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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 13

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Am nächsten Morgen lagen die beiden noch im Bett. Aljoscha schlief auf dem Rücken, die blonden Haare wild durcheinander, ein Arm über dem Kopf, die andere Hand locker auf seinem Bauch. Die Decke war ihm bis zur Hüfte heruntergerutscht, sodass sein Oberkörper frei lag. Seine Brust hob und senkte sich ruhig, die Brustwarzen noch leicht gerötet von der Nacht zuvor.

Elbrun lag auf der Seite, den Kopf auf den angewinkelten Arm gestützt, und schaute seinen Mann einfach nur an. Er wusste, dass sie bald aufstehen mussten – die Brücke wartete, die Grenze wartete. Aber in diesem Moment wollte er nichts anderes, als diesen Anblick zu genießen. Aljoscha sah so friedlich aus, so verletzlich und gleichzeitig so verdammt sexy. Die leichten Abdrücke von Elbruns Fingern waren noch auf seinen Hüften zu sehen.

Elbrun streckte langsam die Hand aus und strich mit den Fingerspitzen ganz leicht über Aljoschas Brust. Die Haut war warm, noch ein wenig feucht vom Schlaf. Er umkreiste eine Brustwarze, spürte, wie sie sich sofort unter der Berührung zusammenzog. Aljoscha gab ein leises, schlaftrunkenes Seufzen von sich, bewegte sich aber nicht.

Elbrun beugte sich vor und küsste Aljoscha ganz sanft auf die Lippen. Dann auf die geschlossenen Augenlider. Dann auf die Nasenspitze.

Aljoscha murmelte etwas Unverständliches, drehte den Kopf leicht zur Seite und öffnete langsam die Augen. Als er Elbrun sah, der ihn mit diesem ruhigen, besitzergreifenden Blick anschaute, lächelte er verschlafen.

„Morgen …“, flüsterte er heiser.

„Was hältst du davon, wenn wir jetzt aufstehen und dann frühstücken?“, fragte Elbrun leise, während er Aljoscha noch einmal sanft über die Wange strich. Seine Stimme war warm und ein wenig rau vom Schlaf, aber voller Zärtlichkeit.

„Ja, das sollten wir wohl“, antwortete Aljoscha mit einem verschlafenen Lächeln. „Die Brücke wartet auf uns.“

Sie erhoben sich langsam aus dem Bett. Die Decke rutschte vollends herunter und blieb in einem weichen Knäuel liegen. Aljoscha ging als Erstes ins Bad. Elbrun blieb noch einen Moment stehen, schaute auf das zerwühlte Bett und lächelte still vor sich hin. Dann machte er in der Zeit, nackt wie er war, die Betten. Er schüttelte die Kissen auf, zog die Decke glatt und strich mit der Hand noch einmal liebevoll über die Stelle, wo Aljoscha gelegen hatte. Es war ein ganz normales, alltägliches Morgenritual – und trotzdem fühlte es sich jedes Mal wie ein kleines Stück Zuhause an.

Als Aljoscha fertig war und frisch geduscht aus dem Bad kam, ging Elbrun hinein – Klo, Zähneputzen, schnelle Schalldusche. Aljoscha nutzte die Zeit, um in der kleinen Küchenecke das Frühstück vorzubereiten. Er stellte zwei Tassen unter den Replikator: einen starken Kaffee für sich und einen kalten Kakao für Elbrun. Dazu kamen Rührei mit Kräutern, frische Wassermelone in mundgerechten Stücken und knuspriger Toast mit Butter. Es war einfach und schnell, genau wie sie es beide mochten.

Kurz darauf kam Elbrun aus dem Bad, frisch geduscht und schon in seiner Uniform. Die Jacke saß heute besonders eng. Er trat hinter Aljoscha, legte die Arme von hinten um dessen Taille und gab ihm einen sanften Kuss in den Nacken.

„Du bist der Beste“, murmelte er leise. „Danke.“

Aljoscha lächelte, drehte sich aber nicht sofort um. Stattdessen schaute er Elbrun noch einmal genauer an. Elbrun war schon immer trainiert und muskulös gewesen – aber in letzter Zeit machte sich deutlich bemerkbar, dass er mehr Sport machte. Die Schultern waren breiter und massiger geworden, die Brust kräftiger, das Kreuz wirkte noch breiter. Die Uniform spannte spürbar um diese Partien, besonders an den Oberarmen und über der Brust.

„Vielleicht solltest du langsam mal eine Nummer größer wählen“, meinte Aljoscha nebenbei, während er die Teller auf den Tisch stellte. Es klang halb neckend, halb bewundernd.

Elbrun lachte leise, dieses tiefe, warme Lachen, das Aljoscha so liebte. Er sah an sich herunter, zog kurz an der Jacke und zuckte mit den Schultern.

„Vielleicht“, gab er zu. „Oder ich höre einfach auf, so viel zu trainieren.“ Er trat einen Schritt näher, legte die Hände wieder um Aljoschas Taille und lächelte ihn an. „Aber ehrlich gesagt … gefällt es mir, wenn du mich so ansiehst.“

Aljoscha wurde ein kleines bisschen rot, lächelte aber zurück und drückte Elbrun einen kurzen Kuss auf die Lippen.

„Setz dich. Bevor der Kakao warm wird.“

Sie setzten sich zusammen an den kleinen Tisch. Das Frühstück war ruhig und gemütlich – nur das leise Klappern von Besteck, das sanfte Summen der Enterprise und das warme Licht der Kabinenbeleuchtung. Ab und zu trafen sich ihre Blicke, und jedes Mal lag darin dieses stille, tiefe Einverständnis.

„Brücke an Admiral Tiran“, rief Commander Mamaav, die Stimme ruhig, aber mit deutlicher Dringlichkeit.

Elbrun tippte sofort auf seinen Kommunikator. „Sprechen Sie, Commander.“

„Sir, wir empfangen einen Notruf von einem der hydranischen Schiffe. Es wird von den Lyranern angegriffen.“

Elbrun stellte seine Tasse ab. Sein Gesicht wurde augenblicklich ernst. Der entspannte Morgen war innerhalb eines Sekundenbruchteils verschwunden.

„Verstanden“, antwortete er klar und bestimmt. „Setzen Sie einen Abfangkurs. Alle Mann auf die Gefechtsstationen.“

Er stand sofort auf. Aljoscha folgte ihm ohne ein Wort. Beide wussten, was jetzt kam. Der rote Alarm wurde ausgelöst. Die Lichter im Quartier und auf dem gesamten Schiff wechselten schlagartig von warmem Gold zu einem pulsierenden Rot. Überall erklang die Durchsage:

„Roter Alarm. Alle Crewmitglieder auf die Gefechtsstationen. Dies ist keine Übung.“

Elbrun und Aljoscha verließen ihr Quartier mit schnellen, zielstrebigen Schritten. Der Korridor war bereits in Bewegung – Crewmitglieder rannten zu ihren Stationen, Türen glitten auf und zu, und das Summen der Enterprise veränderte sich spürbar, wurde tiefer und angespannter.

Aljoscha warf Elbrun einen kurzen Blick zu. Der entspannte, liebevolle Mann von gerade eben war verschwunden. Vor ihm stand jetzt Admiral Tiran – konzentriert, entschlossen, bereit.

Elbrun und Aljoscha betraten die Brücke. Die rote Alarmbeleuchtung tauchte alles in ein pulsierendes, drängendes Licht. Die Crew war bereits in voller Gefechtsbereitschaft: Konsolen summten lauter, Stimmen waren knapp und präzise. Elbrun setzte sich sofort in den Kommandosessel, Aljoscha nahm den Platz neben ihm ein.

„Bericht“, forderte Elbrun ruhig, aber mit dieser klaren Autorität, die keinen Widerspruch duldete.

„Ein Kreuzer der Hydraner wird von zwei Schlachtschiffen der Lyraner angegriffen“, meldete Lieutenant Commander Telev von der Ops-Station. „Die Hydraner senden einen permanenten Notruf. Schilde sind bei 47 % und fallen weiter.“

„Unsere Schilde sind aktiviert, Phaser voll geladen, Quanten- und Neutronentorpedos stehen bereit“, meldete Lieutenant Commander Shras von der Taktikstation.

„Die hydranischen Schiffe sind gut gepanzert, die lyranischen sind fragiler, dafür aber besser bewaffnet“, ergänzte Aljoscha mit ruhiger, sachlicher Stimme. „Das hydranische Schiff wird nicht lange alleine durchhalten.“

Elbrun nickte knapp. „Zeit bis zum Abfangen?“

„Drei Minuten“, meldete Lieutenant Commander Niwan vom Steuer.

„Sind wir in Rufreichweite?“

„Ja, Sir“, antwortete Lieutenant Codga von der Kommunikationsstation.

„Rufen Sie die lyranischen Schiffe“, befahl Elbrun.

Codga arbeitete schnell. „Wir bekommen keine Antwort, Sir.“

„Öffnen Sie einen Kanal.“

„Kanal offen, Sir.“

Elbrun richtete sich im Sessel auf. Seine Stimme war ruhig, bedacht und kühl – jede Silbe präzise gewählt, ohne eine Spur von Angst oder Zweifel.

„An die lyranischen Kommandanten. Hier spricht Admiral Elbrun Tiran vom Föderationsraumschiff Enterprise. Sie sind unerlaubt in den hydranischen Raum eingedrungen. Dies ist ein klarer Verstoß gegen alle bestehenden Abkommen. Ich fordere Sie hiermit auf, das Feuer sofort einzustellen und unverzüglich in Ihr eigenes Territorium zurückzukehren. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht innerhalb der nächsten sechzig Sekunden nachkommen, werden wir mit aller zur Verfügung stehenden Macht eingreifen.“

Die Brücke war einen Moment lang still. Nur das leise Piepen der Sensoren und das Summen der Triebwerke waren zu hören. Alle Augen richteten sich auf den Hauptbildschirm.

Elbrun lehnte sich leicht zurück, die Hände locker auf den Armlehnen. Sein Gesicht blieb unbewegt, doch Aljoscha kannte ihn gut genug, um zu sehen, dass jeder Muskel angespannt war.

„Waffen auf die lyranischen Schiffe ausrichten“, befahl er ruhig. „Wenn sie nicht hören wollen … dann werden sie spüren.“

Aljoscha warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. In diesem Moment war Elbrun wieder ganz Admiral – kalt, berechnend, unerschütterlich. Und doch wusste er, dass hinter dieser Fassade immer noch der Mann steckte, der ihn vor wenigen Minuten noch zärtlich gehalten hatte.

Die Sekunden tickten.

Die Lyraner antworteten nicht.

Shras’ Stimme durchbrach die Stille, sachlich und präzise:

„Sechzig Sekunden sind um, Sir. Die Lyraner feuern weiter. Das hydranische Schiff hat jetzt nur noch 19 % Schilde.“

Elbrun nickte einmal knapp. Seine Stimme blieb ruhig, doch die Autorität darin schnitt wie ein Phaserstrahl durch die Brücke.

„Commander Shras, zielen Sie auf beide lyranischen Schlachtschiffe. Phaser und Quantentorpedos abfeuern – nach eigenem Ermessen.“

„Feuere Phaser sowie zwei Torpedos ab!“, rief Shras laut.

Die Enterprise erzitterte heftig, als die Phaserbänke mit ohrenbetäubendem Kreischen losfeuerten. Grellweiße Energiestrahlen rasten durch die Dunkelheit, schnitten wie glühende Klingen durchs All und schlugen mit brutaler Wucht in die lyranischen Schilde ein. Gleichzeitig jagten zwei Quantentorpedos aus den vorderen Rampen – leuchtend blaue Geschosse, die mit einem tiefen, donnernden Dröhnen davonschossen und Sekunden später in die feindlichen Schiffe krachten.

„Direkter Treffer!“, rief Shras laut. „Lyranisches Schiff Eins hat 62 % Schilde verloren! Schiff Zwei meldet schweren Antriebsausfall – es dreht sich und kann nicht mehr manövrieren!“

Elbrun blieb äußerlich vollkommen ruhig, die Hände locker auf den Armlehnen. Doch seine Augen waren scharf wie Klingen.

„Eine weitere Sequenz abfeuern“, befahl er kalt. „Ich will, dass sie verstehen, dass wir es ernst meinen.“

Die Enterprise bebte erneut. Phaserbänke feuerten in rasendem Stakkato, Torpedos jagten in einer dichten Welle hinaus. Auf dem Hauptbildschirm explodierten grelle Lichtblitze, als die lyranischen Schilde unter dem Dauerbeschuss zusammenbrachen. Trümmerstücke wirbelten durchs All, eines der lyranischen Schiffe verlor die Kontrolle und trudelte hilflos davon.

Aljoscha saß neben ihm, die Hände fest um die Armlehnen gekrallt. Er spürte jede Erschütterung im Sessel, hörte das tiefe Grollen der Triebwerke, die unter Volllast arbeiteten. Sein Puls raste, doch er blieb konzentriert. Neben ihm saß nicht mehr nur sein Mann – neben ihm saß der Admiral, der in Sekundenbruchteilen über Leben und Tod entschied.

„Hydranisches Schiff meldet schwere Schäden, aber sie halten durch!“, rief Codga. „Sie danken uns und bitten um direkte Unterstützung!“

Elbrun nickte nur knapp.

„Sagen Sie ihnen, wir sind da.“ Er machte eine kleine Pause, dann wandte er sich ruhig an Shras. „Konzentrieren Sie das Feuer auf das vordere lyranische Schiff. Volle Salve.“

Die Brücke war ein einziges kontrolliertes Chaos. Alarme heulten, Konsolen blinkten, Stimmen überschlugen sich. Die Enterprise vibrierte unter den eigenen Salven, während die lyranischen Schiffe zurückfeuerten. Ein paar Treffer schlugen in die Schilde ein und ließen das Deck leicht erzittern.

Elbrun blieb vollkommen ruhig im Sessel sitzen, als würde er sich gerade die neuesten Berichte ansehen und nicht mitten in einer Raumschlacht stecken. Er wusste genau, wie wichtig seine Ruhe für die Crew war. Je gelassener er wirkte, desto weniger Panik kam auf.

Ohne Eile stand er auf, ging zum Replikator und bestellte sich ganz entspannt eine Tasse Tee.

„Tee, Ceylon, heiß.“

Die Tasse materialisierte. Er nahm einen kleinen Schluck, drehte sich wieder um und setzte sich zurück in den Kommandosessel, als wäre das hier nur ein ganz normaler Vormittag.

„Niwan“, sagte er ruhig zwischen zwei Schlucken, „bringen Sie uns näher ran. Wir schieben uns zwischen sie und das hydranische Schiff.“

„Aye, Sir“, antwortete Niwan, und man hörte in seiner Stimme, dass Elbruns Gelassenheit bereits auf ihn abfärbte.

Aljoscha saß neben ihm und spürte die Spannung in der Luft. Das Schiff raste direkt in den Feuersturm hinein. Phaserstrahlen kreuzten sich, Torpedos explodierten in grellen Feuerbällen. Die Schlacht war jetzt voll entbrannt. Und doch saß Elbrun da, trank in aller Ruhe seinen Tee und steuerte das ganze Geschehen mit einer Präzision, als wäre es ein Spaziergang.

Nur Aljoscha sah die winzige Anspannung in Elbruns Kiefer. Nach außen war er die Ruhe selbst – und genau das war es, was die gesamte Brücke zusammenhielt.

„Sir, ein lyranisches Schiff wurde zerstört“, meldete Telev von der Ops-Station. „Das andere zieht sich zurück.“

Die Brücke atmete spürbar auf. Ein paar leise „Ja!“ und erleichterte Seufzer waren zu hören, aber niemand jubelte laut. Alle warteten auf Elbruns Reaktion.

Elbrun saß weiterhin entspannt im Kommandosessel, die Tasse Tee noch in der Hand. Er nahm einen langsamen Schluck, stellte die Tasse dann ruhig auf die Armlehne und nickte nur einmal.

„Gut“, sagte er gelassen, als hätte jemand gerade berichtet, dass der Kaffee fertig ist. „Roten Alarm beenden.“

Die roten Lichter erloschen, und die Brücke tauchte wieder in das gewohnte warme Licht. Die Anspannung fiel spürbar von den Leuten ab. Schultern entspannten sich, jemand atmete tief durch, und Shras lehnte sich sogar kurz zurück.

Elbrun nahm noch einen Schluck Tee, als wäre nichts Besonderes passiert, und sprach dann ruhig weiter:

„Niwan, halten Sie uns in Formation mit dem hydranischen Schiff. Wir begleiten sie, bis sie sicher in ihrem Raum sind. Shras, behalten Sie die lyranischen Schiffe im Auge – falls sie es sich anders überlegen.“

Er stellte die Tasse ab, lehnte sich etwas zurück und schaute kurz zu Aljoscha hinüber. Nur ein winziger Blick, fast unsichtbar für die anderen, aber Aljoscha verstand ihn sofort: „Alles gut. Wir haben das im Griff.“

Aljoscha nickte kaum merklich zurück und spürte, wie auch bei ihm die letzte Anspannung wich. Elbruns scheinbare Gelassenheit hatte wieder einmal funktioniert. Die Crew arbeitete jetzt ruhiger, konzentrierter – genau wie Elbrun es wollte.

„Sir, das hydranische Schiff meldet sich“, sagte Codga nach einem Moment. „Sie danken uns nochmal. Sehr herzlich diesmal.“

Elbrun lächelte leicht – das erste echte Lächeln seit Beginn des Gefechts.

„Sagen Sie ihnen, es war uns eine Ehre.“

Die Enterprise flog nun ruhig neben dem beschädigten hydranischen Kreuzer her. Die Schlacht war vorbei, die Grenze wieder sicher. Und auf der Brücke kehrte langsam wieder die gewohnte Atmosphäre ein.

Elbrun nahm seine Tasse erneut in die Hand, trank den letzten Schluck Tee und warf Aljoscha einen zweiten, längeren Blick zu. In seinen Augen lag etwas Warmes, fast schon Verschmitztes.

Eine Stunde später war das hydranische Schiff auf Warp gegangen und flog in Richtung einer nahen hydranischen Sternenbasis, um die schweren Reparaturen durchführen zu lassen. Die Enterprise hatte ihre Position an der Grenze wieder eingenommen und setzte die Patrouille fort.

Der Rest des Tages verlief ruhig und fast schon ereignislos.

Die Brücke hatte sich merklich entspannt. Das rote Licht war erloschen, die Crew arbeitete in normaler Schichtstärke. Kleinere Reparaturen wurden durchgeführt – ein paar überlastete Phaserbänke, eine leicht beschädigte Schildemitter und ein paar nicht kritische Systeme, die während des kurzen Gefechts heiß gelaufen waren.

Elbrun saß im Bereitschaftsraum, die Uniformjacke offen, und schrieb seinen offiziellen Bericht für das Sternenflottenkommando. Seine Finger bewegten sich ruhig über das PADD, während er die Ereignisse präzise und sachlich zusammenfasste. Kein überflüssiges Wort, keine Dramatisierung. Nur Fakten, Zeitangaben und seine eigene Einschätzung der Lage.

Aljoscha hatte die Brücke eine Weile übernommen und war dann ebenfalls in den Bereitschaftsraum gekommen. Er lehnte jetzt am Schreibtisch, eine Tasse Kaffee in der Hand, und sah Elbrun beim Schreiben zu.

„Du klingst in dem Bericht wieder wie ein wandelndes Lehrbuch“, sagte er leise und mit einem kleinen Schmunzeln. „›Angemessene und verhältnismäßige Reaktion auf eine klare Vertragsverletzung‹ … du könntest auch einfach schreiben ›Die haben auf unsere Verbündeten geschossen, also haben wir ihnen eine verpasst‹.“

Elbrun blickte kurz auf und lächelte müde.

„Wenn ich das schreibe, bekomme ich in zwei Tagen einen sehr höflichen, aber sehr langen Anruf von Admiral Gromek, die mich fragt, ob ich plötzlich meinen Verstand verloren habe.“

Aljoscha lachte leise und stellte die Tasse ab. Er trat hinter Elbrun, legte ihm die Hände auf die Schultern und massierte sie sanft.

„Du hast heute wieder diesen ›Ich bin die Ruhe selbst‹-Modus gefahren. Tee mitten im Gefecht … die Crew hat das geliebt.“

Elbrun schloss kurz die Augen und genoss die Berührung.

„Die Crew braucht das. Wenn ich nervös werde, werden alle nervös. Wenn ich ruhig bleibe, bleiben sie es auch.“

Er lehnte sich etwas zurück, sodass sein Kopf gegen Aljoschas Bauch ruhte.

„Und du? Alles okay bei dir?“

Aljoscha nickte und strich ihm durch die Haare.

„Bei mir ist immer alles okay, solange du neben mir sitzt. Auch wenn du plötzlich wieder den Admiral-Modus einschaltest und Tee trinkst, während um uns herum die Hölle losbricht.“

Elbrun lächelte, griff nach hinten und nahm Aljoschas Hand.

„Der Tag war lang“, sagte er leise. „Aber er ist fast vorbei.“

Draußen zog die Grenze langsam an den Fenstern vorbei. Die Enterprise patrouillierte ruhig und wachsam, die Sterne zogen vorüber, und für diesen Moment herrschte wieder Frieden.

Am Abend waren Elbrun und Aljoscha endlich wieder in ihrem Quartier.

Das Erste, was Elbrun beim Eintreten tat, war, sich mit wenigen schnellen Bewegungen die Stiefel von den Füßen zu streifen, die Socken und Hose auszuziehen und die Uniformjacke samt Hemd über den Kopf zu ziehen. Nur noch in seiner engen schwarzen Unterhose, die seinen kräftigen Hintern betonte, ließ er sich mit einem tiefen Seufzer aufs Sofa fallen, streckte alle viere von sich und sank tief in die Polster.

Aljoscha konnte gar nicht so schnell gucken, wie das passierte. Er stand noch in der Tür und blinzelte überrascht.

„Na du …“, sagte er amüsiert. „Direkt in den Feierabend-Modus?“

Elbrun brummte nur zufrieden und legte einen Arm über die Augen. „Endlich Feierabend.“

Aljoscha schüttelte schmunzelnd den Kopf, ging ins Schlafzimmer und zog sich um – eine weiche graue Jogginghose und das alte schwarze T-Shirt, das er so liebte, weil es noch immer nach Elbrun roch. Als er zurückkam, kuschelte er sich ohne ein Wort an ihn.

Er legte den Kopf auf Elbruns Brust, schlang ein Bein über dessen Hüfte und schmiegte sich ganz eng an den warmen, starken Körper. Elbrun seufzte wohlig, schlang beide Arme um ihn und zog ihn noch fester an sich. Eine große Hand strich langsam und zärtlich über Aljoschas Rücken, die andere vergrub sich sanft in seinen blonden Haaren.

Beide nahmen sich jeweils ein PADD, doch die Geräte waren nur eine Ausrede. Aljoschas Finger malten kleine Kreise auf Elbruns Brust, während Elbrun immer wieder die Lippen auf Aljoschas Scheitel drückte, kleine, stille Küsse, die mehr sagten als Worte.

Nach einer Weile legte Elbrun sein PADD beiseite und drehte sich leicht zu ihm. Seine Stimme war leise und warm.

„Besser“, murmelte er und küsste Aljoscha sanft auf die Stirn. „Viel besser.“

Aljoscha lächelte gegen seine Haut und drückte einen Kuss auf Elbruns Brust, genau über dem Herzen.

„Mhm … keine Lyraner mehr. Keine Brücke. Nur du und ich.“

Elbrun zog ihn noch enger an sich, seine Hand streichelte langsam über Aljoschas Rücken, unter das T-Shirt, bis seine warmen Finger auf nackter Haut lagen. Er hielt ihn fest, als wollte er ihn nie wieder loslassen.

„Genau so sollte jeder Tag enden“, flüsterte er. „Mit dir in meinen Armen.“

Aljoscha schloss die Augen, atmete Elbruns Duft ein und genoss die ruhige, tiefe Zärtlichkeit zwischen ihnen. Die Lichter waren gedimmt, die Sterne zogen leise am Fenster vorbei, und für diesen Abend gab es nur noch sie beide – eng aneinander gekuschelt, warm, sicher und voller Liebe.

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