zur Desktop-Ansicht wechseln. zur mobilen Ansicht wechseln.

Tempus Fugit

Über die Kinder des Feuers

Lesemodus deaktivieren (?)

Informationen

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Zum besseren Verständnis von Tempus Fugit: Miguel Rodriguez-Oliver, der Erzbischof von Iberien, schreibt über die Kinder des Feuers:

Die Kinder des Feuers

Consejo de la Suprema y General Alianza de Fuego

Der Sabbat ist der Feind, behauptet der Bund der Fürsten, sicherlich zu Recht. Unterschiedlicher könnten die Ansichten der beiden Gruppierungen auch kaum sein. Doch alles, was ein normaler Vampir des Fürstenbundes über die Kinder des Feuers erfährt, ist Propaganda, die ihren Zweck sicherlich nicht verfehlt. Wie sonst kann man es erklären, dass allein bei der Erwähnung des Namens "Sabbat" jungen Vampiren des Fürstenbundes ein Schauer über den Rücken läuft und dass sie, sollten sie einmal einer Familia der Kinder des Feuers gegenüberstehen, dieses entweder bis aufs Blut bekämpfen, oder die Flucht ergreifen - wobei letzteres mit sehr viel größerer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt.

Wirkliche und wahre Informationen über die Kinder des Feuers zu bekommen, ist für ein Nichtmitglied kaum möglich. Sogar die Fürsten kennen die Wahrheit meist nicht, oder wollen sie auch nicht kennen, fürchten sie um ihre Macht und den Verlust von Einfluss.

Daher können einzig die Kinder des Feuers selber ihre Wege erklären.

Barcelona, im November 2002
Miguel Rodriguez-Oliver, der Wanderer
Erzbischof von Iberien, Bischof von Katalonien, Priester der Trueno del fin

 


"Wenn ich mitkomme... bekomme ich eine
Schaufel über den Kopf gehauen und werde
dann vergraben", fragte Leander nervös.
Miguel bekam daraufhin einen Lachanfall.
(die Befreiung von Lissabon, 1538)

Am besten erklärt man, was die Kinder des Feuers sind, indem man sie mit dem Fürstenbund vergleicht. Bei beiden handelt es sich um eine Gruppierung mystischer Wesen, aber danach hört die Gemeinsamkeit auch schon auf. Der Fürstenbund ist ein elitärer Club, der nur Vampire in seinen Reihen duldet. Die Kinder des Feuers hingegen heißen alle mystischen Wesen willkommen, seien sie nun Vampir, Fee, Werwolf, oder Magier.

Der Fürstenbund ist sehr stark von feudalen Strukturen durchdrungen. Jede Stadt hat einen Fürsten, der die absolute Gewalt innehat, so zumindest die Theorie. Ein Fürst ist ein absoluter Monarch, gebunden nur an die Traditionen, das grundlegende Gesetz des Fürstenbundes. Diese Traditionen dienen dem Machterhalt und dem Schutz der Vampire und werden nur aus diesem Grund von den Fürsten und Ältesten durchgesetzt.

Bei den Kindern des Feuers hingegen gibt es keine Fürsten oder Herren. Wichtigste Einheit ist die Familia, die Familie. Innerhalb der Familia gibt es einen Anführer, einen Priester und einen Abt. Was Aufgabe derjenigen ist, die diese Positionen innehaben, bleibt jeder Familia mehr oder weniger selbst überlassen.

Der Priester ist geistiger Führer einer Familia. Es handelt sich dabei um einen geistigen Führer, dessen Aufgabe es ist, die Werte der Kinder des Feuers zu vertreten, die Riten des Blutes zu leiten und innerhalb der Familia eine Supervisor Funktion auszuüben. Je nach Familia variieren sein Einfluss und seine Aufgaben ein wenig. Die Priester sind jedoch das Organisationsgremium der niños fogosos, wie sie in ihrer ursprünglichen Sprache heißen. Ihr Einfluss wird vor allem vom Bund der Fürsten stets unterschätzt.

Die Priester sind diejenigen, die in einer Krisensituation entscheiden, ob der Anführer nunmehr das Recht hat, das Kommando für die Familie zu übernehmen. Sie sind die moralische Instanz und das Gewissen der niños fogosos. Ein Priester ist jedoch auch für das gemeinsame Wohl aller verantwortlich. Neben seiner Funktion als Supervisor seiner Familia, hat er auch an die Kinder des Feuers als ganzes zu denken und an die Folgen, die das Tun einer Familia haben kann, im größeren Zusammenhang. Das kann durchaus zu einem Konflikt mit der Familia und insbesondere dem Anführer führen. Um jedoch beurteilen zu können, welche Auswirkungen einzelne familiäre Aktionen haben können, wenden sich die Priester an ihren zuständigen Bischof. Über diesen erhalten sie Informationen, was andere Familien planen und bekommen mit, welche größeren Zusammenhänge bestehen.

Zu besonderen Anlässen tragen die Priester ihre beste Kleidung. Roben sind selten, werden aber in Ausnahmefällen getragen. Dann handelt es sich meist um Roben in schwarz, die das Wappen der Familie tragen.

Die Anführer der Familien sind insbesondere in Kampfeinsätzen und bei Fluchtaktionen gefragt. Sie sind meist auch die Beschützer der Familia, kümmern sich um die Sicherheit. Insbesondere nach außen hin, vertreten sie die Familia. Je nach Art der Familie sind die Anführer die Strategen, Kämpfer, oder Diplomaten. Ihre Aufgabe ist es, die Familia zu versorgen, sich um ihr Wohl zu kümmern. Sie bilden das Gegengewicht zu den Priestern. Für die Anführer steht das Wohl der Familia an erster Stelle, die Priester müssen auch das Wohl und Weh der anderen Familien, ja aller niños fogosos im Großen im Auge behalten. Das kann immer wieder zu Konflikten führen. Daher sollte zwischen Anführer und Priester stets ein großes Vertrauensverhältnis bestehen.

Der Hüter des Tempels, auch Abt genannt, sorgt dafür, dass die Familie stets einen Platz hat, an dem sie zusammenkommen können. Die Äbte sind meist stationärer als die restliche Familia. Insbesondere bei sehr ortsgebundenen Familien bleiben die Äbte zumeist zu Hause, wenn die Familia loszieht. Die Äbte sind meist die am besten informierten Personen. Gerade über ihre Stadt und deren Umgebung versuchen sie stets auf dem Laufenden zu bleiben. Sie kümmern sich sehr um ihr Gebiet. Es gibt in jeder größeren Stadt, in der es mehrere Familien gibt, einen Rat der Äbte. Dabei treffen sich die Äbte der Familien um sich gegenseitig zu informieren und auszutauschen. Und nicht selten kam es vor, dass ein Bischof, der vorübergehend seine Stadt verlassen musste, dem Rat der Äbte und seinem Familien-Abt die Geschäfte übertragen hat. Es ist eine gängige Regel, dass in der Abwesenheit eines Bischofs, die Äbte die Geschäfte der Stadt, die übrigen Priester die Pflichten des Bischofs für die Kinder des Feuers allgemein übernehmen.

Zusammen mit den anderen Mitgliedern bilden Priester, Anführer und Abt eine Familia, die Grund und Boden der Kinder des Feuers ist. Eine Familia ist immer für ihre Mitglieder da; die Keimzelle dessen, was die Kinder des Feuers wurde. Die Idee ist einfach, gerade deshalb funktioniert sie so gut. Die Mitglieder einer Familia gehören zusammen. Sie leben zusammen, vertrauen einander und teilen ihr Leben sowie ihren Besitz. Hilfe, Unterstützung, Rat und Geborgenheit findet ein Familienmitglied bei seiner Familie. Die Riten des Blutes binden die Mitglieder einer Familia aneinander, verbindet die einzelnen miteinander.

Die Familien sind das Herz der niños fogosos. Sie finden sich aus den unterschiedlichsten Gründen zusammen: Liebe, die Suche nach einer gemeinsamen Sache, Notwendigkeit, oder einfach nur Zufall. Basis einer Familia ist Vertrauen. Ein jedes Familienmitglied kann dem anderen den Rücken kehren und weiß, dass ihm nichts geschehen wird. Für Vampire ist es hilfreich jemanden zu haben, der auch tagsüber unterwegs sein kann. Werwölfe finden in der Familia die Rudelgemeinschaft, nach der sie sich sehnen. Magier wissen sich und ihre Künste beschützt und Feen werden durch den Glauben ihrer Familienmitglieder an Wunder, in ihrem Sein bestärkt.

Die Familien jedenfalls haben den Consejo de la Suprema y General Alianza de Fuego zu dem gemacht, was er heute ist. Sie sind die eigentliche Macht. Erzbischöfe und Bischöfe mögen in den Augen des Fürstenbundes bedeutend sein, doch vermögen sie nichts, ohne die Unterstützung der Familien. Und auch ein Bischof hat seine Familia, ohne die er wohl niemals seine Arbeit tun könnte. Denn Familien helfen einander.

Die Bischöfe sind die priesterlichen Führer mehrerer Familien, welche sich innerhalb eines bestimmten Gebietes aufhalten. Er wird von den Priestern, der in diesem Gebiet ansässigen Familien, gewählt. Wählbar ist ein Priester, der in eben diesem Gebiet seinen Sitz hat. Die Wahl der Priester ist ausschlaggebend, wobei der Erzbischof jedoch den Bischof offiziell in sein Amt einsetzt.

Ein Bischof ist ein Supervisor der Supervisoren. Er ist die Anlaufstelle der Priester seines Gebietes, bespricht mit ihnen Probleme, die mehr als eine Familia betreffen. Auch muss der Bischof sich über die Aktionen einzelner Familien auf dem Laufenden halten, um diese gegebenenfalls miteinander abzustimmen. Über die Priester wiederum kann ein Bischof lenkend eingreifen. Er ist ein Koordinator, der Informationen sammelt und weiter gibt. Er sichert die Zusammenarbeit über die einzelne Familie hinaus und dient daher als eines der wichtigsten Bindeglieder innerhalb der Kinder des Feuers. Wie viel Macht ein Bischof tatsächlich hat, hängt von seiner Persönlichkeit ab. Die Priester wählen meist jemandem, dem sie vertrauen und diese Vertrauensstellung ermöglicht es dem Bischof, seine Funktion auszuüben. Seinen Anordnungen werden die Familien jedoch nur so lange Folge leisten, wie er das Vertrauen nicht missbraucht, welches ihm seine Priester und damit auch die Familien entgegengebracht haben. Auch wenn es selten vorkommt, auch Bischöfe können fallen, können abgesetzt werden.

Bischöfe gab es anfänglich bei den Kindern des Feuers nicht. Erst die immer größer werdende Zahl der Familien führte dazu, dass es notwendig wurde, das gemeinsame Vorgehen zu planen, sich abzustimmen und zu besprechen. In einer Versammlung wurde demjenigen Priester die Moderation übertragen, der am meisten Ansehen und Respekt genoss. So entwickelte sich die Funktion des Bischofs als Moderator der Priester und Familien. Der Glaube des Fürstenbundes, Bischöfe wären den Fürsten gleichzusetzen zeigt nur wieder, wie wenig sich der Bund mit den Kindern des Feuers tatsächlich auseinander gesetzt hat.

Als die iberische Halbinsel mehr und mehr unter die Kontrolle der Kinder des Feuers kam, die Zahl der Familien wuchs, ganze Städte und Gebiete kontrolliert wurden, da wurde es notwendig, dass die Bischöfe zusammenkamen, sich auszutauschen und zu informieren. Zu beschwerlich war es, alle Priester Iberiens zu versammeln. So überließ man die Koordination den Bischöfen. Die damals anstrengenden Reisen und zunehmende Zahl der Bischöfe führten zur Wahl des ersten Erzbischofs von Iberien.

In späteren Jahrzehnten wurden Gebiete über Iberien hinaus erobert, besiedelt und von den Kindern des Feuers für sich entdeckt. Über Länder und Kontinente hinweg wurde die Kommunikation sehr beschwerlich. So kam es dazu, dass der Erzbischof von Iberien schließlich das Erzbistum Italien aus der Taufe hob. Weitere Erzbistümer folgten im Laufe der Jahrhunderte.

Der Erzbischof wird innerhalb eines Konklaves der Bischöfe von diesen gewählt. Er ist der Vorsteher eines Erzbistums, das ein Land oder mehrerer Länder umfassen kann, wie z.B. Iberien, Spanien und Portugal. Ein neues Erzbistum kann nur im Rahmen eines Konklaves der Erzbischöfe errichtet werden und benötigt deren Zustimmung, sowie eine Menge Unterstützung aus den Reihen der Kinder des Feuers.

Ein Erzbischof ist der Supervisor für seine Bischöfe und der Koordinator groß angelegter Aktionen. An ihn wenden sich die Bischöfe, wenn es um Aktionen geht, die über ein Bistum hinaus ihre Wirkungen entfalten. Auch werden an den Erzbischof die Probleme herangetragen, die ein Bischof nicht mehr lösen kann. Ein Erzbischof muss ein gefestigter Charakter sein, der stets das Wohl aller Kinder des Feuers im Auge behalten muss, aber dennoch den Bezug zur einzelnen Familia nicht verlieren darf. Es ist üblich, dass Anführer und Abt der Familie des Erzbischofs als Ratgeber des Erzbischofs ihre Positionen für alle Kinder vertreten, wie sie es innerhalb der Familia tun. Somit ist die Wahl eines Erzbischofs nicht nur eine Frage nach der einzelnen Person, sondern auch ein wenig nach der Frage, wie gut die Familia im ganzen in der Lage ist, den künftigen Erzbischof in seinen Aufgaben zu unterstützen.

Die Familie eines Erzbischofs ist meist größer als einfache Familia der Kinder des Feuers. Denn zum einen sind diese Familien recht gebunden und daher gut geeignet junge Mitglieder aufzunehmen und auszubilden, zum anderen werden aufgrund von Verwaltung und anderen Aufgaben mehr Personen benötigt, da ein Erzbischof zudem immer noch die Aufgaben eines Bischofs und eines Priesters inne hat.

Im Laufe der Geschichte der Kinder des Feuers hat es viele Familie gegeben, manche existieren noch immer, anderen gingen zugrunde, lösten sich auf, oder teilten sich. Die Namen einiger Familien sind weithin bei den niños fogosos bekannt und man verbindet Erinnerungen mit diesem Namen, auch wenn es vorkommen kann, dass diejenigen, die den Ruhm erworben, die Taten vollbracht haben, alle schon nicht mehr existieren.

Zu den wohl bekanntesten Familien des Sabbats zählen:

El Leones, die Familia des ersten Bischofs der Kinder des Feuers, Alfredo de Curranzone.

Loco de la Nocte, die Familie um den Anführer El Loco und den Priester Christo Dios-Guzmann, die beide maßgeblich an der Eroberung von Portugal beteiligt waren, wie an der Verbreitung der Ideen der Kinder des Feuers.

Die Krieger des Roten Mondes, um Susanne, eine der Gründungsmitglieder der Kinder des Feuers.

Trueno dell fin, die Familie des amtierenden Erzbischofs von Iberien, Miguel Rodriguez-Oliver.

Der Verlust der Familie kann einen hart treffen und immer wieder kam es vor, dass die Überlebenden ihren Lebensmut verloren. Andere Familie sind oftmals bereit, die Überlebenden aufzunehmen, wissen sie doch nur zu gut, was es bedeutet, eine Familie zu verlieren. Doch ein solcher Verlust wiegt schwer und die Wunden heilen nur langsam.

Die wohl wagemutigsten, aber auch grausamsten Taten sind wohl diejenigen, die von einem Kind des Feuers begangen wurden, dass seine Familie verloren hatte. Ihre Taten mehrten den Ruhm, aber auch die Angst anderer vor den niños fogosos.

Lesemodus deaktivieren (?)