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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
Teil 11
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Informationen
- Story: Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
- Autor: KAY
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Science Fiction
Eine Woche war vergangen.
Bei Aljoscha und Elbrun kehrte wieder Normalität ein, oder zumindest so etwas Ähnliches wie Normalität. Elbrun durfte seinen Dienst noch nicht wieder voll aufnehmen, das machte aber auch nichts, da es für ihn immer noch nicht viel zu tun gab. Nur mal hier und da einen Bericht schreiben, Logbücher der Führungsoffiziere durchsehen und Berichte vom Sternenflottenkommando über die aktuelle Lage in verschiedenen Sektoren lesen. Das führte allerdings dazu, dass Elbrun einen massiven Energieüberschuss hatte.
Er machte momentan viel Sport. Bisschen Krafttraining oder mal eine Partie Volleyball auf dem Holodeck, auch die Schwimmhalle nutzte er regelmäßig. Sein Körper brauchte das, brauchte Bewegung, brauchte das Gefühl, sich zu verausgaben, um den Kopf frei zu bekommen.
Aljoscha nahm sich daran ein Beispiel, tat ab und zu auch mal wieder was für den Körper. Er war nach Dienstschluss auf dem Weg in den Trainingsraum, als er eintrat und Elbrun sah, der nur in einer Short bekleidet augenscheinlich mit Commander Shras kämpfte. Shras war ein berüchtigter Ushaan-Kämpfer, schnell, präzise, gnadenlos. Elbrun und er schienen zu kickboxen. Nicht ernst, nur zum Training, aber doch recht energisch.
Aljoscha blieb wie angewurzelt stehen und schaute gebannt zu.
Elbrun war kein Kampfsportler. Er hatte nie systematisch trainiert, dennoch hielt er sich gut gegen Shras. Die beiden mussten schon lange zusammen trainieren, denn ihre Bewegungen waren aufeinander abgestimmt, fast wie ein Tanz. Beide schwitzten kräftig. Shras' Shirt war schon feucht und klebte an seinem Körper, Elbruns Haare waren ebenfalls mit Schweiß getränkt, Tropfen liefen ihm über Nacken, Schultern, Brust und glänzten im Licht der Trainingshalle.
Mit einem kräftigen Tritt ging Shras zu Boden. Elbrun hatte gewonnen. Er half Shras hoch, sie verbeugten sich, Shras klopfte ihm auf die Schulter und ging.
Elbrun sah seinen Mann und bemerkte ihn sofort, als hätte er seine Anwesenheit schon die ganze Zeit gespürt. Er ging auf Aljoscha zu, die Short hing tief auf seinen Hüften, Schweiß lief in kleinen Rinnsalen über die definierten Bauchmuskeln, der Nacken glänzte, die Schultern waren breit und angespannt.
„Na, willst du trainieren?“, fragte Elbrun, ein kleines, freches Grinsen auf den Lippen.
Aljoscha nickte nur, unfähig zu sprechen. Er sah fasziniert auf den schweißnassen nackten Oberkörper, der im Licht der Halle glänzte, die Muskeln, die sich bei jeder Bewegung anspannten.
„Ich helfe dir, wenn du Lust hast“, meinte Elbrun, die Stimme noch rau vom Training.
Aljoscha ging aufs Laufband, Elbrun ebenfalls. Sie liefen nebeneinander, nicht schnell, nur um warm zu werden, aber Aljoscha konnte kaum geradeaus schauen. Elbruns Atem ging gleichmäßig, der Schweiß tropfte von seiner Stirn, lief über die Brust, die Shorts klebten an den Oberschenkeln. Der Geruch nach Testosteron, Schweiß und Mann hing in der Luft, erfüllte Aljoschas Lungen bei jedem Atemzug.
Danach wollte Aljoscha Gewichte heben, Elbrun wollte ihn sichern. Sie stellten sich an die Hantelbank. Elbrun stand über ihm, die Beine gespreizt, die Hände bereit, die Stange zu halten, falls Aljoscha sie nicht mehr schaffte.
„Elbrun?“, fragte Aljoscha, die Stimme etwas belegt.
„Hm?“
„Tust du mir einen Gefallen?“
„Alles, was du willst.“
„Kannst du dir bitte ein Shirt anziehen ... ich kann mich nicht konzentrieren.“
Elbrun grinste breit und frech, mit diesem Funkeln in den Augen, das Aljoscha immer wieder um den Verstand brachte.
„Macht dich mein Anblick scharf?“, fragte er belustigt, beugte sich leicht vor, sodass sein Gesicht direkt über Aljoschas war, der Schweiß von seiner Stirn tropfte langsam, heiß auf Aljoschas Brust und zog eine glänzende Spur über die Haut.
Aljoscha schluckte hart, spürte den Tropfen wie einen kleinen Brandfleck, der sich sofort in seinem Körper ausbreitete.
„Leider nicht nur dein Anblick“, murmelte er, die Stimme rau und belegt. „Auch dein testosterongeladener Geruch.“
Elbrun lachte leise. Es war ein tiefes, raues Lachen, das durch Aljoschas Körper vibrierte, direkt in seinen Unterleib fuhr und dort alles noch enger zog.
„Dann musst du da leider durch“, sagte er mit diesem frechen, wissenden Grinsen, das Aljoscha immer wieder den Atem raubte. „Habe kein Shirt hier. Ich könnte aber auch gehen, wenn dir das lieber wäre.“
Natürlich wollte Aljoscha nicht, dass Elbrun ging.
Er wollte genau das Gegenteil.
Er wollte, dass Elbrun bleibt. Wollte schauen. Wollte riechen. Wollte spüren.
Also zog er das Training durch.
Elbrun spielte mit seinem Mann, und er spielte hart.
Er machte absichtlich Bewegungen, die seinen Körper zur Geltung brachten. Wenn er die Hantel für Aljoscha sicherte, spannte er bewusst die Schultern an, die Muskeln unter der schweißglänzenden Haut traten hervor, die Adern an den Unterarmen pochten sichtbar. Wenn er sich bückte, um eine Scheibe zu wechseln, bog er den Rücken durch, ließ die Shorts tief auf den Hüften sitzen, der Bund rutschte ein Stück tiefer, zeigte den Ansatz der festen Arschbacken und die tiefe Rinne dazwischen.
Wenn Aljoscha die Bankdrücken machte, stand Elbrun direkt über ihm, die Beine gespreizt, die Shorts spannten sich über dem Schritt, der Schweiß lief in kleinen Rinnsalen über die Brust, die Bauchmuskeln, sammelte sich im Nabel und tropfte dann auf Aljoschas Gesicht, wenn er die Stange hochwuchtete.
Und dann fasste er auch mal an.
Nur scheinbar harmlos.
Eine Hand auf Aljoschas Schulter, um ihn zu stabilisieren. Aber die Finger gruben sich leicht ein und massierten kurz den Muskel.
Eine Berührung am unteren Rücken, als Aljoscha die Hantel ablegte. Warm, fest, fast besitzergreifend.
Ein Daumen, der kurz über Aljoschas Nacken strich, als er die Gewichte wechselte. Eine federleichte Streicheln, die eine Gänsehaut auslöste.
Aljoscha hielt sich wacker.
Er biss die Zähne zusammen, konzentrierte sich auf die Gewichte, auf die Atmung, auf die Form. Aber sein Körper verriet ihn. In seiner Hose wurde es eng. Jeder Atemzug roch nach Elbrun, nach Schweiß, Testosteron, Mann, Lust. Jede Berührung setzte kleine Stromstöße durch seinen Körper, die sich in seinem Unterleib sammelten und dort pochten.
Elbrun spielte mit seinem Mann einfach weiter.
Er wusste genau, was er tat.
Er sah die Wölbung in Aljoschas Hose, sah die geröteten Wangen, die schnelle Atmung.
„Alles okay bei dir?“, fragte Elbrun mit diesem unschuldigen Ton, der überhaupt nicht zu dem Funkeln in seinen Augen passte, während er sich vorbeugte, um die nächste Scheibe aufzustecken. Dabei drehte er seinen Oberkörper so, dass Aljoscha die ganze Pracht seines schweißnassen Rückens sah: die Muskeln, die sich anspannten, die Wirbelsäule, die in einer eleganten Linie in die tief sitzenden Shorts führte, der Schweiß, der in kleinen Rinnsalen über die Haut lief und sich im Bund sammelte.
Aljoscha knurrte leise, halb Frust, halb Lust. Der Laut kam tief aus seiner Kehle, fast wie ein Grollen, während er die Stange wieder anhob. Die Gewichte zitterten leicht in seinen Händen. „Du bist unmöglich“, presste er hervor, die Stimme rau, die Zähne zusammengebissen.
Elbrun grinste nur breiter, ein breites, freches, wissendes Grinsen, das seine Zähne zeigte und die Grübchen in seinen Wangen vertiefte. Er richtete sich auf, wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn, ließ den Schweiß weiter über seine Brust laufen und trat einen Schritt näher.
„Komm, ich will noch ein paar Wiederholungen sehen“, sagte er, die Stimme tief, fast ein Schnurren. „Und wenn du gut bist, gibt es nachher auch 'ne Belohnung.“
Das Wort „Belohnung“ rollte er so langsam, so genüsslich von der Zunge, dass Aljoscha Gänsehaut bekam. Er wusste genau, was Elbrun meinte. Und Elbrun wusste, dass er es wusste.
Aljoscha hob die Stange, einmal, zweimal, dreimal. Die Muskeln brannten, aber er biss die Zähne zusammen, pumpte weiter, während Elbrun direkt neben ihm stand, die Arme verschränkt, den Körper leicht schräg, sodass Aljoscha aus dem Augenwinkel alles sah: den Schweiß, der über die definierten Bauchmuskeln lief, die Shorts, die jetzt noch tiefer saßen, der Bund feucht und dunkel.
Bei der vierten Wiederholung zitterten Aljoschas Arme, die Stange wackelte leicht. Elbrun trat sofort vor, legte die Hände unter die Stange, nicht um zu helfen, sondern um zu sichern. Dabei streifte sein Unterarm Aljoschas Brust, heiß und schweißnass, ein kurzer, elektrischer Kontakt, der Aljoscha ein leises „Fuck ...“ entlockte.
„Noch zwei“, flüsterte Elbrun, so nah, dass sein Atem Aljoschas Ohr streifte. „Mach weiter. Zeig mir, wie stark du bist. Zeig mir, wie sehr du es aushältst.“
Aljoscha biss die Zähne zusammen, pumpte die letzten zwei Wiederholungen hoch, langsam, kontrolliert. Jeder Muskel zitterte vor Anstrengung und Verlangen. Als er die Stange endlich in die Halterung rammte, war er am Ende. Die Arme brannten, der Atem ging stoßweise.
Er ließ sich auf die Bank fallen, die Hände auf den Knien, den Kopf gesenkt.
Elbrun trat vor ihn, stand breitbeinig über ihm, die Shorts direkt vor Aljoschas Gesicht. Der Geruch, Schweiß, Testosteron, Mann, war überwältigend und füllte Aljoschas Lungen bei jedem Atemzug.
„Gut gemacht“, murmelte Elbrun, die Stimme dunkel, rau, voller Stolz und Lust. „Du hast es verdient.“
Er beugte sich vor, legte eine Hand unter Aljoschas Kinn, hob sein Gesicht an, zwang ihn, ihn anzusehen.
„Belohnung?“, fragte er leise, das Grinsen jetzt fast teuflisch.
Aljoscha nickte nur, unfähig zu sprechen, die Augen dunkel vor Verlangen.
Elbrun lachte leise, tief, vibrierend. Dann zog er Aljoscha hoch, küsste ihn hart, tief, fordernd, mitten in der Trainingshalle, ohne Rücksicht darauf, ob jemand kam.
„Dann komm“, flüsterte er gegen Aljoschas Lippen.
Aljoscha und Elbrun gingen durchs Schiff, zum Quartier. Elbrun hatte wirklich kein Shirt mit, nur die kurze Trainingshose, die tief auf den Hüften saß, und das kleine Handtuch, das er sich über die Schulter geworfen hatte. Er wischte sich grob den Schweiß ab, über Brust, Bauch, Nacken, aber es half kaum. Die Haut glänzte immer noch überall, ein feiner, silbriger Film aus Schweiß, der im Licht der Korridorbeleuchtung schimmerte. Jeder Muskel zeichnete sich ab, wenn er ging. Die Schultern rollten, der Rücken spannte sich, die Bauchmuskeln bewegten sich unter der Haut wie Wellen, und der Schweiß sammelte sich in den Vertiefungen, lief in kleinen Rinnsalen die Wirbelsäule hinunter, verschwand im Bund der Shorts.
Es war ein erotischer Anblick, roh, ungeschönt, pure Männlichkeit nach dem Training.
Und das fand nicht nur Aljoscha.
Die ersten Besatzungsmitglieder, die ihnen über den Weg liefen, taten so, als würden sie grüßen, ein kurzes Nicken, ein „Captain“, ein „Admiral“. Aber ihre Blicke verrieten sie. Eine junge Offizierin blieb fast stehen, die Augen groß, bevor sie hastig weiterging. Ein Bolianer im blauen Overall drehte sich um, als sie vorbei waren, und pfiff leise durch die Zähne, kaum hörbar, aber Aljoscha hörte es trotzdem. Eine Andorianerin mit blauen Antennen hob eine Braue, ein kleines, anerkennendes Lächeln spielte um ihre Lippen.
Elbrun schien es nicht zu bemerken, oder er ignorierte es bewusst. Er ging einfach weiter, selbstbewusst, entspannt, das Handtuch jetzt in der Hand, mit dem er sich den Nacken abwischte, was nur noch mehr Schweiß über die Schultern laufen ließ. Aljoscha neben ihm spürte jeden Blick wie einen kleinen Stich. Stolz, Besitzergreifung und ein Hauch von Eifersucht mischten sich in seiner Brust.
„Sie starren dich an“, murmelte er leise, als sie um eine Ecke bogen und für einen Moment allein waren.
Elbrun grinste schief, ohne stehen zu bleiben.
„Lass sie starren“, sagte er, die Stimme noch rau vom Training.
Er drehte sich kurz um, fasste Aljoschas Hand, fest, besitzergreifend, und zog ihn weiter. Die Berührung war warm, schweißnass, elektrisch. Aljoscha spürte, wie sein Puls wieder schneller ging.
„Und außerdem ...“, flüsterte Elbrun, beugte sich so nah, dass nur Aljoscha es hören konnte, „ ...wenn sie wüssten, was wir gleich im Quartier machen, würden sie noch mehr starren.“
Aljoscha lachte leise, rau, ein Geräusch, das mehr Lust als Humor war. Dann erhöhte er das Schritttempo.
Nach einer Stunde voller Leidenschaft gingen sie in die kleine Küche ihres Quartiers – Hand in Hand, barfuß. Elbrun aktivierte den Replikator.
„Zwei Portionen Wurstgulasch mit Nudeln“, sagte Elbrun mit einem kleinen, zufriedenen Grinsen. „Scharf. Und zwei Gläser kalte Cola.“
Der Replikator summte kurz, und Sekunden später materialisierten die Teller. Dampfend, duftend, das Gulasch tiefrot und würzig, die Nudeln perfekt al dente, die Wurststücke dick und saftig. Die Cola perlte eiskalt in den Gläsern, Kondenswasser lief an den Seiten herunter.
Sie setzten sich an den kleinen Esstisch, die Stühle nah beieinander, Knie berührend unter dem Tisch. Beide noch in leichter Kleidung, die Haut warm und entspannt nach der Dusche.
Sie aßen erschöpft, aber glücklich zusammen.
Elbrun schaufelte das Gulasch in sich hinein, als hätte er tagelang nichts gegessen. Die Schärfe brachte seine Augen zum Tränen, aber er grinste nur, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund. Aljoscha aß langsamer, genoss jeden Bissen, die Soße dick und würzig, die Nudeln perfekt mit der Schärfe vermischt. Die Cola war eiskalt, prickelte auf der Zunge, löschte das Feuer gerade genug, um den nächsten Bissen noch besser zu machen.
Zwischen den Bissen sahen sie sich an, wirklich an. Keine Worte nötig. Nur Blicke, die sagten: Ich bin hier. Ich liebe dich. Wir sind okay.
Elbrun streckte unter dem Tisch das Bein aus, hakte seinen Fuß um Aljoschas Knöchel. Eine kleine, intime Berührung, die mehr sagte als tausend Küsse.
Aljoscha lächelte, legte die Gabel kurz weg, griff über den Tisch und verschränkte seine Finger mit Elbruns.
„Gut?“, fragte er leise.
Elbrun nickte, die Augen weich. „Perfekt.“
Sie aßen weiter, die Teller leerten sich langsam, die Gläser wurden nachgefüllt. Die Erschöpfung saß tief in den Knochen, aber sie war eine gute. Eine, die nach Leben schmeckte, nach Liebe, nach dem Wissen, dass sie das zusammen durchgestanden hatten.
Als die Teller leer waren, lehnten sie sich zurück, immer noch Hand in Hand. Die Cola war fast alle, die letzten Eiswürfel klirrten leise im Glas. Das Quartier war still, nur das sanfte Summen der Lebenserhaltung und ihr beider Atem waren zu hören.
„Dich beim Kämpfen mit Commander Shras zu sehen, war schon sehr beeindruckend“, meinte Aljoscha plötzlich, die Stimme leise, nachdenklich, fast ehrfürchtig.
Elbrun hob eine Braue, ein kleines, schiefes Lächeln spielte um seine Lippen.
„Warum?“, fragte er, ehrlich überrascht.
Aljoscha zuckte leicht mit den Schultern, sein Daumen strich träge über Elbruns Handrücken.
„Ich weiß nicht. Du bist kein Kampfsportler, dennoch hast du dich gut mit ihm geschlagen. Und du hast ihn sogar bezwungen. Shras ist ein Ushaan-Kämpfer. Die verlieren nicht so leicht. Und du hast einfach mitgemacht, als wär’s nichts.“
Elbrun lachte leise. Ein tiefes, warmes Geräusch, das aus seiner Brust kam und Aljoscha zeigte, dass er wirklich wieder da war.
„Das mag sein“, sagte er, lehnte sich ein Stück vor, die Ellbogen auf dem Tisch. „Hätten wir einen echten Ushaan-Kampf ausgetragen, hätte er aber ohne Probleme gewonnen. Das ist sein Leben, sein Kodex. Ich musste nur überschüssige Energie loswerden.“
Er machte eine kleine Pause, sah Aljoscha direkt in die Augen.
„Die letzten Tage, die Therapie, die Erinnerungen, die Angst. Das hat sich alles in mir aufgestaut. Wie ein Knoten, der immer fester wurde. Sport hilft. Bewegung. Schmerz, der kontrolliert ist. Und Shras, er ist gut. Er fordert mich, ohne mich zu brechen. Er weiß, wann er aufhören muss. Und ich weiß, dass ich bei ihm sicher bin.“
Aljoscha nickte langsam, sein Blick wanderte über Elbruns Gesicht. Die kleinen Schweißperlen, die immer noch in den Haaren hingen, die leichte Röte auf den Wangen, die Erschöpfung in den Augen, die trotzdem leuchteten.
„Ich mag es, wenn du so bist“, murmelte er. „Stark. Lebendig. Wenn du kämpfst, nicht gegen dich selbst, sondern gegen etwas, das dich fordert. Und wenn du danach zu mir kommst, verschwitzt, müde, aber glücklich.“
Elbrun lächelte. Ein echtes, warmes Lächeln, das seine Augen erreichte.
„Dann komm ich immer zu dir“, sagte er leise. „Egal, wie hart ich trainiere. Egal, wie sehr ich kämpfe. Am Ende will ich nur zu dir. In deine Arme. In dein Bett. In dich.“
Er hob Aljoschas Hand an seine Lippen, küsste die Fingerknöchel, langsam, zärtlich.
Aljoscha war auch nachdenklich, sein Blick ruhte auf Elbruns Gesicht, wanderte über die leichte Röte auf den Wangen, die Erschöpfung in den Augen, die trotzdem leuchteten.
Aljoscha lehnte sich ein wenig vor, die Ellbogen auf dem Tisch, und sah Elbrun mit diesem Blick an. Halb Ehrfurcht, halb ungläubiges Staunen, als würde er seinen eigenen Mann gerade zum ersten Mal wirklich sehen.
„Weißt du, wie dich Lieutenant Sera beim Training des Hazard-Teams betitelt hat?“, fragte er leise, fast andächtig. „Als absolut tödlich. Sie hat es nicht nur gesagt. Sie hat es geflüstert, als wäre es ein verdammtes Staatsgeheimnis. Ich war mir gar nicht bewusst, was für ein starker Bodenkämpfer du bist. Du bist ein großartiger Taktiker. Im Raumkampf überblickst du alles, als würdest du Schach auf einem 3D-Brett spielen. Dass du das am Boden aber auch kannst, das war mir neu. Richtig neu.“
Elbrun lachte leise. Ein tiefes, warmes Geräusch, das aus seiner Brust kam und den ganzen Raum ein bisschen heller machte. Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter dem Kopf, und für einen Moment sah er wieder aus wie der Mann, der gerade Shras auf die Matte geschickt hatte. Entspannt, selbstsicher, mit diesem kleinen, schelmischen Funkeln in den Augen.
„Sera übertreibt immer ein bisschen“, sagte Elbrun mit einem schiefen Grinsen, aber in seiner Stimme lag Stolz, ein Hauch von Belustigung. „Sie nennt mich tödlich, weil ich in einer Simulation mal alleine eine Dominion-Festung lahmgelegt habe. Alleine. Mit dem Scharfschützengewehr und einem Handphaser und einem Haufen Glück. Aber auch da musste ich nur etwas Energie loswerden. Und weil ich, na ja, ich lasse mich nicht gern besiegen. Nicht, wenn es um Leben oder Tod geht. Nicht, wenn es ums Überleben geht.“
Er machte eine kleine Pause, sah Aljoscha direkt in die Augen, und das Grinsen wurde noch breiter.
„Außerdem“, fügte er hinzu, mit einem Augenzwinkern, „kann ich von den Offizieren nichts verlangen, was ich selbst nicht kann. Und um Energie loszuwerden, dafür kannst du nicht herhalten. Zumindest nicht immer.“
Aljoscha lachte auf. Ein echtes, befreites Lachen, das den ganzen Tisch vibrieren ließ. Er schüttelte den Kopf, immer noch mit diesem Ausdruck von Ehrfurcht und Zärtlichkeit im Gesicht.
„Du bist unmöglich“, murmelte er, aber seine Augen sagten etwas ganz anderes. Ich bin stolz auf dich. Und ich liebe dich genau so.
„Und du bist beeindruckt“, konterte Elbrun trocken, lehnte sich vor und küsste Aljoschas Fingerspitzen. „Gib’s zu. Du hast gerade einen kleinen Helden-Moment gehabt.“
Aljoscha grinste schief. „Vielleicht einen ganz kleinen. Aber du bist auch ein wahnsinniger Angeber.“
Elbrun lachte wieder. Leise, warm, glücklich. „Aber nur vor dir. Ein bisschen Imponiergehabe schadet nicht.“
Aljoscha nickte, das Lächeln wurde weicher, nachdenklicher.
„Stimmt“, sagte er. „Und genau das liebe ich daran. Bei allen anderen bist du der bescheidenste Admiral, den ich kenne. Du gibst nie an. Du prahlst nicht vor Vorgesetzten, du redest nicht groß vor der Crew. Du tust einfach, was getan werden muss. Leise, effizient, ohne Applaus zu erwarten. Aber bei mir, bei mir darfst du angeben. Bei mir darfst du stolz sein. Bei mir darfst du zeigen, was du wirklich kannst. Und ich liebe es, wenn du das tust. Weil es bedeutet, dass du dich bei mir sicher fühlst. Dass du weißt: Ich werde dich nie kleiner machen. Ich werde dich nur noch mehr lieben.“
Elbrun sah ihn an. Lange, still, als würde er die Worte aufsaugen, als würde er sie in sich hineinnehmen wie etwas Kostbares.
Dann beugte er sich vor, küsste Aljoscha. Langsam, tief, voller Dankbarkeit und Zärtlichkeit.
„Ich bin nur stark, weil du da bist“, flüsterte er gegen Aljoschas Lippen. „Weil ich weiß, dass ich danach zu dir kommen kann. Und dass du mich nimmst, egal, wie verschwitzt, egal, wie müde, egal, wie kaputt. Weil du mich siehst. Weil du mich willst. Weil du mich liebst.“
Aljoscha nickte, zog ihn enger an sich, bis ihre Stirnen sich berührten.
„Immer“, murmelte er. „Egal wie. Immer.“
Aljoscha räumte dann im Quartier etwas auf. Er stellte das Geschirr zurück in den Replikator, wischte den Tisch ab, goss die Pflanzen und gab dem Karakal namens Fussel etwas zu fressen. Er bewegte sich langsam, immer noch mit diesem warmen, schweren Gefühl im Körper, das nach Liebe und Erschöpfung schmeckte. Ein süßes, klebriges Nachglühen, das sich in jede Pore gesetzt hatte.
Elbrun hingegen ging schweigend zu einem Schrank in der Ecke des Raums. Er öffnete die Tür leise, fast ehrfürchtig, und holte etwas heraus: eine goldfarbene Querflöte. Das Instrument glänzte im sanften Licht des Quartiers, die Oberfläche war makellos, als hätte sie nie einen Kratzer abbekommen. Elbrun hielt es einen Moment lang nur fest, strich mit den Fingerspitzen über die Klappen, als würde er ein altes, vertrautes Wesen begrüßen.
Dann ließ er sich im Schneidersitz auf den Boden sinken. Die Beine locker verschränkt, der Rücken gerade, aber entspannt. Die Flöte legte er sich quer über die Knie, atmete einmal tief ein und aus, schloss die Augen.
Und dann spielte er.
Die ersten Töne waren sanft, fast zögernd. Es war ein einzelner, langer Ton, der sich wie ein Seufzer durch den Raum zog, vibrierte in der Stille, berührte etwas tief in Aljoscha. Dann folgte eine Melodie. Langsam, melancholisch, aber voller Wärme. Es war keine klassische Komposition, kein Stück aus einem Konzertsaal. Es war etwas Eigenes, etwas Persönliches. Die Noten flossen wie Wasser. Sie stiegen auf, fielen wieder ab, mal klar und hell wie ein Morgen, mal dunkel und tief wie eine Erinnerung, die man nicht ganz loslassen kann.
Aljoscha blieb stehen, wo er war. Mitten im Raum, eine Decke halb in der Hand. Er drehte sich langsam um und sah zu. Sah, wie Elbruns Finger über die Klappen tanzten, präzise und doch weich. Sah, wie sein Atem die Luft in Musik verwandelte. Sah, wie seine Schultern sich mit jedem Ton leicht bewegten. Der Oberkörper glänzte etwas, und im Licht der Quartierbeleuchtung sah Elbrun aus wie ein Wesen aus einer anderen Welt. Halbnackt, verletzlich, stark und gleichzeitig so unendlich sanft.
Die Melodie wurde schneller, lebendiger. Ein Tanz aus Tönen, der mal fröhlich aufsprang, mal wieder innehielt, als würde er Atem schöpfen. Dann wieder langsamer, tiefer, fast traurig. Eine Note, die lange in der Luft hing, zitterte, sich auflöste, nur um von der nächsten wieder aufgefangen zu werden.
Aljoscha spürte, wie ihm die Kehle eng wurde. Nicht vor Traurigkeit. Vor Schönheit. Vor der Erkenntnis, dass dieser Mann, der gerade noch mit Shras gekämpft hatte, der ihn vorhin auf dem Flur hart und ohne Gnade genommen hatte, jetzt hier saß, halbnackt auf dem Boden, und Musik machte. Musik, die niemand sonst je hörte. Musik, die nur für diesen Moment existierte. Für ihn.
Er ließ die Decke fallen, ging langsam näher, kniete sich still vor Elbrun hin, ohne ihn zu stören. Er sah zu, wie Elbruns Lippen sich um das Mundstück legten, wie sein Atem die Luft in Töne verwandelte, wie seine Brust sich hob und senkte, wie die Noten aus ihm herausströmten wie etwas Lebendiges, etwas, das er lange in sich getragen hatte und jetzt endlich freiließ.
Als der letzte Ton verklang, lang, rein, fast schmerzhaft schön, blieb die Stille einen Augenblick hängen, schwer und voll.
Elbrun öffnete langsam die Augen, sah Aljoscha an. Kein Grinsen diesmal. Nur ein kleines, fast scheues Lächeln.
„Ich hab lange nicht mehr gespielt“, sagte Elbrun leise, fast schüchtern, als würde er sich selbst dafür entschuldigen. Er hielt die Flöte noch immer in den Händen. Die Fingerspitzen strichen über die goldenen Klappen, als wollten sie sich vergewissern, dass sie wirklich da war. „Hab’s fast vergessen. Aber heute war mir danach.“
Seine Stimme war weich, ein bisschen brüchig. Nicht von Traurigkeit, sondern von etwas Tieferem, etwas, das lange verschlossen gewesen war und jetzt endlich Luft bekam.
Aljoscha kniete immer noch vor ihm, die Decke längst vergessen auf dem Boden. Er sah Elbrun an, wirklich an. In seinen Augen lag etwas, das mehr sagte als Worte. Ehrfurcht, Zärtlichkeit und eine Art stiller Verwunderung, als würde er gerade einen Schatz entdecken, von dem er nicht einmal geahnt hatte, dass er existierte.
„Das war wunderschön“, meinte er leise, die Stimme fast ein Flüstern, als hätte er Angst, den Moment zu zerbrechen.
Er streckte die Hand aus, legte sie sanft auf Elbruns Knie. Nicht fordernd, nur da, nur berührend.
„Ich wusste nicht, dass du das kannst“, fuhr er fort. Die Worte kamen langsam, als müsste er sie erst finden. „Nicht so. Nicht so tief. Das war nicht einfach nur Musik. Das warst du. Alles von dir. Die Stärke, die Verletzlichkeit, die Stille dazwischen, die du sonst immer versteckst.“
Elbrun senkte den Blick auf die Flöte. Ein kleines, fast verlegenes Lächeln spielte um seine Lippen.
„Ich hab’s nie jemandem gezeigt“, gab er zu. „Ich habe immer nur mal für mich gespielt. Kannst du auch ein Instrument spielen?“
„Nein, ich bin total unmusikalisch“, meinte Aljoscha lachend. Ein helles, befreites Lachen, das den Raum ein bisschen leichter machte. „Ich hab’s in der Schule versucht, Blockflöte. Katastrophe. Die Lehrerin hat mich nach zwei Wochen aus dem Unterricht genommen, damit die anderen nicht leiden müssen.“
Elbrun lachte leise mit. Warm, tief, ein Geräusch, das Aljoscha direkt ins Herz fuhr.
„Das macht ja nichts“, meinte er, immer noch mit diesem sanften, fast zärtlichen Ton. „Musik ist nicht nur Noten spielen. Du hörst zu. Du fühlst mit. Das ist mehr wert als jede Technik.“
Sie genossen den Rest des Abends in trauter Zweisamkeit.
Kein großes Programm mehr. Keine Pläne. Keine Pflichten.
Nur sie beide.
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