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Lord of the Fay

von Björn

Vor mir sehe ich sie, tanzen, singen und lachen. Die Sidhe der grünen Insel, Tara auf dem grünen Hügel, im Zentrum der grüne Juwel, die Insel Tir-nan-Og, ewiger Jugend Born. Das Gras lacht bei ihrem Schritt, die Luft, der Wind trägt sie hinfort, leicht wie fallende Blätter der immergrünen Insel.

Dort tanzen die Mägde der Königin im hellen Mondschein, siehe sie voller Inbrunst und Hingabe und dann - Stille, Schweigen, das Spiegelbild des Mondes im stillen See der Dunkelheit.

Dunkle Ahnung, schwellendes Sehnen, seufzender Atem - angehalten.

Silbern leuchtet die Antwort, klingt sie anders durch die Nacht -

niemals so erwartet, niemals so gehört.

Siehe sie, die Sängerin der samten, weichen Schleppe des Waldes, die Quelle des Baches der Freude.

Und heran weht der gelbe Hauch und feiner Wind, voller Leben -

warmes Lachen gleich, so erscheint das Gefolge der Königin, im sanften Reigen, der Wald erstrahlt in ihrem Glanze, so voll, so übervoll mit Leben.

Das prescht durch den Wald hoch hinauf einem Flammenstoß wilden Lebens, Energetisch donnernd, hier kommt er, kurz, vorbei ist er, einem Donner gleich, nur gehört doch nie gesehen.

Und weiter lacht das lichte Volk, tanzt und springt, hallt.

Da erfüllt Sehnsucht die Instrumente der Unsterblichen, tiefe Trauer, sanfter Schmerz, Leid und große Suche, erfüllt die Herzen und fragt sich, wo, wohin?

Und müde Tränen, ungeweint, mehr bedacht, als gar vorhanden, dürfen, nur kurz angedacht, zu Boden fallen, Voller Leben, sanft entschwunden.

Da steigt empor aus der Mitte des Sees, kalt und dunkel, die Krone der Mitternachtsblume. Siehe, Nebel steigt auf, pochende Erwartung. Die Maiden der Königin, hörst du die von fern. Sie kommen, kommen näher, warte noch, warte. Die Krone beginnt zu glühen, fühlt ihr das Leben, ihre gebündelte Kraft, was erwartet uns? Hymnisch ihr Gesang, weißes reines Licht, blühende dunkle Blume.

Blaues reines Licht, gleich saphirgeschnitten. Heran, heran, da sind sie die Maiden der Königin, lichtgleich, kaum zu sehen, langes Haar, untergehende Sonne auf dunklem Wasser. Schatten und Licht ihrer selbst, huschend und nie ganz da, weg wenn du sie siehst, umschwebend ihre Herrin.

Da erglüht die Saphirblume, die Krone, sie öffnet ihren strahlenden Kelch. Kalt und voller Lebensfeuer siehe die Blume des Elfenreiches in all ihrer Pracht, so erblüht im Gesang der Macht. Blau weht ihr Schleier, silberweiß ihr makelloses Gesicht, ein Mund wie Rosenknospen, Augen der tiefen Unergründlichkeit des Sees dem sie entstieg, ihr tosendes Haar, rot wie die Sonne, die ihrem Bett entgegensinkt. Ein unermüdliches, unergründliches Lachen, das wiederquillt in ihrem Tanz, gewaltig - ein Strahl, ein Donnerhall, der Blitz tanzt.

Da erscheint silberweiß er und verschwindet wieder.

Der Reigen beginnt, das Tanzen, Singen, Lachen und weithin Freude sind überall um sie herum. Durch die Wälder, Wiesen Fluren; Baum und Strauch, Gras und Erde hinein bis in Gewässer, Tier und Mensch fühlen gleichermaßen den Sog der nacht, in ihren Bann, geben sie nicht, wollen, ziehen, drängen und werden fortgetragen, mitgenommen, schneller und schneller, der Fluß trägt sie fort und vorbei ist es an ihnen, die gezögert.

Hört ihr Lied, das Lied, das sie ihm singt, und der Welt, das Lied, ihr Lied erfüllt die Seele der Welt, Freude des Lebens, Frage nach dem Sein. Liebe und Sehnen, Erfüllung und Trauer, Ende ohne Wiederkehr, wiederkehrendes Ende, Musik der Nacht, silberklar, kalt und gleich dem Gleiten des Schwans, Dahin, Augen des Lebens, siehe den Quell des Lebens, der Fluß fließt dahin und siehe, er versiegt nimmer. Aufgenommen, weitergegeben, erklingt ihr Lied viel tausendmal, doch wenn sie singt, dann hört sie ein jeder. Sie bleibt, im gewaltigen Echo die einzelne Stimme.

Seht das Tanzen der Elfen, hört ihre Stimmen, heran kommt, und erfüllt.

Ein Blitzen in dunkler Nacht, was ist, und schon verschwunden, Augenschlag, da ist, und schon vorbei.

Voller wildem Feuer, Tanz in dunkler Nacht, seht es, voller Staunen, lacht, die Freude ist es, die tanzt und singt, die Elfen tanzen und singen.

Da erblüht das Licht, saphirblau und heran kommt sie, die Königin, lächelt und ihr folgt das blaue, sanfte, Singen der Dunkelheit.

Einem Funken gleich bricht er herein, erscheint, verschwindet und erscheint, nicht mehr zu sehen.

Wild klingt das Lied, trommelgleich, donnernd sie heran und da ist er, donnergleich erscheint er, der König, hell im Licht, dreht und tanzt er, die Wogen peitschen, die Königin wendet sich der König ist verschwunden.

15. Oktober 1997

Björn Oliver Fehr


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