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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7

Teil 7

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Informationen

 

Am nächsten Morgen waren Aljoscha und Elbrun zur Enterprise zurückgekehrt. Top würde später mit dem Hazard-Team der Sojourner folgen. Beide Hazard-Teams sollten zusammen eine Simulation durchführen. Aljoscha und Top waren leicht erschöpft – Elbrun hatte sie die Nacht ziemlich rangenommen. Aljoscha und Elbrun bereiteten sich in ihrem Quartier auf den Tag vor, beide in frischen Uniformen. Elbrun stand vor dem Spiegel, strich die goldene Admiral-Uniform glatt, Schultern straff, Augen noch etwas müde, aber wach. Aljoscha zog die Captain-Jacke über, unterdrückte ein leises Gähnen, Wangen leicht gerötet von der Nacht.

„Du siehst aus, als hättest du nicht geschlafen“, neckte Elbrun mit schiefem Grinsen, während er den Kommunikator anheftete.

Aljoscha schnaubte, trat hinter ihn, schlang die Arme um seine Taille. „Du bist schuld. Aber ich beschwer mich nicht.“ Er küsste Elbruns Nacken – kurz, warm. „Simulation mit Tops Team. Level 15, urbaner Nahkampf in einer Tzenkethi-Forschungseinrichtung. Klingt nach Spaß.“

Elbrun drehte sich um, zog ihn näher. „Spaß? Mit zwei Hazard-Teams? Das wird brutal. Aber wir gewinnen.“

Aljoscha lachte leise. „Natürlich. Du bist ja dabei.“

Plötzlich kam Elbrun eine Idee. „Vielleicht lassen wir die Teams danach gegeneinander antreten – Flagge erobern oder so. Das würde Spaß machen.“

Ein paar Minuten später meldete Top sich über die Kommunikation; sein Gesicht erschien auf dem Monitor. „Wir beamen in 10 Minuten rüber und treffen uns in eurer Hazard-Operationszentrale.“ Top wirkte noch leicht müde, doch seine violetten Augen strahlten vor Vorfreude, die blauen Haare frisch frisiert.

Elbrun nickte dem Bildschirm zu, grinste. „Verstanden, Captain. Bis gleich.“

Der Monitor erlosch. Aljoscha strich die Jacke glatt, unterdrückte ein letztes Gähnen. „Flagge erobern? Du machst aus dem Training einen Spielplatz.“

„Motiviert die Crew“, erwiderte Elbrun schulterzuckend und öffnete die Tür. „Komm, T’Pler wartet nicht gern.“

Sie verließen das Quartier. Die Korridore der Enterprise summten von der üblichen Morgenaktivität. Die Sterne zogen vorbei – ein neuer Tag voller Simulationen und vielleicht ein bisschen Spaß.

Aljoscha und Elbrun gingen zur Hazard-Operationszentrale. Als sie den Raum betraten, war das Hazard-Team der Enterprise bereits versammelt – in pechschwarzen Uniformen, Phaser geladen, Blicke fokussiert. Wenige Augenblicke später trat Top ein, gefolgt von seinem Hazard-Team der Sojourner. Der Xenexianer mit den violetten Augen und blauen Haaren ging direkt nach vorn zu Aljoscha und Elbrun.

Elbrun wollte gerade den Tagesablauf erklären, da meldete sich Lieutenant Sera zu Wort. „Verzeihen Sie, Sir, aber ich würde noch mal auf Ihre Simulation von gestern zu sprechen kommen. Wie haben Sie das geschafft – alleine und auch noch ohne Fehler? Das war wirklich beeindruckend.“

Elbrun lächelte leicht, ein Hauch Stolz in den betazoidischen Augen, und wandte sich der Gruppe zu. „Danke, Sera. Level 12, Wüste – 700 Meter Schüsse, Nahkampf mit Handphaser, alles solo. Es war eine Dominion-Festung, basierend auf alten Gamma-Quadrant-Daten: Jem’Hadar-Patrouillen, Vorta-Überwacher, alles holografisch nachgestellt. Der Schlüssel? Vorbereitung und Instinkt. Zuerst analysiert man den Wind: Er trägt den Sand, verändert die Flugbahn um Millimeter. Ich habe die Sensoren im Helm kalibriert, um Echtzeit-Anpassungen zu machen – jede Böe spüren, bevor sie kommt. Das TR-121 ist ein Monster: 8 Sekunden Nachladen, aber mit der richtigen Technik – Ellenbogen hoch, Magazinwechsel in einer fließenden Bewegung – sitzt der nächste Schuss präzise.“

Tharan, der andorianische Scharfschütze aus Tops Team, hob die Hand. „Sir, wie haben Sie die Feindbewegungen vorhergesehen? Die Simulation wirft ja unvorhersehbare Patrouillen.“

„Kein telepathischer Vorteil bei Hologrammen – das ist unmöglich“, erklärte Elbrun klar. „Es geht um Mustererkennung. Ich habe die KI der Simulation studiert: Sie basiert auf realen Dominion-Taktiken. Jem’Hadar gruppieren sich in Dreier-Teams, decken Flanken, shrouden sich bei Annäherung. Ich habe Deckung gewechselt, bevor sie feuern konnten – Schatten nutzen, Sanddünen als Barriere. Und im Nahkampf: Handphaser auf Betäubung, aber präzise Schüsse auf Gelenke, um Bewegungen zu blocken.“

Eine Fähnrich aus der Sojourner-Crew fragte: „Und die Festung? Wie haben Sie die allein infiltriert, ohne Granaten?“

Elbrun grinste. „Granaten sind laut, ziehen Verstärkung an. Ich habe die Festung nicht zerstört – nur Wachen und Patrouillen ausgeschaltet. Klettern an der Außenwand, Phaser auf Schneidmodus – ein Loch in die Lüftung, reinschleichen. Drinnen: Systeme hacken mit dem Tricorder, Wachen einen nach der anderen ausschalten. Kein Alarm, kein Chaos. Solo bedeutet: Jeder Fehler ist tödlich, also null Toleranz.“

Top nickte anerkennend, verschränkte die Arme. „Beeindruckend. Meine Crew hat das analysiert – wir integrieren das in unsere Taktik.“

T’Pler trat vor, vulkanisch ruhig. „Fragen geklärt? Simulation startet in fünf Minuten. Level 15: Urbane Tzenkethi-Forschungseinrichtung. Koordination zwischen Teams. Uniformen checken, Phaser auf Trainingsmodus.“

Die Teams nickten, Aktivität brach aus – Helme auf, Konsolen aktiviert. Elbrun warf Aljoscha einen Blick zu, ein schelmisches Funkeln. „Und danach? Flagge erobern. Verlierer repliziert das Abendessen.“

Leises Lachen im Raum. Die Holodeck-Türen glitten auf – der Tag begann.

Elbrun, Aljoscha und Top hatten sich im Beobachtungsraum der Hazard-Operationszentrale positioniert – ein halbdunkler Raum, durchzogen vom Blau der flackernden Holoanzeigen. Vor ihnen pulsierte das Abbild der tzenkethischen Forschungseinrichtung: schmale, kantige Korridore, scharf geschnittene Schatten, kaltes Kristalllicht, das wie ein lebendiger Sensor über die simulierten Teams strich. Alarme hallten in der Tiefe der Projektion, gedämpft, aber eindringlich genug, um eine unterschwellige Spannung zu erzeugen.

Sie standen locker, aber konzentriert an den Konsolen, PADDs in den Händen. Elbrun analysierte jedes Detail mit betazoidischer Klarheit, Aljoscha arbeitete mit ruhiger, präziser Systematik, und in Tops Augen blitzte immer wieder jene ausgeprägte, selten sichtbare xenexianische Wachsamkeit auf.

Commander T’Pler führte Team 1, Lieutenant Sera Team 2. Beide Gruppen waren bewusst durchmischt worden; die Enterprise und die Sojourner sollten miteinander funktionieren – nicht nebeneinander.

Team 1 sollte die Gefangenen extrahieren. Team 2 musste die Forschungsdaten sichern, löschen und den gemeinsamen Evakuierungspunkt erreichen.

Dann startete die Simulation.

„Team 1 erreicht Sektor 3“, sagte Elbrun leise, ohne den Blick vom Display zu lösen. „Gute Nutzung der Säulen. Aber Fähnrich Kor bleibt zu weit hinten. Das reißt die Flanke auf.“

Aljoscha bestätigte mit einem kurzen Nicken, während er Seras Team beobachtete. „Sera arbeitet fokussiert. Download liegt bei 60 Prozent. Aber Tharan verzögert die Abfragebestätigung. Wenn sie das nicht glätten, verlieren sie kostbare Sekunden.“

Ein leises Summen erfüllte den Raum, als Top sich vorbeugte. Sein Schütze setzte einen präzisen Betäubungsstoß auf eine patrouillierende Wache.

„Treffer optimal“, sagte Top ruhig. „Aber sie ignorieren den Seitengang. Wahrscheinliche Patrouille. Anmerkung: Sensorpriorisierung erhöhen.“

Team 1 drang währenddessen in den Gefangenenblock ein. Unter T’Plers Führung arbeitete die Gruppe mit beinahe chirurgischer Effizienz: ein Tzenkethi-Wächter neutralisiert, ein romulanisches Hologramm gesichert, kein unnötiger Energieverbrauch.

„Überlebensrate weiterhin hundert Prozent“, stellte Elbrun fest. „Aber sie lassen Equipment zurück. Das geht in einer realen Operation nicht.“

Im Rechenkernsektor stoppte der Datenabruf abrupt – ein fehlerhafter Zugriff löste einen lokalen Alarm aus.

„Zu hastig“, sagte Aljoscha knapp. „Sera kompensiert gut, zieht sofort eine strukturierte Verteidigungslinie auf. Dennoch: Zeitverlust bleibt kritisch.“

Die beiden Teams erreichten kurz darauf den zentralen Verbindungskorridor. Die Holografie schaltete auf Gefechtsmodus: grelle Kristallstrahlen, wechselnde Deckungen, klar abgestimmte Rückzugsschritte. Eine Sprengladung sicherte den Ausgang, und der gemeinsame Rückzug verlief taktisch sauber.

Mit einem Ton erlosch das Szenario.

Ergebnis: 92 Prozent Erfolg. Minimale Verluste.

Elbrun richtete sich auf, ein knappes, zufriedenes Ziehen an den Lippenwinkeln. „Solider Ablauf. Gute Koordination, aber die Alarmvermeidung bleibt ein Schwachpunkt. Daran setzen wir an.“

Er wandte den Blick erst zu Top, dann zu Aljoscha.

„Also. Weiter mit der Auswertung? Oder legen wir zuerst die nächste Übung fest?“

Top antwortete ruhig und klar: „Nachbesprechung zuerst. Dann entscheiden wir.“

Aljoscha verfolgte kurz die erschöpften, aber energiegeladenen Offiziere, die das Holodeck verließen, bevor er zu ihnen zurücksah.

„Der Tag war weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein“, sagte er leise. „Wir können mehr daraus machen.“

Die Nachbesprechung dauerte keine Ewigkeit. Die drei standen an der Konsole, die Teams in lockerer Halbkreis-Formation davor, noch außer Atem, aber konzentriert. „Alarmtoleranz: zu hoch“, sagte Elbrun und wischte ein Diagramm zur Seite. „Team 2 muss die Zugriffe glatter fahren.“ T’Pler nickte knapp. „Und Team 1 sammelt Ausrüstung, die vor der Nase liegt“, fügte Aljoscha trocken hinzu. Ein paar der Crewmitglieder schnaubten leise. Top zeigte auf eine Sequenz. „Flankenarbeit war gut, aber nicht gut genug. Wer in der zweiten Linie steht, muss schneller reagieren.“ Niemand widersprach. Es waren klare Fakten. Nach ein paar weiteren Punkten klappte Elbrun das PADD zu. „Gut. Das war’s.“

Ein kurzer Moment völliger Stille. Dann sah er zu Top. „Also … bereit für eine kleine Auflockerung?“

Top blinzelte, ahnend. „Was schwebt dir vor?“

„Holodeck. Capture the Flag“, sagte Elbrun ruhig, als wäre es das Normalste der Welt.

Sera hob eine Braue. „Enterprise gegen Sojourner?“

„Natürlich.“ Aljoscha lächelte leicht. „Was denn sonst?“

Jetzt regte sich etwas in der Gruppe. Gespräche, leises Lachen, ehrlicher Wettkampfgeist. Einige der Offiziere richteten schon instinktiv ihre Tragegurte. „Standardgebiet,“ erklärte Top. „Zwei Basen, variable Deckungen, Sicherheitsprotokolle an.“

„Und keine Beschwerden, wenn ihr verliert“, warf Aljoscha ein.

„Wir? Verlieren?“ Lieutenant Sera sah ihn mit Ruhe an.

Elbrun deutete zur Tür. „Auf geht’s.“

Und wie auf Kommando setzte sich die ganze Gruppe in Bewegung – die Energie der Simulation noch in den Muskeln, jetzt aber mit diesem Funken von sportlichem Ehrgeiz, der alle ein Stück schneller laufen ließ. Es war klar: Das nächste Gefecht würde nicht leise, nicht vorsichtig und ganz sicher nicht langweilig werden.

Das Holodeck erwachte mit einem Ruck, als würde ein uralter Kriegsschauplatz aus dem Schlaf gerissen. Zerklüftete Felsen ragten bedrohlich auf, verrostete Stahltrümmer lauerten wie Fallen, Energiebarrikaden knisterten mit unterdrückter Wut. Staub wirbelte in Böen, Wind heulte schneidend, und am Horizont flammten zwei Basen auf – eisiges Blau für die Enterprise, glühendes Orange für die Sojourner. Ein Labyrinth aus Schatten und Engpässen trennte sie wie eine unsichtbare Klinge. Die Teams duckten sich, Atem ging stoßweise, Stiefel knirschten auf Schotter, Sicherungen klickten mit tödlicher Präzision.

Auf der Beobachterplattform verschränkte Aljoscha die Arme.

„Zwei Minuten. Und jemand schreit.“

Top verzog den Mund. „Von uns sicher nicht.“

Elbrun hob die Hand. „Drei.“

Die Teams sanken tiefer in Kampfhaltung. „Zwei.“

Staub peitschte über das Feld. „Eins.“

Atem stockte. „Los!“

Das Gelände explodierte in Chaos. Die Sojourner schoss vor wie ein Geschoss aus der Hölle – Sera an der Spitze, tief geduckt, rasend schnell, waghalsig am Rand des Wahnsinns. Die Enterprise entfaltete sich wie ein tödlicher Schachzug: präzise, geplant, unaufhaltsam. T’Pler sicherte die Flanke mit vulkanischer Kälte, Anthi und Taggart kletterten in erhöhte Stellungen, Gewehre im Anschlag.

„Die Sojourner spielt All-In,“ stellte Aljoscha fest.

„Und wird zahlen,“ murmelte Elbrun.

Schon markierte ein erster roter Treffer einen Sojourner-Offizier. Sera erreichte fast den mittleren Versorgungskorridor, doch T’Pler wechselte blitzschnell die Deckung und schaltete ihre Vorhut mit zwei präzisen Schüssen aus.

„Sauber“, sagte Aljoscha knapp.

Top knirschte die Zähne, grinste aber stolz. „Wir haben sie gut ausgebildet.“

Derweil nutzte Tharan die Chaossekunde, glitt wie ein Schatten durch die Seitengasse und näherte sich der Enterprise-Flagge – Zentimeter davor.

Ein metallisches Klicken.

Die Deckung brach auseinander, und T’Pler stand direkt hinter ihm.

Ein einziger Schuss.

Marker rot.

„Vorhersehbar“, sagte T’Pler völlig neutral.

Top stöhnte. „Ich verfluche diesen Mann.“

Das Feld drehte sich. Die Sojourner musste neu aufstellen – und die Enterprise nutzte genau diesen Moment.

Anthi nahm die Dachkanten unter Feuer, kühl und präzise.

Taggart flankierte die linke Seite und markierte Kor und Voss fast im Vorbeilaufen.

„Jetzt“, sagte Elbrun leise.

T’Pler reagierte sofort. Mit zwei Leuten im Schlepptau stieß er direkt auf die Sojourner-Basis vor. Sera versuchte gegenzusteuern, gab klare Befehle – doch sie war eine Sekunde zu spät.

T’Pler erreichte die orange Flagge.

„Flagge erfasst“, verkündete das Holodeck.

„Unmöglich!“, keuchte Top.

Elbrun schwieg. Sein Grinsen war Antwort genug.

Die Sojourner versuchte den Rückweg zu blockieren, kämpfte hart und taktisch sauber – aber die Enterprise hatte sich bereits neu formiert.

Anthi verriegelte den Hauptkorridor, Taggart sicherte das Dach, und T’Pler verschwand zwischen den Deckungen wie ein Schatten.

Sera stürmte hinterher, traf die Flankendeckung, kam aber nicht an T’Pler selbst heran.

Ein letzter Sprint.

Die Flagge schlug in die blaue Energiekonsole ein.

Signalton.

„Punkt an die Enterprise.“

Einen Moment herrschte absolute Stille.

Dann brach Jubel los, gemischt mit ein paar leisen, frustrierten Flüchen von der Sojourner-Seite.

Top fuhr sich durch die Haare. „Ich hasse euch so sehr.“

Sera atmete hart aus, dann nickte sie knapp. „Gut gespielt.“

Elbrun trat neben Top, senkte die Stimme.

„Ich glaube, das bedeutet, dass du den Replikator anschmeißen musst.“

Dann beugte er sich noch näher zu ihm und flüsterte in einem Ton, der keinen Widerspruch kannte:

„Und heute Abend machst du genau das, was Aljoscha und ich dir sagen.“

Top wurde sofort rot – tiefrot – und blickte abrupt weg, völlig verlegen und doch merklich erregt.

Die Teams sammelten sich, klopften Staub von den Uniformen, lachten erschöpft.

Der Wettkampf war vorbei.

Aber die Energie – und die unterschwellige Spannung – würde definitiv bis zum nächsten Morgen bleiben.

Etwas später saßen Elbrun, Aljoscha und Top zusammen im Bereitschaftsraum der Enterprise. Sie verfassten gemeinsam den Abschlussbericht. Das Hazard-Team war auf der Sojourner erfolgreich eingeführt worden. Nachdem dies auf dem zweiten Schiff der Flotte geschehen war, konnten nun die anderen Schiffe es als Vorlage nutzen und ihre eigenen Hazard-Teams aufbauen.

Top wurde ein wenig wehmütig. „Das ist dann wohl erst mal wieder die letzte Nacht, die wir gemeinsam haben. Die nächste Mission wartet auf mich.“

„Ja, das glaube ich auch“, meinte Aljoscha und lehnte sich zurück, die Arme verschränkt, als wollte er die Worte festhalten.

„Was liegt denn für eine Mission bei dir an?“, fragte Elbrun, ohne den Blick vom PADD zu heben, doch seine Stimme trug eine sanfte Neugier.

„Kartografierung eines Schwarzen Lochs“, antwortete Top knapp, starrte in seinen Tee und rührte langsam um, als könnte er die Zeit damit dehnen.

„Das klingt ja aufregend“, sagte Aljoscha mit einem Hauch von Ironie, der die Stille durchbrach.

„Ja, das klingt wirklich aufregend“, fügte Elbrun hinzu, diesmal offen sarkastisch, und legte das PADD beiseite. Er musterte Top mit einem schiefen Lächeln. „Stundenlang Sensoren kalibrieren, Gravitationswellen messen, und am Ende ein Bericht, der niemanden interessiert.“

Top lachte leise, doch es klang hohl. „Genau das. Keine Borg, keine Anomalien – nur ein Loch im Raum, das alles verschlingt.“ Er seufzte und fuhr sich durch die blauen Haare. „Wisst ihr, diese Wochen mit euch ... das Hazard-Training, die Simulationen, die Nächte ... das fühlte sich schön an. Ich werde euch vermissen, aber wir sehen uns ja wieder. Jetzt heißt es zurück in den Alltag, allein mit meiner Crew.“

Aljoscha nickte langsam, seine Augen weich. „Ich weiß, was du meinst. Wir werden dich auch vermissen.“

„Ich beneide euch beide“, meinte Top und blickte zwischen ihnen hin und her, die Stimme ein bisschen rauer. „Ihr habt immer euch. Ich weiß, ich gehöre auch zu euch. Wir drei lieben uns. Aber ihr beide seid verheiratet, und da wir uns so selten sehen, ist es mehr wie eine Freundschaft plus und nicht wie eine polyamore Beziehung. Eure Verbindung zueinander ist viel stärker als zu mir, das ist natürlich auch völlig okay, aber ich bin auch etwas neidisch. Ich genieße die Zeit mit euch, aber immer wenn wir uns gerade wieder aneinander gewöhnen, trennen sich unsere Wege wieder.“

Elbrun schwieg einen Moment, dann legte er das PADD endgültig weg und drehte sich ganz zu Top. „Du hast recht. Es ist nicht fair – für keinen von uns. Diese gestohlenen Nächte sind intensiv, aber sie reichen nicht. Wir spüren das alle.“

Aljoscha beugte sich vor, stützte die Ellbogen auf den Tisch. „Polyamorie auf Distanz ist hart. Wir haben uns, ja – aber du fehlst uns genauso. Es fühlt sich an, als würde ein Teil von uns immer unterwegs sein.“

Top lächelte schief, doch in seinen violetten Augen flackerte etwas Echtes. „Genau. Und ich will nicht nur der ‚Zugucker‘ sein, der alle paar Monate vorbeischaut. Ich will mehr als diese heißen, aber viel zu kurzen Wiedervereinigungen.“

Elbrun grinste plötzlich, ein Funkeln in den Augen. „Dann lass uns das ändern. Vielleicht sollten wir dann mal einen ausgedehnten Urlaub nehmen, nur wir drei. Ich jedenfalls habe bereits eine Menge Urlaubstage angesammelt. 117 Stück, um genau zu sein.“

Top blinzelte, dann lachte er – diesmal echt. „117? Du sammelst ja wie ein Hamster. Aber ... ja. Ein Urlaub. Keine Berichte, keine Simulationen, keine Schwarzen Löcher. Nur wir, irgendwo am Strand von Risa oder in einer Hütte auf Betazed, wo niemand stört.“

Aljoscha hob eine Braue, doch sein Grinsen verriet ihn. „Risa klingt gut. Oder Casperia Prime – warme Quellen, keine Kommunikatoren. Ich checke meine Tage. Wenn Elbrun 117 hat, habe ich mindestens 90.“

Top lehnte sich zurück, die Wehmut wich einem warmen Glühen. „Abgemacht. Wir blocken einen Monat. Keine Ausreden. Meine Crew kommt ohne mich klar, nachdem wir das Hazard-Team jetzt stehen haben.“

Elbrun hob seine Tasse. „Auf den Urlaub. Und darauf, dass wir endlich mehr als gestohlene Nächte bekommen.“

Aljoscha stieß an. „Auf uns drei. Diesmal ohne Abschied am Morgen.“

Top prostete mit, die Augen heller als zuvor. „Auf mehr als Freundschaft plus. Auf uns – richtig.“

Sie tranken schweigend, doch die Luft im Raum fühlte sich leichter an, als hätte die Idee von 117 Urlaubstagen eine Brücke über die Sterne geschlagen. Die Wehmut war noch da, aber nun gemischt mit Vorfreude – auf etwas Echtes, das endlich kommen würde.

Am Abend machten Elbrun und Aljoscha sich in ihrem Quartier fertig, um auf die Sojourner zu beamen. Sie wollten den Abend mit Top verbringen – ein romantisches Essen in seinem Quartier. Elbrun trug ein schwarzes, enges Hemd, die obersten drei Knöpfe offen, dazu eine schwarze Hose und ein goldenes Kettchen, das ihm gut stand, aber auch einen Hauch von Prolligkeit verlieh. Aljoscha hatte ein weißes Hemd und eine blaue Hose gewählt. Hand in Hand gingen sie zum Transporterraum, beamten auf die Sojourner und steuerten direkt Tops Quartier an.

Top öffnete die Tür und begrüßte beide mit einem sanften Kuss – erst Elbrun, dann Aljoscha, seine violetten Augen weich im sanften Licht. Der Esstisch war gedeckt: ein Kerzenständer mit vier flackernden Kerzen warf tanzende Schatten, eine Flasche Rotwein stand bereit, und das Essen war frisch repliziert – duftende Kartoffeln mit gemischtem Gemüse und ein saftiger Braten, der verlockend dampfte.

Sie setzten sich, Top goss den Wein ein, das tiefe Rubinrot schimmerte im Kerzenlicht. „Auf uns“, flüsterte er und hob sein Glas, seine Finger streiften Elbruns, dann Aljoschas. „Auf Nächte, die wir uns verdient haben.“

Elbrun prostete zu, sein Blick ruhte auf Top. „Auf mehr als gestohlene Momente.“

Aljoscha nickte, die Hand mit Tops verschränkt. „Auf das, was kommt – und auf das, was bleibt.“

Sie aßen langsam, genossen jeden Bissen, während das Gespräch in leisen, intimen Tönen floss. Top erzählte von seiner Crew, Elbrun von den Upgrades an der Enterprise, Aljoscha von kleinen Alltagsmomenten – doch darunter lag eine spürbare Wärme, Blicke, die länger verweilten, Berührungen, die zufällig schienen, aber nicht waren. Die Kerzen warfen goldene Reflexe auf ihre Gesichter, der Wein löste die Zungen und weckte Erinnerungen an vergangene Nächte.

Als die Teller leer waren, rückte Top näher, seine Hand glitt über Elbruns Knie unter dem Tisch. „Wisst ihr, was ich mir für heute Abend wünsche?“, murmelte er, die Stimme tief und einladend.

Elbrun lächelte schief, legte seine Hand auf Tops. „Sag es uns.“

„Dass wir die Zeit vergessen. Keine Missionen, keine Abschiede – nur wir drei.“

Aljoscha lehnte sich vor, strich mit den Fingerspitzen über Tops Wange. „Dann lass uns die Sterne draußen lassen.“ Er stand auf, dimmte das Licht mit einem sanften Kommando, bis nur noch die Kerzen flackerten. Die Musik begann leise – ein betazoidisches Lied, das Aljoscha ausgewählt hatte, weich und pulsierend wie ein Herzschlag.

Top zog Elbrun hoch, ihre Körper berührten sich, als sie tanzten – langsam, eng, ohne Eile. Aljoscha gesellte sich dazu, seine Arme um beide, ein Dreiklang aus Wärme und Vertrauen. Ihre Lippen fanden sich abwechselnd, Küsse, die zart begannen und tiefer wurden, voller Verlangen, das in der Luft knisterte wie die Kerzenflammen.

Später, als der Wein fast leer war, führte Top sie ins Schlafzimmer. Das Bett war weich, die Lichter gedimmt auf ein sanftes Blau, das an die Basen der Simulation erinnerte. Sie entkleideten sich langsam, Blicke voller Zärtlichkeit, Hände, die erkundeten, als wäre es das erste Mal. Elbrun küsste Tops Hals, Aljoscha seine Schulter – ein Rhythmus aus Seufzern und Flüstern, der sie näher brachte, Körper verschmolzen in einer Welle aus Leidenschaft und Liebe.

Sie lagen eng umschlungen, Schweiß auf der Haut, Atem synchron. „Das ist es, was ich meine“, murmelte Top, seine Finger in Elbruns Haar vergraben. „Mehr als Freundschaft plus.“

Elbrun lächelte, küsste seine Stirn. „Unser Urlaub wird das nur noch besser machen.“

Aljoscha lachte leise, zog die Decke über sie. „Ja, das wird er“

Die Nacht umhüllte sie wie ein Versprechen, das Feuer in ihren Blicken loderte sanft weiter – bis zum Morgengrauen und darüber hinaus.

Am nächsten Morgen lagen die drei Männer noch eng umschlungen im Bett. Top wurde langsam wach, während Aljoscha friedlich schlummerte, in zwei Decken eingerollt (er hatte Elbruns Decke in der Nacht geklaut). Elbrun selbst lag nackt auf dem Bauch und schlief tief.

Top konnte den Blick nicht von ihm abwenden: der breite, muskulöse Rücken, der knackige Hintern, die kräftigen Beine … Er leckte sich unwillkürlich über die Lippen. Ein frecher Gedanke schoss ihm durch den Kopf. Er wollte es wagen.

Leise, ganz leise rutschte er tiefer, kniete sich zwischen Elbruns leicht gespreizte Beine und beugte sich langsam vor; sein Atem schon heiß an der empfindlichen Haut.

Da passierte es.

Sein Fuß streifte, nur ganz sanft, Elbruns Fußsohle.

Ein Reflex, schnell wie ein Phaserstrahl. Elbruns Bein zuckte hoch, dann trat er zu; mit voller, unbändiger Kraft. Der Tritt traf Top mitten ins Gesicht.

Ein dumpfes, hässliches Knacken. Top wurde rückwärts aus dem Bett katapultiert, krachte hart auf den Boden und blieb einen Moment benommen liegen. Blut schoss aus seiner Nase, tropfte in dicken Strömen auf den Teppich.

Elbrun war schlagartig hellwach; das Poltern hatte ihn aus dem Schlaf gerissen. Er sprang auf, nackt, panisch. Auch Aljoscha riss die Augen auf und saß senkrecht im Bett.

„Top!“ Elbrun war mit zwei Sätzen bei ihm, ging neben ihm auf die Knie. Top saß bereits, hielt sich mit beiden Händen das Gesicht, Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor.

„Was ist passiert?!“, fragte Elbrun, die Stimme rau vor Schreck.

„Du … hast mich getreten“, stöhnte Top dumpf durch die Hände.

„Ich habe dich WAS?!“

„Getreten. Voll ins Gesicht.“ Top hustete, Blut tropfte auf seine Oberschenkel. „Kann es sein … dass du kitzelig bist? An den Füßen?“

Elbrun wurde kreidebleich. „Ja … ziemlich …“

„Ich hab dich nur ganz leicht berührt… und dann hast du ausgeholt wie ein verdammter Klingone!“

„Das tut mir so leid, wirklich leid!“, stammelte Elbrun, völlig fertig. Er drehte sich zu Aljoscha, der schon alarmiert aus dem Bett gesprungen war. „Hol mir bitte meine Unterhose und zwei Handtücher aus dem Bad; schnell!“

Aljoscha rannte, warf Elbrun die Boxer zu; der zog sie in Windeseile an. Dann kamen die Handtücher. Eines drückte Elbrun Top sofort ins Gesicht, damit das Blut aufgesaugt wurde. Das zweite wickelte er ihm geschickt um die Hüfte, damit Top zumindest nicht splitterfasernackt durchs Schiff laufen musste.

„Kannst du aufstehen?“, fragte Elbrun, schon wieder halb im Kommandoton, aber die Sorge in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Top nickte tapfer, obwohl ihm schwindelig war und das Blut noch immer warm über seine Lippen lief. „Dann gehen wir jetzt sofort auf die Krankenstation“, sagte Elbrun entschieden, schon wieder ganz Admiral.

Er legte einen Arm fest um Tops Taille, stützte ihn, damit er nicht schwankte. „Soll ich mit?“, fragte Aljoscha und stand schon halb aus dem Bett.

„Nein, bleib hier und räum das Chaos auf“, antwortete Elbrun, ohne sich umzudrehen. Sein Blick fiel kurz auf den Teppich – mehrere dunkelrote Flecken, die sich langsam ausbreiteten.

Aljoscha grinste schief, trotz der Situation.

Elbrun schnaubte leise, dann führte er Top zur Tür. Die glitt auf – und sie traten hinaus auf den Korridor der Sojourner.

Ein blutender, fast nackter Xenexianer mit einem Handtuch im Gesicht und einem zweiten notdürftig um die Hüften, gestützt von einem Admiral, der nur eine enge schwarze Unterhose trug und ansonsten nichts.

Zwei Sekunden absolute Stille.

Dann kam Fähnrich Gonzales um die Ecke, mit einem PADD in der Hand. Sie blieb stehen. Starrte. Öffnete den Mund. Schloss ihn wieder. Drehte sich um und ging schnurstracks in die andere Richtung, als hätte sie gerade einen Geist gesehen.

Top lachte erstickt ins Handtuch. „Ich glaub, das war’s mit meinem Ruf als disziplinierter Captain.“

„Dein Ruf war schon vorher ruiniert, seit du mit uns schläfst“, murmelte Elbrun, schob ihn weiter. „Krankenstation ist nur dreißig Meter. Halt durch.“

Ein weiterer Offizier – Lieutenant Voss – kam ihnen entgegen, sah die Szene, wurde knallrot und drückte sich mit einem gemurmelten „Guten Morgen, Sirs!“ an die Wand, als wäre sie plötzlich sehr interessant.

Top kicherte jetzt richtig, obwohl es wehtat. „Ich wette, in zehn Minuten weiß das ganze Schiff Bescheid.“

„Dann beeilen wir uns besser“, brummte Elbrun, beschleunigte den Schritt.

Die Türen der Krankenstation glitten auf.

Dr. Plal, ein Trill, blickte auf – und ließ fast das Hypospray fallen. „… was ist denn mit Ihnen passiert?“

„Unfall im Bett“, sagte Elbrun trocken. „Mein Fuß. Sein Gesicht. Lange Geschichte.“

Top wurde auf die Liege bugsiert, das Handtuch endlich weggezogen. Die Nase war geschwollen, Blut überall, aber er grinste schon wieder.

Plal seufzte nur, griff zum Regenerator und murmelte etwas von „Ich will gar nicht wissen, was Sie drei wieder getrieben haben …“

Elbrun stand daneben, immer noch nur in Unterhose, die Arme verschränkt, und sah plötzlich sehr klein und schuldbewusst aus.

Top streckte die Hand aus, fand Elbruns Finger und drückte sie fest. „War’s wert“, flüsterte er leise genug, dass nur Elbrun es hörte.

Elbrun lächelte – klein, schief, unendlich erleichtert – und drückte zurück. „Beim nächsten Mal weckst du mich mit einem Kuss. Auf den Mund. Verstanden?“

„Versprochen“, sagte Top. „Aber nur, wenn du deine Füße unter der Decke lässt.“

Beide lachten leise – während der Regenerator summte und die Spuren des Morgens langsam verschwanden.

Dr. Plal arbeitete schweigend weiter, das Summen des Dermal-Regenerators das einzige Geräusch im Raum. Nach knapp zwei Minuten war die Nase wieder gerade, die Schwellung weg, das Blut verschwunden. Plal trat einen Schritt zurück, musterte sein Werk und dann die beiden Männer vor sich: einen fast nackten Admiral in Unterhose und einen frisch reparierten Captain, der immer noch nur ein Handtuch um die Hüften trug.

„Fertig“, sagte er schließlich. „Nichts gebrochen, nichts verschoben, keine Gehirnerschütterung.“

Top setzte sich auf, noch ein bisschen wackelig, aber schon wieder ganz der Alte. Er zog Elbrun mit einem kurzen Ruck zu sich herunter und küsste ihn direkt vor dem verdutzten Doktor – kurz, aber intensiv.

„Danke fürs Reparieren, Doc“, sagte Top grinsend. „Und danke, dass Sie nicht fragen.“

Plal hob nur eine Braue. „Ich frage seit einem Jahr nicht mehr, seit Sie drei sich kennen. Das hält länger als manche Ehen.“

Elbrun lachte leise. „Komm, dann lass uns zurück ins Quartier gehen. Wir sollten duschen und uns endlich etwas anziehen.“

Dr. Plal deutete mit dem Hypospray vielsagend auf Elbruns nackten Oberkörper und Tops improvisiertes Handtuch-Outfit. „Sie wollen wirklich wieder so durchs Schiff laufen?“

Elbrun grinste breit, absolut schamlos. „Ja, warum nicht? Wir müssen ja nichts verstecken.“

Top zuckte die Schultern, das Handtuch rutschte dabei gefährlich tief und zeigte gerade noch, was die Sternenflotten-Vorschriften eigentlich vorschrieben zu verhüllen. „Außerdem: Wenn die Crew schon Wetten darüber abschließt, wann wir miteinander schlafen, dann sollen sie jetzt mal das passende Bild dazu kriegen.“

Dr. Plal wurde schlagartig rot bis zu den Trill-Flecken. „Erwischt, Doktor. Sie wetten also mit?“, meinte Elbrun lachend und mit hochgezogener Braue.

„Naja … also …“, stammelte der Arzt und sah plötzlich sehr interessiert auf seine Schuhspitzen.

„Haben Sie wenigstens schon mal gewonnen?“, bohrte Elbrun weiter, die Augen funkelnd vor Schadenfreude.

„Nein … bisher nicht“, murmelte Plal in seinen nicht existierenden Bart.

„Dann weihen wir Sie nächstes Mal vorher ein“, sagte Elbrun, zwinkerte verschwörerisch und schlug dem Doktor freundschaftlich auf die Schulter. „Gute Quote ist alles.“

Plal seufzte theatralisch, öffnete aber schon die Tür. „Dann viel Spaß beim zweiten Gang durch die Gerüchteküche.“

Die beiden verließen die Krankenstation genau so, wie sie gekommen waren – nur ohne Blut diesmal. Elbrun mit stolz geschwellter Brust, nur in der engen schwarzen Unterhose, Top mit dem Handtuch um die Hüften und einem Arm locker um Elbruns Taille.

Auf dem Korridor blieb Fähnrich Gonzales erneut stehen, diesmal mit offenem Mund. Lieutenant Voss ließ fast sein PADD fallen. Und irgendwo weiter vorn hörte man jemanden flüstern: „Ich hab’s doch gesagt – die drei sind einfach unkaputtbar.“

Elbrun zwinkerte einem völlig roten Fähnrich zu. Top lachte nur leise, drückte sich enger an ihn – und dann zog Elbrun ihn einfach mitten auf dem Gang zu sich heran und küsste ihn. Kurz, innig, mit Zunge und einem leisen, zufriedenen Brummen.

Das Handtuch rutschte bei der Bewegung gefährlich weit nach vorn. Ein Stück blauer Schopf und ein sehr offensichtlicher, halb erigierter Beweis ihrer Nacht wurden für eine Sekunde sichtbar, bevor Top mit einem erschrockenen „Ups!“ das Ding wieder hochzog.

Ein kollektives Keuchen und unterdrücktes Kichern ging durch den Korridor.

Elbrun löste den Kuss, grinste breit in die Runde und legte besitzergreifend den Arm um Tops Hüfte – direkt auf das Handtuch, als wollte er es extra noch ein Stück tiefer ziehen.

„Weitermachen, Leute“, rief er gut gelaunt. „Nichts gesehen, nichts gewesen.“

Dann spazierten sie einfach weiter, als wäre das hier der normalste Morgenspaziergang der Galaxis.

Hinter ihnen blieb eine Crew zurück, die sich wahrscheinlich gerade kollektiv die Augen rieb und neue Wettquoten festlegte.

Und vor ihnen wartete Aljoscha – mit Kaffee, einem breiten Grinsen und der festen Überzeugung, dass dieser Abschied noch ein bisschen dauern würde.

Denn manche Dinge musste man einfach noch einmal richtig zu Ende bringen … unter der Dusche. Zu dritt.

Etwas später beamten Elbrun und Aljoscha auf die Enterprise zurück. Die Sojourner flog in Richtung ihrer nächsten Mission.

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