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Angst

von Oudeis

Angst
Angst – wieso?
Angst – wovor?

Angst – die keiner versteht
Angst – die keiner verstehen kann?
Angst – die keiner verstehen will?

Warum schweige ich?

Angst, mich zu öffnen und nicht ernst genommen zu werden?
Angst, vor geheucheltem Interesse?
Angst, vor Unverständnis?
Angst, schnell fallen gelassen zu werden – wie so oft?
Angst, vor anderen schwach zu werden?
Angst, vor anderen schwach zu sein?

Bin ich schwach?


Allein
Bin ich das?
Wer ist da?
Wer ist bei mir?

YOU, my father, my friend!!

Aber ist das genug? – DU weißt es

Nur DU kennst mich
Nur DU weißt, wer ich bin
Nur DU weißt, wer ich wirklich bin
Nur DU weißt, wie ich wirklich bin

YOU, my father, my friend



Wer bin ich?

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!
Dietrich Bonhoeffer


Danke Dietrich. Du sprichst aus, was meine Seele fühlt.

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