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Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
Teil 6
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Informationen
- Story: Enterprise-Krieg und Liebe im Weltraum-Staffel 7
- Autor: KAY
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Science Fiction
Der Vormittag verging ereignislos, doch die Spannung baute sich auf wie ein Warp-Kern vor dem Sprung. Die nächste Simulation wurde vorbereitet – Elbrun inspizierte die Ausrüstung mit scharfem Blick, prüfte Phaser, U-Mods sowie andere Handfeuerwaffen und Hazard-Team-Uniformen, seine Finger glitten über die Geräte, als wollte er ihre Zuverlässigkeit in die Seele einbrennen. Aljoscha und Top überprüften die Daten der vergangenen Simulationen, ihre Köpfe dicht beieinander, während sie Fehler analysierten und Optimierungen skizzierten – ein Team im perfekten Einklang.
Zum Mittag wollten die drei sich im Casino treffen, wo Crewmitglieder plauderten, Replikatoren summten und der Duft von Kaffee die Luft durchzog. Top und Aljoscha saßen schon dort an einem Ecktisch mit Blick auf die Sterne, die vorbeiglitten wie ein endloser Strom aus Diamanten. Top stocherte in seinem Salat, Aljoscha nippte an seinem Kaffee, als Elbrun den Raum betrat. Er erblickte sie, ein warmes Lächeln huschte über sein Gesicht, und steuerte direkt zum Replikator.
„Tomatensuppe, Sandwich mit Schinken, Salat, Gurke und Frischkäse, Ceylon Tee – heiß,“ orderte er mit gewohnter Präzision. Das Tablett materialisierte sich mit einem leisen Summen: Die Suppe dampfte einladend rot, das Sandwich war perfekt gestapelt, der Tee duftete nach fernen Plantagen. Gerade als er es ergriff, dröhnte Tops Stimme durch den Raum: „Du durftest was??“ – ein ungläubiger Ausruf, der Köpfe drehen ließ und ein paar Löffel klirren machte.
Aljoscha, der gerade einen Bissen Lasagne genommen hatte – saftige Schichten mit reichlich Käse –, verschluckte sich fast, wedelte hektisch mit der Hand und zischte: „Pst! Leiser, Mann!“ Sein Gesicht glühte wie ein roter Riese, während er sich umsah – ein Fähnrich am Nebentisch grinste schon breit, eine Ingenieurin hob neugierig eine Braue.
Elbrun, unbeeindruckt, balancierte sein Tablett und schlenderte zum Tisch, setzte sich mit einem amüsierten Schnauben. „Was durfte Aljoscha?“, fragte er ruhig, tauchte den Löffel in die Tomatensuppe, als ginge es um das Wetter auf Risa.
„Naja … also …“ Top wand sich wie ein Wurm am Haken, seine Wangen nahmen die Farbe eines Phaserstrahls an. „Aljoscha hat mir gerade erzählt, dass er dich vor einiger Zeit … einmal … du weißt schon.“ Er formte mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, den anderen Finger stieß er diskret hindurch – eine Geste, die klarer nicht sein konnte, ohne dass ein Wort fiel.
„Ja, das stimmt“, erwiderte Elbrun gelassen, biss in sein Sandwich und kaute bedächtig, als diskutiere man über Warp-Faktoren. „Hätte ich nie gedacht, dass da jemals jemand bei dir ran darf“, murmelte Top, noch immer baff, die Augen weit aufgerissen wie bei einer unerwarteten Subraumanomalie.
„Ich finde, da ist nichts bei“, sagte Elbrun mit einem Schulterzucken. „Wir haben es einfach ausprobiert – war ganz nett, eine interessante Erfahrung, aber nichts, was einer Wiederholung bedarf. Einmal reicht, um zu wissen, dass es nicht unser Ding ist.“ Er grinste schief, ein Hauch von Selbstironie in den Augen, der die Spannung auflockerte, und nippte an seinem Ceylontee, der aromatisch roch.
„Aber was ihr beide hier beim Mittagessen in aller Öffentlichkeit besprecht, krass,“ meinte Elbrun dann weiter, schüttelte den Kopf mit einem trockenen Lachen und deutete subtil auf die neugierigen Blicke ringsum – ein Lieutenant am Nachbartisch tat so, als wäre er fasziniert von seiner Lasagne. Aljoscha vergrub das Gesicht in den Händen, stöhnte leise auf – „Ich bring dich um, Top“ –, während Top nur unschuldig mit den Achseln zuckte, ein breites, jungenhaftes Grinsen im Gesicht, und weiter in seinen Salat stach. Die drei lachten leise, die Blicke der Crew ignorierten sie gekonnt, und das Casino summte weiter, als wäre nichts gewesen – nur ihre Verbindung ein bisschen enger, ein bisschen ehrlicher geworden.
Dann kam die Frage von Elbrun, so beiläufig wie ein Warp-Manöver: „Willst du auch mal?“
Top, der gerade an seinem Wasser nippte, spuckte es in einem eleganten Bogen über den Tisch – ein paar Tropfen landeten prompt auf Aljoschas Lasagne. „Was?“, fragte er ungläubig, hustete und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, die Augen weit wie Subraum-Sensoren auf Maximum.
„Willst du auch mal?“, wiederholte Elbrun ruhig, tauchte den Löffel in seine Tomatensuppe und rührte gelassen, als ginge es um die nächste Schichtrotation.
Top stammelte, die Wangen nun nicht mehr nur rot, sondern in voller Alarmstufe: „Ne … ähm … ich glaub nicht … du weißt ja, ich bin eher so der …“ Er wedelte vage mit der Gabel, als wollte er eine unsichtbare Flotte dirigieren.
„Ja, schon verstanden“, sagte Elbrun mit einem milden, fast väterlichen Nicken, und biss wieder in sein Sandwich.
Aljoscha wollte nun wirklich im Erdboden versinken. Er starrte auf seine Lasagne, als wäre sie ein Schwarzes Loch, das ihn verschlingen könnte, und murmelte etwas, das klang wie „ich hasse euch beide“. Ein leises, peinlich berührtes Lachen entwich ihm trotzdem – die Art Lachen, die nur entsteht, wenn man genau weiß, dass man verloren hat.
„Ihr habt doch angefangen, und wahrscheinlich sogar du“, meinte Elbrun dann nur zu Aljoscha.
Die drei aßen in Ruhe zu Ende. Elbrun erhob sich dann, stellte das ganze Geschirr auf sein Tablett und fragte: „Wollt ihr Nachtisch?“
Aljoscha sagte prompt: „Ja, irgendwas mit Schokolade.“
Top nickte nur, noch immer leicht rot um die Nase, und stocherte verlegen in den letzten Salatresten.
Elbrun ging zum Replikator, stellte das Tablett hinein – es verschwand mit einem leisen Summen – und orderte: „Drei Portionen Schokoladenmousse, eine mit extra Kakaostreuseln.“
Top und Aljoscha blieben zurück, redeten über Belangloses: das Wetter auf Risa, die letzte Simulation, ob Fussel wieder auf dem Warpkern geschlafen hatte. Doch dann sagte Aljoscha plötzlich leise: „Das glaub ich ja wohl nicht.“
Top sah auf. „Was denn?“
„Schau mal da. Elbrun. Er flirtet mit Commander Thelin.“
Top folgte seinem Blick. Elbrun stand lässig am Replikator angelehnt, eine Hand in der Hosentasche, die andere hielt das neue Tablett. Commander Thelin – schlank, andorianisch, mit den typischen weißen Haaren und den leicht bläulichen Antennen – stand dicht neben ihm, tippte etwas in sein Padd und lachte leise über etwas, das Elbrun gesagt haben musste.
„Ach Quatsch“, murmelte Top, „die reden normal miteinander.“
„Nee, das sieht nicht so aus“, zischte Aljoscha, die Augen schmal. „Elbrun steht da mit diesem Lächeln – dieses leicht verschmitzte, schamlose Lächeln. Und die Augen … da ist ein Glitzern drin, das ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Und weißt du, wann das letzte Mal war? Als du in unser Leben gestoßen bist. Er flirtet. Schamlos.“
Top blinzelte, starrte genauer hin. Tatsächlich – Elbrun neigte leicht den Kopf, seine Stimme war tief, fast ein Murmeln, und Thelin lachte wieder, eine Hand leicht an Elbruns Arm.
„Der … der macht das mit Absicht“, flüsterte Aljoscha, halb empört, halb fasziniert. „Sieh dir das an – er weiß genau, dass wir zuschauen. Und er genießt es.“
Top schnaubte leise, ein Grinsen kämpfte sich durch seine Verlegenheit. „Na, dann lass ihn doch. Solange er mit Schokolade zurückkommt.“
Aber Aljoscha schüttelte nur den Kopf, ein amüsiertes Funkeln in den Augen. „Der Mann ist ein Admiral. Und ein Teufel.“
Elbrun wusste genau, was er tat: Thelin war zweifellos attraktiv – schlank, blaue Haut, weiße Antennen, die bei jedem Lachen leicht wippten –, aber er war auch so hetero wie ein vulkanischer Logik-Algorithmus. Perfekte Wahl, um die Jungs am Tisch zu ärgern.
„Commander“, begann Elbrun mit diesem tiefen, betazoidischen Timbre, das immer ein bisschen wie Samt klang, „Ihre Berichte über die neuen Phaser-Kalibrierungen waren … beeindruckend detailliert.“ Er neigte den Kopf, ein verschmitztes Lächeln spielte um seine Lippen, und seine Augen glitzerten.
Thelin lachte höflich, tippte weiter auf seinem Padd. „Danke, Sir. Ich dachte nur, die Energieverteilung könnte optimiert werden.“
„Optimierung ist alles“, murmelte Elbrun, trat einen halben Schritt näher, als wollte er das Padd inspizieren – in Wahrheit warf er einen kurzen Seitenblick zum Ecktisch. „Wissen Sie, Thelin … manchmal braucht es nur den richtigen … Winkel.“ Er legte eine Hand leicht auf Thelins Unterarm, nur eine Sekunde, aber genug, um die Antennen leicht zucken zu lassen.
Thelin grinste, völlig ahnungslos. „Absolut, Sir. Ich schick Ihnen die aktualisierten Diagramme.“
„Tun Sie das“, sagte Elbrun, seine Stimme ein Hauch tiefer, „und vielleicht … besprechen wir sie persönlich. Bei einem Tee.“ Er zwinkerte – schamlos, übertrieben, mit voller Absicht.
Thelin nickte freundlich, nahm seinen Tee und ging. Kein Interesse, kein Flirt – nur ein netter Andorianer, der seinen Job machte.
Elbrun schnappte sich das Tablett mit den drei Mousses und schlenderte zurück, das Grinsen breiter denn je. Aljoscha starrte ihn an, als wollte er ihn mit Blicken verdampfen. Top schüttelte nur den Kopf, halb lachend, halb entsetzt.
„Was war das denn?“, zischte Aljoscha, sobald Elbrun sich setzte, und schnappte sich seine Mousse wie einen Rettungsring. „Du hast ihn praktisch mit den Augen ausgezogen! Und diese Hand auf dem Arm – ich schwör, fass ihn noch einmal an und ich beam dich ins All!“
Top prustete los, verschluckte sich fast an seiner eigenen Mousse. „Ja, genau! Aber ernsthaft, Elbrun, das war niveaulos. Thelin hat gedacht, du willst seine Diagramme klauen!“ Er wedelte mit dem Löffel und grinste breit. „Und wir sitzen hier wie zwei eifersüchtige Kadetten. Du bist ein Sadist, Elbrun.“
„Nachtisch," sagte Elbrun unschuldig und schob Aljoscha die extra bestreute Portion hin. „Und ein kleiner Test, ob ihr noch eifersüchtig werden könnt.“
Aljoscha stöhnte dramatisch, löffelte aber schon. „Du bist unmöglich. Nächstes Mal flirte ich mit T’Pler. Der Vulkanier hat wenigstens keine Antennen, die zucken.“
Top lachte schallend. „T’Pler? Der würde dich logisch analysieren und dann sagen: ‚Faszinierend, aber ineffizient.‘“
„Und ihr liebt es“, erwiderte Elbrun, löffelte genüsslich seine Mousse und zwinkerte ihnen zu. „Außerdem – Thelin ist vergeben. An seine Arbeit. Und an Frauen. Ich wusste das.“
Aljoscha vergrub das Gesicht in den Händen – wieder. „Du … du …“
„… bin ein Genie“, beendete Elbrun den Satz, lehnte sich zurück und genoss den Moment. Die Sterne glitten weiter, das Casino summte, und die drei lachten – laut, ehrlich, verbunden.
Nach dem Essen gingen die drei zurück an die Arbeit. Top und Aljoscha vertieften sich in die Vorbereitung der nächsten Simulation. Elbrun hingegen überwachte das Training des Hazard-Teams in der neuen Operationszentrale. Er hatte sich die Hazard-Team-Uniform angezogen. Er wollte nicht nur befehlen – er wollte dazugehören, das Team spüren.
Das Schießtraining begann. Phaserstrahlen schnitten hell durch das Holodeck, Zielscheiben materialisierten sich aus dem Nichts – statische Silhouetten von Drohnen, dann flinke, bewegliche Hologramme, die aus Winkeln sprangen, als wären sie lebendig. Die ersten Teammitglieder legten los: Trefferquoten bei 85 %, solide, aber mit Raum nach oben. Lieutenant Sera, die Leiterin, notierte Ergebnisse auf ihrem Padd, ihre Augen scharf wie ein Tricorder-Scan.
Dann kam sie auf Elbrun zu, ein Phasergewehr in der Hand. „Wollen Sie auch einmal, Sir?“, fragte sie mit einem Hauch von Herausforderung in der Stimme.
Elbrun nickte, ein Grinsen im Gesicht. „Warum nicht?“ Er schnappte sich das Gewehr – leicht, ausbalanciert, mit modularem Visier – und betrat das Holodeck. Die Türen schlossen sich, das Programm startete: „Level 7 – Borg-Drohnen-Simulation. Keine Schilde, volle Mobilität.“
Die ersten statischen Ziele erschienen. Elbrun hob das Gewehr, Atem ruhig, Finger am Abzug. Drei präzise Schüsse – jeder ein Volltreffer mitten ins Zentrum, die Hologramme lösten sich in flackernden grünen Partikeln auf. Das Team draußen beobachtete durch die Sichtscheibe – einige nickten anerkennend, andere schluckten.
Dann die Action: Bewegliche Ziele rasten heran, simulierten Assimilationstentakel peitschten durch die Luft. Elbrun rollte sich ab, feuerte aus der Hüfte – zwei Drohnen fielen sofort, deaktiviert durch Schüsse in die Kernmodule. Eine sprang von der Decke; er wirbelte herum, ein gezielter Strahl ins Neuralinterface, und sie krachte funkensprühend zu Boden. „Komm schon!“, brüllte er ins Holodeck, Adrenalin pumpte. Ein Schwarm von sechs Drohnen stürmte – er duckte sich hinter eine Barrikade, Granatmodus aktiviert, warf eine EMP-Granate: Ein greller Impuls breitete sich aus, vier fielen synchron. Die letzten zwei erledigte er im Nahkampf-Modus, Gewehrkolben als Schlagwaffe, dann finale Schüsse in die Schwachstellen. 100 % Trefferquote. 0 Fehlschüsse. Das Holodeck piepte: „Simulation abgeschlossen. Perfekt.“
Außerhalb war das Hazard-Team der Sojourner beeindruckt – und nervös. „Der Admiral macht das, als wär’s ein Spaziergang auf Risa“, murmelte ein Ensign. Bei Elbrun sah alles so leicht aus – routiniert, instinktiv –, was es bei Weitem nicht war. Ein junger andorianischer Fähnrich, frisch von der Akademie, mit blauen Antennen, die vor Aufregung zitterten, hatte schlotternde Knie. Er war der Nächste. Elbruns Leistung jagte ihm Angst ein: Angst, schlechter abzuschneiden, Angst vorm Versagen vor dem Admiral, der gerade eine Borg-Invasion im Alleingang demontiert hatte.
Elbrun trat heraus, das Phasergewehr lässig mit dem Lauf über die Schulter geworfen, Schweißperlen auf der Stirn, aber ein breites, zufriedenes Lächeln. „Na, wie war ich?“, fragte er, die Augen funkelnd.
Lieutenant Sera blinzelte, ihr Padd in der Hand, unsicher, ob sie loben oder analysieren sollte. „Äh … Sir, 100 % Treffer, null Fehlschüsse, unter Optimalzeit. Das ist … beeindruckend.“ Sie zögerte, dann ein schiefes Grinsen. „Wollen Sie’s den Rekruten beibringen, oder sollen wir sie einfach motivieren, indem wir Ihre Aufzeichnung abspielen?“
Elbrun lachte, klopfte dem zitternden Fähnrich auf die Schulter. „Keine Sorge, Fähnrich. Jeder fängt mal an. Atmen Sie durch – und denken Sie dran: Die Borg warten nicht, bis Sie perfekt sind. Sie werden das gut machen.“ Das Team entspannte sich ein wenig, die Spannung wich in Respekt und einem Hauch von Teamgeist. Das Training ging weiter – härter, motivierter.
Der andorianische Fähnrich – sein Name war Tharan – betrat das Holodeck. Die Türen schlossen sich mit einem leisen Zischen, das Programm startete: „Level 7 – Borg-Drohnen-Simulation. Keine Schilde, volle Mobilität.“
Tharan hob das Phasergewehr, die Hände leicht feucht am Griff, sein Puls raste. Die ersten statischen Ziele materialisierten sich – er atmete tief ein, zielte und feuerte. Drei Schüsse: zwei Volltreffer, die Hologramme lösten sich in flackernden grünen Partikeln auf, einer streifte nur die Kante. Draußen notierte Lieutenant Sera: „82 %.“
Dann die beweglichen Ziele. Drohnen rasten heran, ihre Tentakel peitschten durch die Luft mit einem scharfen, bedrohlichen Zischen. Tharan rollte sich ab, feuerte aus der Bewegung – ein Treffer, ein Fehlschuss, der Strahl verpuffte harmlos an der Wand. Eine Drohne sprang von der Seite; er wirbelte herum, traf das Neuralinterface, sie fiel krachend zu Boden. „Weiter!“, murmelte er sich selbst zu, Adrenalin pumpte durch seine Adern. Der Schwarm kam: Sechs Drohnen, ihre mechanischen Schritte donnerten, ihre Sensoren glühten rot. Er duckte sich, warf die EMP-Granate – ein greller Impuls breitete sich aus, drei fielen synchron. Die verbleibenden zwei humpelten weiter; Nahkampf: Gewehrkolben-Schlag gegen eine, dann präzise Schüsse in die Schwachstellen. Eine letzte Drohne erwischte ihn fast – er sprang zurück, finaler Treffer. Das Holodeck piepte: „Simulation abgeschlossen. Trefferquote 88 %. Fehlschüsse: 3. Zeit: Über Optimal.“
Tharan trat heraus, das Gewehr gesenkt, Antennen leicht gesenkt vor Erschöpfung, aber ein stolzes Grinsen auf den Lippen. Nicht herausragend, aber solide – genau im Durchschnitt des Teams. Elbrun nickte anerkennend, klopfte ihm auf die Schulter. „Gut gemacht, Fähnrich. Sie haben die Kurve gekriegt. Nächstes Mal über 90 % – und Sie sind bereit für den Einsatz.“
Tharan grinste schief, die Knie nicht mehr ganz so weich. „Aye, Sir. Danke.“ Das Team applaudierte leise, der Druck wich in Kameradschaft. Das Training rollte weiter, der junge Andorianer motivierter denn je.
Etwas später saß das Hazard-Team im angrenzenden Besprechungsraum. Die Luft roch nach Ozon und frischem Kaffee aus dem Replikator. Vor Elbrun lag ein TR-121-Scharfschützengewehr, mattschwarz, mit langem Lauf. Keine Standardausrüstung, aber essentiell für Spezialoperationen in feindlichen Umgebungen.
„Heute lernen wir den Umgang mit dem TR-121“, begann Elbrun ruhig. „Präzision auf Distanz. Es braucht recht lange zum Nachladen – ca. 10 Sekunden nach einem Schuss –, dafür eine extrem hohe Reichweite und Präzision. Das Ding ist kein Spielzeug.“
Mit geübten, fast tänzerischen Handgriffen zerlegte er das Gewehr: Lauf ab, Visier runter, Energiezelle raus, Kolben separat. Zehn Sekunden. Dann baute er es wieder zusammen, Klick-Klick-Klick, fertig. Das Magazin schnappte ein, das Visier leuchtete grün.
„Jetzt ihr. Jeweils 30 Sekunden. Los.“
Die Teammitglieder griffen zu. Metall klapperte, Flüche wurden gemurmelt. Lieutenant Sera schaffte 28 Sekunden, Tharan stolperte bei der Energiezelle und brauchte 42. Elbrun nickte nur, korrigierte hier einen Griff, dort einen Winkel. „Übung macht’s. Bis heute Abend will ich unter 20 Sekunden sehen.“
Dann ging es zurück ins Holodeck. Neue Simulation: „Level 9 – Festung des Dominion. Scharfschützen-Modus. Ziel: 3 Wachen eliminieren, ohne Alarm auszulösen.“
Die Simulation wurde in 2er-Teams abgehalten. Das Team materialisierte in einer dunklen, labyrinthartigen Basis. Als Erstes waren Lieutenant Sera und der betazoidische Offizier, der neulich beim Morgenappell leise gekichert hatte – Lieutenant Kael Voss, schlank, schwarze Augen, ein Hauch von telepathischem Schalk –, dran.
Sera kniete auf einem erhöhten Vorsprung, 450 Meter Distanz zur ersten Wache. Das TR-121 lag schwer in ihren Händen, Visier justiert. „Ziel erfasst. Wind null, Gravitation standard.“ Sie atmete aus, drückte ab – der Strahl schnitt lautlos durch die Luft, traf den Jem’Hadar präzise in den Hals. Er sackte zusammen, ohne einen Laut.
„Wache eins am Boden. Nachladen“, murmelte Voss, der neben ihr die Umgebung scannte. Die 10 Sekunden Nachladezeit zogen sich wie Kaugummi. Sera schob die neue Energiezelle ein, Klick.
Zweite Wache patrouillierte um eine Ecke. Voss markierte die Position. „Links, 30 Grad.“ Wieder Schuss, wieder Treffer. Die Wache fiel, Polaron-Gewehr klapperte zu Boden.
Dritte Wache, jetzt alarmiert, aber noch nicht sicher. Sera zielte, Finger am Abzug. „Zu riskant – zu nah am Sensor.“ „Riskieren wir es, brauchen wir zu lange, werden wir entdeckt“, meinte Voss. Dann ein Schuss. Treffer. Kein Alarm.
Holodeck piepte: „Ziele neutralisiert. Keine Erkennung. Erfolg.“
Sera und Voss traten heraus, hochkonzentriert. Elbrun nickte. „Saubere Arbeit. Nachladen üben – im Feld kostet das Leben.“
Nächstes Team: Tharan und Fähnrich Kor. Tharan legte an, erste Wache – Treffer, aber Nachladen dauerte 12 Sekunden, zweite Wache bemerkte etwas. Alarm! Simulation reset.
Elbrun grinste schief. „Nochmal. Und atmet durch.“
Tharan und Kor starteten neu. Diesmal: Erste Wache – Treffer. Nachladen in 11 Sekunden. Zweite – Treffer. Dritte – Voss' Tipp aus dem Off: „Atme aus vor dem Abzug.“ Treffer. Kein Alarm. Erfolg.
Das Team jubelte leise. Tharan wischte sich den Schweiß von der Stirn, Antennen stolz erhoben. „10 Sekunden nächstes Mal, Sir.“
Elbrun klatschte in die Hände. „Genug für heute. Zerlegen, putzen, morgen Level 10 mit Bewegungszielen. Wegtreten.“
Die Teammitglieder gingen zu den Umkleiden, um sich die Hazard-Team-Ausrüstung auszuziehen. Elbrun blieb zurück, starrte auf das TR-121. „Warum eigentlich nicht“, murmelte er, ein Adrenalin-Grinsen im Gesicht. Er schnappte sich das Gewehr, befestigte einen Handphaser am Halfter – höchste Stufe, für Nahziele – und startete eine Solo-Simulation. „Level 12 – Dominion-Festung, Wüstenumgebung. Standard-Gegnerzahl, volle Mobilität.“
Das Holodeck materialisierte eine sengende Wüste: Sanddünen, zerfallene Ruinen, violette Polaron-Gitter flimmerten in der Hitze. Jem’Hadar patrouillierten in Paaren, ein Vorta-Kommandant überwachte von einem Turm aus. Elbrun versteckte sich sofort hinter einem Felsen, Visier angelegt, sondierte die Umgebung. Erstes Ziel: Wache auf Patrouille, 660 Meter. Atem ruhig, Korrektur für Winddrift. Schuss – der Strahl durchschnitt die Luft, traf präzise in den Hals. Die Wache sackte zusammen, ihr Partner wirbelte herum, suchte.
Elbrun robbte durch den heißen Sand, Körner knirschten unter der Uniform. Der zweite Jem’Hadar kam näher – 20 Meter, zu nah für das Gewehr. Handphaser raus. Ein gedämpfter Impuls, die Wache löste sich in einem orangefarbenen Nebel auf, verdampft.
Auf dem Turm: Vorta mit einer einzelnen Eskorte. Elbrun wechselte Position, kletterte eine Düne hoch. 800 Meter. Nachladen: 8 Sekunden. Schuss – Treffer ins Auge. Der Vorta taumelte, die Eskorte stürmte die Treppe herunter. Elbrun wartete, bis sie allein war – 150 Meter. Handphaser: Treffer, sie fiel.
Ein weiteres Paar patrouillierte um die Ruinen. Elbrun duckte sich, zielte auf den fernen – Schuss, down. Der nahe rannte heran – 30 Meter. Phaser-Feuer, präzise in die Brust.
Unterdessen kamen die Hazard-Team-Mitglieder aus der Umkleide, noch in Zivil. Lieutenant Sera sah auf dem Monitor, dass eine Simulation lief. „Hey, schaut euch das an!“, rief sie. Tharan, Voss, Kor und ein paar andere drängten sich um den Bildschirm – Elbrun im Solo-Modus, methodisch, tödlich.
„Seht ihr? 660 Meter – Volltreffer, und der Partner hat nichts mitgekriegt“, flüsterte Sera, Augen weit. „Jetzt robbt er ... oh, Handphaser! Der zweite ist weg, bevor er blinzeln kann.“
Tharan lehnte sich vor, Antennen zuckend. „Der Nachlade-Zeit ... 8 Sekunden? Ich brauch immer noch 11. Und wie er den Vorta erwischt hat – durch die Hitzeverzerrung!“
Voss grinste telepathisch spürbar. „Er wartet auf den Einzelnen. Kein Risiko. Der Admiral plant drei Züge voraus. Schaut, das Paar – er nimmt den fernen zuerst, der nahe rennt direkt in den Phaser.“
Kor schüttelte den Kopf. „Unglaublich. Allein gegen eine Festung, und es sieht aus wie Routine. Kein Alarm, keine Verluste.“ „Ha, im Herzen ist er ein Klingone!“, sagte er dann laut mit Freude.
Elbruns Simulation ging weiter – er schlich durch eine enge Schlucht, wo ein weiteres Paar Jem’Hadar Wache hielt. Er legte sich flach, zielte auf den oberen, 500 Meter. Schuss – Treffer. Der untere stürmte los, 80 Meter. Elbrun rollte hinter eine Düne, wartete, bis der Gegner um die Ecke bog – Handphaser, präzise in die Seite. Down.
„Jetzt die Schlucht!“, rief Tharan. „Er nutzt die Deckung perfekt – der untere rennt genau in die Falle.“
Sera nickte. „Und kein unnötiger Schuss. Er spart die Energiezelle.“
Ein letztes Paar auf einem Hügel, 700 Meter. Elbrun kletterte höher, robbte durch lockeren Sand, der unter seinen Ellenbogen nachgab. Nachladen im Liegen: 7 Sekunden – Finger flogen, Energiezelle einrasten. Er visierte den oberen Jem’Hadar an, der gerade den Horizont absuchte. Korrektur für Aufwind, Atem angehalten. Schuss – der Strahl schnitt durch die flimmernde Hitze, traf den Helmvisier-Rand, der Krieger kippte rückwärts, rollte den Hügel hinunter.
Der zweite reagierte sofort: Er sprintete in Zickzack, Polaron-Gewehr im Anschlag, 40 Meter und näher kommend. „Er kommt direkt auf ihn zu!“, zischte Tharan am Monitor, Antennen steil. „Kein Schusswinkel mehr – zu nah!“
Elbrun ließ das Gewehr sinken, rollte sich in eine Mulde, Handphaser gezogen. Der Jem’Hadar sprang über die Kante, 15 Meter – Elbrun feuerte zweimal: Erster Strahl streifte die Schulter, der Krieger duckte sich, Zweiter traf die Brust. Er taumelte, Elbrun nutzte den Schwung: Ein Tritt gegen das Gewehr, Phaser an die Schläfe. Ende.
Sera pfiff leise. „Hat den Lauf getimt – und dann Nahkampf. Brutal effizient. Eiskalt.“
Voss nickte. „Kein überflüssiger Schuss. Er hat den Run des Gegners vorausgesehen.“
Die Simulation dauerte fast eine Stunde – präzise, geduldig, tödlich. Holodeck piepte: „Ziele neutralisiert. Überlebensrate: 100 %. Rekordzeit.“
„Deshalb ist er der Boss“, murmelte Sera. „Morgen fragen wir, ob er uns Tipps gibt.“
Elbrun trat heraus, Gewehr über der Schulter, Sand in den Stiefeln, Schweiß auf der Stirn, die Uniform nass und staubig. Er blinzelte beim Anblick des Teams. „Was? Nur eine kleine Übung.“ Ein kollektives Lachen brach aus – Respekt tiefer, Team enger, und ein Hauch von Herausforderung in der Luft.
Elbrun keuchte etwas nach Luft – die Simulation war heiß und staubig gewesen, zwar nur holografisch, aber real genug, dass sein Herz noch raste und die Uniform am Rücken klebte. Er wischte sich Sand aus den Augenbrauen.
„So, nun raus mit euch“, sagte er zum Team, das noch immer halb fasziniert, halb erschöpft um den Monitor stand. „Ich gehe jetzt auch.“
Er verstaute das Gewehr im Waffenschrank und verließ die Hazard-Operationszentrale, marschierte Richtung Turbolift. Die Gänge der Sojourner waren ruhig, nur das leise Summen der Lebenserhaltung und das ferne Klacken von Stiefeln irgendwo in der Ferne.
Turbolift – Deck 3
„Deck 3, Offiziersquartiere“, murmelte er. Die Türen schlossen sich, der Lift setzte sich in Bewegung. Elbrun lehnte sich an die Wand, spürte noch das Adrenalin in den Adern pulsieren. Verdammt, das war gut. Aber jetzt: Hunger. Großer Hunger. Die Simulation hatte mehr Energie verbraucht, als er gedacht hatte – Muskeln brannten, Magen knurrte wie ein tribbelnder Ferengi.
Die Türen glitten auf. Er trat in den Korridor, ging die letzten Meter zu seinem Quartier. Die Tür zischte auf – und da saßen sie schon:
Top und Aljoscha, bequem auf dem Sofa, ein Tablett mit dampfenden Tellern vor sich. Der Duft von gegrilltem Raktellino mit Kräutern und frischem Brot schlug ihm entgegen.
Elbrun erblickte das Essen, seine Augen leuchteten. „Ich habe einen riesen Hunger“, sagte er, die Stimme noch rau vom Wüstensand der Simulation.
Top grinste breit. „Haben wir geahnt. Du kommst immer hungrig aus dem Holodeck.“
Aljoscha hob eine Augenbraue, musterte Elbrun von oben bis unten – staubig, verschwitzt, die Uniform zerknittert. „Sieht aus, als hättest du eine Wüste erobert. Setz dich. Essen. Duschen kannst du später.“
Elbrun kickte die Stiefel von sich und sank neben Aljoscha aufs Sofa. „Ihr seid die Besten.“
Er schnitt ein Stück ab – das replizierte Fleisch zerging auf der Zunge, die Sauce war frisch, das Brot knackig. Die drei aßen in Ruhe zusammen. Elbrun erzählte von den Simulationen, die Stimme noch heiser vom Wüstensand, während er das Raktellino in großen Bissen verschlang.
„Level 12, Wüste, 700 Meter Schüsse, Nahkampf mit Handphaser … und das alles solo“, sagte er zwischen zwei Bissen, die Augen funkelnd. „Das TR-121 ist ein Monster. 8 Sekunden nachladen, aber wenn du den Wind spürst, sitzt jeder Schuss.“
Top lehnte sich zurück, schnitt ein Stück Brot ab. „Klingt, als hättest du wieder eine ganze Festung demontiert.“
Aljoscha goss Wein nach, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen. „Wie hat das Team reagiert?
Elbrun grinste, lehnte sich zurück, das Adrenalin ganz langsam abebbend, aber noch stark präsent. „Beeindruckt. Sie haben zugesehen. Morgen muss ich wohl eine Menge Fragen beantworten.“
Er hob den Becher. „Auf das Hazard-Team. Und auf uns.“
Top und Aljoscha stießen an. „Auf uns“, wiederholten sie.
Für einen Moment war alles gut. Nur drei Männer, ein gutes Essen und das leise Summen der Enterprise.
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