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Kevin

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Informationen

Vorwort der Redaktion

Liebe Leser,

die folgende Geschichte befasst sich unter anderem mit der Thematik Suizid. Dies ist ein sensibles Thema, das Nickstories.de nicht unkommentiert lassen kann und will. Deshalb haben wir uns entschieden diese Geschichten generell mit einem Vorwort zu versehen.

Für uns ist dieses Thema in Stories kein Tabu, aber wir wollen deutlich machen, dass Selbstmord mit Sicherheit kein Weg ist, um ein Problem zu lösen. Jeder, der sich in einer scheinbar aussichtslosen Lage befindet, sollte wissen, dass er Hilfe finden kann.

Wenn du jemanden kennst, der über diesen Schritt nachdenkt oder ihn geäußert hat, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen und versuchen mit dieser Person zu reden. Erst dann wird deutlich, wie ernst die Lage wirklich ist.

Wenn du über Selbstmord nachdenkst, bitten wir dich, Kontakt mit einer Hilfseinrichtung aufzunehmen, bevor du etwas tust, das für deine Freunde und deine Familie ein unwiederbringlicher Verlust sein wird.

Informationen und Notrufnummern findest du z.B. unter: www.telefonseelsorge.de

Vorwort

Diese sehr kurze Story ist schon älter (ich hab sie aber erst vor kurzem wieder entdeckt) und noch aus der Zeit bevor ich mir selbst gegenüber wirklich vollständig eingestehen konnte das Schwulsein nichts Schlimmes ist. Die Geschichte ist auch so gelassen worden wie sie war, ich wollte einfach nichts daran ändern weil sie mir dafür eine zu wertvolle Erinnerung ist. Dementsprechend ist sie jedoch auch auf einem anderem Schreibniveau als meine anderen Sachen, doch lesenswert finde ich sie trotzdem.

 

Kevin lernte Markus kennen, den wunderbarsten Jungen den man sich vorstellen kann, traumhafte blaue Augen in denen Kevin so richtig versinken konnte und auch sonst faszinierte er ihn so sehr dass er die Zeit vergessen konnte wenn sie zusammen waren...

Egal wie unverstanden sich Kevin von den anderen fühlte, Markus verstand ihn, egal wie schlecht es Kevin auch ging, Markus hielt zu ihm... Sie waren ganz einfach die besten Freunde und unzertrennlich. Sie unternahmen alles gemeinsam, gingen oft gemeinsam im Meer schwimmen und legten sich nachher erschöpft nebeneinander an den Strand. Wen Kevin Markus so neben sich liegen sah, fühlte er sich glücklich wie nie, er merkte mit der Zeit immer mehr dass Markus für ihn mehr als nur ein »Freund« war, aber immer wenn er es Markus sagen wollte brachen ihm die Worte ab.

Er wollte nicht seinen besten Freund verlieren, nur weil er schwul war. Er wollte es verstecken, es war nicht richtig... oder?

Auf jeden Fall passierte es dann eines Tages, da erfuhr Markus Kevins kleines Geheimnis. Als sie wieder mal ans Meer baden gehen wollten... da merkten sie das sie die Badehosen daheim liegen lassen haben. Kevin wollte zurückgehen um sie zu holen, aber Markus sagte ihm ohne sei es doch viel schöner und so gingen sie halt ohne ins Wasser.

Kevin sah sich Markus immer wieder an, so etwas wie Markus wird's kein zweites Mal geben dachte er, hielt es einfach nicht mehr aus und nahm allen Mut zusammen umarmte Markus und drückte ihn ganz fest an sich. Eine Weile blieben sie so stehen, doch dann begann sich Markus wegzudrücken und Kevin machte sich Vorwürfe das er einen Fehler gemacht hat und nun die Freundschaft mit Markus vorbei sei.

Doch dann passierte etwas woran sich Kevin immer erinnern würde, Markus beugte sich vor und Ihre Lippen berührten sich. Ein unglaubliches Glücksgefühl durchfuhr Kevin, der Kuss dauerte eine halbe Ewigkeit, doch für Kevin war das noch viel zu kurz. Markus schaute Kevin ganz tief in die Augen, nahm ihn an der Hand und gemeinsam gingen sie an den Strand in den Schatten der Klippen wo sie sich liebten und nachher, nachdem der Vollmond aufgegangen war in einer tiefen Umarmung einschliefen.

Am nächstem Tag wachte Markus als erster auf, die Sonne schien schon sehr hell und er musste blinzeln, nach einem kurzem Moment begann er undeutliche Gestalten im grellen Licht zu erkennen, einige seiner Klassenkameraden die ihn ganz dumm anschauten. Da kam ihm die Erinnerung an den letzten Tag wieder und er weckte Kevin der noch in seinen Armen lag auf. Kevin störte sich gar nicht an den Jungs die ihn so anstarrten, er fühlte sich momentan einfach zu glücklich und nahm sie gar nicht richtig wahr. Markus bekam Angst als er nach einem kurzem Moment ganz wahrnahm was passiert war, schämte er sich, nahm schnell seine Sachen und rannte weg.

Kevin blieb allein am Strand zurück und nahm gar nicht wahr wie ihn alle aufzogen, er hatte seine Gedanken einfach zu sehr bei Markus. Jetzt wo es alle wissen, werd ich ihn überhaupt mal wieder sehn? fragte er sich.

Tage später: In der Schule passte er überhaupt nicht mehr auf, er musste nur noch an Markus denken. Doch zwei Tage nachdem er Markus das letzte Mal gesehen hatte, fand er einen Zettel unter seinem Pult, es war Markus Handschrift. »Komm heute um halb 7 zur Klippe, ich kann einfach nicht mehr ohne dich sein, Markus«

Es war schon 18:20 als es Kevin endlich geschafft hatte sich aus dem Haus zu schleichen, er rannte den weg hinauf zur Klippe, den er wollte auf keinen fall zu spät sein. Endlich oben angekommen, sah er Markus und in ihm stieg wieder dieses Gefühl des Glücks empor. Er umarmte Markus, sie küssten sich und wollten sich einfach nur noch gegenseitig spüren. Nachher lagen sie noch sehr lang da, schauten sich gegenseitig in die Augen und konnten einfach nichts mehr sagen.

Kevin streichelte gerade über den Körper von Markus, als er plötzlich von weither eine Stimme seinen Namen rufen hörte. Dann sah er seinen Dad... der Markus von ihm wegriss und ihn ausschimpfte... Kevin kauerte sich ganz klein zusammen und wieder hatte er Angst, wieder wollte er nicht so sein wie er will.

Plötzlich wachte er auf, hatte er nur geträumt? Er schaute sich um und lächelte wieder. Markus war neben ihm und sagte es sei schon hell, sie sollten besser jetzt nach Hause gehen.

Sie trafen sich noch viele weitere Male auf der Klippe, immer um halb sieben. Diese Zeiten mit Markus waren immer wunderschön und an ihnen konnte sich Kevin festhalten wenn er wieder mal in der Schule runter gemacht wurde. Kevin und Markus wurden nämlich in der schule nur noch fertiggemacht weil alle von dem Tag am Strand wussten, wo sie sich nackt umarmend gefunden wurden.

Es begann Kevin immer schlechter zu gehen deswegen, er wollte am liebsten Markus gar nicht mehr lieben, doch er hielt durch, denn seine Liebe zu Markus war grösser als alles andere.

Doch das sollte Markus nicht reichen, eines Tages als Kevin am Strand war, hörte er einen Schrei, es war Markus Stimme! Kevin konnte sich nicht mehr bewegen, das was er gesehen hatte lies ihn innerlich erbeben, fasste mit einer kalten Klaue nach seinem Herz. Warum nur musste das sein?

Als er sich wieder gefasst hatte schaute er sich um und sah eine Gruppe von Menschen in der Nähe der Klippen stehen, er rannte hin und sah das er es wirklich gesehen hatte... Markus war von den Klippen gesprungen!

Ein Arzt beugte sich über den leblos wirkenden Körper von Markus, er prüfte den Puls. Kevin sah ihn fragend an doch der Arzt schüttelte nur den Kopf.

Kevin rannte los, er war wütend, wütend auf all seine Klassenkameraden, sie waren schuld, ohne sie würde Markus noch leben. Als er welche von ihnen sah, wollte er sie verhauen, doch er wusste das würde ihm Markus auch nicht wiederbringen und er hatte nur noch einen Gedanken im Kopf. Heulend lief er zu den Klippen hinauf, sein Bruder schrie ihm noch nach, aber Kevin achtete nicht darauf. Er hatte die Klippen erreicht und schaute sich um, es war ein wunderschöner Abend, so wie einer von denen die er mit Markus hier oben verbracht hatte Eine Träne lief ihm über die Wange, sollte dies nun wirklich alles vorbei sein?

Kevin hatte den Entschluss gefasst, er wollte wieder bei Markus sein, er zählte bis drei »1...2...3« und stiess sich ab. Ein Freudenschrei schallte durch die Luft und alles war vorbei... Vielleicht trafen sich die beiden im Himmel wieder…?

Nachwort

Nachwort: Niemand, wirklich niemand sollte sein Leben einfach so aufgeben... auch wenn man manchmal nah dran ist, man keinen Ausweg mehr sieht... es ist einer da! Ich hab es selbst erfahren und bin sehr dankbar dafür dass ich nie aufgegeben habe.

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