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Ich hab es mir nicht ausgesucht...
Wie alles begann...
Teil 24 - Gefühle akzeptieren-auf der Suche
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Informationen
- Story: Ich hab es mir nicht ausgesucht...
- Autor: Julian K.
- Die Story gehört zu folgenden Genre: Coming Out
Erschrocken blieben wir vier im Wohnzimmer zurück.
Benny hatte Tränen in den Augen. Er schluchzte, „was hat Falki denn? Der ist doof!“
Mama wollte ihn trösten, „nein Benny, er ist nicht doof, vielleicht nur traurig, weil wir schon gehen müssen.“ Frau Konrad versuchte sich zu entschuldigen.
„Ich weiß gar nicht, was mit ihm neuerdings los ist. Er ist so empfindlich geworden.“
Ich stand einfach nur hilflos dabei, hätte ich etwas sagen sollen?
Vielleicht, aber der Feigling in mir schwieg, wie immer.
Wir verabschiedeten uns, Falks Mama fragte zaghaft, „Julian magst du denn morgen überhaupt noch kommen, oder…?“
Ich hob die Schultern, „Ich weiß nicht, vielleicht will er es nicht mehr, weil…“
Als ich die Wohnungstür hinter uns zuzog, hörte ich Falks Mama rufen, „Falk kommst du bitte mal zu mir in die Küche!“ Kurz schaute ich zurück und sah, wie Falk zögernd aus dem Kinderzimmer kam.
Unten auf der Straße bleib Mama am Auto stehen und sah mich fragend an. „Juli, was ist falsch gelaufen zwischen euch? Warum war Falk schon bei uns so komisch und hat jetzt so wütend reagiert?“
Ich konnte mich gerade noch beherrschen, „was zwischen uns falsch gelaufen ist?
Gar nichts! Warum denkt ihr Erwachsenen eigentlich immer, dass ihr alles richtig macht und wir immer an allem Schuld sind. Warum hängt ihr euch in alles rein, manchmal möchte ich… Du fragst, was los ist? Da bin ich zum ersten Mal mit Falk eine knappe Stunde richtig allein gewesen und du fängst an, von Tim zu erzählen! Was meinst du, wie er das fand? Bestimmt nicht gerade toll! Und dann erzählst du auch noch großartig, dass wir zu Tim ins Haus fahren… Mama-bitte!!!“
Sie schaute mich ganz unglücklich an, „Juli Schatz, entschuldige, ich wusste doch nicht, Ich wollte…“
Ich schluchzte auf. „Bitte schließ auf, ich möchte nach Hause.“
Mama schaute ganz erschrocken, entriegelte wortlos das Auto. Auch auf der Rückfahrt herrschte eisiges Schweigen. Ich ignorierte Mamas suchende Blicke im Rückspiegel.
Es war schon ein seltsames Gefühl, das Haus von Wegners zu betreten, wenn Tim und seine Eltern nicht zu Hause waren.
Während Mama durch die Zimmer im Erdgeschoss wuselte und die Tür zur Terrasse kontrollierte, stand ich zunächst unentschlossen im Flur. Ewas zog mich magisch die Stufen hinauf in Tims Etage. Aus dem Wohnzimmer hörte ich Mama rufen, „Juli, wo bist du? Gehst du hoch?“
Ich antwortete nicht.
Auf dem kleinen Korridor oben blieb ich kurz stehen. Links war die Badezimmertür nur angelehnt, rechts stand die Tür zu Tims Zimmer einen Spalt weit offen.
Ich wandte mich nach links und schob die Tür auf, sofort flammte die automatische Sensorlampe über dem Spiegel auf und beleuchtete das kleine Bad in sanftem orangefarbenem Licht. Der Duft von Tims Duschgel hing noch im Raum. Seine Latschen standen unter dem Waschecken, sein Bademantel hing ordentlich am Wandhaken. Sanft strich ich darüber.
Von unten hörte ich Mama, „Juli, bist du oben, aber nichts anfassen, hörst du?“
Ich murmelte leise für mich, „ja, ja... Mama.“
Vor Tims Zimmer verharrte ich kurz, sollte ich?
Mit angehaltenem Atem trat ich ein und blieb wie verzaubert, von einem Gefühl der Erinnerung an ein schönes Wochenende mit Tim, stehen.
Das Licht der Straßenlaterne warf einen warmen Schein auf Tims Bett, es war perfekt gemacht.
Ich ließ meinen Blick durch das Zimmer schweifen. Alles war ordentlich aufgeräumt, die Sachen auf dem Schreibtisch lagen exakt geordnet. An der Wand fanden sich mehrere Sportposter und auch ein anderes Foto, das ich im schummrigen Licht nicht gleich erkennen konnte.
Als ich nähertrat, erkannte ich das Bild. Es war das Foto von der Homepage unserer Schule, auf dem ich zu sehen war, nachdem ich im letzten Jahr den neuen Rekord im 10.000 Meterlauf aufgestellt hatte.
Tim hatte ein Foto von mir als Großposter an der Wand über seinem Bett!
Gerührt stand ich einen Moment sprachlos davor.
Sein MacBook lag aufgeklappt in der Mitte des Schreibtisches. Ich konnte mich nicht zurückhalten und strich mit den Fingern sacht über das Touchpad.
Augenblicklich leuchtetet der Screen auf.
Ich musste zweimal hinschauen, um zu erkennen, was dort zu sehen war. Ich schluckte. Auf dem Monitor war ein Junge mit verwuschelten braunen Haaren zu sehen. Er lag rücklings auf einem Bett und war bis zur Hüfte zugedeckt. Sein nackter Oberkörper lag entspannt, die Hände hatte er unter dem Kopf verschränkt. Scheinbar schlief er.
Ich schaute genauer hin. Hä???
Was war das? Ich erkannte mich selber auf diesem Foto.
Hatte Tim mich in der Nacht bei ihm zu Hause etwa beim Schlafen mit dem Handy fotografiert? Er hatte es nie erwähnt. Und jedes Mal, wenn er jetzt den Computer startet… liege ich wieder vor ihm. Was sollte ich davon halten?
Ich fühlte ein warmes Gefühl in mir aufsteigen, Tim… du Lieber.
Gleich darauf erfasste mich aber eine zwiespältige Vermutung, was, wenn er das Foto…?
Oder hatte er vielleicht noch mehr, andere… Fotos von mir in dieser Nacht gemacht?
Ich würde ihn danach fragen müssen.
Obwohl, nein, wir hatten uns unsere tiefsten Geheimnisse miteinander geteilt, uns vertraut, uns berührt…
Ich schob die zweifelnden Gedanken rasch fort. Tief holte ich Luft und setzte mich einfach auf sein Bett. Meine Augen hingen immer noch an dem Bild auf dem Computer.
Der Bildschirm erlosch. Vorn, in meiner Hose spürte ich eine zunehmende Enge…
Eine Hand, tief unter meinem Hosenbund, tastete vorsichtig die empfindliche, schon leicht feuchte Spitze ab, die sich mit Macht gegen den Stoff meiner Shorts presste. Mit der anderen Hand strich ich gleichzeitig zärtlich über das Kopfkissen, das dabei leicht verrutschte. Als ich das Kissen wieder glattstrich, bemerkte ich, dass etwas darunter lag. Vorsichtig tastete ich und zog eine Boxershorts hervor.
Es war meine Unterhose! Tim hatte sie sich letztens geschnappt, als ich mich in seinem Zimmer ausgezogen hatte!
Als Revanche hatte ich seine Schlafshorts in meinen Rucksack gesteckt.
Tim schläft mit meiner Unterhose unter dem Kopfkissen! Oder ob er sie auch nachts manchmal anhat und ob er damit wohl auch manchmal…?
Ich nahm die Boxer vor meine Nase, tief zog ich den Duft in mich hinein und grinste.
Sie roch, als ob Tim erst gestern Abend noch Spaß mit mir, also mit meiner Hose, gehabt hätte.
Die feuchte Spitze in meiner Jeans stieß jetzt nicht nur an ihre stoffliche Grenze, sondern überschritt auch die des Beherrschbaren…
Ich hielt die Luft an, stoppte die Bewegung meiner Hand und zog sie rasch
aus der Hose, sonst… - zu spät!
An meinen Fingern hing ein schleimiger weißlicher Faden…
Ich fühlte, wie mein Gesicht zu glühen begann, Tim, Tim, Tim.
„Julian, kommst du bitte, wir wollen los!“
Erschrocken wischte ich hastig meine Hand an der Boxer ab und hauchte einen leichten Kuss darauf.
Noch einmal roch ich kurz an meiner Hand, ehe ich die Unterhose wieder unter das Kopfkissen stopfte.
Liebevoll strich ich das Kissen wieder glatt. Die Vertiefung, die mein Hintern auf der Bettdecke hinterlassen hatte, bemerkte ich nicht…
In Gedanken noch bei dem eben Erlebten und noch leicht benommen stieg ich die Treppe hinunter.
Mama wartete schon ungeduldig, „alles in Ordnung oben? Hast du auch nichts angefasst?“
Ich nickte, „ja alles okay.“
Sie musterte mich kurz, „wirklich alles in Ordnung?“
„Jaaaa, Mama, wirklich. Alles bestens.“ Ich musste lächeln.
Verständnislos blickte sie mich prüfend an.
Ich drehte mich weg, der Haustür zu, „wollen wir? Ich muss zu Hause noch Tim anrufen.“
Papas großer Dienstwagen stand bereits vor dem Haus, als wir vor dem Gartentor ausrollten.
Unschlüssig blieb ich noch einen Augenblick im Auto sitzen, Mama stand bereits in der Haustür, „Juli kommst du bitte. Hier draußen wird es zu kalt.“
Papa war in der Küche mit der Vorbereitung des Abendessens beschäftigt.
„Na hallo ihr beiden, ihr seid aber spät dran. Ich hab mich extra beeilt, um heute früher nach Hause zu kommen. Und dann ist niemand da.“
Mama legte ihrem Mantel ab und ging zu Papa in die Küche. Sie gab ihm ein leichtes Küsschen und ließ sich auf einen Stuhl sinken. „Ach Lars, wir hatten heute Nachmittag überraschend Besuch. Den haben wir erst noch nach Hause gebracht.“
Ich lehnte am Rahmen der Küchentür. Sie warf mir einen kurzen Blick zu. „Na und dann hatte ich doch schon gestern gesagt, dass Wegners uns gebeten hatten, während ihrer Abwesenheit im Haus und auf dem Grundstück nach dem Rechten zu sehen.“
„Oh, ihr hattet Besuch, aus der Stadt? Lass mich raten. Tim kann es ja nicht gewesen sein, Wegners sind in Hannover.“ Er schaut mir aufmerksam in die Augen.
„Hm, Juli, kannst du mir einen Tipp geben? Geht es um…?“
Ich zuckte zusammen, „Papa!!!“
Wieder hatte ich das Gefühl, dass meine Eltern meine Gedanken lesen konnten. Und es nervte mich neuerdings zunehmend, dass sie sich für manche meiner Angelegenheiten zu sehr interessierten, für etwas, was sie eigentlich nichts anging.
Papa warf mir einen fragenden Blick zu. Er spürte natürlich, dass irgendetwas in der Luft lag. Ich antwortete nicht.
Er wischte sich die Hände an der Schürze ab, kam zu mir. „Juli, du siehst etwas unglücklich aus, was ist passiert?“ Mir traten Tränen in die Augen.
Papa wandte sich fragend zu Mama um. „Ach Lars, ich glaub, ich bin nicht so ganz unschuldig an Julis Tränen. Kommt ihr Lieben, es ist Freitag, lass uns erstmal zu Abend essen.“ Sie warf mir einen lieben Blick zu.
„Ich schlage vor, wenn Juli dann geduscht ist und er mag noch ein wenig zu uns herunterkommen, dann können wir alles nochmal besprechen.“
Ich schaute Mama überrascht an und nickte zögernd.
Papa verzog auf einmal das Gesicht „etwas riecht hier komisch, Juli bist du das?“
Das sollte ein Witz sein, aber ich bekam große Augen und deutete nur auf den Backofen. Durch die Ritze in der Ofenklappe quoll schon leicht schwärzlicher Rauch.
„Oh Mann, die Pizza, verdammt!“ Papa riss die Klappe des Ofens auf, dichter schwarzer Qualm durchzog augenblicklich die Küche.
Geistesgegenwärtig öffnete Mama das Küchenfenster und die Haustür, um den Rauch abziehen zu lassen.
Zum Glück war aber nichts Schlimmes weiter passiert, außer dass die Pizza hinüber war.
Mama hatte im Handumdrehen das Backblech nach draußen geschafft und die Reste der verkohlten Pizza in der Mülltonne entsorgt.
„Also Lars, dann schnapp dir schon mal das Telefon, die Nummer vom Lieferdienst ist ja eingespeichert… diese Runde geht auf dich!“ Papa guckte schuldbewusst.
Das mochte ich eigentlich sehr an meinen Eltern, dass sie immer, wenn bei mir oder auch bei uns in der Familie mal etwas schief ging, kein großes Drama daraus machten. Meistens suchten wir gemeinsam nach einer Lösung.
„Juli, was magst du für eine Pizza, so wie immer?“
Aber für heute war ich bedient. „Ich hab keinen Appetit, ich geh hoch, duschen“,
ohne weiter abzuwarten, wandte ich mich der Treppe zu und stieg nach oben.
„Kommst du nochmal wieder runter? Julian, bitte!“
Ich hörte aus Mamas Stimme ihre Enttäuschung heraus, aber ich hatte im Moment keine Lust die ganze Geschichte nochmal zu hören oder zu erzählen, sollte Mama doch, sie hatte mir das Ganze ja eingebrockt. Oben im Zimmer griff ich als erstes meinen kleinen Teddy und hängte ihn außen an die Tür. Ich ließ mich auf den Schreibtischstuhl fallen. Der Tag zog nochmal an mir vorüber.
Kurz darauf klopfte Mama an und fragte, ob ich nicht doch irgendwas essen oder trinken möchte. Sie sagte, es tue ihr leid, dass alles so gekommen ist.
Aber ich rief ihr durch die Tür zu, „ich möchte nichts. Ich möchte allein sein.“
So schnell wollte ich nämlich nicht nachgeben und ich wusste, dass sie sich schlecht fühlte, aber mir ging es ja auch so. Ganz unschuldig war sie ja auch nicht daran.
Alle möglichen Gedanken waberten durch meinen Kopf.
Langsam zog ich mich aus, meine Sachen ließ ich einfach auf dem Boden liegen. Gerade hatte ich mir das Badetuch um den Nacken gelegt und stand vor dem offenen Schrank, um meine frischen Sachen für den nächsten Tag herauszuholen. Mein Blick wurde von dem Bild im großen Spiegel an der Schranktür angezogen. Prüfend ließ ich meine Augen über den nackten Körper des Jungen dort wandern. Hm, gar nicht so schlecht, die Muskeln, das leichte Sixpack…
Zufrieden stellte ich fest, dass sich der Haarbusch um meinen Pimmel und die Eier schon weiter verdichtet hatte. Ich umschloss meinen Sack mit der ganzen Hand und hob ihn an, als ob ich ihn wiegen würde. Es fühlte sich gut an. Zufrieden grinste ich.
Im Schimmer der kleinen Lampe entdeckte ich eine Linie, kaum sichtbarer feiner zarter Härchen, die sich vom Bauchnabel abwärts in Richtung Schwanzwurzel zog.
Stolz fuhr ich mit dem Zeigefinger darauf entlang.
Unten im Wohnzimmer klingelte das Telefon.
Ich registrierte es wohl, aber es interessierte mich nicht wirklich.
Gleich darauf summte mein Handy auf dem Schreibtisch. Ich schreckte auf. Falk?
Nein, Paul schrieb…
„Hallo Juli, du musst morgen um zehn unbedingt zur Schwimmhalle kommen. Sie haben mich zum Mannschaftskapitän gewählt. Kommst du, würde mich freuen? Bitte! Paul!“
Paul? Ich hatte es ja schon erzählt, Paul war schwer in Ordnung. Ein richtig toller Typ, als Klassenkamerad. Immer fair. Nicht nur ich hatte ihn, auch er hatte mich beim Schwimmtag letztens unter der Dusche scheinbar ziemlich genau beobachtet.
Sein Kommentar hinterher hatte mir gutgetan und eigentlich wirklich ehrlich geklungen.
Und ich hatte dann ja auch schon mit ihm gewichst, leider nur allein für mich, also mit ihm in meinen Gedanken.
Aber, dass er jetzt so intensiv mit mir Kontakt sucht… Oder wollte er mich verarschen, zu irgendetwas verleiten, was ich dann bereuen würde? Was war denn nur los? Ich wurde unsicher.
Ich schrieb nicht zurück, sondern warf mein Handy mit Schwung aufs Bett.
Nackt setzte ich mich an den Schreibtisch und startete das MacBook.
Meine Finger zitterten, in der Hoffnung auf ein Zeichen von Falk checkte ich die eingehenden Mails. Vielleicht hatte er sich ja inzwischen wieder eingekriegt und meldet sich? Aber auch hier war Funkstille, nichts Neues.
Wieder summte das Telefon. Leicht genervt warf ich einen Blick aufs Bett.
War es vielleicht doch Falk?
Wo ist das Handy? Hä? Es summte wieder, ich sah es aber nicht. Das Geräusch kam unter dem Kopfkissen hervor, es war darunter gerutscht. Hastig tastete ich danach, in der Aufregung bekam ich es nicht schnell genug heraus.
Als ich es endlich in der Hand hielt, ploppte WhatsApp auf - Clemens!
Ich starrte gebannt abwartend auf das Display.
Die drei kleinen Punkte, die eine Mitteilung ankündigten, wackelten.
Sie hörten auf zu zappeln, kurz darauf las ich - „die Nachricht wurde gelöscht…“
Der Bildschirm erlosch!
Clemens hatte mich über WhatsApp kontaktiert, aber seine Worte wieder gelöscht!!
Was war das nun wieder?
Hatte ich nicht schon genug Probleme? Vorhin mit Falk, am Vormittag Clemens verwirrend vertrautes Verhalten mir gegenüber, dann seine Flucht.
Auch das Foto auf Tims Computer und die Unterhose und jetzt noch Paul.
Und nun schon wieder Clemens!
Ich legte das Telefon weg und schaltete das Macbook aus.
Ich fühlte mich noch schlechter als vorher. Alles ging mir heute auf die Nerven und ich fragte mich, warum? Eigentlich hatte mir ja niemand etwas getan, aber…
Nein, ich wollte jetzt nichts mehr. Es war mir im Moment alles zu viel.
Sie sollten mich doch alle in Ruhe lassen.
Etwas später half die Dusche mir, mich etwas zu entspannen. Ich glaube, ich stand bestimmt eine Viertelstunde unter dem Wasserstrahl. Trotzdem bekam ich diesen Tag nicht wirklich aus dem Kopf. Was wäre, wenn… ich mich zum Beispiel auch mal allein mit Clemens oder Paul treffen würde, nur so? Falk oder Tim mussten das ja nicht erfahren. Tim war in letzter Zeit sowie so mit den Gedanken mehr bei Therese.
Paul hatte ich ja schon nackt gesehen aber Clemens?
Ich schloss die Augen, hob meinen Kopf dem Wasser entgegen und ließ die perlende warme Regendusche auf mein Gesicht fallen. Wohlig umhüllte der Perlenvorhang meinen Körper, ich hob meine Arme und streckte mich der prickelnden Quelle entgegen.
In meiner Fantasie tauchte das Bild von Clemens auf.
Er stand nackt mit dem Rücken zu mir in der Sporthallendusche nebenan und ließ das Wasser über seinen schlanken Körper prasseln. Wir waren allein. Bewegungslos stierte ich auf das fesselnde Bild vor mir.
Fasziniert verfolgte ich das Gemisch aus Schaum und Wasser, dass aus seinen Haaren als kleines Rinnsal den Nacken entlang, zwischen seinen Schulterblättern herab, am Rücken hinunterfloss und sich im Spalt zwischen seinen hellen Halbmonden sammelte. Die blendend weißen Arschbacken hoben sich deutlich vom noch immer leicht sommerlich gebräunten Rücken ab.
Offensichtlich war Clemens Badehosenträger, der sich nicht an einen
FKK-Strand traute.
Weiter durchflutete die weiße Spur die Backen, rieselte an der Rückseite seiner leicht behaarten Oberschenkel abwärts, um dann als kleiner schaumiger Wasserfall auf die Fliesen zu klatschen.
Plötzlich drehte er sich zu mir um, musterte meinen Körper und trat zu mir unter die Dusche. Er kam direkt auf mich zu. Das Wasser lief ihm von den triefenden Haaren über die Augen und durch das Gesicht.
Ganz nah, sein eben noch halbsteif schaukelnder Ständer schnellte in die Höhe und zeigte auf mich.
Wie gebannt starrte ich darauf und musste schlucken. So attraktiv hatte ich mir Clemens nicht vorgestellt.
War das jetzt Realität oder Traum?
Fasziniert konnte ich meinen Blick nicht von diesem schönen Anblick lösen und spürte deutlich, dass sich unter meinem Bauchnabel schon längst etwas extrem schnell und straff aufgerichtet hatte.
Mit festem Griff bewegte ich eine Faust an meinem harten Pimmel langsam auf und ab. Das Duschwasser prasselte mit sanfter Gewalt auf meine freiliegende sensible Spitze, sie zuckte leicht schmerzhaft.
In meinem Traum streckte Clemens eine Hand aus, legte sie auf meine Finger und übernahm ganz vorsichtig den Takt der Bewegung. Ich atmete tief ein und aus, gab mich der Wärme seiner Hand hin und ließ mich von seinem Rhythmus gefangen nehmen. Seine Hand wurde schneller und schneller, ich hörte mein Herz laut klopfen…
Langsam öffnete ich die Augen. Nein! Ich stand immer noch allein unter meiner Dusche. Und es war meine Hand, die…
Ich lauschte und realisierte erst jetzt, nicht mein Herz klopfte.
Das Klopfen kam von der Badtür und Papas Stimme riss mich förmlich aus meinem Traum.
„Juli, alles in Ordnung? Pizza ist da!“
Schlagartig hielt ich die Luft an und war wieder in der Gegenwart, „Scheiße!“
Ich fluchte leise, aber es war schon wieder zu spät. Ich konnte es nicht mehr zurückhalten mehrfach schoss der weiße Schwall rhythmisch aus mir heraus. Ich war in diesem Augenblick so gefangen und rutschte erschöpft an der Duschwand runter auf meinen nackten Hintern. Ich musste erstmal Luft holen und konnte nicht gleich antworten.
„Ja Papa, ich komm gleich runter.“
Ich brauchte etwas Zeit, um mich wieder ganz zu finden.
Hastig säuberte ich die Duschkabine von den Spuren meiner Träumerei.
Während ich mich immer noch in Gedanken versunken langsam trocken rubbelte, sammelte ich mich etwas.
Ehrlich gesagt, war mir eigentlich klar, dass meine Eltern ja nicht schuld an meinem Gefühlschaos waren. Bestimmt würden sie verstehen, dass es mir vorhin nicht leichtgefallen war, über meine Gefühle zu reden.
Ich nahm mir vor, ihnen zu sagen, dass ich in Zukunft einige Sachen lieber allein überdenken und regeln möchte, bevor ich sie darin einbeziehe.
In letzter Zeit fühlte ich mich auch manchmal genervt von mir selbst, weil ich oft auch nicht wusste, was ich wollte.
Inzwischen war ich mir ziemlich sicher, dass ich mich zu Jungen hingezogen fühle. Wobei ich nicht mit jedem zusammen sein wollte, dazu gehörte schon mehr als nur ein sexy Körper oder ein großer Pimmel. Es musste noch so viel mehr passen.
Ich wollte für mich allein bestimmen, wann ich es will, wie ich es will und eventuell mit wem. Wenn ich dann so fühle, dann versuche ich es. Noch schöner als allein, war es natürlich mit Markus und Tim gewesen.
Andererseits fragte ich mich immer öfter, was es ist, was Paul, Tim und die anderen
Jungs so aufregend an Mädchen finden. Ist es der Geruch, die Körper oder wirklich die Liebe? Was ist eigentlich Liebe?
Oder ist es der Sex mit ihnen???
Wobei Sex - über den „Akt an sich“ hatten wir im Biologieunterricht ja etwas gehört und gelernt, also theoretisch. Als wir gemeinsam die Gummis über die Bananen rollten, kamen vor allem von den Mädchen so ein paar Sprüche.
Sie feixten, „von wegen groß, wie ne Banane und so…“ Dabei haben sie albern gelacht und viel gekichert. Wenn die wüssten… was wir Jungs über Größe wussten.
Aber in echt, wie und wohin muss Mann dann mit seinem Pimmel und was, wenn…?
Vielleicht müsste ich es mal ausprobieren? Aber mit wem? Ich konnte ja nicht einfach so mal eben zu Resi oder einem der anderen Mädchen aus der Klasse gehen und fragen, ob ich mal Sex mit ihr ausprobieren kann! Um rauszukriegen, ob ich es kann und es mir gefällt.
Oder vielleicht Chantalle? Sie hatte mir ja heuchlerisch ihre Hilfe angeboten?
Oh nein, da kringelte sich mein Penis schon beim Gedanken nicht nur zusammen, sondern stülpte sich nach innen und versteckte sich in der Bauchhöhle.
Als ich mir das bildlich vorstellte, musste ich laut auflachen. Da würde ich doch keinen Steifen bekommen, niemals!! Ich musste mich schütteln.
Oh nee, Julian Kiefer, du kommst auf Ideen.
Aber mit den meisten Mädchen meiner Klasse war ich gut befreundet, wurde von ihnen akzeptiert und kam gut mit ihnen zurecht. Nicht so eng und offen wie mit Therese, aber immerhin. Sie war meine beste Freundin, aber auch nicht mehr.
Ich mochte Tim und ich mochte Resi, jeden auf andere Art.
Ein Gefühl der Eifersucht erfasste mich, Resi - Tim.
Ob Tim inzwischen schon mal mit Resi?
Er hatte versprochen, mir alles zu erzählen, was sie beide…
Langsam spürte ich nun aber doch, dass ich etwas hungrig wurde.
Der Hunger und die Einsicht besiegten meinen Eigensinn. Ob sie vielleicht doch eine Pizza für mich bestellt hatten?
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