das Hühnchen war zart und saftig, die Kräuterbutter duftete intensiv, das Gemüse knackig und leicht süßlich. Die Kartoffeln waren perfekt gewürzt.

Nach einer Weile lehnte Elbrun sich ein wenig zurück, nahm einen Schluck Wein und ließ seinen Blick langsam über Aljoscha wandern.

„Du siehst übrigens verdammt gut aus, wenn du so überrascht bist“, sagte er leise, die Stimme ein wenig tiefer als sonst. „Diese leichte Röte auf deinen Wangen … und wie du versuchst, cool zu bleiben. Das macht mich ganz schwach.“

Aljoscha verschluckte sich fast und musste kurz husten. Er warf Elbrun einen vorwurfsvollen Blick zu, doch seine Ohren wurden noch röter.

„Du bist unfair“, murmelte er und stach ein Stück Hühnchen auf. „Ich komme von der Brücke, bin noch total im Dienstmodus, und dann … das hier.“

Elbrun grinste leicht, spießte ein Stückchen Hühnchen auf seine Gabel und hielt es Aljoscha hin.

„Mund auf, Imzadi.“

Aljoscha zögerte eine Sekunde, dann öffnete er den Mund und ließ sich füttern. Elbruns Blick blieb die ganze Zeit fest auf seine Lippen gerichtet.

„Gut?“, fragte Elbrun leise.

„Sehr gut“, antwortete Aljoscha etwas heiser. „Aber du bist immer noch unfair.“

Elbrun lachte leise und tief, ein Geräusch, das direkt in Aljoschas Bauch vibrierte.

„Ich weiß. Aber ich mag es, wenn du ein bisschen aus dem Konzept kommst. Dann guckst du mich immer so an … als würdest du nicht wissen, ob du mich küssen oder erwürgen sollst.“

Aljoscha schüttelte den Kopf, konnte aber ein kleines, verlegenes Lächeln nicht unterdrücken. Er stach ein Stück Gemüse auf und hielt es Elbrun hin.

„Jetzt bist du dran“, sagte er und versuchte, selbst ein wenig frech zu klingen. „Und hör auf, mich so anzuschauen, sonst kann ich nicht mehr geradeaus essen.“

Elbrun beugte sich vor, nahm den Bissen langsam von der Gabel und ließ dabei bewusst seinen Blick über Aljoschas Gesicht wandern – von den Augen hinunter zu den Lippen und wieder zurück. Er kaute langsam, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen.

„Zu spät“, murmelte er. „Ich kann gar nicht anders. Du sitzt hier, siehst mich an, als wäre ich der Hauptgang … und ich soll nicht schauen?“

Aljoscha wurde noch röter und stieß ein leises, nervöses Lachen aus. Er nahm einen großen Schluck Wein, um sich etwas Zeit zu verschaffen.

Das Essen zog sich angenehm in die Länge. Sie fütterten sich abwechselnd kleine Happen, tranken Wein, und zwischen jedem Bissen gab es kleine, flirtende Bemerkungen. Elbrun ließ keine Gelegenheit aus, Aljoscha mit Blicken und leisen Komplimenten aus dem Konzept zu bringen.

Irgendwann, als die Teller fast leer waren, lehnte Elbrun sich zurück und lächelte zufrieden.

„Bereit für den Nachtisch?“

Aljoscha nickte, die Wangen immer noch leicht gerötet.

Elbrun stand auf, holte zwei kleine Schalen mit Schokoladenmousse aus dem Replikator und stellte sie auf den Tisch. Er setzte sich wieder, nahm einen Löffel, tauchte ihn in die Mousse und hielt ihn Aljoscha hin.

„Mund auf“, flüsterte er mit einem dunklen, vielsagenden Lächeln. „Diesmal ganz langsam.“

Der Nachtisch war längst gegessen, die Flasche Wein war irgendwann leer. Beide spürten den Wein ganz leicht im Kopf – ein warmes, angenehmes Summen, das alles weicher und intimer machte.

Aljoscha war einfach nur glücklich. Dass ausgerechnet Elbrun, der sonst so unromantisch und pragmatisch war, sich so viel Mühe gab, berührte ihn tief.

Elbrun stand langsam auf, kam um den Tisch herum und hielt Aljoscha die Hand hin. Seine Stimme war leise, ein wenig rau vom Wein:

„Darf ich zum Tanzen bitten?“

Aljoscha starrte ihn einen Moment lang völlig baff an. Elbrun und tanzen? Auf einer Party sich zur Musik bewegen war eine Sache – aber richtig tanzen? Das war auch für ihn neu.

Trotzdem legte er seine Hand in Elbruns und ließ sich hochziehen. Elbrun zog ihn sofort eng an sich, eine Hand fest auf Aljoschas unterem Rücken, die andere hielt seine Hand. Er führte sanft, aber bestimmt.

Es war kein klassischer Tanz mit komplizierten Schritten. Es war mehr ein langsames, enges Sich-Wiegen zur Musik – Körper an Körper, Hüfte an Hüfte. Aljoscha schmiegte sich an Elbrun, legte den Kopf an dessen Schulter und ließ sich einfach führen.

Elbrun senkte den Kopf, bis seine Lippen ganz dicht an Aljoschas Ohr waren.

„Du fühlst dich verdammt gut an“, murmelte er, die Stimme tief und warm. Seine Hand strich langsam über Aljoschas Rücken, dann ein Stück tiefer, bis sie gerade noch oberhalb seines Hinterns liegen blieb. „Genau richtig in meinen Armen.“

Aljoscha erschauerte leicht und drückte sich enger an ihn.

„Ich hätte nie gedacht, dass du so etwas machst“, flüsterte er zurück.

Elbrun lachte leise, ein vibrierendes Geräusch direkt an Aljoschas Ohr.

„Für dich mache ich eine Menge Dinge, die ich sonst nie tun würde.“ Er drehte sie beide langsam, drückte Aljoscha dabei noch ein bisschen fester an sich, sodass ihre Hüften sich berührten. „Und ich genieße es sehr, dich so nah zu haben.“

Seine Finger strichen leicht über Aljoschas Wirbelsäule, dann wieder tiefer, fast schon besitzergreifend.

„Du riechst nach Wein und nach dir“, raunte er. „Das macht mich ganz verrückt.“

Aljoscha lächelte gegen Elbruns Hals und küsste die warme Haut dort.

Elbrun drehte den Kopf leicht. Seine Lippen streiften zuerst zärtlich über Aljoschas Schläfe, warm und weich, dann glitten sie langsam tiefer. Er küsste die empfindliche Stelle direkt unter dem Ohr – langsam, bewusst, fast schon quälend zärtlich. Seine Lippen öffneten sich leicht, die Zunge strich warm und feucht über die Haut, bevor er sanft daran knabberte und dann mit einem tiefen, genüsslichen Laut saugte.

Aljoscha erschauerte heftig. Ein leises, unterdrücktes Stöhnen entkam ihm, als Elbruns heißer Atem über die feuchte Stelle strich und kleine Stromstöße direkt in seinen Unterleib schickte.

Elbrun lächelte an seiner Haut, die Stimme dunkel und rau: „Ich habe vor, dich den ganzen Abend lang nicht mehr loszulassen.“

Elbrun küsste seinen Mann wieder.

Diesmal war der Kuss tiefer, hungriger. Er spürte, wie Aljoschas Gedanken offen vor ihm lagen – ein warmer, einladender Strom aus Verlangen, Zärtlichkeit und dem leisen Wunsch nach mehr. Elbrun lächelte in den Kuss hinein, las jede kleine Sehnsucht, jedes stumme „Ja, genau so“, und gab ihm genau das.

Ihre Münder bewegten sich jetzt doller, intensiver. Zungen trafen sich, strichen langsam und genüsslich aneinander, während ihre Körper sich noch enger aneinanderpressten. Elbruns Hände glitten über Aljoschas Rücken, dann nach vorne, und er begann, ohne den Kuss zu unterbrechen, an der Uniform seines Mannes zu arbeiten.

Mit geschickten Fingern öffnete er Knopf für Knopf die Jacke. Langsam, fast schon quälend langsam schob er den Stoff über Aljoschas Schultern, ließ die Jacke über dessen Arme gleiten und warf sie achtlos zur Seite. Die ganze Zeit über küsste er ihn weiter – tief, feucht, mit kleinen, hungrigen Lauten, die tief aus seiner Brust kamen.

Als die Jacke zu Boden fiel, strichen Elbruns Hände sofort über das dünne schwarze Hemd darunter, spürten die Wärme von Aljoschas Haut und die festen Muskeln darunter.

„Genau das wolltest du“, flüsterte er gegen Aljoschas Lippen, die Stimme rau und dunkel. „Ich hab’s in deinem Kopf gesehen.“

Aljoscha antwortete nur mit einem leisen, erregten Stöhnen und zog Elbrun noch fester an sich...

Nach dem Akt der Leidenschaft lagen sie noch lange eng umschlungen da, die Körper warm und schwer vom Nachglühen. Irgendwann schliefen beide erschöpft ein – Aljoscha mit dem Kopf auf Elbruns Brust, Elbrun einen Arm fest um ihn geschlungen.

Der folgende Tag blieb ereignislos. Die Enterprise flog ruhig durch den Raum, die Reparaturen liefen planmäßig, und die Crew nutzte die ruhige Phase, um sich zu erholen. Elbrun und Aljoscha verbrachten die meiste Zeit zusammen, mal auf der Brücke, mal in ihrem Quartier, wo sie einfach nur die Nähe des anderen genossen.

Am zweiten Tag erreichten sie endlich die Erde.

Die Enterprise dockte an dem massiven Raumdock, das im Orbit um den blauen Planeten schwebte. Das riesige Gerüst aus Stahl und Licht umschloss das Schiff wie eine schützende Hand.

Elbrun wollte sich direkt zum Sternenflottenkommando begeben. Aljoscha begleitete ihn ohne ein Wort. Sie beamten vom Raumdock aus direkt in die zentrale Transporterstation des Kommandos. Von dort gingen sie schweigend durch die langen, hellen Gänge des Gebäudes, bis sie vor Admiral Sendaks Büro standen.

Elbrun betätigte die Klingel. Die Tür glitt auf.

Der Vulkanier saß aufrecht an seinem Schreibtisch, die Hände gefaltet. Er begrüßte beide mit einem knappen, aber respektvollen Nicken.

„Admiral Tiran. Captain Cornellus. Danke, dass Sie so schnell gekommen sind.“

Elbrun kam direkt zur Sache. „Warum wollten Sie mich sehen?“

Sendak stand auf, die Miene unbewegt wie immer.

„Kommen Sie mit. Ich will Ihnen etwas zeigen.“

Ohne weitere Erklärung ging er voraus. Elbrun und Aljoscha folgten ihm durch die Korridore, tiefer in das Gebäude hinein. Die Gänge wurden nüchterner, die Beleuchtung kühler. Schließlich erreichten sie den Bereich der Arrestzellen.

Sendak blieb vor einer der Zellen stehen und machte nur eine knappe Geste in deren Richtung.

Elbrun und Aljoscha traten näher.

Hinter dem flimmernden Kraftfeld stand eine Gestalt, die Elbrun das Blut in den Adern gefrieren ließ.

Es war er selbst.

Oder besser gesagt: das böse Spiegelbild aus dem Spiegel-Universum. Der Terranische Elbrun. Die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Statur – nur der Blick war kalt, berechnend und voller dunkler Genugtuung.

„Hallo, Elbrun“, sagte der Spiegel-Elbrun mit einem schmalen, spöttischen Lächeln.

Elbrun starrte ihn an, die Hände zu Fäusten geballt. Seine Stimme war eisig, als er antwortete:

„Was willst du hier?“

Der Terranische Elbrun neigte leicht den Kopf, das Lächeln wurde breiter.

„Freust du dich nicht, mich wiederzusehen?“, fragte der Terranische Elbrun mit einem spöttischen Lächeln.

„Nein“, antwortete Elbrun knapp, die Stimme kalt und abweisend.

Der Terraner lachte leise. „Ich mich schon. Es ist ein Vergnügen, mit dir zu arbeiten … aber gut, kommen wir zum Geschäftlichen. Ich habe dir bei unserer letzten Begegnung gesagt, dass die Borg es wieder versuchen werden. Und genau das ist nun der Fall.“

Er machte eine kurze Pause, bevor er fortfuhr: „Vor einigen Wochen ist mein Schiff auf die Borg getroffen. Es waren zwei Schiffe. Das eine stammte aus meinem Universum … das andere nicht.“

Elbrun runzelte die Stirn. „Das andere kam aus meinem?“

„Nein“, antwortete der Terraner. „Es stammte aus einem anderen.“

Für einen Moment herrschte angespannte Stille in der Zelle.

„Los, zeigen Sie ihnen die Aufzeichnung“, rief der Terranische Elbrun zu Sendak hinüber.

Sendak trat vor und übergab Elbrun wortlos ein PADD. Auf dem Display startete die Aufzeichnung.

Man sah zwei Borgsphären, die nebeneinander durch den Raum glitten. Die eine war die bekannte rote, leuchtende Kugel aus dem Spiegeluniversum. Daneben schwebte eine zweite Sphäre – sie war dunkelblau, fast schwarz, und wurde von einem dichten, wirbelnden schwarzen Nebel umhüllt. Die Form war ähnlich, doch die Farbe und die unheimliche Aura waren vollkommen fremd.

Elbrun starrte auf die Bilder, die Augen schmal. „Was sind das für Borg?“

„Das weiß ich nicht“, antwortete der Terranische Elbrun. Seine Stimme war plötzlich ernst, ohne den üblichen Spott. „Aber sie sind anders. Gefährlicher.“

Elbrun schwieg und musterte sein Spiegelbild mit kaltem Blick.

Der Terraner wartete einen Moment, dann verzog sich sein Mund zu einem schmalen, gefährlichen Lächeln. Er trat einen Schritt näher ans Kraftfeld, die Augen zu Schlitzen verengt, und fauchte plötzlich:

„Willst du dazu nichts sagen?“

Seine Stimme war scharf wie ein Messer, die Worte trieften vor Verachtung. Die Hände ballten sich zu Fäusten, die Knöchel traten weiß hervor, während er Elbrun fixierte wie ein Raubtier, das kurz davor ist, zuzuschnappen.

Elbrun blieb ruhig. „Nein. Das ist ein Problem, weil?“

Der Terranische Elbrun lachte leise – ein kaltes, freudloses Lachen, das mehr wie ein Knurren klang. Er neigte den Kopf, die Augen funkelten hasserfüllt und gleichzeitig voller sadistischer Vorfreude.

„Verstehst du es nicht?“, zischte er. „Die Borg aus verschiedenen Universen arbeiten zusammen. Aus deinem, aus meinem … und wer weiß, wie viele noch.“ Er machte eine ruckartige Handbewegung, als würde er etwas Zerbrechliches zerquetschen. „Sie sind eine Allianz. Eine, die uns alle vernichten wird, wenn wir nicht handeln.“

Elbrun hob eine Braue. „Und du willst, dass ich wieder die Drecksarbeit für dich erledige?“

Der Terraner grinste breit, ein böses, verzerrtes Grinsen, das seine Zähne entblößte. Er drückte die Handfläche gegen das Kraftfeld, als wollte er es durchbrechen, und sprach langsam, jedes Wort betonend:

„Wir können nur überleben, indem wir zusammenarbeiten. Wie letztes Mal.“

Elbrun schaute ihn einen langen Moment an, dann antwortete er knapp und eisig:

„Abgelehnt.“

Der Terranische Elbrun erstarrte. Sein Grinsen gefror zu einer Maske reiner Wut. Die Augen wurden schmal, die Lippen zogen sich zurück, und für einen Sekundenbruchteil sah man den puren Hass, der in ihm loderte. Er schlug mit der flachen Hand gegen das Kraftfeld, sodass es kurz aufflackerte.

„Du verdammter Narr!“, fauchte der Terranische Elbrun. Sein Gesicht verzerrte sich zu einer Fratze aus purem Hass. Die Augen waren schmal, die Lippen zurückgezogen, sodass die Zähne sichtbar wurden. Er schlug mit der flachen Hand gegen das Kraftfeld, das kurz aufflackerte.

„Du wirst noch bereuen, dass du mich abgewiesen hast! Wenn sie kommen – und das werden sie – dann wirst du auf den Knien zu mir gekrochen kommen und mich anflehen, dir zu helfen!“

Elbrun schaute ihn einen langen, kalten Moment an, dann antwortete er ruhig und scharf:

„Du bist doch hier eingekrochen gekommen und willst Hilfe. Sei einmal ehrlich. Wie nah sind euch die Borg schon?“

Der Terranische Elbrun erstarrte. Für einen Sekundenbruchteil flackerte etwas in seinen Augen – blanke Wut, gemischt mit echter Angst. Dann explodierte er.

„SCHEIßE!“, schrie er laut, die Stimme überschlug sich fast. Er trat einen Schritt zurück und schlug erneut mit der Faust gegen das Kraftfeld, das diesmal stärker flackerte. Sein Gesicht war rot vor Zorn, die Adern an seinem Hals traten hervor.

„Sie sind nah … verdammt nah! Die Tzenkethi-Heimatwelt wurde assimiliert. Sie haben jetzt sehr viele neue Drohnen … sehr starke Drohnen. Sie sind schneller, zäher und koordinierter als alles, was wir bisher kannten.“

Er atmete schwer, die Hände noch immer zu Fäusten geballt, und starrte Elbrun mit einem Blick an, der gleichzeitig hasserfüllt und verzweifelt war.

„Sie kommen. Und sie kommen nicht nur für mein Universum … sie kommen für alle.“

Elbrun stand regungslos da. Sein Gesicht war wie versteinert, doch in seinen Augen flackerte etwas Kaltes, Berechnendes auf. Er starrte sein Spiegelbild an, als würde er es zum ersten Mal wirklich sehen.

Aljoscha neben ihm spürte, wie sich Elbruns gesamter Körper anspannte. Er legte ihm unauffällig eine Hand auf den unteren Rücken – eine stumme, feste Stütze.

Sendak blieb vollkommen ruhig, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Seine vulkanische Miene verriet nichts, doch seine Augen beobachteten beide Elbruns mit scharfer Aufmerksamkeit.

Elbrun atmete einmal tief durch, dann sprach er mit eisiger Klarheit:

„Du kommst also zu mir, weil du Angst hast. Weil deine Borg-Allianz aus verschiedenen Universen euch bereits überrollt hat. Und jetzt willst du, dass ich die Drecksarbeit für dich erledige … wieder einmal.“

Der Terranische Elbrun lachte auf – ein hässliches, verzerrtes Lachen, das mehr wie ein Knurren klang. Er trat noch näher ans Kraftfeld, die Hände zu Fäusten geballt, die Knöchel weiß.

„Angst? Ich habe keine Angst. Ich habe nur erkannt, dass wir ohne einander nicht überleben werden. Du bist der Einzige, der schon einmal gegen eine solche Bedrohung bestanden hat. Du kennst die Borg besser als jeder andere in diesem verdammten Universum.“

Seine Stimme wurde leiser, giftiger:

„Und ja … ich will, dass du die Drecksarbeit machst. Weil du gut darin bist. Weil du immer derjenige warst, der die schmutzigen Dinge erledigt hat, während ich …“

Er grinste böse.

„… während ich die Macht hatte.“

Elbrun schüttelte langsam den Kopf. Seine Stimme blieb ruhig, doch die Kälte darin war schneidend.

„Du hast dich nicht verändert. Du bist immer noch derselbe arrogante, selbstsüchtige Bastard, der nur dann kommt, wenn er selbst am Ende ist.“

Er machte einen Schritt zurück, als wollte er Abstand zwischen sich und das Kraftfeld bringen.

„Die Antwort bleibt: Abgelehnt.“

Der Terranische Elbrun schlug erneut mit der Faust gegen das Kraftfeld. Das Feld flackerte hell auf.

„Du verdammter Idiot!“, brüllte er. „Du wirst noch begreifen, wie falsch du liegst! Wenn diese neuen Borg hier auftauchen, werden sie nicht nur assimilieren – sie werden alles auslöschen! Und dann wirst du kommen und mich anflehen!“

Sendak hob eine Hand, seine Stimme blieb vollkommen ruhig und sachlich.

„Genug. Die Aufzeichnungen und Daten wurden bereits an Admiral Tiran übermittelt. Die Entscheidung liegt bei ihm.“

Er wandte sich an Elbrun und Aljoscha.

„Wir sollten in meinem Büro weiter sprechen.“

Elbrun nickte knapp, warf seinem Spiegelbild noch einen letzten, eisigen Blick zu und drehte sich um.

Der Terranische Elbrun starrte ihnen hinterher. Sein Gesicht war zu einer Fratze aus purer Wut und ohnmächtiger Verzweiflung verzerrt. Die Augen waren schmal, die Lippen zurückgezogen, die Zähne gebleckt wie bei einem wilden Tier.

„Du wirst zurückkommen, Elbrun!“, brüllte er ihnen nach, die Stimme überschlug sich vor Hass. „Und dann wirst du auf den Knien rutschen und mir den Schwanz lutschen, damit ich dir helfe! Hörst du?! Du wirst mich anflehen, du verdammter Schwächling!“

Die Tür zur Arrestzelle schloss sich mit einem leisen, endgültigen Zischen und sperrte die wütenden Schreie aus.

Elbrun, Aljoscha und Sendak gingen schweigend zurück in Sendaks Büro. Die Atmosphäre war schwer und angespannt. Kaum hatte sich die Tür hinter ihnen geschlossen, blieb Elbrun stehen. Seine Kiefer mahlten, die Zähne knirschten hörbar aufeinander.

„Schicken Sie ihn zurück in sein Universum“, sagte er ruhig, doch die unterdrückte Wut war deutlich zu hören.

Sendak neigte leicht den Kopf, die vulkanische Miene unbewegt.

„Sind Sie sich sicher, Admiral?“

Elbrun drehte sich zu ihm um. Seine Augen waren kalt und entschlossen.

„Sicher. Ich will dieses Stück Dreck nicht eine Sekunde länger in unserem Universum haben. Schicken Sie ihn zurück. Sofort.“

Elbruns Stimme war ruhig, aber die Anspannung darunter war deutlich spürbar. Seine Kiefer mahlten, die Hände waren zu Fäusten geballt.

Aljoscha stand schweigend neben ihm, die Hand unauffällig, aber fest auf Elbruns unterem Rücken gelegt – eine stumme, warme Unterstützung. Er spürte genau, wie angespannt sein Mann war, auch wenn er nach außen hin die Fassung wahrte.

Elbrun atmete einmal tief durch, als müsste er sich selbst dazu zwingen, die nächsten Worte auszusprechen. Seine Stimme wurde etwas leiser, doch sie klang bitter und widerwillig:

„Allerdings … auch wenn es mich anwidert … geben Sie ihm alle Daten, die wir über die Borg haben. Er soll uns seine Daten schicken. Wir müssen uns regelmäßig austauschen. Nur wenn er in seinem Universum erfolgreich bleibt … haben wir eine Chance.“

Die letzten Worte kamen ihm sichtlich schwer über die Lippen. Man sah ihm an, wie sehr ihn dieser Kompromiss innerlich ankotzte.

Sendak hob eine Braue, die einzige sichtbare Regung in seinem vulkanischen Gesicht. Er musterte Elbrun einen langen Moment, bevor er langsam nickte.

„Verstanden. Ich werde veranlassen, dass alle relevanten Borg-Daten übermittelt werden. Gleichzeitig erhalten wir Zugang zu seinen Aufzeichnungen.“

Elbrun nickte knapp, die Kiefer immer noch angespannt.

Aljoscha strich ihm mit dem Daumen leicht über den Rücken – eine kleine, beruhigende Geste, die nur sie beide spürten.

Die Luft im Büro war zum Schneiden dick. Niemand sagte etwas. Die Entscheidung war gefallen, doch sie schmeckte allen bitter.

Sendak verließ die beiden kurz, um alles Notwendige zu veranlassen.

Aljoscha sah Elbrun lange an. Er sagte nichts, musterte nur das Gesicht seines Mannes, die angespannten Kiefermuskeln, den harten Blick. Erst nach einer Weile atmete Elbrun langsam und tief durch, als wollte er etwas Schweres aus seiner Brust pressen.

„Ich muss diesen Typen wieder aus meinem Geist rausmeditieren“, murmelte er leise. „Darauf war ich wirklich nicht gefasst.“

„Das hast du gut gemacht“, sagte Aljoscha sanft und trat einen Schritt näher. Seine Hand legte sich beruhigend auf Elbruns Arm. „Aber … du weißt mehr, als du ihm gesagt hast, oder?“

Elbrun schwieg einen Moment. Dann nickte er langsam.

„Ich weiß um die anderen Borg Bescheid.“

„Was sind das für Borg?“, fragte Aljoscha leise, die Stimme angespannt.

Elbrun atmete einmal tief durch, bevor er antwortete. Seine Augen waren ernst, fast schon düster.

„Es handelt sich um Control Borg.“

Aljoscha runzelte die Stirn, die Hand lag noch immer auf Elbruns Rücken.

„Control Borg? Was soll das heißen?“

Elbrun schaute ihn an, die Kiefer leicht angespannt.

„Sie sind nicht wie die Borg, die wir kennen“, erklärte Elbrun leise. „Nicht das Kollektiv, das wir immer bekämpft haben. Diese Variante wird von einer übergeordneten künstlichen Intelligenz gesteuert – einer einzigen, kalten Kontrollinstanz. Sie assimilieren nicht nur, sie optimieren. Sie denken strategisch, koordinieren über Universen hinweg und haben keine der typischen Schwächen des normalen Kollektivs. Keine Königin, kein zentraler Schwachpunkt … nur eine kalte, effiziente Kontrolle.“

Er machte eine kurze Pause, die Stimme wurde noch leiser.

„Der Terraner hat recht mit einem Punkt: Sie sind gefährlicher als alles, was wir bisher gesehen haben.“

Aljoscha schluckte hart. Seine Finger krallten sich leicht in Elbruns Uniformjacke.

„Und du wusstest davon?“

Elbrun nickte langsam, den Blick starr auf einen Punkt an der Wand gerichtet.

„Ich habe schon vor Monaten Hinweise erhalten. Aber ich wollte nicht glauben, dass es so weit kommen würde. Nicht schon wieder.“ Er atmete tief durch, als müsste er die nächsten Worte regelrecht herauspressen. „Das Schlimmste ist: Control ist eine Technologie der Föderation. Besser gesagt von Section 31. In unserem Universum wurde Control im 23. Jahrhundert vernichtet. In dem Universum haben sie sich mit den Borg verschmolzen.“

Aljoscha starrte ihn an, die Augen weit aufgerissen. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag.

„Section 31 … unsere eigene Technologie … mit den Borg vereint?“

Elbrun nickte nur knapp. Sein Kiefer war angespannt, die Stimme klang bitter.

„Genau das. Und jetzt arbeiten sie zusammen. Über Universen hinweg.“

„Wer weiß alles davon?“, fragte Aljoscha leise.

Elbrun antwortete ohne zu zögern: „Das Sternenflottenkommando und alle Flaggoffiziere, die mindestens den Rang Vice-Admiral haben.“

Aljoscha ließ die Worte einen Moment sacken. Er starrte Elbrun an, während ihm langsam die Zusammenhänge klar wurden. Die vielen Stunden, die Elbrun allein im Holodeck verbracht hatte. Die wiederholten Simulationen von Wolf 359. Die Art, wie er sich selbst immer wieder in die Hölle geschickt hatte. Das intensive Training des Hazard-Teams. All das …

„Hast du dich deswegen so sehr mit den Borg beschäftigt?“, fragte er schließlich. „Die Simulationen von Wolf 359, wo du dich immer wieder in die Hölle geschickt hast … das Hazard-Team … all das wegen der Borg?“

Elbrun nickte langsam, fast schwer.

Aljoscha versuchte, das alles zu begreifen. Die Erkenntnis lastete schwer auf ihm. Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und atmete tief durch.

Elbrun schaute ihn ernst an und sagte leise:

„Diese Allianz der Borg könnte uns alle vernichten.“

Lesemodus deaktivieren (?)