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Regenbogenfamilie

Kapitel 8 - Wohnungssuche

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Informationen

 

Die nächsten Tage verliefen wieder etwas ruhiger für uns vier. Am Dienstagabend gingen meine Eltern mit Elisabeth wie geplant zum Essen und zum gemütlichen Kennen­lernen, ohne uns junges Gemüse, wie sie uns immer nannten.

Sie hatten dabei kurzfristig entschieden, auch Gabis Eltern mitzunehmen, damit sie auch die Gelegenheit hatten, sich noch besser kennenzulernen. Wie uns Thomas‘ Mutter später erzählte, eine angenehme Seniorenrunde. Einfacher gesagt, alle Großeltern meiner Kinder, die noch lebten, waren dabei. Dabei erzählte sie uns auch, dass Mareike an diesem Abend erklärt hatte, dass sie beide, also Peter und Mareike, eigentlich schon vor längerer Zeit ihre Dummheit eingesehen hätten und wieder Kontakt zu mir und Thomas wollten.

Sie hätten sich nur nicht getraut, uns beiden das zu sagen, vor allem hätten sie Angst davor gehabt, dass wir den Spieß umdrehen könnten und dann nichts mehr von ihnen wissen wollten. Erst als meine Kinder anfingen sie zu suchen und auch gefunden hatten, um eine Familienzu­sammenführung herbeizu­führen, hätten sie endlich den Mut gefunden, es meinen Kindern zu erklären. Philipp und Martina hätten dann nur gemeint, dass dann mein Geburtstag mit den Über­raschungsgästen die beste Gelegenheit sei, um auch diese Angelegenheit endgültig aus der Welt zu schaffen. Selbst meine Eltern hatten von alledem bis zu ihrer Ankunft in Deutschland nichts gewusst und sich nur gewundert, warum sie bei Peter und Mareike für die paar Tage übernachten sollten. Erst nach ihrer Ankunft hatten sie dann erfahren, dass auch Gabis Eltern zu den Über­raschungsgästen gehören sollten.

„Von den Bemühungen von Philipp und Martina, mich zu finden, und wie das Ganze abgelaufen ist, wussten deine Eltern von Anfang an Bescheid. Sie haben eure Kinder so weit wie möglich sogar dabei unterstützt.“

Gabis Eltern brachten meine Eltern am Donnerstag zum Flughafen nach München, damit sie ihren Rückflug nach Mallorca antreten konnten. Thomas‘ Mutter war ebenfalls mit zum Flughafen, um meine Eltern zu verabschieden, und auf der Rückfahrt vom Flughafen haben sich die drei nochmal über ihre Fehler unterhalten. Sie haben dabei beschlossen, mit Marcus‘ Eltern noch einmal zu reden und ihnen klarzu­machen, dass man in der heutigen Zeit toleranter mit diesem Thema umzugehen habe. Aber auch um ihnen zu zeigen, dass es immer einen Weg gibt, es zu beenden.

Das Gespräch hatte bereits gestern Abend stattgefunden, also am Freitag; sie meinten zwar auch, dass sich Marcus‘ Eltern das nochmal in Ruhe überlegen wollten, aber ein konkretes Ergebnis hat das Gespräch wohl nicht ergeben. Thomas‘ Mutter meinte noch, im Vergleich zu dem Gespräch am Sonntag sei zumindest erkennbar geworden, dass die Fronten nicht mehr so verhärtet seien.

Wir trafen uns wie vereinbart am Samstag kurz vor fünfzehn Uhr zum gemeinsamen Besuch des Christkindlesmarktes. Dabei waren Martina und Christoph mit Kevin, Thomas‘ Mutter Elisabeth, Philipp und Marcus sowie Thomas und ich. Zuerst sind wir gemütlich über den Weihnachtsmarkt geschlendert, der eine oder andere blieben dann schon mal an den Ständen stehen und kaufte Kleinigkeit für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Von der Größe her war unser Weihnachtsmarkt sicher nicht mit dem in Nürnberg zu vergleichen. Es reichte normalerweise etwa eine halbe Stunde, um alles gesehen und nebenbei auch noch etwas eingekauft zu haben.

Zuletzt blieben wir noch an einem Glühweinstand hängen, fast alle genehmigten sich einen Glühwein, nur Kevin und seine Mutter teilten sich einen Kinderpunsch.

Glücklicherweise hatten Thomas und ich bereits am Vormittag alles für den Nachmittag und den Abend vorbereitet, dass wir, wenn wir nachher nach Hause kommen, nur noch Kleinig­keiten zu erledigen hätten.

So kurz vor sechzehn Uhr waren wir dann wieder alle auf dem Weg zu uns, um dort gemütlich Kaffee und Kuchen zu genießen. Gleich nach unserer Ankunft verschwand Thomas in die Küche und brachte die Kaffeemaschine in Aktion. Wir anderen setzten uns ins Esszimmer und unterhielten uns noch ein wenig über den Besuch des Weihnachtsmarktes.

Zwischendurch ging Philipp in die Küche und holte schon mal den Kuchen und das Kleingebäck. Er brachte gleich auch den Kakao für Kevin mit. Kurze Zeit später folgte ihm Thomas mit der ersten Kanne Kaffee. Er meinte noch, dass er vorsichtshalber gleich noch eine zweite Kanne aufgesetzt hätte, die in wenigen Minuten fertig sei. Es müsse also keiner Angst haben, dass er keinen Kaffee bekomme.

Er setzte sich ebenfalls zu uns an den Tisch und unsere gemütliche Kaffeerunde konnte beginnen. Unsere Gespräche über die Erlebnisse auf dem Weihnachtsmarkt wurden während des Essens fortgesetzt.

Ihr denkt jetzt sicher, dass wir dann mit unserer Plauderei die zweite Kanne Kaffee völlig vergessen hätten, keine Angst, diesmal war es Marcus, der in die Küche ging und den fertigen Kaffee holte.

Ja, er hatte sich in der einen Woche, in der er nun fest bei uns wohnte, gut eingelebt. Er beteiligte sich genau wie wir anderen auch an allen Arbeiten, die im Haushalt anfielen. Selbst den Umgang mit der Waschmaschine oder dem Geschirrspüler hatte er in den wenigen Tagen erlernt. In der Hauptsache hatte er dies mit Philipp zusammen erledigt, der ihn geduldig mit allen Arbeiten, die bei uns in einem reinen Männerhaushalt anfielen, vertraut machte. Für ihn war das sicher eine große Umstellung, hatte er doch vorher in seinem Elternhaus nie einen Finger krumm machen müssen.

Gut, er hatte früher bei seinen Besuchen bei uns immer wieder mitbekommen, dass Philipp, aber auch Martina, solange sie noch zu Hause lebte, im Haushalt mithalfen. Das Miteinander bei der Bewältigung des Haushalts hatten wir bereits kurz vor Gabis Tod eingeführt, als sie bereits zu schwach war, um noch den Haushalt zu führen. Dadurch, dass ich tagsüber in der Arbeit war, wäre es für mich dann doch mit der Zeit zu viel geworden, Haushalt und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Mit der Mithilfe meiner beiden Kinder war das dann kein Problem für uns alle.

Ich merkte, dass ich schon wieder mit meinen Gedanken in die Vergangenheit abgetaucht war, erst ein leichter Rempler von Thomas brachte mich wieder in die Gegenwart und damit an den Kaffeetisch zurück. Dabei grinste er mich frech an, er allein hatte es wohl bemerkt, als ich mich so gar nicht mehr an den Gesprächen beteiligte.

Thomas sagte dann: „Ich denke, so langsam sind alle fertig mit Essen und Trinken, wir sollten so langsam den Tisch abdecken und uns dann den Dingen zuwenden, warum wir heute zusammengekommen sind. Nachdem wir uns bereits Anfang der Woche dagegen entschieden haben, ins alte Gutshaus umzuziehen, geht es heute einzig und allein um den Umzug meiner Mutter von Hannover nach hierher.“

Innerhalb weniger Minuten war mit vereinten Kräften die Kaffeetafel abgeräumt und selbst in der Küche konnte man kaum mehr Spuren entdecken. So nach und nach kehrten alle an den großen Tisch im Esszimmer zurück.

Ich selbst hatte in der Zwischenzeit einen karierten Block und Stifte zum Schreiben besorgt. Auch mein Notebook hatte ich noch schnell aus dem Home-Office geholt, wer weiß, wofür wir es vielleicht dringend brauchen könnten.

Wieder war es Thomas, der als Erster das Wort ergriff: „Mama, ich will als erstes von dir wissen, ob du wirklich noch immer hierher umziehen willst oder ob du es dir vielleicht im Laufe der Woche doch noch einmal anders überlegt hast. Du hast inzwischen sicher gemerkt, dass es bei uns manchmal richtig chaotisch zugehen kann. Wir wären dir noch nicht einmal böse, wenn du deine Meinung zum Umzug geändert hättest.“

Nach einer kurzen Pause antwortete ihm Elisabeth: „Es bleibt dabei, ich will in eure Nähe ziehen.“ Nach einer weiteren kurzen Unter­brechung sprach sie weiter: „Sicher habe ich bemerkt, dass bei euch immer etwas los ist, aber das schreckt mich nicht ab, ich glaube eher, dass mir das sogar guttun würde. Nach dem Tod meines Mannes war ich immer einsam und allein, meine Eltern sind schon vor vielen Jahren gestorben, Geschwister, an die ich mich hätte wenden können, habe ich nie gehabt. Von den Geschwistern deines Vaters lebt nur noch ein Bruder und der ist schon vor langer Zeit in die USA ausgewandert.“

Wieder war es einige Minuten still, dann sprach Elisabeth weiter: „Wenn ich in Hannover bleiben würde, könnte ich euch auch nur gelegentlich besuchen. Ich will die Jahre, die mir noch bleiben, nicht einsam und allein in Hannover verbringen; ich will versuchen, das wieder gutzumachen, was ich in der Vergangenheit wegen unseres gemeinsamen Fehlers nicht konnte.“

Diesmal war ich es, der nach kurzer Pause fragte: „Wie groß soll den die Wohnung sein, die wir für dich suchen sollen?“

„Ich gehe mal davon aus, dass die Mietpreise hier in etwa mit denen von Hannover vergleichbar sind. Die Wohnung sollte in etwa die gleiche Größe haben wie die bisherige, damit ich auch meine Möbel unterbringen kann“, antwortete Elisabeth.

Thomas antwortet ihr: „Die Mietpreise sollten in etwa vergleichbar sein, wenn ich das richtig interpretiere, sollte die Wohnung so zwischen fünfzig und sechzig Quadrat­meter groß sein und hier in der näheren Umgebung sein.“

„Ja“, antwortete Elisabeth, „so ungefähr stelle ich mir das vor.“

„Und wann willst du umziehen?“, fragte ich sie weiter.

„So schnell wie möglich“, meinte sie, „Am liebsten wäre es mir, wenn es noch vor Weihnachten ginge. Ich möchte dieses Weihnachtsfest gerne mit euch feiern. Ansonsten müsste ich extra noch einmal anreisen, um bei euch zu sein.“

„Ob wir so schnell eine Wohnung für dich finden, können wir dir nicht versprechen. Wir müssen erst nach einer geeigneten Wohnung suchen, deine alte Wohnung muss gekündigt werden und dann muss ja auch der Umzug entsprechend vorbereitet werden“, kam es nun von Thomas.

Ich blickte zu Marcus und Philipp und meinte zu den beiden: „Ich habe hier meinen Laptop, könntet ihr beide inzwischen im Internet nachsehen, welche Mietwohnungen in Rosenheim in der gewünschten Größe und Lage angeboten werden?“

Die beiden schnappten sich mein Notebook und gingen ins Wohn­zimmer, um nach geeigneten Wohnungen Ausschau zu halten.

Martina meinte zwischenzeitlich: „Sollte es mit der Wohnung nicht klappen, kannst du Weihnachten gerne wieder für ein paar Tage zu uns kommen, noch haben wir Platz für dich.“

Christoph schloss sich der Aussage seine Frau an und ergänzte: „Du bist uns immer herzlich willkommen, aber ich bin mir fast sicher, dass du gar nicht auf unser Angebot einzugehen brauchst. Eine Wohnung für dich zu finden, sollte doch nicht so schwer sein.“

Ich wandte mich an Christoph und fragte ihn: „Du kennst doch Elisabeths Wohnung, glaubst du, dass wir alle Möbel mit einem gemieteten Kleinlastwagen von Hannover hierher bekommen, oder ist es vielleicht sinnvoller, ein Umzugs­unternehmen damit zu beauftragen?“

Er überlegte kurz und antwortete mir: „Wenn ich es mir so überlege, sollte eine Kleinlaster eigentlich ausreichend sein, um die Möbel und alles andere problemlos umzuziehen.“

Christoph wandte sich an Elisabeth und fragte sie: „Wie ist das mit deiner Küche, gehört sie dir oder ist sie Bestandteil der Wohnung und verbleibt vor Ort?“

Elisabeth antwortete: „Die Küche war bereits in der Wohnung, als ich eingezogen bin, ich habe sie weder gekauft noch abgelöst, also ist sie Eigentum des Vermieters. Die braucht auf keinen Fall umgezogen werden.“

Das bedeutet zum einen, dass die Küche nicht abgebaut werden müsste und damit Zeit erspart wird, aber auch, dass wir, sofern in der neuen Wohnung keine Küche vorhanden ist, hier erst noch eine neue Küche besorgt und eingebaut werden müsste. Bei den normalerweise üblichen Lieferzeiten für neue Küchen würde das auf keinen Fall mit einem Umzug vor Weihnachten funktionieren.

Ich schickte Kevin zu den beiden Jungs und beauftragte ihn, sie sollten gleich noch nach Einbauküchen suchen, die kurzfristig geliefert und montiert werden könnten. Dabei sollten sie auch nach Musterküchen suchen.

Wir redeten noch eine ganze Weile über die Details, wie wir uns das mit dem Umzug so verstellen könnten, bis die drei Jungs, Kevin, Philipp und Marcus, wieder ins Esszimmer zurückkamen.

Ich fragte sie: „Wie sieht es aus auf dem Wohnungsmarkt hier, habt ihr brauchbare Ergebnisse finden können?“

Philipp meinte: „Ja und nein, wir haben zwar einige zu vermietende Wohnungen gefunden, aber letztendlich sind eigentlich nur drei Wohnungen übriggeblieben, die in Frage kommen könnten. Viele der Wohnungen wären zwar von der Größe und von der Lage her in Frage gekommen, aber sie wären erst im Januar oder Februar nächsten Jahres zu mieten gewesen. Eine oder zwei würden sogar erst ab Sommer nächsten Jahres zur Verfügung stehen.“

Er wandte sich an Kevin und fragte ihn: „Kannst du kurz in Opas Büro gehen und die Ergebnisse, die wir ausgedruckt haben, aus dem Drucker holen?“

Kevin flitzte sofort los, er wusste, wo unser Drucker zu finden war, und polterte über die Stufen nach oben ins Büro.

Thomas fragte dann: „Wie sieht es mit den Küchen aus?“

Auf diese Frage antwortete ihm Marcus: „Bei den ausgesuchten Wohnungen ist es so, dass eine Küche abgelöst werden müsste, in der zweiten Wohnung gar keine eingebaut ist und in der dritten die Küche mit vermietet würde. Wir haben uns auch schon mal umgeschaut, wie das so mit den Lieferzeiten und dem Einbau einer Küche wäre. Im Normalfall etwa sechs bis acht Wochen Lieferzeit ab Bestellung, bei einem Küchenhaus werden derzeit Musterküchen verkauft, die kurzfristig geliefert werden könnten. Dann gäbe es da noch bei Baumärkten die Möglichkeit, komplette Standard-Küchenzeilen günstig und kurzfristig zu erhalten, die aber selbst aufgebaut werden müssten und die nicht ergänzungsfähig sind. Beim Selbstaufbau bietet dann IKEA noch die Möglichkeit, nach Wunsch geplante Küchen kurzfristig zu erwerben.“

Die Jungs hatten, was die Küchen angeht, exzellent recherchiert, auf Anhieb fiel mir auch keine weitere Möglichkeit ein, kurzfristig an eine neue Küche zu kommen.

Marcus meinte dann noch: „Von den kurzfristig zum Verkauf stehenden Musterküchen haben wir vorsichtshalber auch schon mal drei ausgedruckt, die dafür in Frage kommen könnten. Wir haben auch ein Beispiel einer Baumarktküche mit ausgedruckt.“

Unüberhörbar, Kevin war wieder auf dem Weg zu uns, der Lärm, den er dabei verursachte, erinnerte mich an meine Kinder, bei denen es auch selten ruhiger zugegangen war, wenn sie über die Treppen nach unten gestürmt waren. Ruhiger war es meist nur gewesen, wenn die beiden wieder einmal etwas ausge­fressen hatten.

Kurze Zeit später eroberte der kleine Wirbelwind wieder das Esszimmer mit einem Stapel Papier, den er in seinen kleinen Händen hielt und den er dann Philipp in die Hand drückte. Der zerlegte den Papierstapel in kleinere Einheiten. Als der damit fertig war, meinte er: „So, hier habe ich die sortierten Ergebnisse unserer Recherchen. Welche Wohnung wollt ihr zuerst sehen?“

Kurz war es ruhig, bevor Thomas' Mutter sagte: „Zeig uns doch als erstes die Wohnung, in der bereits die Küche im Mietvertrag ent­halten ist.“

Er nahm einen der Stapel und übergab ihn Elisabeth, die sich zwischenzeitlich schon ihre Lesebrille aufgesetzt hatte. Sie studierte das oberste Blatt, bevor sie uns dann vorlas.

„Zwei Zimmer, Küche, Bad, 55,9 Quadratmeter, Erdgeschoß, ab sofort zu vermieten, Ludwig-Thoma-Straße, Küche im Miet­preis enthalten, ein PKW-Stellplatz kann zusätzlich angemietet werden, Vermietung direkt von privat."

Das hörte sich doch schon mal ordentlich an, dachte ich. Die Ludwig-Thoma-Straße war gerade mal einen halben Kilometer von hier, da konnte man sogar zu Fuß hinlaufen.

Alles, was ich mir so eben gedacht hatte, sprach dann Thomas aus und er ergänzte noch: „Wenn dann der Grundriss noch vernünftig ist, wäre das ja schon fast eine Traumwohnung.“

„Das schon“, sagte Elisabeth und sprach weiter: „aber der Mietpreis ist ganz schön heftig, die kostet ja Kaltmiete fünfhundertfünfzig Euro zuzüglich Nebenkosten, zusammen fast siebenhundert Euro. Das ist doch einiges mehr, als ich bisher aufwenden muss.“

Ich überlegte kurz und meinte dann zu Elisabeth: „Ich denke, Thomas und ich können dir sicher finanziell etwas unter die Arme greifen, wenn es etwas zu viel für dich sein sollte.“

Thomas nickte, um sein Einverständnis zu bekunden, dann meinte er: „Wir sollten uns einfach auch die anderen beiden Wohnungen noch anschauen und danach entscheiden, in welcher Reihenfolge wir die Wohnungen priorisieren.“

Die nächste Wohnung, die uns Philipp nun vorstellte, war die mit der abzulösenden Küche. Sie lag sogar noch näher bei uns. Auch der Grundriss war fantastisch und die Höhe der Miete war einige Euros niedriger als die vorherige. Auch diese Wohnung konnte sofort angemietet werden.

Bei der dritten Wohnung übernahm diesmal Marcus die Aufgabe, uns diese Wohnung näherzubringen. Wie schon bei der vorherigen Wohnung, wurde diese von einem Makler angeboten. Sie lag etwas weiter weg als die bisherigen Wohnungen. Vom Preisniveau war sie in etwa bei der zweiten Wohnung angesiedelt, dafür war sie jedoch ein paar Quadratmeter größer. Diese Wohnung könnte ab fünfzehnten Dezember angemietet werden, immerhin auch noch vor Weihnachten, wenn auch etwas knapp.

Die Jungs hatten hervorragende Arbeit geleistet, alle drei Wohnungen, die sie uns vorgestellt hatten, entsprachen den Vorstellungen von Elisabeth. Gut, die erste war aus ihrer Sicht vielleicht etwas zu teuer, aber die Grundrisse und die sonstigen Fakten passten einfach.

Nachdem wir noch einige Zeit diskutiert hatten, meinte ich: „Elisabeth, du kennst jetzt die Daten und Fakten der einzelnen Wohnungen. Welche von den dreien wäre dein erster Favorit?“

Es dauert kurze Zeit, bevor sie uns antwortete: „Am besten gefällt mir die Wohnung, die ich als erstes in den Händen hielt. In weiterer Reihenfolge würde ich sagen: die Wohnung ohne vorhandene Küche und zuletzt die mit der Küche zum Ablösen.“

War nicht unbedingt die Reihenfolge, die ich mir gedacht hatte, bei mir war es eher drei, eins, zwei. Ich schnappte mir die ausgedruckten Zettel der ersten Wohnung und las sie noch einmal in aller Ruhe für mich durch. Nachdem ich alles nochmal angeschaut hatte, bat ich Kevin, mir doch das Telefon zu holen.

Alle Anwesenden schauten mich an und Thomas meinte dann zu mir: „Du willst doch nicht etwa jetzt dort anrufen, es ist Samstagabend und schon nach 18:00 Uhr.“

„Doch“, kam es von mir, „das kann ich, ich glaube, ich kenne den Vermieter, mir sagt der Name etwas. Ihr könntet vielleicht in der Zwischenzeit schon mal damit anfangen, den Tisch fürs Abendessen aufzudecken und den Rest vorbereiten, während ich wegen der Wohnung telefoniere. Nach dem Essen können wir weitere Details besprechen.“

Kevin drückte mir das Mobilteil in die Hand, ich ging rüber ins Wohnzimmer und wählte die auf dem ausgedruckten Zettel angegebene Rufnummer. Es klingelte einige Male an, bevor sich jemand meldete. Es war jedoch nicht Herr Baumberger, denn ich erwartet hatte, sondern eher eine kindliche Stimme.

Ich sagte ihm, wer dran sei und dass ich seinen Vater gerne sprechen würde. Er meinte nur: „Einen kleinen Moment, ich hole meinen Vater“, und schon legte er das Telefon beiseite.

Nach kurzer Zeit hörte ich, wie sich jemand dem Telefon nähert und es in die Hand nahm. „Baumberger“, meldete er sich kurz; ich nannte ihm meinen Namen.

Die erste Frage von ihm war dann auch gleich: „Sie rufen mich jetzt aber nicht geschäftlich an?“

Ich antwortete ihm wahrheitsgemäß: „Das kann man jetzt so oder so sehen, wenn die Vermietung der Wohnung geschäftlich ist, dann ja, ansonsten wäre es dann eher privat. Wir haben im Internet die von Ihnen zur Vermietung ausgeschriebene Wohnung gefunden und wir würden uns für sie interessieren. Sie ist jedoch nicht für mich persönlich, sondern für Thomas' Mutter, die derzeit noch in der Nähe von Hannover wohnt und die gerne hierher­ziehen würde.“

Es war kurze Zeit still in der Leitung, bevor er mir antwortete: „Die Wohnung ist schon fast so gut wie vergeben, meine Frau und ich haben heute Nachmittag einen mehrstündigen Wohnungsbesichtigungs­marathon mit mehreren Mietinteressenten durchgeführt. Wir sind gerade zusammengesessen und haben uns überlegt, ob wir die für morgen geplanten Besichti­gungstermine absagen, da einer der heutigen Interes­senten ziemlich genau unseren Vorstellungen entsprochen hat.“

Wieder folgte eine kurze Pause, bevor er weitersprach: „Herr Maurer, ich werde jetzt gleich mit meiner Frau sprechen; wenn wir die morgigen Termine doch noch wahrnehmen, könnt ihr gerne vorbei­kommen und euch die Wohnung anschauen. Ihre Telefonnummer habe ich hier im Display, ich melde mich später noch bei Ihnen.“

Ich antworte ihm: „Okay, ich erwarte dann ihren Anruf; wenn die Wohnung nicht mehr zur Verfügung steht, ist das auch kein Problem.“

Ich verabschiedete mich noch kurz von ihm und drückte dann auf den Beenden-Knopf am Telefon. Anschließend ging ich zurück ins Esszimmer, wo in der Zwischenzeit schon alles für das Abendessen vorbereitet war. Da alle schon um den Tisch versammelt saßen, erzählte ich ihnen kurz den Inhalt meines Telefongespräches.

Ich meinte dann nur noch: „Lasst uns erstmal in Ruhe essen, vielleicht hat sich Herr Baumberger bis dahin zurückgemeldet. Wir können zumindest nach dem Essen auch das weitere Vor­gehen besprechen, egal, ob es noch zu einem Besichtigungs­termin kommt oder nicht.“

Thomas schaute mich kurz an: „Baumberger, der Name sagt mir doch auch etwas, ist das nicht einer unserer größeren Kunden, die wir in der Firma haben?“

„Richtig“, antwortete ich ihm, „genau der ist das. Jetzt lasst uns essen, sonst wird das Essen noch kalt und schmeckt nicht mehr so besonders.“

Die nächsten fünfundzwanzig Minuten waren jetzt alle mit dem Verzehr der Speisen beschäftigt. Ich war noch nicht vollständig mit dem Essen fertig, als plötzlich das Telefon klingelte. Ich schluckte den letzten Bissen kurz runter, griff nach dem Telefon und meldete mich mit „Maurer“.

„Hier Baumberger“, tönte es aus dem Lautsprecher des Telefons, „ich habe nochmal mit meiner Frau gesprochen. Wir haben eine Entscheidung getroffen, wir wollen morgen doch noch die Wohnungs­besichtigungen durchführen und danach eine endgültige Auswahl treffen. Wenn Sie noch an der Wohnung interessiert sind, könnten sie morgen ebenfalls zur Besichtigung vorbeikommen. Wann hätten sie denn Zeit?“

„Ist uns ziemlich egal, wir haben für morgen nichts Großartiges geplant. Wann würde es denn bei Ihnen passen, wir können uns ganz nach Ihnen richten.“

Nach kurzer Pause sagte er: „Vierzehn Uhr wäre eine gute Zeit, sie wissen ja, wo die Wohnung ist, nehme ich an, klingeln müssten sie bei Bergner.“

„Morgen, vierzehn Uhr, Ludwig-Thoma-Str. siebzehn, bei Bergner klingeln“, bestätigte ich ihm noch einmal.

„Gut, dann sehen wir uns morgen Nachmittag, ich wünsche ihnen noch einen schönen Abend“, und schon hatte er wieder aufgelegt.

Da der Anrufer dieses Mal das Gespräch beendete, musste ich nicht extra auf den Knopf drücken. Da eh alle mitbekommen hatten, was von meiner Seite gesagt worden war, war allen klar, dass wir morgen einen Termin für die Wohnungsbesichtigung hatten. Ich konnte also erstmal noch in Ruhe fertig essen und brauchte nicht extra was erklären.

Nachdem dann alle mit dem Essen fertig waren, wurde rasch der Tisch abgeräumt, klar, dass auch wieder das schmutzige Geschirr sofort im Geschirrspüler landete. Bei uns ist es so üblich, immer alles sofort wieder aufzuräumen und nicht lange herumstehen lassen. So nach und nach versammelten sich wieder alle, wie immer um den Esstisch.

Ich fing dann auch gleich als erster an und erklärte nochmal kurz, was ich mit Herrn Baumberger vereinbart hatte. Danach setzte ich fort: „Bei den beiden anderen Wohnungen müssen wir uns jeweils mit dem Makler in Verbindung setzen, da brauchen wir heute nicht mehr anrufen, dass bringt nicht viel.“

Ich wandte mich an Philipp und Marcus und fragte sie, ob es bei den Maklern eventuell eine E-Mail-Adresse gibt, bei der wir uns melden können. In diesem Fall sollten wir einfach eine Mail schicken und auf den Rückruf der Makler warten, um mit diesen einen Besichti­gungstermin zu vereinbaren.

Die beiden bejahten dies, so bat ich sie doch schnell noch, je eine Mail an die beiden Makler zu versenden, mit Angabe unserer Rufnummer und der Bitte um eine schnelle Kontakt­aufnahme.

Wir vereinbarten mit Thomas' Mutter, dass wir sie morgen gegen halb zwei Uhr bei Martina und Christoph abholen und mit ihr gemeinsam den Besichtigungstermin durchführen würden. Zwischenzeitlich hatten Marcus und Philipp die beiden Mails an die Makler abgeschickt, hier blieb uns eh nur noch das Abwarten, wann sich die beiden zur Terminver­einbarung melden würden.

Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bis Martina meinte, dass es nun langsam Zeit werde, aufzubrechen und nach Hause zu fahren, da Kevin langsam ins Bett müsse. Sie verabschiedeten sich von uns und fuhren dann mit Thomas' Mutter Elisabeth nach Hause.

Die Übriggebliebenen, genau genommen Thomas und ich sowie Philipp und Marcus, blieben noch im Esszimmer sitzen. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, gleich mit den beiden Jungs über die Dinge zu reden, die uns betrafen. Marcus war jetzt schon eine Woche hier und so langsam sollte die Angelegenheit einem Ende entgegengebracht werden.

Ich fragte die beiden: „Nachdem im Laufe der Woche wenig Zeit war, mit euch Verschiedenes zu klären, möchte ich das jetzt mit euch besprechen, oder habt ihr noch etwas anderes vor? Nicht nur Elisabeths Umzug hierher, sondern auch die Veränderungen hier im Haus sollten so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Ihr habt euch sicher in den letzten Tagen gelegentlich Gedanken darüber gemacht, wie es vorerst weitergehen soll?“

Marcus fing als erster an: „Ja, wir haben im Laufe der Woche mehrmals miteinander über dieses Thema gesprochen, aber wir sind nicht immer einer Meinung, was verschiedene Dinge angeht.“

Bevor ich noch etwas sagen konnte, sprach Thomas zu den beiden: „Wenn ihr euch nicht einigen könnt, sind Peter und ich gerne bereit, als Vermittler aufzutreten und euch Wege oder Lösungsvorschläge aufzeigen, die für euch beide möglicher­weise einen Kompromiss darstellen, mit dem ihr beide leben könnt. Vorher könnt ihr uns schon mal erklären, wobei ihr euch einig seid.“

Jetzt war Philipp derjenige, der loslegt: „Grundsätzlich einig sind wir uns damit, dass im Dachgeschoß unser Wohnraum entstehen soll und auch, dass wir weiterhin im 1. Obergeschoß schlafen wollen. Einig sind wir uns auch, dass wir keine eigene Küche im Dachgeschoß brauchen, wir wollen lieber weiterhin mit euch beiden gemeinsam essen und kochen. Auch mein bisheriges Bett reicht für uns beide, da brauchen wir sicher kein größeres. Das war es dann aber auch schon mit den bisherigen Gemein­samkeiten.“

Ich dachte mir, immerhin doch schon eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten, dann sollte doch der Rest auch noch zu lösen sein. Die elementarsten Fragen waren damit schon mal geklärt.

Bevor ich jetzt meine Meinung kundtun konnte, war Marcus wieder mal der Schnellere. Er sagte: „Es gibt noch eine Gemeinsamkeit. Wenn wir beide nächstes Jahr unser Abitur haben, versuchen wir, hier einen Studienplatz zu bekommen, denn ansonsten hätte es nicht viel Sinn, hier im Haus unseretwegen alles auf den Kopf zu stellen.“

Damit war für mich klar, alle Investitionen, die wir tätigen würden, wären nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern konnten als längerfristig betrachtet werden.

Diesmal kam ich doch zu Wort, und so erklärte ich: „Das sind doch schon jede Menge Gemeinsamkeiten, für mich ist doch damit bereits alles geklärt, es kann doch nur noch um Details gehen.“

Marcus meinte: „Und da liegt auch unser Problem, wir können uns einfach nicht über die Details einigen. Ich bin der Meinung, dass hier im Haus jede Menge Mobiliar vorhanden ist, das wir in unserem Wohnraum verwenden könnten, Philipp ist der Meinung, dass das so nicht sei und deshalb das eine oder andere neu anzuschaffen sei.“

Diesmal war es Thomas, der seine Meinung zum Besten gab: „Okay, ich verstehe euer Problem nur nicht so ganz, denn bevor ihr euch im Dachgeschoß ausbreiten könnt, muss das bisherige Gästezimmer sowieso zum Büro umfunktioniert und die Büromöbel nach unten geräumt werden. Die beiden Betten im Gästezimmer werden bei euch im Dachgeschoß sicher nicht zu verwenden sein, also fallen die schon mal weg. Von den bisherigen Schränken, die derzeit im Büro stehen, passt der eine oder andere auch nicht in den kleineren Raum, wollt ihr die in eurem Wohnraum behalten? Sicher nicht, davon gehe ich zumindest mal aus. Den Kleiderschrank im Gästezimmer könnten wir vielleicht in eurem Schlafraum unterbringen, damit hättet ihr mehr Platz für eure Bekleidung.“

„Davon rede ich doch die ganze Zeit“, rief Philipp dazwischen, „nur Marcus will mir einfach nichts glauben.“

Diesmal war ich wieder schneller, so erklärte ich jetzt: „Einen Wermutstropfen habe ich doch für euch: Da wir zukünftig keine Gästezimmer mehr haben, wäre es ganz praktisch, wenn bei euch im Dachgeschoss noch eine Übernach­tungs­möglichkeit geschaffen werden könnte. Ich würde dafür eine Sitzlandschaft vorschlagen, die notfalls in eine Schlafcouch verwandelt werden kann. Alles Übrige könnt ihr dann nach euren Wünschen und Vorstellungen gestalten. Bevor ich es vergesse, die Kosten für das Ganze werden von mir und Thomas übernommen.“

Weder Thomas noch die beiden Jungs sagten einen Ton, nachdem ich geendet hatte. Nach einer längeren Pause fragte er die beiden: „Könnt ihr euch das auch so vorstellen?“

Wieder war es kurze Zeit ruhig, bevor Philipp antwortete: „Ja, ich denke, dass ich auch im Namen von Marcus sprechen kann, wir sind mit diesem Vorschlag einverstanden.“

Marcus nickte nur zustimmend. Damit war zumindest für mich jetzt alles klar. Ich erklärte den beiden jetzt, dass wir am besten schon morgen damit anfangen sollten, damit bis Weihnachten alles fertig sei, sofern die Möbel, die angeschafft werden, rechtzeitig geliefert werden könnten.

„Wir werden morgen früh nach dem Frühstück mit dem Gästezimmer beginnen und alles abbauen, die zerlegten Sachen, die entsorgt werden, lagern wir gleich in die Garage, dann brauchen wir sie nur noch einladen und wegbringen. Soweit ich mich erinnern kann, haben wir noch Farbe im Keller, die sollte für einen Anstrich reichen. Wenn ihr zwei Lust habt, könnt ihr, während wir mit Elisabeth auf Wohnungs­besichtigung sind, schon einmal mit dem Streichen der Decke und der Wände anfangen.“

Plötzlich klingelte das Telefon; ich überlegte kurz, wer jetzt noch anrufen könnte, aber mir fiel auf Anhieb nichts Vernünftiges ein. Vielleicht war es Martina oder Elisabeth, die uns noch dringend etwas mitteilen wollten. Ich nahm das Gespräch entgegen und meldete mich mit „Maurer“.

„Guten Abend, Herr Maurer, hier ist Norbert Hofer. Sie haben mir heute eine Mail geschickt und angefragt, wann eine Wohnungs­besichtigung stattfinden könnte. Ich hoffe, ich habe nicht zu spät angerufen.“

„Nein, wir haben kein Problem damit, dass Sie um diese Zeit noch anrufen, es geht sicher um die Zwei-Zimmer-Wohnung in der Mozart­straße.“

„Ja richtig, ich habe morgen Nachmittag mehrere Termine mit Interessenten für die Wohnung, Sie könnten vorbeikommen und sich ebenfalls die Wohnung anschauen.“

„Um welche Zeit können wir die Wohnung besichtigen?“

„Ich bin ab vierzehn Uhr in der Wohnung bis etwa gegen siebzehn Uhr, feste Termine mache ich grundsätzlich nicht, ich bin im Objekt und wer kommt, der kommt eben. Falls die Haustüre geschlossen sein sollte, klingeln sie bitte bei dem Klingelschild ohne Namen.“

„Wir werden wohl so gegen fünfzehn Uhr bei Ihnen vorbeikommen und uns die Wohnung anschauen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend, wir sehen uns morgen.“

„Dann bis morgen und entschuldigen Sie noch einmal, dass ich Sie noch so spät angerufen habe.“

Danach legt er auf, ich drückte ebenfalls auf den Beenden-Knopf und legte das Telefon wieder zur Seite. Die drei blickten mich an und ihren fragenden Blicken konnte ich ihre Neugier entnehmen.

„Teilweise habt ihr es ja schon mitbekommen, wir haben morgen Nachmittag gleich noch einen weiteren Besich­tigungstermin für die Wohnung in der Mozartstraße. Wir werden damit länger als bisher geplant mit Elisabeth unterwegs sein. Gibt es noch Fragen zu morgen? Ich denke, ihr wisst, was wir morgen alles schaffen wollen. Wir sollten so langsam ins Bett gehen, damit wir morgen früh alle gut ausge­schlafen sind und uns ins Vergnügen des Ausräumens stürzen können.“

Marcus antwortete mir: „Eine Frage hätte ich jetzt doch noch, habe ich das richtig verstanden, dass wir zwei uns die Möbel selbst aussuchen dürfen?“

„Ja, das hast du richtig verstanden, Thomas oder ich werden nur bei der Sitzlandschaft ein Wörtchen mitreden wollen, da sie als Schlafcouch für die aufgegebenen Schlafmöglich­keiten im Gästezimmer dienen soll. Alles andere bleibt euch beiden überlassen. Thomas und ich werden jetzt schlafen gehen und ihr solltet auch nicht mehr viel Zeit verstreichen lassen, bis ihr im Bett verschwunden seid.“

Wir wünschten den beiden noch eine Gute Nacht und gingen nach oben ins Schlafzimmer. Kurze Zeit später, wir lagen bereits aneinander gekuschelt in unserem Bett, hörten wir die beiden Jungs, wie sie ebenfalls nach oben kamen und sich in Philipps Zimmer zurückzogen. Ich bin dann auch rasch eingeschlafen.

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