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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
Teil 14
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Informationen
- Story: Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
- Autor: KAY
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Science Fiction
Etwas später war Aljoscha im Bad verschwunden, um sich frisch zu machen. Elbrun hatte sich inzwischen eine lockere graue Jogginghose angezogen und stand barfuß in der kleinen Küchenecke. Er hatte den Replikator aktiviert und bereitete das Abendessen vor – einen großen, frischen gemischten Salat und für jeden ein großes, duftendes Stück Lasagne.
Als Aljoscha aus dem Bad kam, trug er nur eine bequeme Jogginghose und ein weites Shirt. Seine Haare waren noch feucht. Er setzte sich an den Esstisch und seufzte zufrieden.
Elbrun stellte die Teller ab und blieb einen Moment hinter Aljoscha stehen. Er beugte sich langsam vor, strich ihm mit den Fingerspitzen über den Nacken und flüsterte ihm ins Ohr:
„Du riechst nach Dusche und nach mir ... das ist eine gefährliche Kombination, weißt du das?“
Aljoscha bekam sofort eine Gänsehaut und wurde ein bisschen rot.
„Elbrun ...“, murmelte er, halb verlegen, halb lachend.
Elbrun setzte sich ihm gegenüber, doch sein Fuß wanderte sofort unter dem Tisch an Aljoschas Bein entlang, streichelte langsam die Innenseite seines Unterschenkels und blieb dort liegen – warm und deutlich spürbar.
Während sie aßen, schaute Elbrun ihn immer wieder länger an als nötig. Nach dem zweiten Bissen sagte er leise, mit einem kleinen, dunklen Lächeln:
„Weißt du, was mir gerade durch den Kopf geht?“
Aljoscha hob eine Braue.
„Nicht wirklich.“
Elbrun lachte leise und ließ seinen Fuß noch etwas höher gleiten.
„Dass du gerade so unschuldig hier sitzt ... und ich genau weiß, wie du unter diesem Shirt aussiehst ...“
Aljoscha verschluckte sich fast an seinem Bissen. Er wurde deutlich röter und warf Elbrun einen vorwurfsvollen, aber auch erregten Blick zu.
„Du bist unmöglich“, flüsterte er, doch seine Stimme klang schon etwas atemlos.
Elbrun grinste nur, nahm einen Schluck Wasser und sagte dann ganz ruhig:
„Ich bin nur ehrlich. Mir gefällt es, dass du nach einem langen Tag immer noch so reagierst, wenn ich dich nur ein bisschen berühre. Und mir gefällt noch mehr, dass du versuchst, so zu tun, als würde dich mein Fuß gerade nicht verrückt machen.“
Aljoscha biss sich auf die Unterlippe und drückte unter dem Tisch sein eigenes Bein gegen Elbruns, als wollte er ihn gleichzeitig abwehren und festhalten.
„Du schaffst es wirklich jedes Mal wieder ...“, murmelte er leise.
Elbrun beugte sich ein Stück vor, sah ihm direkt in die Augen.
„Gut“, sagte er mit einem langsamen, vielsagenden Lächeln. „Denn ich habe vor, dich den ganzen Abend lang ein bisschen aus der Fassung zu bringen. Ganz langsam ... ganz subtil.“
Er machte eine kurze Pause, sah Aljoscha direkt in die Augen und fügte leise hinzu:
„Ich brauche ab jetzt nur noch fünfzehn Minuten, dann bist du wieder Wachs in meinen Händen.“
Er lehnte sich entspannt zurück, lächelte unschuldig und nahm ganz normal einen Bissen von seiner Lasagne, als hätte er gerade nur über das Wetter gesprochen.
Aljoscha atmete tief durch und schüttelte lachend den Kopf, doch die Röte auf seinen Wangen wollte einfach nicht mehr verschwinden. Sein Herz schlug deutlich schneller.
„Du spielst unfair“, sagte er leise, aber mit einem verräterischen Lächeln.
Elbrun nahm noch einen Schluck Wasser, sah ihn über den Rand des Glases hinweg an und antwortete mit dunkler, warmer Stimme:
„Ich hab nie behauptet, dass ich fair spiele ... wenn es um dich geht.“
Aljoscha schüttelte noch einmal den Kopf, konnte aber das Grinsen nicht ganz unterdrücken. Er versuchte, sich auf sein Essen zu konzentrieren, doch Elbruns Fuß blieb genau dort – warm, ruhig und absolut absichtlich an der Innenseite seines Beines.
„Du bist heute wirklich in Bestform“, murmelte Aljoscha schließlich und schob sich ein Stück Lasagne in den Mund. „Hast du dir vorgenommen, mich den ganzen Tag lang verrückt zu machen?“
Elbrun nahm einen Schluck Wasser, lehnte sich etwas vor und sah ihn mit diesem ruhigen, aber sehr intensiven Blick an.
„Nicht den ganzen Tag“, antwortete er leise. „Nur den Abend. Und ich bin noch lange nicht fertig.“
Seine Fußspitze strich langsam, fast unschuldig höher, bis sie ganz leicht gegen die empfindliche Stelle zwischen Aljoschas Beinen drückte – nur für einen kurzen Moment, dann zog sie sich wieder zurück.
Aljoscha atmete scharf ein und griff fester um seine Gabel.
„Elbrun ...“, warnte er leise, aber seine Stimme klang schon etwas atemlos.
Elbrun lächelte unschuldig, als könnte er kein Wässerchen trüben.
„Was denn? Ich sitze nur hier und esse mit meinem Mann. Ganz harmlos.“
Er nahm noch einen Bissen Lasagne, kaute langsam und fügte dann mit tieferer Stimme hinzu:
„Auch wenn ich gerade sehr genau darüber nachdenke, wie du vorhin ausgesehen hast, als wir ...“
Elbrun beendete den Satz nicht. Er ließ ihn einfach in der Luft hängen und schaute Aljoscha stattdessen tief und unverwandt in die Augen – ruhig, dunkel und voller Absicht.
Aljoscha wurde noch röter und stieß unter dem Tisch mit dem Fuß gegen Elbruns Bein.
„Du bist echt gemein“, murmelte er, musste aber trotzdem lachen. „Ich versuche hier friedlich zu essen, und du ...“
„ ...mache dich nur ein bisschen nervös“, vollendete Elbrun den Satz sanft, ein kleines, wissendes Lächeln auf den Lippen. „Weil ich es liebe, wenn du so wirst. Wenn du rot wirst. Wenn du versuchst, cool zu bleiben, obwohl du es eigentlich gar nicht mehr bist.“
Er streckte die Hand über den Tisch aus und strich mit dem Daumen ganz zart über Aljoschas Handrücken.
„Und weil ich weiß, dass du es genauso magst“, fügte er leise hinzu, „sonst hättest du schon längst gesagt, ich soll aufhören.“
Aljoscha schaute ihn einen langen Moment an, dann seufzte er ergeben und lächelte hilflos.
„Du hast gewonnen. Ich bin schon wieder total durcheinander.“
Elbrun grinste zufrieden, drückte seine Hand fester und flüsterte mit warmer, dunkler Stimme:
„Gut. Dann sind die fünfzehn Minuten ja fast rum.“
Kurze Zeit später hatten die beiden aufgegessen. Elbrun stand auf und räumte den Tisch leer.
„Willst du noch Nachtisch?“, fragte er mit einem unschuldigen Lächeln.
„Ja, vielleicht einen Pudding“, antwortete Aljoscha.
Elbrun replizierte für ihn eine Schale Vanillepudding mit Schokoraspeln und für sich selbst eine große, reife Banane. Er stellte den Pudding vor Aljoscha hin, der sofort zu löffeln begann.
Dann setzte sich Elbrun wieder gegenüber, schälte die Banane langsam und betont. Er hielt den Blickkontakt mit Aljoscha, während er die Schale ganz langsam herunterzog, als würde er etwas ganz anderes enthüllen. Mit der Zunge leckte er einmal genüsslich über die Spitze der Banane, bevor er sie langsam in den Mund nahm und mit einem tiefen, langsamen Haps die Hälfte verschwinden ließ.
Aljoscha erstarrte. Das Blut schoss ihm so schnell in den Kopf, dass ihm fast schwindelig wurde.
Elbrun kaute langsam, schluckte und schaute ihn dabei unverwandt an. Dann leckte er sich genüsslich über die Lippen und murmelte leise:
„Mmmh ... schön süß und fest. Genau wie ich es mag.“
Er brach ein Stück ab, hielt es zwischen zwei Fingern und führte es langsam zum Mund, bevor er es mit der Zunge auffing und genüsslich daran saugte.
Aljoscha saß wie erstarrt, der Löffel schwebte nutzlos in der Luft. Sein Gesicht glühte förmlich.
„Elbrun ...“, brachte er heiser hervor, „du bist ... du bist echt unmöglich.“
Elbrun lächelte unschuldig, biss noch einmal langsam und tief in die Banane und sagte mit dunkler, leiser Stimme:
„Was denn? Ich esse nur. Ganz harmlos.“
Sein Fuß unter dem Tisch strich dabei erneut langsam an Aljoschas Innenschenkel hinauf.
„Oder ... stört dich etwas daran, wie ich sie esse?“
Aljoscha fing an zu stottern. „Naja ... also ...“
Elbrun beugte sich dann nach vorne, schaute Aljoscha tief in die Augen und sagte mit einem breiten, wissenden Grinsen:
„Für deine versauten Gedanken kann ich nichts.“
Dann aß er die Banane ganz normal auf, ohne weitere Spielchen, als wäre nichts gewesen. Er lehnte sich zurück, nahm einen Schluck Wasser und sah Aljoscha mit diesem ruhigen, aber extrem intensiven Blick an.
Aljoscha atmete tief durch, die Röte wollte einfach nicht mehr aus seinem Gesicht verschwinden. Er legte den Löffel hin und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
„Du bist ... du bist wirklich der Teufel“, murmelte er, halb lachend, halb verzweifelt. „Ich sitze hier und versuche einfach nur zu essen, und du machst mich mit einer verdammten Banane fertig.“
Elbrun grinste unschuldig, doch seine Augen funkelten verräterisch.
„Ich hab doch gar nichts gemacht“, meinte er sanft. „Ich habe nur gegessen. Dass du dabei an ganz andere Dinge denkst ... tja, dafür kann ich wirklich nichts.“
Aljoscha stieß ein hilfloses Lachen aus und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, als könnte er so die Röte vertreiben.
Elbrun lachte leise, dunkel und zufrieden. Er stand auf, ging langsam um den Tisch herum und stellte sich hinter Aljoscha. Er beugte sich zu ihm herunter, stützte die Hände links und rechts von ihm auf die Tischplatte und flüsterte ihm direkt ins Ohr:
„Dann stell dir mal vor, was ich mit dir machen könnte, wenn wir jetzt nicht mehr am Tisch sitzen würden ...“
Seine Lippen streiften dabei ganz leicht Aljoschas Ohrläppchen. Aljoscha bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper.
Elbrun richtete sich wieder auf, strich ihm noch einmal sanft über den Nacken und sagte ganz unschuldig:
„Aber erstmal räume ich den Tisch ab. Du siehst aus, als bräuchtest du noch einen Moment, um dich zu sammeln.“
Er zwinkerte ihm zu und begann ganz normal, die Teller zusammenzustellen – als hätte er nicht gerade mit wenigen Worten und einer einzigen Berührung Aljoscha wieder komplett aus dem Konzept gebracht.
Aljoscha blieb sitzen, starrte auf seinen halb leer gegessenen Pudding und murmelte leise vor sich hin:
„Fünfzehn Minuten ... der Mistkerl hat es wieder geschafft ...“
Aber das kleine, aufgeregte Lächeln auf seinen Lippen verriet ihn deutlich.
Elbrun, der gerade die letzten Teller weggeräumt hatte, drehte sich um und grinste zufrieden. Er trat hinter Aljoscha, beugte sich herunter und küsste ihn sanft auf den Nacken.
„Mission erfolgreich“, flüsterte er amüsiert.
Der Rest des Abends verlief dann doch überraschend ruhig.
Nach dem Essen kuschelten sie sich auf dem Sofa zusammen. Elbrun hatte leise, sanfte betazoidische Musik angemacht – ruhige, pulsierende Klänge, die wie ein warmer Herzschlag durch den Raum schwebten. Aljoscha lag halb auf ihm, den Kopf auf Elbruns Brust, während Elbrun mit den Fingern langsam und zärtlich durch seine Haare strich.
Sie sprachen nicht viel. Nur ab und zu ein leises Wort, ein kleiner Kuss auf die Schläfe oder ein sanftes Streicheln über den Rücken. Die Anspannung des Tages fiel langsam von ihnen ab, und es blieb nur diese warme, vertraute Nähe.
Etwas später, als die Musik schon zum dritten Mal lief, gähnte Aljoscha leise.
„Lass uns ins Bett gehen“, murmelte er schläfrig.
Elbrun nickte, küsste ihn noch einmal auf die Stirn und half ihm hoch. Arm in Arm gingen sie ins Schlafzimmer. Sie zogen sich aus, krochen unter die Decke und kuschelten sich eng aneinander.
Elbrun lag auf dem Rücken, Aljoscha halb auf ihm, den Kopf auf seiner Schulter. Elbrun strich ihm weiter sanft über den Rücken und flüsterte:
„Schlaf gut, Imzadi. Morgen gehört uns wieder ein ganzer Tag.“
Aljoscha lächelte müde, drückte einen letzten Kuss auf Elbruns Brust und schloss die Augen.
„Nur wir zwei“, murmelte er noch.
Wenig später waren beide eingeschlafen – eng umschlungen, ruhig und zufrieden.
Sehr früh am Morgen wurde Elbrun durch eine plötzliche, heftige Erschütterung aus dem Schlaf gerissen. Das Bett vibrierte stark, als hätte jemand mit einem schweren Hammer gegen die Außenhülle geschlagen. Nur Sekunden später folgte eine zweite, noch deutlich stärkere Erschütterung.
Elbrun saß schlagartig senkrecht im Bett, sofort hellwach.
Im selben Moment heulte die Sirene des roten Alarms durch das gesamte Schiff – schrill, dringend und unerbittlich.
Er schüttelte Aljoscha kräftig an der Schulter.
„Aufstehen! Wir werden angegriffen!“
Aljoscha war sofort wach, die Augen weit aufgerissen. Beide sprangen aus dem Bett. Für eine richtige Uniform war keine Zeit. Elbrun schnappte sich die erstbeste Jogginghose, die auf dem Boden lag, und zog sie hastig hoch. Aljoscha griff nach einer Schlafanzughose und einem alten T-Shirt – mehr schafften sie nicht.
Barfuß und nur halb bekleidet rannten sie aus dem Quartier und den Korridor entlang zur Brücke. Überall blinkten rote Lichter, Crewmitglieder hasteten in verschiedenen Stadien der Bekleidung an ihnen vorbei.
Als sie die Brücke erreichten, herrschte dort bereits kontrolliertes Chaos.
„Bericht!“, befahl Elbrun sofort, noch während er sich in den Kommandosessel fallen ließ.
Commander Mamaav, der in der Nacht das Kommando gehabt hatte, drehte sich zu ihm um.
„Drei lyranische Kriegsschiffe sind direkt unter Warp gegangen und haben sofort das Feuer auf uns eröffnet“, meldete er knapp. „Unsere Schilde sind bei 68 % und fallen weiter.“
Elbrun nickte scharf. Um ihn herum kamen nach und nach die übrigen Führungsoffiziere auf die Brücke – alle ähnlich notdürftig bekleidet wie er und Aljoscha.
Lieutenant Commander Niwan saß nur in Boxershorts und einem engen Unterhemd am Steuerpult und tippte bereits fieberhaft Befehle ein. Commander Shras an der Taktikstation hatte nicht einmal ein Shirt angezogen; er stand mit nacktem Oberkörper vor seiner Konsole und rief Zielerfassungen auf.
Aljoscha ließ sich neben Elbrun in den Sessel fallen und warf ihm einen kurzen, wachen Blick zu.
Elbrun lehnte sich vor, die Augen fest auf den Hauptbildschirm gerichtet, wo bereits die ersten Explosionsblitze zu sehen waren.
„Commander Niwan, Ausweichmanöver einleiten. Shras, Feuer erwidern – nach eigenem Ermessen.“
Die Brücke erwachte zu voller Gefechtsbereitschaft.
„Lieutenant Codga, senden Sie einen Notruf an alle verbündeten Schiffe in der Nähe“, befahl Elbrun. „Teilen Sie ihnen mit, dass wir angegriffen werden und dringend Unterstützung brauchen.“
„Aye, Sir“, bestätigte Codga sofort.
Nur eine Minute später meldete er: „Sir, die Ajax und die Soval sind bereits auf dem Weg zu uns.“
„Das kann ich bestätigen“, ergänzte Lieutenant Commander Telev von der Ops-Station. „ETA zehn Minuten.“
„Hoffentlich halten wir so lange durch“, flüsterte Aljoscha leise zu Elbrun.
Auch wenn die Enterprise ein starkes Schiff war – gegen drei lyranische Kriegsschiffe konnte selbst sie nicht ewig bestehen.
Elbrun nickte knapp und wandte sich an die Taktikstation.
„Shras, Neutronentorpedos laden. Volle Streuung.“
„Torpedos geladen“, bestätigte Shras.
Elbrun zögerte keine Sekunde.
„Feuer!“
Shras drückte den Auslöser. Die Enterprise erzitterte leicht, als vier Neutronentorpedos gleichzeitig aus den vorderen Rampen jagten. Die violetten Geschosse zogen leuchtende Bahnen durch die Dunkelheit und schlugen Sekunden später mit brutaler Wucht in die lyranischen Schilde ein. Zwei grelle Explosionen flammten auf, eines der Kriegsschiffe wurde heftig durchgeschüttelt und verlor sichtbar an Stabilität.
„Direkter Treffer!“, rief Shras. „Schilde des vorderen Schiffes bei 41 %!“
„Gut“, sagte Elbrun ruhig. „Nächste Salve vorbereiten. Niwan, halten Sie uns in Bewegung – Ausweichmanöver Muster Delta.“
Die Brücke vibrierte erneut, diesmal von einem schweren Treffer der Lyraner. Das Licht flackerte kurz, ein tiefes, bedrohliches Grollen lief durch das gesamte Schiff.
„Schilde bei 59 %“, meldete Telev angespannt.
Aljoscha warf Elbrun einen schnellen Seitenblick zu. Er sah die leichte Anspannung in dessen Kiefer, obwohl Elbrun nach außen hin vollkommen ruhig blieb.
Elbrun lehnte sich leicht vor, die Hände locker auf den Armlehnen.
„Shras, feuern Sie weiter auf das lyranische Führungsschiff.“
„Aye, Sir!“
Die Enterprise antwortete mit mehreren Phaser-Salven. Die Energiestrahlen schnitten durchs All und trafen die gegnerischen Schilde. Gleich darauf jagte eine weitere Salve Neutronentorpedos hinterher.
Die Enterprise schüttelte sich unter einem weiteren schweren Treffer. Diesmal flackerten einige Konsolen, ein Funkenregen ging von einer Station aus.
„Schilde bei 47 %! Hüllenbruch auf Deck 22!“, rief Telev angespannt.
Elbrun blieb ruhig. Er warf Aljoscha einen kurzen, beruhigenden Blick zu – nur eine Sekunde, aber lang genug, dass Aljoscha verstand: Ich hab das im Griff.
„Niwan, Ausweichmanöver Alpha-Drei. Shras, die vorderen Phaser auf Dauerfeuer. Wir müssen sie beschäftigen, bis die Ajax und die Soval hier sind.“
Die Brücke arbeitete hochkonzentriert. Alle waren angespannt, aber niemand geriet in Panik – Elbruns ruhige, klare Befehle hielten die Crew zusammen.
Aljoscha spürte, wie sein eigener Puls raste. Er sah die Schadensmeldungen auf seinem Display aufleuchten, hörte das tiefe Grollen der überlasteten Schilde. Die Enterprise hielt stand, aber sie blutete. Jeder Treffer fühlte sich persönlich an.
Elbrun lehnte sich leicht vor, die Hände locker auf den Armlehnen, als würde er einen ganz normalen Bericht durchgehen.
„Shras, konzentrieren Sie das Feuer auf das mittlere Schiff. Versuchen Sie, ihren Hauptenergieknoten zu treffen. Niwan, bringen Sie uns etwas näher ran – aber nicht zu nah.“
„Aye, Sir“, kam es fast gleichzeitig.
Wieder donnerten die Phaser los. Die orangen Strahlen schnitten durchs All und trafen das lyranische Führungsschiff. Eine neue Salve Neutronentorpedos folgte, ebenso die Pulsphaserkanonen. Auf dem Hauptbildschirm explodierten zwei helle Feuerbälle, eines der lyranischen Schiffe verlor sichtbar an Schilden und begann, auszuweichen.
„Direkter Treffer!“, meldete Shras. „Ihr vorderes Schiff hat jetzt nur noch 29 % Schilde, ihre Waffen sind ausgefallen.“
Elbrun nickte knapp. „Weiter so.“
Aljoscha warf ihm erneut einen Blick zu. Trotz der Ruhe, die Elbrun ausstrahlte, sah er die winzige Anspannung in dessen Kiefer. Er kannte diesen Ausdruck: Elbrun war hochkonzentriert, rechnete jede mögliche Entwicklung im Kopf durch. Aber nach außen blieb er der Fels, an dem sich die gesamte Brücke orientierte.
Aljoscha stand auf und ging zügig zur Wissenschaftsstation hinüber. Commander Loraan, der dort Dienst hatte, wirkte angespannt, aber erleichtert, als Aljoscha neben ihn trat.
„Lassen Sie mich mit ran“, sagte Aljoscha. „Wir suchen einen Schwachpunkt bei den Lyranern. Irgendetwas, das wir ausnutzen können.“
Gemeinsam beugten sie sich über die Konsole und scannten die feindlichen Schiffe in Echtzeit. Aljoscha tippte schnell Befehle ein, zoomte auf die Energieverteilung der Lyraner und murmelte:
„Ihre Schilde sind asymmetrisch ... schauen Sie sich die Backbordseite des mittleren Schiffes an. Da ist eine Fluktuation im Energieknoten. Wenn wir da mit einer gezielten Torpedosalve reingehen ...“
Loraan nickte hastig. „Verstanden, ich leite die Daten an Shras weiter.“
Shras bestätigte sofort: „Daten erhalten. Zielerfassung angepasst – Feuer frei!“
Die Enterprise feuerte eine präzise, konzentrierte Salve ab. Diesmal schlugen die Neutronentorpedos genau in die Schwachstelle ein. Ein greller Blitz erhellte den Schirm, gefolgt von einer Kettenreaktion entlang der Backbordseite des lyranischen Schiffes. Die Schilde brachen zusammen, und das Schiff begann unkontrolliert zu trudeln.
„Volltreffer!“, rief Shras. „Ihr mittleres Schiff ist manövrierunfähig und zieht sich zurück!“
Elbrun atmete einmal tief durch, blieb aber weiterhin ruhig im Sessel sitzen.
„Sehr gut. Niwan, halten Sie den Abstand. Wir lassen sie nicht entkommen, aber wir jagen sie auch nicht in ihr eigenes Minenfeld.“
Aljoscha kehrte zum Kommandosessel zurück und setzte sich wieder neben Elbrun. Ihre Blicke trafen sich kurz – ein stilles „Wir schaffen das“ zwischen ihnen.
Die Schlacht war noch nicht vorbei, aber zum ersten Mal seit Minuten fühlte es sich an, als hätten sie wieder die Oberhand.
Dann meldete Telev von der Ops-Station: „Die Ajax ist soeben eingetroffen.“
Auf dem Hauptbildschirm erschien das mächtige Galaxy-Klasse-Schiff. Die Ajax feuerte sofort mit voller Breitseite auf eines der lyranischen Schiffe. Orange Phaserstrahlen und eine dichte Salve Quantentorpedos rasten durchs All und schlugen mit brutaler Wucht ein.
Eine Minute später enttarnte sich die Soval – ein Zerstörer der Atlantis-Klasse – und eröffnete ebenfalls das Feuer. Beide Föderationsschiffe nahmen die Lyraner nun in die Zange.
Die lyranischen Kriegsschiffe zögerten nur Sekunden. Dann drehten sie abrupt ab, aktivierten ihre Warp-Antriebe und flohen zurück in ihr eigenes Territorium. Die drei roten Punkte auf dem taktischen Display entfernten sich rasch und verschwanden schließlich vom Schirm.
Die Brücke entspannte sich spürbar. Ein leises, kollektives Aufatmen ging durch die Crew. Shras ließ die Schultern sinken und fuhr sich mit der Hand über den nackten Oberkörper, als müsste er sich vergewissern, dass er wirklich noch lebte. Niwan lehnte sich kurz im Sessel zurück, die Hände noch immer auf den Steuerkontrollen.
Elbrun blieb noch einen Augenblick ruhig sitzen, die Hände locker auf den Armlehnen. Erst als die Sensoren bestätigten, dass die Lyraner wirklich weg waren, nickte er knapp.
„Roter Alarm beenden. Auf Alarmstufe Gelb gehen.“ Seine Stimme war ruhig, fast gelassen. „Schadensbericht und Reparaturpriorität an mich. Codga, danken Sie der Ajax und der Soval für ihre Hilfe in meinem Namen.“
Er lehnte sich leicht zurück, atmete einmal tief durch und warf Aljoscha einen kurzen, warmen Blick zu – nur für sie beide sichtbar.
Die Brücke entspannte sich spürbar. Das rote Licht wechselte zu einem sanfteren Gelb, die Sirene verstummte.
Die Schlacht war vorbei.
Auf der Brücke herrschte nun reges Treiben. Überall summten Konsolen, Stimmen überschlugen sich leise, und ein stetiger Strom von Statusberichten floss herein. Elbrun bekam nach und nach die ersten detaillierten Meldungen von den Abteilungen: Schäden an den Schilden, kleinere Hüllenbrüche auf Deck 22 und 27, drei Leichtverletzte in der Technik und ein vorübergehender Ausfall eines sekundären Replikatorsystems.
Die Brückenoffiziere verließen nach und nach ihre Stationen – manche nur für ein paar Minuten –, um sich vernünftig anzuziehen. Als sie zurückkehrten, trugen sie wieder die korrekten Uniformen, die Haare ordentlich gekämmt, die Gesichter frisch und professionell.
Nur Elbrun blieb genau so, wie er war: barfuß, nur in einer grauen Jogginghose, der Oberkörper nackt. Er stand mitten im Geschehen, als wäre es das Normalste der Welt, und koordinierte die Berichte mit ruhiger, klarer Stimme.
Aljoscha versuchte mehrmals, ihn unauffällig mit sich zu ziehen. Beim ersten Mal berührte er leicht Elbruns Ellenbogen und flüsterte: „Komm kurz mit, wir ziehen uns schnell um.“ Elbrun nickte nur kurz – und wurde sofort von einem Techniker abgefangen, der einen Schadensbericht brauchte.
Beim zweiten Versuch legte Aljoscha ihm die Hand auf den Rücken und drängte sanft Richtung Turbolift. Wieder wurde Elbrun aufgehalten, diesmal von Shras, der eine taktische Nachbesprechung wollte.
Aljoscha spürte, wie ihm langsam der Schweiß ausbrach. Er warf immer wieder verstohlene Blicke auf Elbruns nackten Oberkörper.
Und dann sah er es.
Getrocknete, weißliche Spuren der letzten Nacht zogen sich deutlich sichtbar über Elbruns Brust und Bauch. Im hellen Licht der Brücke waren sie nicht zu übersehen – glänzende, verräterische Streifen, die langsam getrocknet waren.
Aljoscha wurde schlagartig knallrot. Sein Herz setzte für einen Schlag aus. Er betete stumm, dass niemand sonst es bemerkte, dass die anderen zu beschäftigt waren, dass das Licht vielleicht doch gnädiger war, als es tatsächlich war.
Er schluckte hart und trat einen halben Schritt näher an Elbrun heran, als könnte er ihn mit seinem eigenen Körper abschirmen.
Elbrun, der gerade einem Bericht zuhörte, spürte die plötzliche Nähe und warf ihm einen kurzen, fragenden Blick zu. Als er Aljoschas hochrotes Gesicht sah, hob er nur leicht eine Braue – ein winziges, wissendes Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln.
Aljoscha hätte am liebsten im Boden versinken wollen.
Bevor Aljoscha etwas sagen konnte, trat Lieutenant Commander Telev von der Ops-Station einen Schritt näher. Sein Blick blieb kurz an Elbruns nacktem Oberkörper hängen. Er runzelte die Stirn, zögerte einen Moment und fragte dann vorsichtig, aber hörbar neugierig:
„Admiral ... verzeihen Sie, aber was haben Sie da?“
Elbrun drehte sich langsam zu ihm um. Das Lächeln, das schon die ganze Zeit in seinen Mundwinkeln gelegen hatte, wurde einen Hauch breiter – fast schon gefährlich unschuldig. Er öffnete den Mund und setzte zu einer Antwort an, die so brutal ehrlich werden sollte, dass Aljoscha innerlich schon zusammenzuckte:
„Nun ja, Telev, das ist das, was passiert, wenn man die Nacht vor einem Überfall richtig ...“
Weiter kam er nicht.
Aljoscha wurde glühend rot. Ohne nachzudenken packte er Elbrun mit beiden Händen am Arm und zerrte ihn mit einer Kraft, die man ihm in diesem Moment nicht zugetraut hätte, Richtung Turbolift.
„Entschuldigen Sie uns kurz!“, stieß er mit erstickter Stimme hervor, während er Elbrun praktisch hinter sich her schleifte.
Elbrun ließ sich mit einem leisen, amüsierten Lachen mitziehen. „Aljoscha ...“, begann er noch, doch der warf ihm nur einen verzweifelten, flehenden Blick zu, der eindeutig sagte: Kein Wort mehr!
Die Turbolifttüren schlossen sich hinter ihnen. Erst als sie allein im Lift standen, ließ Aljoscha Elbruns Arm los und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand, das Gesicht immer noch feuerrot.
„Bist du wahnsinnig?“, zischte er leise. „Du wolltest ihm das wirklich sagen? Vor der ganzen Brücke?“
Elbrun grinste breit, trat einen Schritt näher und stützte eine Hand neben Aljoschas Kopf an die Wand. Seine Augen funkelten vor Vergnügen.
„Warum nicht? Es ist die Wahrheit“, sagte er mit dieser tiefen, ruhigen Stimme, die Aljoscha immer schwach machte. „Und es wäre eine sehr ... anschauliche Erklärung gewesen.“
Aljoscha vergrub das Gesicht in den Händen und stöhnte gequält auf.
„Ich will sterben. Einfach nur sterben.“
Elbrun lachte leise, beugte sich vor und küsste ihn sanft auf die Schläfe.
„Du bist süß, wenn du panisch bist“, murmelte Elbrun und küsste ihn noch einmal sanft auf die Schläfe. „Komm. Lass uns endlich in unser Quartier gehen.“
Das taten sie dann auch.
Kaum hatten sich die Türen ihres Quartiers hinter ihnen geschlossen, atmeten beide erst einmal tief durch. Die Anspannung der letzten Stunden fiel spürbar von ihnen ab.
Sie duschten schnell nacheinander. Während Aljoscha im Bad war, machte Elbrun die Betten, schüttelte die Kissen auf, zog die Decke glatt und richtete alles so her, dass es wieder vorzeigbar aussah. Als Aljoscha frisch geduscht und nur mit einem Handtuch um die Hüften zurückkam, war das Quartier schon wieder ordentlich.
Sie zogen sich ihre Uniformen an – diesmal richtig, mit allem Drum und Dran. Dann setzten sie sich an den kleinen Esstisch und frühstückten. Es war ein ruhiges, fast schon normales Frühstück: Kaffee für Aljoscha, Kakao für Elbrun, Rührei, Toast und ein paar Scheiben Wassermelone.
Keiner von beiden sprach viel. Sie genossen einfach die Stille und die Nähe des anderen nach dem Chaos der Nacht und des Morgens.
Die Crew machte sich mit ruhiger, fast schon routinierter Effizienz an die Reparaturen. Überall auf dem Schiff hallten gedämpfte Stimmen durch die Gänge, Werkzeuge summten, und die Techniker arbeiteten konzentriert daran, die Schäden zu beheben. Berichte über Hüllenbrüche, Energieschwankungen und benötigtes Material kamen in regelmäßigen Abständen herein und landeten direkt bei Aljoscha. Er saß im Kommandosessel, nahm jeden Bericht entgegen, koordinierte die Prioritäten und behielt den Überblick über das gesamte Schiff. Ab und zu nickte er zufrieden, wenn eine Abteilung Fortschritte meldete, oder runzelte kurz die Stirn, wenn etwas länger dauerte als erwartet.
Währenddessen hatte sich Elbrun in den Bereitschaftsraum zurückgezogen. Die Tür war geschlossen, das Licht gedimmt. Er saß am Schreibtisch, die Uniformjacke ordentlich über der Lehne, und schrieb seinen ausführlichen Bericht an das Sternenflottenkommando – sachlich, präzise und ohne jede unnötige Ausschmückung. Nur das leise Tippen seiner Finger auf dem PADD war zu hören.
Der Tag zog ruhig und fast schon friedlich dahin. Nach dem Chaos des Morgens fühlte sich die Enterprise wieder wie ein Zuhause an – verletzt, aber lebendig und langsam wieder ganz.
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